BVB Schoko Osterhase Informationen Herstellung und Verkauf

Zu Ostern ist es ein Ritual in den meisten Familien: Ostereier suchen und ein Osternest finden, aus dem uns ein freundlich dreinblickender Osterhase aus Schokolade anstrahlt. Um ihn herum gruppiert sind Ostereier aus Schokolade in einem weichen Bett aus Gras oder Moos. Doch wie kommt es eigentlich, dass ein Hase die Ostereier bringt? Und warum sind die meisten Osterhasen aus Schokolade?

Geschichte des Osterhasen als Symbol

Gleich vorweg: Eine sehr alte Tradition sind Osterhasen nicht. Diese können weder auf das christliche Fest und schon gar nicht auf sogenannte „uralte“ heidnische Bräuche zurückgeführt werden. Wir ahnen es also schon: Der Osterhase ist eine bürgerliche Erfindung. Erste historische Quellen zum Osterhasen gibt es seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, wo er beim städtischen protestantischen Bürgertum in Deutschland auftauchte. Im 18. wurde es in diesen Kreisen im deutschsprachigen Raum üblich, Eier zu verstecken und die Kinder danach suchen zu lassen - sozusagen Spiel und Unterhaltung im Familienkreis. Als Urheber der versteckten Eier wurde dabei der Osterhase präsentiert.

Im 19. Jahrhundert setzte sich der Osterhase, nun meist wie ein Mensch bekleidet dargestellt, ganz allgemein im Bürgertum durch. Schon im 19. Jahrhundert wurde - bedingt durch Nationalismus und Germanenschwärmerei - der Osterhase mit der germanischen Göttin Ostara in Verbindung gebracht. So zum Beispiel von Jacob Grimm in seiner Deutschen Mythologie (1835). Deutschnationale oder nationalsozialistische Volkskundler beförderten ihn dann später zum „uralten“ germanischen Brauch. Welche der Theorien auch stimmen mag - seit hunderten Jahren ist ein süßer Hase fester Bestandteil des Osterfestes.

Von Gebäck zum Schoko-Osterhasen

Weit verbreitet war der Brauch ein Osterlamm zu backen. Dafür wurde der Teig in einer Backform gebacken, die den Umriss eines Lamms nachzeichnet. Der Legende nach missglückte einer dieser Backversuche und heraus kam ein Gebäck, dass eher einem Hasen als einem Lamm ähnelte. Spätestens nach der Reformation ab Mitte des 17. Jahrhunderts gönnten sich die Menschen Ostereier aus Zuckerwerk und Schokolade.

Als sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts illustrierte Bücher und Bilderbögen sowie Grußpostkarten verbreiteten, wuchs die überregionale Bekanntheit des Osterhasen über die Jahre an. Konditoren nahmen den Trend auf und begannen zur Osterzeit Hasen aus Zucker und auch aus Schokolade zu fertigen. Dafür nutzten sie eiserne Gussformen, die vollständig mit flüssiger Schokolade gefüllt wurden. Anschließend schminkten sie die massiven Figuren und verkauften diese an Geschäftskunden, die die Figuren zum Beispiel als Schaufenster-Dekoration nutzten oder an wohlhabende Privatkunden verkauften. Die schokoladigen Osterhasen waren wertvolle Einzelstücke. Diese kunstvoll und aufwendig hergestellten Unikate waren vor allem eines: Sehr schwer.

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Historische Schoko-Osterhasen und Zuckeralternativen

Viele Motive sind aus heutiger Sicht undenkbar, waren aber in den Anfängen der Schokoladen-Osterhasen-Zeit wohl dennoch beliebt: Einige trugen Körbe auf dem Rücken, in denen nicht nur Eier, sondern sogar auch weitere kleinere Hasen zu sehen waren. Anderen hingegen hatten wie selbstverständlich eine Pfeife im Mund. Die gegossenen Schokoladenhasen wurden damals noch per Hand in die glitzernde Stanniolfolie eingewickelt.

Technische Entwicklung der Schokoladenherstellung

Kakaobäume stammen aus Zentralamerika und wachsen nur in tropischen Regenwäldern. Heute kommt der meiste Kakao aus Westafrika, besonders von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Schokolade, wie wir sie heute kennen, ist erst sehr spät erfunden worden. Bis ins 19. Jahrhundert wurde sie nur als Getränk genossen, vorwiegend im katholischen südlichen Europa, da sie als Fastenspeise anerkannt war. Allerdings war sie sehr teuer und nur Wohlhabenden zugänglich.

In den Niederlanden wurde 1828 erstmals eine hydraulische Presse zur Trennung der Kakaobutter verwendet und somit Kakaopulver mit hoher Qualität erzeugt. Was aber tun mit der Kakaobutter? In Großbritannien wurde unterdessen versucht, Schokolade in einer festen Form zu erzeugen. Und siehe da, es war die Zugabe der übrigen Kakaobutter, mit der man Schokoladetafeln erzeugen konnte. 1847 begann die Produktion von Schokoladetafeln in Großbritannien (Fry & Sons).

