Charlton Heston in Soylent Green: Handlung, Themen und Hintergründe des Öko-Dystopie-Klassikers
New York 2022. Polizei-Detective Thorn ermittelt im Fall eines ermordeten Geschäftsmanns, der Kontakte zum Lebensmittelkonzern Soylent hatte. Charlton Heston spielt einen Polizisten in New York im Jahr 2022, der einem ungeheuerlichen Geheimnis auf die Spur kommt.
Im Jahr 2022 hat der Mensch seine natürlichen Lebensgrundlagen fast vollständig zerstört. In New York City leben 40 Millionen Menschen. Dem Großteil der Menschen mangelt es an Wasser, Nahrung und Wohnraum. Lediglich einige Politiker und reiche Bürger können sich sauberes Wasser und natürliche Lebensmittel zu horrenden Preisen leisten.
Die Handlung: Vom Mordfall zur aufgedeckten Verschwörung
Der Science-Fiction-Film entstand 1973 unter der Regie von Richard Fleischer und gilt mittlerweile als Genre-Klassiker. Thorn wird angewiesen, den Mord an dem wohlhabenden und einflussreichen William R. Simonson zu untersuchen.
Er entdeckt schnell, dass dieser Opfer eines gezielten Mordanschlags wurde. Der Leibwächter erscheint ihm verdächtig und auch die attraktive Shirl, die als „Inventar“ zu dem Luxusappartment gehört, könnte mehr wissen, als sie sagt. Thorn sucht erneut die Wohnung auf, wo er mit Shirl schläft, die ihm Auskünfte zu ihrem verstorbenen Dienstherrn gibt.
So kann er eine Verbindung zwischen dem toten Simonson und einem Priester herstellen. Der Ermordete hatte ihm kurz zuvor noch gebeichtet und ihn so in ein Geheimnis eingeweiht. Auf Nachfrage kann der Priester aber nur Andeutungen über eine „...grausame Wahrheit“ von sich geben. Kurz darauf wird auch der Priester ermordet.
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Auf Befehl des Gouverneurs wird Thorn informell von seinem Vorgesetzten, Chief Hatcher, angewiesen, die Ermittlungen einzustellen. Doch Thorn weigert sich, die daraus folgende Verantwortung zu übernehmen, und drängt darauf, die Nachforschungen fortzusetzen. An einem „Soylent-Grün-Tag“ wird er Ziel eines Anschlages.
Die Welt von Soylent: Nahrungsknappheit und Gewalt
Dieses Unternehmen - der Name ist eine Kombination aus Soy (Soja) und Lent(il) (Linse) - kontrolliert die Lebensmittelversorgung der halben Welt und vertreibt die künstlich hergestellten Nahrungsmittel „Soylent Rot“ und „Soylent Gelb“. Das neueste Produkt ist das weitaus schmack- und nahrhaftere „Soylent Grün“, ein Konzentrat in Form grüner Täfelchen, das angeblich aus Plankton hergestellt wird und reißenden Absatz findet.
Infolge von Lieferengpässen am „Soylent-Grün-Tag“ (= Dienstag) kommt es regelmäßig zu gewalttätigen Ausschreitungen der hungrigen Massen. Dem begegnet die Polizei mit schweren Schaufelbaggern und Containern; die Demonstranten werden brutal von der Straße entfernt.
Thorn und Sol: Ermittlungen, Wissen und letzter Weg
Inmitten dieses Chaos führen der Polizist Robert Thorn und sein älterer Mitbewohner Sol Roth ein trostloses Dasein. Sol kennt noch die Welt mit Tieren und richtiger Nahrung: Gemüse und Fleisch statt „Soylent Rot“ und „Soylent Gelb“.
Sol recherchiert für Thorn als sogenanntes „Polizeibuch“. Sol bringt die zwei Bände ozeanographische Berichte, die Thorn aus Simonsons Wohnung mitgenommen hatte, zum Informationszentrum (the Exchange), damit sie untersucht werden. Dort bekommt er von den anwesenden hier arbeitenden „Polizeibüchern“ die Bestätigung der (weiterhin unausgesprochenen) von ihm entdeckten, „grausamen Wahrheit“, für die aber noch der letzte Beweis fehlt.
