Schwarzer Trüffel aus China: Anbau, Qualität und die Demokratisierung eines Luxusprodukts

Trüffel galten lange Zeit als exklusive Delikatesse, die nur in teuren Restaurants zu finden war. Doch in den letzten Jahren hat sich der Trüffelmarkt stark gewandelt: Der Edelpilz ist inzwischen auch im Restaurant um die Ecke und sogar als Aroma in Burger-Buden angekommen. Dieser Artikel beleuchtet den Anbau von schwarzen Trüffeln in China, die Qualität dieser Trüffel im Vergleich zu europäischen Sorten und die Ursachen für die zunehmende Verfügbarkeit von Trüffelprodukten.

Der Trüffel: Eine Einführung

Trüffel sind unterirdisch wachsende Pilze, die aufgrund ihres einzigartigen Geschmacks und Aromas als Delikatessen gelten. Sprachlich sind sowohl "der" als auch "die" Trüffel korrekt, der Plural lautet "Trüffeln". Es gibt verschiedene Trüffelarten, die sich in Geschmack, Aussehen und Preis unterscheiden:

  • Weiße Trüffel (z.B. Alba-Trüffel - Tuber magnatum): zeichnen sich durch intensive Noten von Knoblauch und Käse aus und zählen zu den teuersten Trüffelsorten.
  • Schwarze Trüffel (z.B. Périgord-Trüffel - Tuber melanosporum, Sommertrüffel - Tuber aestivum): sind etwas günstiger, milder und schmecken eher nussig.

Entgegen der landläufigen Meinung können Trüffel durchaus angebaut werden.

Der Aufstieg des Trüffels: Demokratisierung einer Delikatesse

Der Kulturwissenschaftler Peter Peter verortet den Trüffel-Trend in den letzten 10 bis 15 Jahren. Seiner Meinung nach erleben wir eine "Demokratisierung einer ursprünglich luxuriösen Speise". Dies zeigt sich beispielsweise im Gourmetlokal "Maison de la Truffe" in Paris, das seit 1932 darauf spezialisiert ist, fast alles mit Trüffeln zu verfeinern, von Carpaccio über Hummer-Risotto bis hin zu Eiscreme. Auch das Hotel Adlon Kempinski in Berlin bietet einen getrüffelten Döner an.

Diese Entwicklung bedeutet jedoch nicht, dass hochwertige Trüffel für jedermann erschwinglich geworden sind. Trüffelanbauer Ulrich Stobbe vom Verband für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland erklärt, dass billigere Trüffelgerichte in der Gastronomie oft auf geringem Wareneinsatz und der Verwendung von synthetischen Ölen basieren.

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Trüffelanbau in Deutschland

Seit gut zehn Jahren steigt die Zahl der Trüffelanbauer in Deutschland. Ulrich Stobbe schätzt ihre Zahl auf bundesweit etwa 400. Deutsche Trüffel seien oft von besserer Qualität als weitgereiste aus anderen Ländern, was vor allem an der Frische der regional angebauten Pilze liege.

Anja Kolbe-Nelde aus Thüringen vertreibt pflanzfertige Trüffelbäumchen an Trüffelbauern und bildet Trüffelsuchhunde aus. Sie ist überzeugt, dass die Thüringer Böden mit ihrem hohen Kalkgehalt ideal für den Anbau der Burgundertrüffel geeignet sind.

Ethische Aspekte des Trüffelkonsums

Unter den Luxuslebensmitteln wie Hummer, Austern, Kaviar oder Gänseleber gilt der Trüffel als das politisch Korrekteste. Manche Veganer betrachten jedoch jede Nutzung von Tieren für den menschlichen Nutzen als ausbeuterisch. Beim Thema Trüffel bemitleiden sie die trainierten Hunde, die beim Aufspüren der unterirdischen Pilze zum Einsatz kommen.

Trüffel als Reiseziel

Trüffel haben sich auch zu einem wichtigen Faktor im Tourismus entwickelt. Peter Peter stellt fest, dass das Piemont in Italien, bekannt für seine weißen Trüffel und den Barolo-Wein, zu einem beliebten kulinarischen Reiseziel geworden ist.

Schwarzer Trüffel aus China: Eine kritische Betrachtung

"Die Nachfrage nach Trüffel ist stark gestiegen. Jedes Land, das irgendwelche Trüffelsorten hat, auch China, versucht, die auf den Markt zu bringen", so Peter Peter. Hier kommt der chinesische Trüffel (Tuber indicum oder Tuber himalayense) ins Spiel. Er ähnelt äußerlich dem wertvollen Périgord-Trüffel, kann aber geschmacklich nicht mithalten.

