Corny Nussvoll Dreierlei Nuss & Karamell: Inhaltsstoffe und Besonderheiten im Detail

Der Müsliriegel „Corny Nussvoll Dreierlei Nuss & Karamell“ wirbt prominent mit Nüssen und Karamell und gilt als beliebter Snack für unterwegs und zwischendurch. Doch was steckt hinter den Zutaten, wie viele echte Nüsse enthält der Riegel wirklich und welche Besonderheiten bringen die eingesetzten Rohstoffe und Zusatzstoffe mit sich? Im Folgenden finden Sie eine umfassende, sorgfältige Analyse der Inhaltsstoffe, ihrer Eigenschaften und möglicher Auswirkungen auf Konsumierende und Umwelt.

Zutaten und tatsächlicher Nussanteil im Corny Nussvoll Dreierlei Nuss & Karamell

Der Riegel „Corny Nussvoll“ wirbt auf der Schauseite mit „dreierlei Nuss & Karamell“ und über „50 % Nüsse“. Die Verpackung zeigt prominent und eindeutig Mandel und Haselnuss. Auf der Vorderseite der Packung wird mit nussvoll geworben und "über 50 % Nüsse".

Die Hauptzutat des Riegels sind jedoch Erdnüsse. Die Zutatenliste führt 45 Prozent geröstete Erdnüsse, acht Prozent geröstete Mandeln und drei Prozent geröstete Haselnüsse auf. Somit fallen ungefähr 80 Prozent des Nussanteils auf Erdnüsse.

Anteil der verschiedenen Nussarten im Produkt (Tortendiagramm)

Die Aufmachung erweckt den Eindruck es handele sich hauptsächlich um Mandeln und Haselnüsse. Wirkliche Nüsse sind lediglich 8 % Mandeln und 3 % Haselnüsse. Verbraucherinnen und Verbraucher können aus unserer Sicht eine Nussmischung im Riegel erwarten, die mehrheitlich aus den gut erkennbaren Mandeln und Haselnüssen bestehen. Dies trifft jedoch nicht zu. Die Bezeichnung auf der Verpackungsseite lautet „Erdnuss-Mandel-Haselnuss-Riegel mit Karamell“.

  • 46 % Erdnüsse (geröstet)
  • 8 % Mandeln (geröstet)
  • 3 % Haselnüsse (geröstet)
  • Getreidecrispies (Reismehl, Zucker, Maismehl, Glucose, Salz)
  • Karamellsauce (Glukosesirup, gezuckerte Kondensmagermilch (Magermilch, Zucker)), Butter
  • Zucker, Glukose, Glukose-Fruktose-Sirup
  • Süßmolke, Vollmilchpulver, Erdnussmark
  • Emulgatoren (Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (E471), Sojalecithine (E322))
  • Feuchthaltemittel (Glycerin, Sonnenblumenöl)
  • Kakaobutter, fettarmes Kakaopulver, Vanilleextrakt
  • Natriumphosphate, natürliches Aroma, Pektin, karamellisierter Zucker, Salz

Botanische Einordnung der „Nüsse“

Die Hauptzutat Erdnuss ist botanisch gesehen eine Hülsenfrucht. Botanisch betrachtet zählen Erdnüsse nicht zu den Nüssen, sondern zu den Hülsenfrüchten. Die Leitsätze des deutschen Lebensmittelbuchs für Ölsamen und daraus hergestellte Massen und Süßwaren führen als „Nüsse” lediglich Haselnüsse und Walnüsse auf.

Lesen Sie auch: Alles über Corny Riegel Weiße Schokolade

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Die Deklaration "dreierlei Nuss" kann daher aus Sicht des deutschen Lebensmittelrechts Verbraucher:innen irreführen.

Botanische Klassifikation von Erdnüssen vs. Mandeln und Haselnüssen

Besonderheiten und Gesundheitsrelevanz der Inhaltsstoffe

Gluten und Allergene

Dieses Produkt enthält Gluten. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer vorkommt. Mais, Reis, Buchweizen und Hirse sind hingegen glutenfrei.

Die Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten führt.

Darstellung der häufigsten Lebensmittelallergene

Kann andere Schalenfrüchte enthalten.

Laktose und Milchbestandteile

Dieses Produkt enthält Laktose. Laktose, auch Milchzucker, ist ein Zweifachzucker aus Glukose und Galaktose, der unter anderem in Kuhmilch, Schafsmilch, Ziegenmilch und Stutenmilch vorkommt.

Lesen Sie auch: Auswirkungen von Corny Crunchy Schoko

Laktose ist auch Bestandteil aller Produkte, die aus Milch hergestellt werden, wie Käse, Joghurt, Buttermilch oder Sahne. Milchzucker steckt zudem als technischer Hilfsstoff in vielen Lebensmitteln. Bei der Laktose-Intoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit) liegt ein Mangel des Enzyms Laktase vor. Infolgedessen kann die Laktose im Dünndarm nicht gespalten und verdaut werden, so dass der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm gelangt. Dies führt zu Symptomen wie Völlegefühl, Bauchkrämpfen, Blähungen und Durchfall nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten.