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Sol will nach seiner Entdeckung nicht mehr weiterleben, schreibt Thorn eine Nachricht und geht zum assistierten Suizid in die öffentliche Tötungsanstalt, um sich „einschläfern“ zu lassen. Thorn findet Sols Zettel und eilt zur Tötungsanstalt, wo er noch mit dem sterbenden Sol sprechen kann. Sol bittet ihn, das Informationszentrum aufzusuchen und die Beweise ans Licht zu bringen.
Die Enthüllung: „Soylent Green is people!“
Nach Sols Tod folgt Thorn den in Müllwagen abtransportierten Leichen bis zur Müllverwertungsanlage. Er beobachtet, wie die Leichen in ihren Säcken auf Laufbänder geladen und zu „Soylent Grün“ verarbeitet werden. Da Simonson über dieses Prozedere Bescheid wusste, aber damit nicht einverstanden war, wurde er ermordet, um die Hintergründe der Produktion von Soylent Grün weiterhin geheim zu halten.
Thorns Anwesenheit in der Produktionsanlage wird bemerkt, es gelingt ihm zu fliehen. Der ehemalige Leibwächter von Simonson verletzt Thorn schwer, bevor er selbst von diesem erstochen wird. Als die Polizei mit den Notärzten eintrifft, bittet Thorn seinen Chief Hatcher eindringlich, die Wahrheit zu verbreiten und ein Verfahren gegen das Unternehmen einzuleiten.
Das American Film Institute setzte das Zitat „Soylent Green is people!“ auf Platz Nr. Der Spielfilm kam am 23. Mai 1974 in die deutschen Kinos unter dem Titel „… Jahr 2022 … die überleben wollen“.
Ökologische Dystopie und zeitgenössischer Kontext
Mit seinem Verweis auf den Treibhauseffekt war Soylent Green 1973 die erste »Öko-Dystopie«, die die brisanten Thesen des Club of Rome (»Die Grenzen des Wachstums«, 1972) anschaulich machte, wobei die Prophezeiung einer »Überbevölkerung« und drastische Zeichnung von Verteilungskämpfen populärwissenschaftlichen Ansichten entsprach (Paul R. Ehrlich: »Die Bevölkerungsbombe«, 1968). Auch die Darstellung einer weitgehend immobil gewordenen Gesellschaft war im Jahr der »Ölkrise« brandaktuell.
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Mögliche Folgen exzessiver Nutzung endlicher Ressourcen, Umweltverschmutzung, Klimawandel und Überbevölkerung werden in einem Zukunftsszenario thematisiert. Der Film thematisiert das Problem, dass die Ressourcen dieser Welt nicht unendlich sind und der Raubbau an Mutter Erde Folgen haben wird.
Ein Jahr nach Erscheinen der Studie „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome (des dadurch populär gewordenen globalen Zukunftsexpertenvereins) mutete Fleischers Film wie der drastisch-düstere, in gedämpften Farben entworfene Bilderbogen dazu an: Überbevölkerung, Treibhauseffekt und Umweltverschmutzung haben aus dem Planeten ein Tollhaus gemacht, in dem hart um Wasser und Wohnraum gekämpft wird und der Begriff Recycling eine ganz eigene Note erhält.
Kritische Lesarten: Kapitalismus, Bio-Macht und Gesellschaft
„Wer möchte, der kann in diesem Film einen spannenden Krimi sehen. Mittels brutal-nachhallender Szenen verdeutlicht der Regisseur jedoch eine weitaus tiefere Wahrheit […] Soylent-Green muss also als eine Metapher gefasst werden. Es ist das radikale Bild des sich selbst verzehrenden Wahnsinns kapitalistischer Produktionsweise.
Durchaus realistische Vision einer überbevölkerten Welt und einer der frühesten ökologischen Thriller, der mit Kritik am sich selbst verzehrenden Wahnsinn kapitalistischer Produktionsweise nicht geizt. Von Richard Fleischer noiresk spannend in Szene gesetzt, wird Soylent Green zu einer detektivischen Reise durch gesellschaftsdystopische Untiefen: Menschen-, vor allem Frauenverachtung und, zentral, Bio-Macht und Bevölkerungssteuerung im Sinne Michel Foucaults.
