Das Bernsteinzimmer: Eine Geschichte von veganen Pralinen, Leidenschaft und Nachhaltigkeit
Solvejg Klein, die kreative Seele hinter der Pralinenmanufaktur „Das Bernsteinzimmer“ in Wuppertal, hat ihre Leidenschaft für das Kochen, Backen und Experimentieren mit Lebensmitteln schon seit ihrer Kindheit entdeckt. Ihre Reise in die Welt der veganen Pralinen ist eine Geschichte von Perfektion, ethischen Entscheidungen und dem Mut, neue Wege zu gehen.
Die Anfänge: Ausbildung bei Lindt & Sprüngli
Um ihre Kenntnisse zu perfektionieren, absolvierte Solvejg in jungen Jahren eine Ausbildung als Chocolatier bei Lindt & Sprüngli. Dort wurde sie das erste Mal mit dem Thema Massentierhaltung konfrontiert. Diese Erfahrung prägte sie und führte dazu, dass sie fortan an den perfekten Zutatenkombinationen für Pralinen tüftelte, die ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen.
Der Traum von der eigenen Pralinenmanufaktur
Solvejg zog nach Frankfurt und erhielt die Chance, ihre eigenen Pralinen als Konditorin für den veganen Supermarkt „Veganz“ zu verkaufen. Das Risiko, diesen Traum alleine zu verwirklichen, schien ihr jedoch zu groß. Im Jahr 2014 lernte Solvejg durch ihr gemeinsames Interesse an Whisky Oliver kennen. Er verliebte sich nicht nur in ihre veganen Pralinen, sondern auch in sie. Gemeinsam planten sie, in Düsseldorf ein Café mit gutem Whisky, Wein, Kaffee und einem Kaminfeuer zu eröffnen. Doch zunächst konzentrierten sie sich auf die gemeinsame Gründung der Pralinenmanufaktur „Das Bernsteinzimmer“ in Wuppertal.
Die Gründung von „Das Bernsteinzimmer“
Seit November 2015 betreibt Solvejg nun zusammen mit ihrem heutigen Ehemann Oliver die Manufaktur und stellt handgefertigte vegane Köstlichkeiten her, die alle Bio-zertifiziert sind. Solvejg ist die kreative Seele und für die Produktentwicklung und Herstellung zuständig, während Oliver sich um die Zahlen kümmert. Die überzeugte Veganerin, Chocolatier, Barista und Konditorin hat mit ihren Künsten auch ihrem Mann die vegane Lebensweise nähergebracht.
Vegane Pralinen: Konfekt statt Pralinen, Reisdrink statt Kuhmilch
Geschmacklich stehen Solvejgs vegane Pralinen konventionellen in nichts nach. So ersetzt Solvejg in ihrem Konfekt zum Beispiel einfach Kuhmilch durch Reisdrink. Ihre Pralinen dürfen dadurch zwar nicht mehr Pralinen heißen, sondern werden zum „Konfekt“. Genauso ist gesetzlich die Bezeichnung „Schokolade“ nicht erlaubt, da Schokolade keine Stärkeprodukte wie Reis enthalten darf.
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Handarbeit und regionale Zutaten
Alles wird von Hand mit einem mittlerweile fünfköpfigen Team und mit herkömmlichen Kuchengeräten hergestellt - jede Praline einzeln überzogen. Bei der Auswahl aller Produkte werden regionale Anbieter bevorzugt. Die verwendeten Schachteln zum Beispiel werden nachhaltig in Deutschland von der Manufaktur „Süße Schachtel“ hergestellt.
Inspiration und preisgekrönte Kreationen
Bei ihren Kreationen lässt sich Solvejg von Erinnerungen und Träumen inspirieren. Eine ihrer prämierten Pralinen ist „Matcha-Cashew“, gefüllt mit Matcha-Marzipan aus feinstem Grüntee und überzogen mit weißer Schokolade. Ein weiterer Sieger ist „Mandelnougat Marrakesch“. In diesem Konfekt steckt so viel Mandel, dass es eine wahre Kunst ist, sie mit der hellen Reisdrink-Kuvertüre zu überziehen.