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Der Verband für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland e.V. fordert daher die Streichung der Verkehrsbezeichnung "Schwarzer Trüffel" für den Chinatrüffel und für alle Trüffeln zusätzlich zur Nennung der Verkehrsbezeichnung die Angabe des wissenschaftlichen Pilznamens.

Das Problem der falschen Kennzeichnung

In Deutschland ist der Name "Schwarzer Trüffel" sowohl für die wertvollen Périgord-Trüffel als auch für China- und Himalaya-Trüffeln zulässig. Dies kann zu Verwirrung beim Verbraucher führen. Der Trüffelverband e.V. kritisiert, dass ein Konsument, der ein Produkt mit "Schwarzen Trüffeln" kauft, glauben könnte, er habe ein Produkt mit Anteilen von Trüffeln zu einem Marktwert von ca. 2100 € pro Kilo erworben.

Geschmack und Aromen

Der Geruch und Geschmack der schwarzen Périgord-Trüffeln, der weißen Alba-Trüffeln oder der heimischen Burgundertrüffeln besteht aus über 50 Aromen. Diese Geschmacksvielfalt können künstliche Trüffelaromen, die nur einige wenige Komponenten enthalten, nicht vollständig nachbilden. Der Chinatrüffel hat zwar eine leichte trüffelige Note, die aber vergleichsweise rasch verfliegt und keinen nachhaltigen Geschmackseindruck hinterlässt. Hinzu kommen Aromanoten, die an Kakao, Gummi und sogar Kuhstall erinnern.

Strategien zur Unterscheidung echter Trüffel

Um echte von falschen Trüffeln zu unterscheiden, hat die Universität Turin einen DNA-Test entwickelt. Außerdem lassen sich echte Trüffel durch eine mikroskopische Untersuchung identifizieren. Ralf Bos erinnert sich beispielsweise daran, dass er vor Jahrzehnten von einem französischen Händler angebliche Perigord-Trüffel geliefert bekam, die auch unter dem Mikroskop die korrekte Anzahl von Sporen aufwiesen.

Trüffelanbau: Eine langfristige Investition

Der Trüffelanbau ist eine langfristige Investition, bei der die ersten Trüffel erst nach mehreren Jahren erscheinen können. Eine erfolgreiche Kultivierung beginnt mit der Suche des Landes und der Auswahl der Pflanzen, bis zur Erhöhung der Produktionsmenge.

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Standortwahl und Bodenanalyse

Zunächst ist es notwendig, eine vorläufige Analyse für die Wahl des Geländes zu machen. Es ist notwendig, Gebiete zu bevorzugen, die an Wälder oder Grundstücke angrenzen, wo man sonst spontan Trüffeln finden kann. Zudem bevorzugt jede Trüffelsorte einen bestimmten Bodentyp und entwickelt nur mit bestimmten Pflanzen eine Symbiose. Deshalb ist es wichtig, je nach den Produktionszielen die entsprechenden Studien durchzuführen. Nach dem positiven Ergebnis der Bodenanalyse, bei der die Zusammensetzung des Bodens ermittelt wird, wird der Boden gepflügt.

Symbiose mit Bäumen

Die Trüffel werden sich auf geeigneten symbiotischen Bäumen bilden, die je nach der Art des Bodens und der Art der Trüffel, die man anbauen möchte, ausgewählt werden müssen. Der feine weiße Trüffel zum Beispiel lebt in Symbiose mit Pflanzen wie Eichen, Linden, Pappeln oder Weiden und findet eine feuchte und belüftete Umgebung vorteilhaft. Die ausgewählten Pflanzen müssen vorher mit Mykorrhiza versetzt und sorgfältig in den Boden eingebracht werden.

Anbautechniken und Pflege

Die Dichte des Anbausystems, die anzuwendenden Techniken und die Zeit des Einpflanzens sind alles wichtige Entscheidungen, die getroffen werden müssen. All diese Faktoren haben einen bedeutenden Einfluss auf die Formationen der Pianelli und die Qualität der Produktion. Pianelli sind Stellen ohne Vegetation, die sich um die Symbiontenpflanzen bilden. Dieses Phänomen ist sehr typisch für viele Trüffelarten, es kommt von den toxischen Substanzen, die vom Pilz produziert werden. Es gibt unterschiedliche Denkweisen bezüglich der Einpflanztechnik und der konsequenten Pflege des Anbaus. Einige Trüffelzüchter ziehen es vor, den Boden mit mechanischen Mitteln zu pflügen, während andere das Lochsystem verwenden, um den Boden nicht zu verdichten.

