Rezept, Geschichte und Herkunft: China-Torte, DDR-Torten und süße Klassiker
Die süße Küche der DDR war weit mehr als nur eine Notlösung bei Mangelware - sie war ein Stück Lebensfreude, oft improvisiert, aber stets mit viel Liebe gebacken und gekocht. In unserer Rubrik „Süßes & Gebackenes“ findest du eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an DDR-Rezepten, die dir das Leben versüßen und Erinnerungen an Kindheitstage, Kaffeetafeln und Feiertage wecken.
DDR-Küche: Kreativität, Improvisation und exotische Einflüsse
Was viele vergessen: Auch die DDR kannte „Trendgebäck“ - nur eben unter anderen Vorzeichen. So entstanden Torten mit Margarine statt Butter, Füllungen mit Puddingpulver und Böden aus einfachem Rührteig. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt - denn Kreativität war gefragt, wenn Zutaten fehlten oder ersetzt werden mussten.
Ursula Winnington brachte den Geschmack der weiten Welt in die DDR. Anders als etwa der populäre DDR-Fernsehkoch Kurt Drummer, der eher Hausmannskost bevorzugte, wollte die erfolgreichste Kochbuch-Autorin des Ostens den DDR-Bürger auf neue kulinarische Wege leiten. Dank ihres Ehemanns konnte sie mehr Länder bereisen als der DDR-Ottonormalbürger. Sie war in Indien, China, Italien, Frankreich oder England. Und brachte von dort Rezepte mit, die sie in der Kolumne „Liebe, Fantasie und Kochkunst“ in der DDR-Zeitschrift Das Magazin und später in Büchern veröffentlichte.
Sie galt in der DDR als Expertin für die exotisch-erotische Küche, für Gerichte, die alle Sinne ansprechen. „Zieht man sich schön an, setzt sich bei guter Musik an einen schön gedeckten Tisch und hat beim Kochen an nichts gespart, auch nicht am Pfeffer - dann kommen die Schmetterlinge im Bauch von ganz alleine“, sagte die damals 94-Jährige vor zwei Jahren in einem Interview mit der Berliner Zeitung. Für Ursula Winnington braucht es nur drei Dinge, um etwas Leckeres aus Topf und Pfanne zu zaubern - Neugier, Fantasie und Improvisationsvermögen.
Auch in der DDR gab es fast alles, was man für die Spezialitäten aus aller Welt brauchte. Man musste nur hartnäckiger sein und mehr laufen, um alles zu bekommen. Ende der 70er machten auch gut eingerichtete Gewürzläden in der DDR auf, wie in der Ackerhalle in Berlin-Mitte. Hier gab es auch Exotisches wie Chili, Kardamom und Kurkuma aus Vietnam, Äthiopien oder Nicaragua. Und mit diesen Zutaten ließen sich dann auch Speisen wie der „Chinesische Feuertopf“ zubereiten.
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Der Chinesische Feuertopf in der DDR: Winningtons Klassiker
Jetzt ist die legendäre Autorin im Alter von 96 Jahren in Berlin gestorben. Doch ihre Rezepte leben fort und sind es heute noch wert, nachgekocht zu werden. Wie zum Beispiel ein Winnington-Klassiker - der chinesische Feuertopf. Ursula Winnington bereitet hier die Zutaten für eines ihrer leckeren Gerichte zu.
Alle Zutaten für den Chinesischen Feuertopf werden frisch zubereitet auf den Tisch gestellt. Erst im Feuertopf und den Schälchen verwandeln sie sich in die fertige Speise. Für viele Gerichte brachte Winnington die Aromen der weiten Welt in die DDR-Küche.
Zutaten für den Chinesischen Feuertopf
| Zutaten | Menge / Hinweis |
|---|---|
| Lammkeule ohne Knochen | 600 g |
| Chinakohl | 250 g |
| Getrocknete Pilze | 4-5 Stück |
| Porree | ½ Stange |
| Paprika | 2-3 verschiedenfarbige |
| Frische Shrimps | 1 Tasse |
| Frische Bohnensprossen | 1-2 Tassen |
| Getrocknete Reisnudeln | 100 g |
| Getrocknete Nudeln aus Weizenmehl | 150 g |
| Frische Bambussprossen | 3-4 Stück |
| Für die Brühe | |
| Wasser | 1,5 l |
| Frühlingszwiebeln | 2-3 |
| Ingwer | 3 cm |
| Knoblauchzehen | 2-3 |
| Dunkle Sojasauce | 3 TL |
| Trockener Sherry | 2 EL |
| Sternanis, Kardamom | 1 Sternanis, 3-4 Samen |
| Lammknochen | 1 kg |
| Salz | nach Geschmack |
Zubereitung des Feuertopfs (Schritte)
- Ganz klassisch wird der chinesische Feuertopf in einem Topf, der mit Holzkohle beheizt wird, angesetzt. Aber man kann natürlich auch improvisieren - und einen einfacheren Zubereitungsweg wählen.