Jetzt kamen die Schweizer ins Spiel: Erst erfanden sie Milchpulver (1875, Nestlé), das die Schokolade wesentlich haltbarer machte als jene, die mit Frischmilch erzeugt wurde. Und dann entwickelten sie das Conchieren (1879, Lindt), das Schokolade zu einem weicheren, zartschmelzenden Produkt macht. Beim Conchieren wurden die Zutaten der Schokolade erwärmt und mit Granitwalzen bearbeitet, sodass die Zuckerkristalle zerbrachen und die Masse geschmeidiger wurde. Zusätzlich verflüchtigten sich Bitterstoffe durch diesen Prozess. Während Schweizer Schokolade lange Zeit 72 Stunden lang conchiert wurde, konnte der Prozess inzwischen durch leistungsfähigere Conchiermaschinen auf 12 bis 48 Stunden verkürzt werden.

Industrialisierung und Massenproduktion der Schoko-Osterhasen

Im 19. Jahrhundert entstanden erste Schokoladefabriken, die auch bereits Ostereier aus Schokolade produzierten. Diese waren allerdings hart und eher bitter. Durch die laufenden Verbesserungen in der Produktion wurde die Schokolade allmählich besser. Individuell gefertigte Hohlformen aus Weißblech wurden für Figuren aus Schokolade verwendet. Allerdings war noch relativ viel Handarbeit nötig, und Schokolade war sehr teuer. Erst durch das Aufkommen der Massenproduktion wurde Schokolade erschwinglich. Die Beliebtheit dieser Süßigkeit machte sie auch zum idealen Geschenkartikel.

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In den 1920iger Jahren wurden vollautomatische Produktionsanlagen für Hohlformen eingeführt, die Schokoladefiguren weiter verbilligten. Technologischer Vorreiter für die Serienproduktion war ein dänisches Unternehmen, das den Herstellungsprozess bereits im Jahr 1926 vollautomatisiert anbieten konnte. Zu Beginn wurde die Schokolade in Formen aus Metall gegossen, die dann verschlossen und geschleudert wurden. Später ersetzte Kunststoff die metallenen Formen. Um 1950 begannen die ersten Unternehmen in Deutschland mit der Serienfertigung des beliebten Saisonartikels als Hohlfigur.

Moderne Produktionslinien für Schoko-Osterhasen

Auf Basis dieser Technik entstanden die ersten Serienfertigungen von Osterhasen aus Schokolade - der Durchbruch war geschafft. In den 1920-er Jahren entwickelten Konditoren kleinere Formen, die sie mit Schokolade ausgossen. So entstanden sogenannte Relief-Hasen, deren Rücken zwar flach war, deren Vorderseite aber die Formen des Osterhasen widerspiegelten. Auf Basis dieser Technik entstanden die ersten Serienfertigungen von Osterhasen aus Schokolade - der Durchbruch war geschafft.

Produktion, Sortiment und Mengen

In Deutschland und Österreich produzieren Hersteller bei den Festtags-Schokoladen nicht nur für die eigene Bevölkerung: Die deutsche Süßwarenindustrie erzeugt rund 220 Millionen Osterhasen jährlich und exportiert davon beinahe die Hälfte. Von den in Österreich produzierten Schokolade-Saisonwaren gehen ebenfalls mehr als die Hälfte in den Export. Exportiert wird in andere europäische Länder sowie Nordamerika und teilweise auch Australien.

Im Jahr 2019 produzierten die in Deutschland ansässigen Schokoladen-Unternehmen rund 220 Millionen Osterhasen, von denen rund 114 Millionen in Deutschland verkauft werden. Rund 106 Millionen werden weltweit exportiert. Neben dem klassischen Osterhasen aus Vollmilchschokolade sind Schoko-Eier sowie kleine Lämmer, Küken oder Möhren aus Schokolade sehr beliebt. Dabei legen die Hersteller auch im Ostersortiment großen Wert auf die Herkunft und die nachhaltige Produktion des eingesetzten Kakaos.

Nachhaltigkeit, Bio- und Fairtrade-Produkte

Bei Bio- und Fairtrade-Schokolade wird darauf geachtet, dass der Anbau und die Ernte der Kakaobohnen ohne Kinderarbeit erfolgt und keine Umweltgifte eingesetzt werden. Bio- und Fairtrade-Osterhasen sind jedoch noch eine winzige Marktnische und machen gerade einmal ein paar Prozent aus. Die Hersteller versichern, dass die übrige Ware an caritative Organisationen oder Krankenhäuser verschenkt wurde, wenn es einmal zu Überhängen kommt.