Vegetarisch, nicht aber vegan

Dieses Produkt enthält Bestandteile tierischen Ursprungs. Die Einschätzung beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben, die entweder aus Produktdatenbanken stammen und zum Teil von Nutzer:innen erfasst wurden.

Veganismus ist eine Lebens- und Ernährungsweise. Dabei wird auf den Konsum von Produkten verzichtet, die tierischen Ursprungs sind oder Bestandteile tierischen Ursprungs beinhalten. Dazu zählen Lebensmittel und Kosmetika, die Inhaltsstoffe aus Fleisch, Fisch, Meerestieren, Milch, Ei und Honig enthalten.

Vegetarier essen deshalb neben pflanzlichen Nahrungsmitteln ausschließlich solche Produkte, die von lebenden Tieren stammen. Dazu zählen mitunter Milch, Eier und Honig.

Mit tierischem Lab hergestellter Käse muss nicht deklariert werden. Als Vegetarier muss man sich also genauestens informieren, welchen Käse tierisches Lab enthält.

Lesen Sie auch: Nährwerte im Check: Corny Free Schoko

Vegetarismus wird meistens aus gesundheitlichen Aspekten und ethischer Überzeugung betrieben. Gründe dafür können unter anderem Tierschutz, Tierrecht und Umweltschutz sein. Aber auch nicht vegetarisch lebende Menschen, sogenannte Flexitarier, greifen immer häufiger zu vegetarischen Alternativen, um ihren Verbrauch von tierischen Produkten zu reduzieren.

Vegetarische und vegane Symbolik in der Lebensmittelkennzeichnung

Zucker, Süßungsmittel und Auswirkungen

Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen. Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen.

Spezielle Zusatzstoffe: Lecithine, Glycerin und Pektin

Lecithin

Lecithin kommt in jeder lebenden Zelle vor. Als natürlicher fettähnlicher Stoff gehört es zur Gruppe der Phospholipide. Wegen seines bipolaren Aufbaus ist Lecithin ein wichtiger Baustein der Zellwände. Besonders Knochenmark, Nervengewebe, Herz und Leber sind reich an Lecithinen. Die Stoffe beeinflussen darüber hinaus den Transport von Fetten und Cholesterin im Blut und wirken als Bestandteil der Gallenflüssigkeit an der Fettverdauung mit.

Lecithin ermöglicht als Emulgator, dass sich Fett- und Wasser-Phasen eines Lebensmittels nicht trennen. Als Antioxidationsmittel schützt die Fette zudem vor den verderbenden Einflüssen des Sauerstoffs. Lecithin wird überwiegend aus Sojabohnen gewonnen. Auch Sonnenblumen, Raps, Erdnüssen, Mais und Eigelb können Rohstoffe sein. Das so gewonnene natürliche Lecithin kann ebenso in Lebensmitteln eingesetzt werden, wie die Lecithine, die durch chemische Modifikation daraus gewonnen werden.

Einsatz von Emulgatoren in der Lebensmittelindustrie (Schaubild)

Pektin

Pektin (E 440) ist eine der wichtigen Gerüstsubstanzen in den Zellwänden aller Landpflanzen. Als Lebensmittelzusatzstoff wird es vor allem wegen seiner Fähigkeit, Flüssigkeiten gelartig fest zu machen, eingesetzt. Das langkettige Kohlenhydrat, das überwiegend aus Galacturonsäure-Einheiten aufgebaut ist, ist an verschiedenen Stellen mit Methanol verestert. Je nach dem wie viele solcher Methanolverbindungen das Molekül hat, werden niedrigverestertes und hochverestertes Pektin unterschieden. Mit heißem Wasser wird Pektin aus den Schalen von Äpfeln oder Zitrusfrüchten sowie aus Zuckerrübenschnitzeln isoliert.

Glycerin

Glycerin ist ein Zuckeralkohol und der einfachste dreiwertige Alkohol. Als Grundbaustein aller Fette kommt Glycerin in allen lebenden Zellen vor. Der chemisch zu den Alkoholen gehörende Stoff schmeckt leicht süß. Glycerin wird chemisch aus Propylen synthetisiert.

Glycerin kann auch aus Pflanzen hergestellt werden, bedingt aber, dass die Herkunft - wie zum Beispiel aus der Ölpalme - für Allergiker und Nachhaltigkeitsinteressierte kennzeichnungspflichtig ist.

Nahrungsergänzende und Zusatzstoffe: Natriumcitrate und Natriumphosphate

Natriumcitrate sind Salze der Citronensäure (E 330), die als Zwischenprodukt des Energiestoffwechsels (Citronensäurezyklus) Bestandteil jeder lebenden Zelle ist. Der menschliche Körper setzt täglich etwa 2 kg Citrate um. Der zunehmende Einsatz in Getränken und „sauren“ Süßigkeiten führt immer häufiger zu Zahnschäden bei Kindern und Erwachsenen, weil der Zahnschmelz von der Säure angegriffen wird.