- Dann nehmen Sie einfach ein ganz normales Fondue-Set und heizen den Topf elektrisch auf. So zubereitet schmeckt der Feuertopf auch ohne echtes Feuer gut.
- Zuerst werden die Zutaten für die Brühe vorbereitet. Dafür werden die Frühlingszwiebeln groß gehackt, der Ingwer in feine Scheiben geschnitten und die Knoblauchzehen gesäubert und in Stücke geschnitten. Alles zusammen wird aufgekocht und eine Stunde auf kleiner Flamme geköchelt.
- Inzwischen werden die übrigen Zutaten, gesäubert, zubereitet und auf einzelnen, kleinen Tellern verteilt. Das Fleisch der Lammkeule wird in hauchdünne Scheiben geschnitten, mit Frischhaltefolie abgedeckt und kühl gestellt.
- Die Pilze in Wasser aufweichen und in Streifen schneiden. Der Porree wird in Scheiben geschnitten, der Chinakohl und die entkernten Paprika in Streifen geschnitten.
- Dann die Bambussprossen schälen, in Scheiben schneiden und 30 Minuten garen, die getrockneten Nudeln aus Weizenmehl in kochendem Wasser weich garen - und in Suppenschalen (für jeden Gast eine) verteilen.
- Die getrockneten Reisnudeln werden in heißem Wasser eingeweicht und in einer großen Schale dazugestellt.
- Für jeden Gast wird eine Suppenschale (mit den Nudeln), Stäbchen und ein chinesischer, dicker Suppenlöffel an seinen Platz gestellt.
- Jetzt wird die Brühe in den Fonduetopf gegeben und dieser aufgeheizt. Sobald die Brühe zu köcheln beginnt, kann das Essen starten.
- Mit den Stäbchen hält jeder sein Fleisch und die Zutaten, die er bevorzugt, in die siedende Brühe. Es sollten in Schälchen verschiedene Dips (Sesampaste, Chilliöl, eingelegter Knoblauch, frisch geriebener Ingwer, Reisessig, gehackte Korianderblätter, zerdrückter fermentierter Tofu) bereitstehen, in die man dann sein Essen tauchen und damit würzen kann.
- Zwischendurch können Sie sich auch etwas von der Brühe in Ihre Suppenschale löffeln.
- Ganz zum Schluss: Die restliche Brühe wird über die eingeweichten und abgetropften Reisnudeln gegeben.
DDR-Torten und Kuchen: Schwarze Torte, Eierschecke, Kalter Hund
Die „Schwarze Torte“ zählt zu den charaktervollen Kuchenrezepten der DDR-Zeit, die mit einfachen Zutaten einen großen Geschmack erzielten. In einer Zeit, in der vieles nicht selbstverständlich war, entwickelte sich der DDR-Alltag zur Bühne kulinarischer Erfindungskraft - und genau das spiegelt dieses Rezept wider.
Die Grundlage für diesen Kuchen bildet ein Rührteig, der seine dunkle Farbe durch die Beigabe von echtem Kakaopulver erhält. Margarine, Zucker, Ei und Vanillezucker werden zu einer glatten Masse verrührt. Anschließend kommen Mehl, Natron und Backpulver hinzu - Triebmittel, die besonders im DDR-Backalltag gern in Kombination eingesetzt wurden, um trotz schlichter Zutaten für Volumen und Leichtigkeit zu sorgen.
Schwarze Torte hält sich lange im Kühlschrank und ist einfach zubereitet, wenn sich z. B. spontan Besuch ankündigt. Die Schwarze Torte war in der DDR kein alltäglicher Kuchen - aber sie gehörte fest zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Feiertagen oder Sonntagskaffee in größerer Runde. Ihre tiefbraune Farbe und die helle Füllung erzeugten einen markanten Kontrast, der nicht nur optisch überzeugte, sondern auch geschmacklich harmonierte.