Veranstaltungen und Pralinenkurse
Darüber hinaus bietet „Das Bernsteinzimmer“ auch Veranstaltungen wie Pralinenkurse oder Schokoladentastings an. In den Kursen lernen die Teilnehmer, wie man Konfekt zu Hause herstellt, und bekommen Tipps und Tricks für das richtige Temperieren von Schokolade. Solvejg teilt ihr Wissen über Confiserie und erklärt, warum Schokolade manchmal weiß anläuft (was nichts mit der Qualität, sondern mit Temperaturschwankungen zu tun hat).
Gute Schokolade ist anders
Solvejg Klein hat klare Prinzipien. Sie setzt auf hochwertige, pflanzliche Zutaten wie Craft Chocolate und sorgfältige Handarbeit. Im Gespräch hat sie erfahren, vor welchen Herausforderungen kleine Schokoladenmanufakturen stehen, die sich von industrieller Massenware abheben möchten.
“Kakao ist ein flexibler Rohstoff”, erklärt Solvejg. “Die Verarbeitung von nicht-industrieller Schokolade ist eine Herausforderung, weil sie kein nachbearbeitetes Einheitsprodukt ist. Manche Chargen schmelzen wunderbar flüssig, andere haben weniger Fett und sind geschmolzen eher wie Pudding. Aber solche Schwankungen sind ganz natürlich. Damit muss man umgehen können.” Statt ein immer gleiches Produkt zu verwenden, das durch maschinelle Herstellung und Zusätze wie Emulgatoren leicht zu verarbeiten ist, lässt Solvejg sich auf die natürlichen Schwankungen von Craft Chocolate ein. So variiert sie beispielsweise die Menge der zugegebenen Kakaobutter, um die Masse geschmeidiger zu machen.
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Doch die Schwierigkeiten gehen für die Pralinenherstellerin schon vor der Verarbeitung los: beim Einkauf. “Große Unternehmen zahlen teilweise ziemlich viel Geld dafür, dass Chocolatiers ihre Schokolade verwenden. Das klingt erstmal nach einem guten Deal, vor allem wenn man gerade anfängt. Die richtig guten Schokoladen dagegen kosten besonders bei kleinen Abnahmemengen ein Vielfaches. Da stellt sich einem die Frage: Welche moralischen Werte vertrete ich? Wie groß und bekannt will ich werden und wie schnell wachsen? Welche Ansprüche habe ich?”
Für Solvejg war von Anfang an klar: wenn Schokolade, dann richtig gute, faire und vegane. Dass sich gute Schokolade aus ethischer Sicht lohnt, liegt für Solvejg und auch für uns auf der Hand. Aus unserer tiefen Bewunderung für die Kakaopflanze und die Diversität des Produkts Schokolade heraus ist es für uns selbstverständlich, dass alle am Prozess Beteiligten fair behandelt werden müssen. Die Transparenz in der Craft Chocolate Branche stellt einerseits diese Fairness sicher. Andererseits ermöglicht das Wissen über den Ursprung und Herstellungsprozess der Schokolade einen bewussteren Konsum.
Für Solvejg vom Bernsteinzimmer zählt neben den Werten des Unternehmens natürlich vor allem die geschmackliche Qualität. Ihrer Meinung nach kann sie “die Schokoladenwelt nicht verbessern, wenn ich für meine Pralinen keine gute Schokolade verwende!” Da können wir nur zustimmen. Die meisten Pralinenhersteller haben lediglich eine dunkle, eine helle und eine weiße Schokolade in ihrem Portfolio. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf den Füllungen. Für Solvejg ist auch die Hülle extrem wichtig. “Du kannst die tollste Füllung der Welt haben”, meint sie. “Am Ende bleibt meist die Schokolade im Mund zurück. Wenn die nicht gut ist, zieht das die ganze Praline runter. Die Schokolade muss Teil des Gesamtkonzepts Praline sein.”
Als sie zum ersten Mal sehr hochwertige Bean-to-Bar-Schokolade probierte, war sie begeistert, was für Aromen in Schokolade stecken können. Diese aromatische Horizonterweiterung bringt sie in ihre Pralinen ein.
Richtig hochwertige Craft Chocolate ist ein geschmacklicher Wow-Effekt - pur oder weiterverarbeitet zur Praline. Sie schmeckt und schmilzt nicht immer gleich. Dafür können verschiedene Kakaosorten, Anbauländer und Verarbeitungsweisen entdeckt und geschmeckt werden. Let’s eat better chocolate and make the chocolate industry a better place!