Der Sci-Fi-Meilenstein hat auch als beißender Öko-Thriller über die Folgen des ungezügelten Kapitalismus auf Mensch und Umwelt eine Art Vorreiterstellung. „Der Sci-Fi-Meilenstein hat auch als beißender Öko-Thriller über die Folgen des ungezügelten Kapitalismus auf Mensch und Umwelt eine Art Vorreiterstellung. Und er hat einen oft zitierten, unvergesslichen Ausgang.
Figuren, Besetzung und markante Szenen
Charlton Heston brilliert als Polizist, Edward G. Robinson als sein hochkultivierter Helfer.«Die eindrucksvollste Szene findet sich gegen Schluss, als Robinson entscheidet, dass es Zeit ist, zu sterben. Bedingt durch eine Krebserkrankung war Edward G. Robinson bei den Dreharbeiten schon fast taub. Dies wurde sein letzter Film.
New York im Jahr 2022: Die Einwohner der hoffnungslos übervölkerten 40-Millionen-Stadt leben von synthetischer Nahrung, dem sogenannten „Soylent Green“. Detektiv Thorn wohnt mit dem alten Sol (E.G. Robinson) zusammen, einem der wenigen, die sich noch an frisches Gemüse und sauberes Wasser erinnern. Da beißt ein „Soylent Green“-Boss ins Gras. Thorn ermittelt, aber seine Untersuchung wird behindert. Den entscheidenden Hinweis bekommt er, als sein lebensmüder Freund Sol sich auf Staatskosten einschläfern lässt. Die Wahrheit ist bitterböse…
Im Film wird viel klassische Musik verwendet, u. a. aus der 6. Sinfonie (Pastorale) von Ludwig van Beethoven, aus der 6. Sinfonie (Pathétique) von Peter Tschaikowski und aus der Peer-Gynt-Suite Nr.
Die Weltordnung in Daten
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Bevölkerung NYC | 40 Millionen Menschen |
| Ressourcenlage | Mangel an Wasser, Nahrung, Wohnraum |
| Ernährung | „Soylent Rot“, „Soylent Gelb“, „Soylent Grün“ |
| Elite | Nur wenige Reiche mit Zugang zu echtem Essen und Wasser |
| Repression | Räumungen mit Schaufelbaggern am „Soylent-Grün-Tag“ |
| Unternehmen | Soylent kontrolliert die Versorgung der halben Welt |
Vergleich zur Romanvorlage „Make Room!“
Make Room!) von Harry Harrison erschien 1966 und spielt in New York, wo im Jahr 1999 insgesamt 35 Millionen Einwohner leben - viele von ihnen unter prekären Umständen. Verteilungskämpfe und rationierte Lebensmittel bestimmen den Alltag der Menschen.
Als ein Einbrecher eher zufällig den einflussreichen Mike O’Brien ermordet, erhält der polizeiliche Ermittler Andy Rush, der den Mord aufklären soll, Einblick in die sorgenfreie Parallelwelt, in der diese Menschen residieren. In der schick eingerichteten, weiträumigen Wohnung des Ermordeten trifft der Polizist Andy Rush auf dessen junge, attraktive Freundin Shirl. Anders als sein Filmbruder lässt er nichts mitgehen, ist aber ebenfalls sehr von den Annehmlichkeiten beeindruckt, die es hier gibt.
Sie zieht schließlich zu Rush, als die Schwester des Verstorbenen die Wohnung übernimmt. In der Romanvorlage ist sie weder „Inventar“ noch eine Edelprostituierte, sondern eher eine Opportunistin, die es besser haben wollte als ihre Herkunftsfamilie und sich freiwillig an ihren reichen Sugar-Daddy hielt. Einen Komplott zur massenhaften Verarbeitung von Menschen zu Nahrungsmitteln zur Versorgung der gesamten Bevölkerung gibt es darin nicht.