Die Rolle des Trüffelbauern und des Trüffelhundes

Die Trüffelzucht ist eine sehr komplexe Art des Anbaus und erfordert die fachkundige Hand des Trüffelbauern. Vorstudien auf dem Boden und die Qualität der Symbiontenpflanzen allein reichen nicht aus, um ein erfolgreiches Trüffelanbauunternehmen zu gründen. Es erfordert die Aufmerksamkeit eines Experten, der Jahr für Jahr seinen Beitrag leisten kann, indem er den Boden richtig pflegt und düngt. Außerdem ist es obligatorisch, einen ausgebildeten Trüffel Spürhund bei der Suche dabei zu haben.

Die Vielfalt der Trüffelarten

Es gibt eine Vielzahl von Trüffelarten, die sich in Geschmack, Aussehen und Verwendung unterscheiden:

  • Schwarze Trüffel (Périgord-Trüffel): Eine der begehrtesten Arten, bekannt für ihr intensives, erdiges, nussiges und schokoladiges Aroma.
  • Weiße Trüffel (Alba-Trüffel): Die Königin der Trüffel, mit einem einzigartigen und intensiven Aroma.
  • Sommertrüffel (Burgundertrüffel): Bekannt für ihren milderen Geschmack, geeignet für leichte Sommersalate, Pasta-Gerichte oder als delikate Garnierung für feine Vorspeisen.
  • Wintertrüffel (Muskatrüffel): Ähnlich den Sommertrüffeln, aber mit einem Muskat-ähnlichen Geruch.
  • China-Trüffel (Himalaya- oder Asia-Trüffel): Ähnelt äußerlich der Périgord-Trüffel, kann aber geschmacklich nicht mithalten.

Trüffel in der Küche

Trüffel verleihen vielen Gerichten ein exquisites Aroma und eine edle Note. In der Gastronomie werden Trüffel gerne für Pasta, Risotto, Saucen und sogar Desserts verwendet.

Tipps für die Auswahl und Lagerung von Trüffeln

Um die besten Trüffel auszuwählen, sollte man auf die Farbe und den Geruch achten. Schwarze Trüffel haben in der Regel eine dunkle, fast schwarze Farbe, während Weiße Trüffel eine hellere, cremefarbene Schale haben. Beim Geruch unterscheiden sie sich auch stark: Schwarze Trüffel haben einen intensiven, erdigen Duft, während Weiße Trüffel einen subtileren, knoblauchartigen Geruch haben. Beim Kauf von Trüffeln ist es wichtig, dass sie fest und schwer sind. Frische Trüffel bewahrt man am besten luftdicht verpackt im Kühlschrank auf und verzehrt sie innerhalb weniger Tage nach dem Kauf.

Alternativen zu Trüffeln

Natürlich kann kein Lebensmittel das unvergleichliche Aroma von Trüffeln ersetzen. Aber es gibt Alternativen, die ein zumindest ähnliches Geschmackserlebnis liefern können. Zum Beispiel kann man Pilze wie Shiitake oder Pfifferlinge verwenden, um ein ähnliches Aroma zu erzielen.

Gesundheitliche Aspekte von Trüffeln

Trüffel gelten nicht nur als Delikatesse, sondern werden auch für ihre gesundheitlichen Vorteile geschätzt. In der traditionellen Ernährung werden sie für ihre antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung geschätzt.

Die Zukunft des Trüffels

Die Trüffelproduktion verändert sich. Während traditionell Sammler mit ihren Trüffelhunden in Wäldern nach den kostbaren Knollen suchten, entstehen in Ländern wie Spanien riesige Plantagen, auf denen Trüffel systematisch angebaut werden. Ralf Bos prognostiziert, dass Spanien in Zukunft die alles bestimmende Macht in Sachen Winteredeltrüffel sein wird.

Der Klimawandel könnte dazu führen, dass Trüffel in Zukunft auch in anderen Ländern angebaut werden können. So gab es beispielsweise im vergangenen Jahr den mediterranen Périgord-Trüffel erstmals auch in Großbritannien.

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