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Von traditionellen Leckereien wie Eierschecke, Russischer Zupfkuchen oder Bienenstich bis hin zu Alltagsklassikern wie Grießbrei, Milchreis mit Zimt und Zucker oder dem beliebten Kalter Hund - unsere Sammlung zeigt die ganze Vielfalt süßer DDR-Küche. Ganz toll sind doch Papageienkuchen oder Kalter Hund. Dresdner Eierschecke natürlich!!!
Ein typisches Tortenrezept (Beispiel: Schicht-Biskuit mit Schoko-Buttercreme)
- Aus 6 Eidottern, 120 g feinem Zucker, dem Schnee von 6 Eiern und 120 g Mehl wird ein Biskuitteig gerührt und in 5-7 Tortenblättern gebacken.
- Sind diese ausgekühlt, überzieht man sie mit aufgelöstem Zucker, der so zubereitet wird, daß man 250 g feinen Staubzucker ohne Wasser solange auf dem Feuer umrührt, bis er schmilzt und braun wird; dann werden die Tortenblätter mit dem folgenden Krem bestrichen: 200 g feiner Zucker, 6 Eidotter, etwas Vanille und 6 Rippen geriebene Schokolade werden über einem mit heißem Wasser gefüllten Kochtopf solange gerührt, bis die Kremmasse zähe genug ist.
- Lauwarm abgekühlt wird sie mit 200 g glatt gerührter Butter vermischt. Auch die Oberfläche und die Seiten der Torte werden mit der Füllung bestrichen und mit länglich zerhackten, geschälten und gerösteten Mandeln verziert.
Allgemeine Hinweise zur Zubereitung einfacher DDR-Kuchen
- Aus Zucker, Fett, Ei, Saure Sahne, Mehl, Natron und Kakao einen Teig machen und in eine runde, gefettete Springform geben.
- Den Kuchen bei 190°C ca. 30 Minuten backen. (Er sollte oben braun sein) Den Kuchen im unteren Drittel backen.
- Milch aufkochen lassen. Vanillesoßenpulver in etwas Milch einrühren und in die kochende Milch geben. Soße einmal aufkochen lassen und dann vom Herd nehmen.
- Kuchen erkalten lassen und danach in der Mitte durchschneiden (so dass zwei runde Hälften übrig bleiben).
- Pudding unter ständigem Rühren erkalten lassen. Butter schaumig rühren, Puderzucker und Eigelb dazu und zum Schluss den kalten Pudding.
- Den unteren Teig auf die Servierplatte legen. Etwas über die Hälfte der Creme drauf verteilen und die zweite Hälfte des Teigs drauflegen. Die restliche Creme auf der Torte verteilen und auch umranden.
Feiern, Partys und Tortenwahl: Tipps aus der Praxis
Wir machen demnächst eine Mottoparty und nun suche ich dazu Torten bzw. Ich werde auf alle Fälle die Clictorte und den Schneewittchenkuchen machen. Nun suche ich noch ein 3. Rezept. Am liebsten eher eine Torte, die nicht so aufwendig ist. Ganz toll sind doch Papageienkuchen oder Kalter Hund. Dresdner Eierschecke natürlich! Dankeschön! Eierschecke mache ich allerdings ständig. Hat noch jemand Dekoideen, die nicht das Budget sprengen?
Klingt nicht schlecht, allerdings hasse ich Mohn! Ok, wäre für meinen Mann, aber ich bin nunmal die Bäckerin! Als Nachtisch gibt es Zitronenspeise und rote Grütze!
Praxis-Tipp: Vorrat, Einfachheit und Spontaneität
Schwarze Torte hält sich lange im Kühlschrank und ist einfach zubereitet, wenn sich z. B. spontan Besuch ankündigt. Die Grundlage vieler DDR-Rezepte ist, dass sie mit Vorratsprodukten und wenigen frischen Zutaten umgesetzt werden können.
Warum diese Rezepte bis heute beliebt sind
Die Schwarze Torte ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit einfachen Zutaten große Wirkung erzielt. Ihre Entstehung ist eng verknüpft mit dem DDR-Alltag, in dem Fantasie und Improvisation entscheidend waren. Heute wird die Schwarze Torte mit wachsendem Interesse wiederentdeckt - nicht zuletzt, weil sie für viele ein Stück Kindheit bedeutet.
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