Rezeption, Wirkung und Popkultur
„Science-Fiction-Film, der seine Geschichte in der Art eines spannenden Kriminalfalles erzählt. „Der mittlerweile eher unter seinem Originaltitel ‚Soylent Green‘ bekannte Thriller ist nicht nur eine fesselnde, zügig erzählte Kriminalgeschichte in einer finsteren Zukunft. Der Sci-Fi-Meilenstein hat auch als beißender Öko-Thriller über die Folgen des ungezügelten Kapitalismus auf Mensch und Umwelt eine Art Vorreiterstellung. Und er hat einen oft zitierten, unvergesslichen Ausgang.
In zahlreichen Filmen, Computerspielen und in der Popmusik gibt es Anspielungen auf den Film und seiner Vorstellung eines industriell gefertigten Nahrungsmittels spezieller Herkunft. Soilent Grün nannte sich eine 1980 gegründete Berliner Punk-Band. Der Track Soylent Grün des Musikprojekts Wumpscut wurde 1993 zu einem Hit der Schwarzen Szene.
In der Fernsehserie Millennium wird für Frank Blacks PC das Passwort „Soylent Green is people“ verwendet. Im Computerspiel Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2 - Yuris Rache kann man die Zivilisten in der zweiten Mission der Alliierten-Kampagne „Soylent Green für Yuri“ sagen hören. In dem Playstation-1-Spiel Xenogears von 1998 gibt es eine etwa 3-minütige Sequenz auf einer Raumstation namens „Soylent System“. Dort bekommt der Hauptcharakter in einer Fabrikationsanlage zu sehen, wie „Soylent Green“ aus Menschenfleisch hergestellt wird.
Produktionshintergrund und Veröffentlichung
In den Vereinigten Staaten startete Soylent Green am 19. Der Science-Fiction-Film entstand 1973 unter der Regie von Richard Fleischer und gilt mittlerweile als Genre-Klassiker. Die Filmrechte hatte sich Metro-Goldwyn-Mayer gesichert und dabei vertraglich festgelegt, dass dem Autor der Romanvorlage keinerlei Mitspracherecht gewährt wird und er, im Falle eines Erfolges, nicht am Gewinn beteiligt sein würde.
Mit Charlton Heston, Leigh Taylor-Young, Chuck Connors, Joseph Cotton, Edward G. Kamera: Richard H. Schnitt: Samuel E. Drehbuch: Stanley R.
Ökologische Mahnung mit Gegenwartsbezug
Es ist eine düstere Welt, die im Spielfilm „Soylent Green“ (so der US-Originaltitel) als Zukunft dargestellt wird. Der kultige Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1973, der im Jahr 2022 spielt, schockierte nicht nur mit einer unterernährten Menschheit, die - ohne es zu wissen - mit Menschenfleisch gefüttert wird, sondern auch mit der Darstellung einer Welt, die durch Klimakatastrophe, Umweltverschmutzung und Artensterben zugrunde gerichtet wurde.
Heute gehört der Klimawandel, bewirkt durch Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas, zum drängendsten Umweltproblem. Auch die Vermüllung der Umwelt, Chemie in den Lebensräumen von Tieren und Pflanzen, das Artensterben, Welthunger und Überbevölkerung sind aktuelle Probleme, die der Film bereits anspricht. Dass die mangelhafte Ernährung der Weltbevölkerung einerseits und eine übermäßige Verwendung von Düngemitteln andererseits zu den großen Problemen dieser Tage gehören, ist allseits bekannt.
Schlüsselbilder der Dystopie
Wie Müll werden Menschen im Film „2022" eingesammelt und abtransportiert. Die letzten Bäume der Stadt werden in einem Zelt gehütet wie ein Heiligtum. Welches grauenhafte Ende sie finden, wird erst ganz am Ende enthüllt.
New York im Jahr 2022. Die Stadt hat 40 Millionen Einwohner, die meisten sind ohne Arbeit. Ihre Nahrung besteht aus einer grünen Masse, von der keiner weiß, was es ist. Bis jemand das schreckliche Geheimnis erfährt. Es ist der Polizist Thorn (Charlton Heston), der mit der Wahrheit über die Soylent Company konfrontiert wird.
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