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Craft Chocolate: Mehr als nur ein Trend
Nach Craft Beer erfreut sich nun auch Craft Chocolate immer größerer Beliebtheit. Diese Craft Chocolate wird gern einfach nur als gute Schokolade bezeichnet. Der Unterschied zur Massenware liegt in der Herstellung in kleinen Chargen, der Handarbeit und der Transparenz. Ausbeutung von Mensch und Umwelt ist in der Schokoladenbranche leider noch immer Realität. Die Craft Chocolate-Bewegung will das ändern: Persönliche Beziehungen zu Farmern und Produzenten und ein sorgsamer Umgang mit Umwelt und Menschen ist den Makern wichtig. Häufig begleiten sie den Herstellungsprozess der Schokolade Bean-to-Bar, von der Bohne bis zur Tafel.
In massenhaft produzierter Schokolade befindet sich meist ein Mix verschiedener Kakaobohnen unterschiedlicher Herkünfte. Es ist nicht nachvollziehbar - weder auf der Verpackung noch durch den Geschmack -, welche Sorten sich in der Schokolade befinden. Bei richtig guter Schokolade ist das anders! Hier ist im besten Fall schon auf der Verpackung nachzulesen, woher die Kakaobohnen stammen. Viele Tafeln sind Single Origin, enthalten also nur Kakaobohnen aus einem Anbaugebiet. Auch Edelkakaosorten wie Criollo sind im Craft Chocolate Bereich zu finden. Die Transparenz vieler guter Schokoladenmanufakturen ist nicht nur toll, weil man als Konsumentin weiß, was man isst.
Industriell gefertigte Schokolade ist meist von gleichbleibender Qualität. Man weiß, wie sie schmeckt, und kann sich auf diesen Geschmack verlassen. Um diese Einheitlichkeit zu erreichen, wird häufig auf Zusätze wie Emulgatoren zurückgegriffen. Diese sorgen dafür, dass es keine Schwankungen gibt. Somit lässt sich die Kakaomasse, die von Natur aus unterschiedlich ist, immer gleich gut verarbeiten. Gute Schokolade kommt ohne Emulgatoren aus.
Die Kategorien “Industrieschokolade” und “Craft Chocolate” sind selbstverständlich nicht immer trennscharf. Craft Schokolade ist zudem kein geschützter Begriff und wird auch gerne zu Marketingzwecken missbraucht. Daher gilt: Ein Blick hinter die Kulissen des Schokoladenherstellers lohnt sich. Denn kleine Unternehmen setzen häufig auch auf Transparenz. Sie legen Wert auf gute Zutaten und faire Bedingungen für richtig gute Schokolade und erzählen ihre Geschichte gern.
Nachhaltigkeit und vegane Philosophie
Im Bernsteinzimmer wird das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst genommen. Unnötigen Plastikmüll in der Manufaktur sucht man vergebens, viel wird wiederverwertet. Alle Pralinen und Produkte des Bernsteinzimmers (so z. B. auch Tafelschokoladen und Schokoladenaufstriche) sind zu 100 % vegan. Das steht natürlich auf den Verpackungen, wird als Verkaufskriterium aber nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt. Denn egal ob vegan oder nicht - die feinen Kreationen des Bernsteinzimmers sind für alle da.
Die Pralinen sind rein bio und vegan, kommen ganz ohne Milchprodukte, Soja oder künstliche Zusätze aus. Die Schokolade wird direkt aus Ecuador und Madagaskar bezogen. Von der Praline bis zur Verpackung setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Die Verpackungen sind plastikfrei und werden in Deutschland und Frankreich aus nachhaltigen Materialien produziert.
Auszeichnungen und Erfolge
Das Konfekt des Bernsteinzimmers hat mittlerweile international Preise gewonnen. Seit drei Jahren nimmt Solvejg Klein mit ihren Kreationen an Wettbewerben teil. „Und egal, ob in Deutschland, Österreich oder Großbritannien, wir wurden überall ausgezeichnet“, berichtet die 33-Jährige stolz von ihrer Erfolgsgeschichte. Das Konfekt Maple-Pekao Nougat holte 2019 beim Wettbewerb der Academy of Chocolat in London Silber, 2018 die Praline Matcha-Chashew.