Sodium Phosphate ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Salzen des Natriums und Phosphats (PO4). Phosphate sind in verschiedenen Arten - di-, tri-, tetra- und poly-phosphate - bekannt und spielen in der Lebensmitteltechnologie eine Rolle unter anderem als Stabilisator.

Palmöl und Nachhaltigkeit

Folgender Inhaltsstoff kann aus Bestandteilen der Ölpalme hergestellt sein: Glycerin. Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden grosse Flächen von Regenwäldern gerodet. In Indonesien sind bereits über zwei Drittel der Regenwälder zerstört und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Besonders der Orang-Utan, der weltweit nur in den Regenwäldern von Sumatra und Borneo vorkommt, ist in akuter Gefahr.

Der Großteil der weltweiten Palmölproduktion stammt aus Indonesien und Malaysia. Die Nachfrage nach Palmöl steigt weltweit stark. Doch die Palmölproduktion führt in Indonesien und Malaysia zur massiven Zerstörung von Regenwäldern und Torfgebieten. Palmöl findet sich in rund jedem zweiten Supermarktprodukt von Margarine, Pizzen und Süßwaren bis zu Kosmetika und Waschmitteln.

Palmöl kann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn seine Produktion nicht zu Regenwald- und Torflandzerstörung und/oder zu sozialen Konflikten führt. Leider ist der Anteil an wirklich nachhaltigem Palmöl auf dem Markt aber noch sehr klein. Greenpeace kritisiert unter Anderem, dass der RSPO in einigen Fällen nachweislich nicht in der Lage war die nachhaltigen Anbaumethoden der zertifizierten Lieferanten sicherzustellen. Bio-Suisse zertifiziertes Palmöl* folgt Richtlinien, welche die Rodung von Flächen mit hohem Schutzwert verbieten. Darunter fallen auch Urwälder und Primärwälder. Ausgenommen davon sind Flächen, die vor 1994 gerodet worden sind.

Umweltauswirkungen der Palmölproduktion (Karte und Infografik)

Seit 2016 müssen in der EU Lebensmittel die Palmöl enthalten entsprechend deklariert werden. Auch CodeCheck kann deshalb nicht bei allen Produkten wissen, ob sie Bestandteile der Ölpalme enthalten.

Fordere Hersteller aktiv dazu auf, kein Palmöl aus Regenwald- und Torflandzerstörung mehr zu verwenden. Das kannst Du über den jeweiligen Kundenservice oder über ein Kontaktformular tun. Je mehr KonsumentInnen wirklich nachhaltiges Palmöl verlangen, welches weder Regenwald- und Torflandzerstörung, Landkonflikte noch einen Verlust von Arten mit sich bringt, desto eher ist der Hersteller bereit etwas zu unternehmen.

Palmölproduktion und Regenwaldzerstörung - Hintergründe und Alternativen

Hinweise zur Kennzeichnung und Informationsquellen

Die Einschätzung der Inhaltsstoffe beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben, die entweder aus Produktdatenbanken stammen und zum Teil von Nutzer:innen erfasst wurden. Verwenden die Verpackungsangaben keine üblichen Formulierungen zu Allergenen oder sind die Angaben unvollständig oder nicht korrekt erfasst worden oder veraltet, so kann die Einschätzung falsch sein. Angaben für eine Portionsgröße von 100g. Es kann nicht garantiert werden, dass die auf Online-Seiten publizierten Zutaten bzw. Nährwerte mit den Informationen auf der Etikette des Produktes übereinstimmen. Relevant sind nur die Angaben auf der Etikette des Produktes.

Beispiel für eine korrekte Zutatenliste auf einer Lebensmittelverpackung

Zusammengefasste Nährwert- und Allergen-Tabelle

Zutat / Stoffgruppe enthält in Corny Nussvoll? Besonderheiten
Gluten Ja Hauptsächlich aus Getreidecrispies
Laktose Ja Milchpulver, Butter, Süßmolke
Tierische Bestandteile Ja Nicht vegan, aber vegetarisch (Milch, Butter, Molke)
Palmölbestandteile (indirekt) Möglich Glycerin ggf. aus Ölpalme, Kennzeichnung oft unklar
Erdnüsse Ja (45-46 %) Allergen, botanisch Hülsenfrucht, Riegel basiert zum Großteil auf Erdnüssen
Mandeln, Haselnüsse Ja (8 % / 3 %) Echte Nüsse, Allergen kennzeichnungspflichtig
Zucker / Glukosesirup Ja Mehrere Zuckerarten enthalten, Einfluss auf Kalorienlast und Zähne
Laktose und Gluten in beliebten Müsliriegel-Produkten

Die Schwartauer Werke GmbH & Co. betonen: Mit der Bezeichnung „nussvoll“ haben wir uns am allgemeinen Sprachgebrauch der Verbraucher orientiert. Die Erdnuss weist einen hohen Anteil an ernährungsphysiologisch wertvollen ungesättigten Fettsäuren auf.

tags: #Corny #Nussvoll #Dreierlei #Nuss #und #Karamell

Populäre Artikel: