Christmas Pudding richtig aufwärmen: Traditionen und Zubereitungsmethoden
Der Christmas Pudding, auch Plum Pudding genannt, ist eines der traditionsreichsten britischen Weihnachtsdesserts und symbolisiert nicht nur festliche Stimmung, sondern auch jahrhundertealte Rituale und Familiensinn. Mittlerweile ist der Christmas Pudding ein süßes Dessert, das traditionell am 25. Dezember gegessen wird. Mit dem, was auf dem europäischen Kontinent als Pudding bezeichnet wird, hat ein englischer Christmas Pudding allerdings gar nichts zu tun. Er ist vergleichbar mit einem mächtigen und wahnsinnig köstlichen Kuchen, der in einer Puddingform im Wasserbad hergestellt wird.
Geschichte und Ursprung des Christmas Puddings
Ursprünglich handelte es sich bei Christmas Pudding nicht um eine Süßspeise, sondern diente als Möglichkeit, Fleisch am Ende der Saison haltbar zu machen. Als Plum pottage wurde er zuerst im 15. Jahrhundert bezeichnet - in einem mit Brotkrumen angedickten, pikanten Eintopf, der mit Gewürzen und Wein verfeinert wurde. Darin befanden sich zerkleinertes Rind- oder Hammelfleisch, Zwiebeln und Trockenfrüchte (plums), und er stand nicht nur an Feiertagen auf dem Tisch. Hundert Jahre später kamen Rosinen hinzu und das Fleisch wurde weggelassen und durch Fett ersetzt - die Speise wurde nun Plum pudding genannt und zu einem winterlichen Festessen für Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr.
Nach der Herrschaft des Puritaners Cromwell, als der Pudding wegen katholischer Völlerei verboten war, wurde er zum Christmas Pottage. Seit der Regierungszeit von Königin Victoria im 19. Jahrhundert erhielt er weitere Zutaten und avancierte zum heutigen Christmas Pudding. Seinen Ursprung hat der Christmas Pudding im mittelalterlichen und römisch-katholischen England. In seinen Ursprüngen bestand er aus 13 Zutaten, die Jesus und die 12 Apostel repräsentieren.
Traditionen rund um den Christmas Pudding
In Großbritannien kann die Zubereitung des Puddings zu einem richtigen Ritual auswachsen. Traditionell wird Christmas Pudding gerne am „Stir-up Sunday“, also am letzten Sonntag vor dem 1. Advent, für Weihnachten zubereitet. Alle Familienmitglieder sollten den Christmas Pudding nacheinander von Osten nach Westen umrühren, in Gedenken an die drei Weisen aus dem Morgenland und ihre Reise. Wer beim Essen einen in der Masse versteckten Gegenstand findet - etwa eine Silbermünze oder einen Ring - dem ist für das nächste Jahr Wohlstand, Gesundheit, Glück oder Hochzeit beschieden. Manche Familien verstecken einen Goldring, wer diesen erhält, wird im nächsten Jahr heiraten. Auch heute noch hält sich die Tradition, dass insbesondere die Kinder den Pudding nacheinander umrühren und sich dabei etwas wünschen.
Zutaten und besondere Merkmale des Christmas Puddings
Obwohl der Christmas Pudding keine Pflaumen enthält, wird er manchmal als Plumpudding bezeichnet. Er enthält Trockenfrüchte, Nüsse, Gewürze, Eier, Brotkrumen und klassischerweise Rindernierenfett, das manchmal durch Pflanzenfett ersetzt wird. Seine meist dunkle bis schwarze Farbe erhält er durch dunklen Zucker und Sirup sowie durch die lange Kochzeit. Oft wird der Pudding zusätzlich mit dem Saft von Zitrusfrüchten, Brandy oder anderem Alkohol getränkt. Die Trockenfrüchte machen den Christmas Pudding schön süß; der verwendete Alkohol sorgt für ein intensives Aroma und lange Haltbarkeit.