VIVANI besucht Das Bernsteinzimmer
Im Rahmen der Reportagereihe „VIVANI besucht…“ war das Team von VIVANI zu Gast in der Genussmanufaktur „Das Bernsteinzimmer“. Solvejg, die ausgebildete Fachkraft für Süßwarentechnik mit der Fachrichtung Konfekt ist, hatte für den Besuch drei tolle, exklusive Pralinenrezepte mit VIVANI-Schokoladen kreiert: Eine „Dark Cosmopolitan“ gefüllt mit einer Wodka-Trüffel-Masse, eine „Kaffee-Toffee-Praline“ mit Kokosblütenzucker sowie ein „Ombré Krokant-Schichtnougat“.
EcoFinia beteiligt sich am Bernsteinzimmer
Die EcoFinia GmbH - bekannt durch die Biomarken VIVANI und iChoc - beteiligt sich mit 33% an der Wuppertaler Pralinenmanufaktur Das Bernsteinzimmer und spezialisiert sich hierdurch weiter im Bereich veganer Schokoladenprodukte. Mit diesem sogenannten Joint Venture verfestigt sich eine lange Freundschaft und der Schokomarkt wird zukünftig gemeinsam aufgemischt.
„Das Bernsteinzimmer ist eine absolute Lovebrand mit viel kreativem Potential,“ zeigt sich EcoFinia Geschäftsführer Gerrit Wiezoreck begeistert. „Die enge Zusammenarbeit wird Produkte ermöglichen, die zuvor einfach nicht machbar waren. Auch kleinere Serien, saisonale Highlights und Sondereditionen."
Die Pralinen: Eine Reise für die Sinne
Die Pralinen des Bernsteinzimmers sind weit mehr als nur süße Köstlichkeiten - sie sind das Ergebnis purer Leidenschaft, höchster Handwerkskunst und tiefem Respekt vor Mensch und Natur. In der Manufaktur entstehen vegane Pralinen, die nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch nachhaltig und fair produziert werden.
Zu den beliebtesten und prämierten Sorten gehören:
- Maple-Pekan Nougat: Ein doppelter Silber-Gewinner bei den internationalen Schokoladen-Awards, der die natürliche Süße von Ahornsirup mit dem nussigen Aroma frischer Pekannüsse vereint.
- Bourbon Vanille Nougat: Ein klassischer Genuss mit zartschmelzendem Haselnuss-Nougat, verfeinert mit echter Bourbon-Vanille.
- Mandelnougat-Tonka: Ein geheimnisvoller Mandelnougat, angereichert mit der intensiv-aromatischen Tonkabohne, die Nuancen von Vanille, Karamell und Mandel hervorruft.
- Mandelnougat-Himbeer: Eine fruchtig-frische Kombination aus Himbeeren und cremigem Mandelnougat.
- Pistazie Salzkaramell: Ein raffiniertes Meisterwerk mit 37% Pistazien, Karamellstückchen und einem Hauch Salz.
- Mohnkuchen-Marzipan: Eine Praline, die an frisch gebackenen Mohnkuchen erinnert.
- Macadamia Cookie: Das Beste aus der Welt der Cookies, vereint mit feinster Schokolade.
- Kaffee Kardamom Nougat: Eine exotische Geschmacksexplosion mit weißem Kardamom-Nougat und dunklem Kaffee-Mandelnougat.
- Mozärtlich: Eine Hommage an die klassische Pralinenkunst mit Pistazien-Marzipan und Piemonteser Haselnussnougat.
- Peanutcrush: Eine Kombination aus salziger Erdnussbutter und weicher Karamellschicht, umhüllt von weißer Schokolade.
- Matcha Cashew: Eine exotische Kreation mit weißem Cashew-Nougat und grünem Matcha-Marzipan.
Fazit: Genuss mit gutem Gewissen
Das Bernsteinzimmer steht für Genuss mit gutem Gewissen. Die Pralinen sind nicht nur ein Fest für die Sinne, sondern auch ein Beitrag zu einer nachhaltigeren und faireren Welt. Wer bewussten Genuss liebt und keine Kompromisse bei Qualität und Nachhaltigkeit eingehen will, ist hier genau richtig. Mit Das Bernsteinzimmer entscheidet man sich nicht nur für ausgezeichnete Pralinen, sondern für ein Erlebnis - eine Reise in die Welt feinster bio-veganer Schokoladenkunst.
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