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Fairtrade- und Bio-Osterhasen in Verpackung

Verkauf, Preise und regionale Auswirkungen

Eigentlich sollte für sie gerade Hochkonjunktur herrschen, doch für kleine Läden in ländlicheren Regionen werden sie zunehmend zum Minusgeschäft: die Schoko-Hasen zu Ostern. Die Einkaufspreise sind gestiegen und dass sich das nicht mehr jeder leisten kann oder will, bekommen die Betreiberinnen und Betreiber der Dorfläden besonders zu spüren. Die Preisgestaltung ist knifflig: Die kleinen Läden sind auf ihre Lieferanten angewiesen und können ihre Preise nicht frei anpassen, der Spielraum ist gering. Mit den großen Discountern könne man ohnehin nicht mithalten.

Auch die Kundinnen und Kunden spüren die hohen Preise. "Da kommt dann schon mal ein: 'Boah, ist das teuer' an der Kasse", erzählt Annette Hammel vom Dorfladen in Schwäbisch Hall-Gottwollshausen. Gerade im ländlichen Raum würden viele Menschen auf das Geld achten. Schokolade gilt inzwischen als "absolutes Luxusprodukt", sagt Hammel. Im Dorfladen in Langenbeutingen wird mittlerweile etwas vorsichtiger bestellt. Lieber weniger Hasen - selbst wenn die Kundinnen und Kunden dann woanders einkaufen, sagt die Marktleiterin. Denn die Schokolade ist teuer.

Warum also überhaupt noch Schoko-Hasen anbieten? Für viele Dorfläden geht es nicht nur ums Geschäft. Es zählen auch die Menschen und die Gemeinschaft vor Ort, sagt Anja Agovic von ORTkauf. Die Kette hat mehrere Filialen in ländlicheren Gegenden der Region, zum Beispiel in Schwäbisch Hall-Gailenkirchen oder am Breitenauer See bei Obersulm (Kreis Heilbronn). Die Läden funktionieren ohne Personal, nur mit Selbstbedienungskassen und haben 24/7 geöffnet. Deswegen gibt es die Schoko-Hasen aktuell noch im Sortiment. Gerade ältere Leute seien auf fußläufige Einkaufsmöglichkeiten angewiesen. Doch wie lange sie dieses Angebot aufrechterhalten können, ist unklar.

Mythen und häufige Fragen zur Osterware

Doch was ist dran an dem Mythos, dass Weihnachtsmänner zu Osterhasen aus Schokolade umgepackt oder weiterverarbeitet werden? Das ist ein Märchen, da ausgelieferte Schokolade schon von Gesetzes wegen nicht zurück genommen werden darf. Außerdem würde dies extrem teure Handarbeit erfordern - die Produktion läuft ja weitgehend vollautomatisiert - und der Qualität schaden.

Herstellungsprozess von Schoko-Osterhasen in einer Fabrik

Verbrauch und Konsum

Schokolade wird heute hauptsächlich in Nordamerika und Europa konsumiert. Weltweit hatte die Schweiz lange die Nase beim Schokoladenessen mit jährlich rund 8,8 Kilogramm „Schoggi“ pro Kopf vorn. Inzwischen wurde sie von Deutschland überholt. Auch Österreich kann da gut mithalten: Der jährliche pro Kopf-Verbrauch von Schokolade in Österreich liegt über 8 Kilogramm. Vor Ostern wird bei uns mehr Schokolade gekauft als zu Weihnachten.

BVB-Fanartikel als Beispiel für saisonale Angebote

Die gibt es natürlich auch in diesem Jahr wieder im BVB-Onlineshop, der BVB-FanWelt und in allen BVB-FanShops. So könnt Ihr zwischen dem frischen Grün der Frühlingswiese und den knallbunten Eiern wieder viele schwarzgelbe Fanartikel entdecken. Da wären zum einen Produkte der Kategorie Hüftgold: große und kleine Schokoladenhasen, die BVB-Schokomischung und weitere Leckerchen. Außerdem gibt es online sowie in der BVB-FanWelt auch eine Ostertasse mit Peanutsmotiv, die mit individuellen Grüßen personalisiert werden kann. Und wie wir den Osterhasen kennen, dürfte noch die eine oder andere Überraschung folgen.

Aspekt Fakt
Jährliche Produktion Deutschland ~220 Millionen Osterhasen
Inlandsvetrieb / Export ~114 Mio. Inland, ~106 Mio. Export
Beliebte Sorten Vollmilch-Osterhase, Schoko-Eier, Lämmer, Küken, Möhren
Bio / Fairtrade Anteil Nur wenige Prozent

Die Beliebtheit dieser Süßigkeit machte sie auch zum idealen Geschenkartikel. Und warum sollte diese Schokolade nicht in spezieller Form für allerlei Feste verkauft werden, bei denen Kinder beschenkt werden - wie zum Beispiel zum Nikolaus oder zu Ostern? Die schokoladigen Osterhasen verbinden also historische Tradition, technologische Entwicklung und wirtschaftliche Aspekte in einem saisonalen Produkt.

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