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| Zutat | Menge | Besonderheit |
|---|---|---|
| Getrocknete Datteln | 100 g | Vor dem Tränken klein schneiden |
| Zitronat | 100 g | Sehr fein hacken |
| Butter/Margarine | 100 g | Weich |
| Eier | 2 (Größe M) | |
| Weizenmehl | 100 g | Nach Bedarf mehr |
| Semmelbrösel | 60 g | |
| Mandeln gemahlen/gehobelt | je 50-100 g | Für Geschmack und Textur |
| Milch | 100 ml | |
| Rosinen, Cranberrys | je 100 g | Getrocknet |
| Rum | 4 EL (zum Flambieren) | Alternativ Orangensaft |
Zubereitungsmethoden: Klassiker im Wasserbad
Der Christmas Pudding ist ziemlich aufwendig zuzubereiten und benötigt, wenn er richtig gut werden soll, eine lange Reifezeit. Ursprünglich wurde der Pudding in einem Puddingtuch zubereitet, heute wird dies vielfach durch eine spezielle Puddingform ersetzt. Traditionell wird er mehrere Stunden in einem Topf im Wasserbad gekocht, dabei ist wichtig, dass die Form hitzebeständig ist und sich gut verschließen lässt.
- Den Teig in eine gefettete und ausgestreute Form füllen, Backpapier und Alufolie darüberziehen.
- Mit Küchengarn befestigen, eventuell quer, damit die Form einfach aus dem Wasserbad gehoben werden kann. Wird der Christmas Pudding in einer Form ohne abgesetzten Rand zubereitet, sollte das Garn wie bei einem Geschenk gewickelt werden, um einen sicheren Halt zu gewährleisten.
- Den Pudding im Topf bei leicht kochendem Wasser für etwa 4 Stunden sieden lassen.
- Nach dem Garen noch etwa 10 Minuten auskühlen lassen, dann stürzen und luftdicht aufbewahren.
Warum reifen lassen?
Nach dem Garen empfiehlt sich eine lange Ruhezeit - mehrere Wochen bis Weihnachten. In dieser Zeit entwickelt sich sein unvergleichlicher Geschmack. Familien in Großbritannien und Irland servieren traditionell am 25. Dezember den Christmas Pudding; allerdings schmeckt er auch frisch gekocht bereits hervorragend.
Christmas Pudding richtig aufwärmen: Methoden und Tipps
Vor dem Servieren muss der Christmas Pudding nach seiner langen Reifezeit noch einmal durch Dämpfen oder im Wasserbad langsam erhitzt werden. Der Pudding sollte ausreichend abkühlen, bis er komplett erkaltet ist, und dann luftdicht, kühl und trocken gelagert werden. Vor dem Aufwärmen nimmt man die Folie ab und stellt ihn erneut - dieses Mal für etwa 1-2 Stunden im Wasserbad bei sanfter Hitze - in den Topf. Am besten darauf achten, dass er nicht direkt am Topfboden steht (z. B. ein Teller unterlegen), damit er nicht anbrennt.
Alternativ kann der Pudding auch in der Mikrowelle bei geringer Leistung vorsichtig erwärmt werden, wobei die Konsistenz darunter etwas leiden kann. Das klassische Aufwärmen im Dampf sorgt jedoch dafür, dass der Weihnachts-Pudding saftig und aromatisch bleibt. Manche Familien bestreuen ihren Christmas Pudding mit Puderzucker, der wie Schnee auf dunklen Bergen aussieht. Besonders britisch wirkt er flambiert: Dazu wird Rum oder Brandy erhitzt, angezündet und über den Pudding gegossen. Diese Zeremonie soll die Passion Christi symbolisieren; oft wird der brennende Christmas Pudding in einigen britischen Familien bei Dunkelheit an den Tisch gebracht und mit Applaus begrüßt.
Traditionell wird Christmas Pudding mit Brandybutter, Rumbutter, Limonensahne oder Englischer Crème serviert. Der Christmas Pudding kommt häufig in Kombination mit Rum-Butter auf den Tisch - das ist eine besonders beliebte Variante. Wer keinen Alkohol nutzen will (etwa für Kinder), kann Rum durch Orangensaft oder Mandarinensaft ersetzen. Die Trockenfrüchte und Zutaten lassen sich nach Vorlieben anpassen - es gibt kein «Originalrezept» und in beinahe jeder Familie eine ganz eigene Version.
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Da der Christmas Pudding sich lange hält, heben manche Familien seine Reste auf, um sie zu anderen festlichen Anlässen servieren zu können. Für mich gehört Christmas Pudding zu den Highlights an Weihnachten und ist bei vielen ein fester Bestandteil der alljährlichen Weihnachtsleckereien. Es geht einfach nicht ohne.
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