Brot mit Marmelade: Ein Klassiker im Wandel
Brot mit Marmelade ist ein einfacher, aber beliebter Klassiker, der Generationen von Menschen begleitet hat. Die Kombination aus Brot und Marmelade kann den Geschmack beider Komponenten hervorheben und ein harmonisches Frühstück oder eine leckere Zwischenmahlzeit kreieren. Doch was steckt wirklich hinter diesem einfachen Gericht, und wie hat sich seine Bedeutung im Laufe der Zeit verändert?
Die Vielfalt der Kombinationen
Die Welt des Marmeladenbrots ist vielfältig und bietet unzählige Möglichkeiten für individuelle Vorlieben. Die Süße und der fruchtige Geschmack der Erdbeermarmelade harmonieren perfekt mit der leichten und weichen Textur von Weißbrot oder Toast. Aprikosenmarmelade bietet eine ausgewogene Mischung aus Süße und Säure, die wunderbar zu Toast passt. Der kräftige und leicht herbe Geschmack der Brombeermarmelade passt hervorragend zum würzigen Geschmack von Roggenbrot. Die Säure der Johannisbeermarmelade bildet einen schönen Kontrast zum robusten Geschmack von Roggenbrot. Die reichhaltige, süße und leicht würzige Pflaumenmarmelade ergänzt den nussigen Geschmack von Vollkornbrot. Frankreich zum Frühstück. Die süße und leicht nussige Feigenmarmelade passt perfekt zum knusprigen und luftigen Baguette. Die vielfältigen Aromen der Waldfrüchte bringen eine erfrischende Fruchtigkeit zum Baguette. Die Kombination aus der Süße der Erdbeeren und der leichten Säure des Rhabarbers ist perfekt für die neutralen Aromen von Brötchen. Die süße und fruchtige Aprikosenmarmelade passt gut zu den weichen und fluffigen Brötchen.
Erdbeermarmeladebrot mit Honig: Ein besonderes Rezept
Ein besonderes Highlight ist das Erdbeermarmeladebrot mit Honig. Dieses Rezept wurde durch die erfolgreiche Trickfilmserie „Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig“ von Andreas Hykade inspiriert.
Zutaten (für vier Personen):
- 4 Scheiben Brot
- Erdbeermarmelade, vorzugsweise selbstgekochte
- 4 Kleckse Honig
Zubereitung:
- Die Brote zunächst gleichmäßig mit Erdbeermarmelade bestreichen.
- Anschließend jeweils einen Klecks Honig adrett auf die Mitte der Brote platzieren.
Dieses einfache Rezept ist vor allem bei Kindern beliebt und erinnert an die Abenteuer des Titelhelden Tom, der in jeder Episode auf der Suche nach einem Erdbeermarmeladebrot mit Honig ist. Am Ende jeder Episode erhält Tom immer genau ein halbes Erdbeermarmeladebrot mit Honig, „das ihm aber so gut schmeckt, als wäre es ein Ganzes.“
Der Wandel des Frühstücksverhaltens
Das Marmeladenbrot gehört auf deutschen Frühstückstischen immer öfter der Vergangenheit an. Vor allem unter der Woche frühstücken viele Menschen unterwegs oder weichen auf gesündere Alternativen wie Haferflocken aus. Für die Hersteller von Marmelade - oder genauer: Konfitüre - ist das Geschäft schwerer.
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«Immer weniger junge Erwachsene frühstücken unter der Woche zu Hause. Darunter leidet nicht nur der Kaffeekonsum, auch Konfitüre/Marmelade und Honig werden weniger gegessen», heißt es im Bericht der zu Yougov gehörenden Consumer Panel Services GfK vom Juli. Die Marktforscher kommen zu dem für die Hersteller der süßen Aufstriche bitteren Ergebnis: «Die Kernzielgruppe für Konfitüre/Marmelade wie für Honig sind inzwischen die älteren Menschen.»
Konfitüre vs. Marmelade: Eine Frage der Definition
Konfitüre? Konfitüre! Denn was umgangssprachlich Marmelade heißt, ist EU-Regeln zufolge in den allermeisten Fällen Konfitüre, je nach Fruchtgehalt teilweise auch Konfitüre extra. Marmelade bezeichnet demnach lediglich Brotaufstriche aus Zitrusfrüchten.
Rückläufige Absatzzahlen und neue Trends
Der Konfitüre-Absatz sei schon länger rückläufig - wie bei fast allen traditionellen Frühstücksprodukten, sagt Kamilla Dubai, Expertin für Konsumgüter des täglichen Bedarfs beim Marktforschungsunternehmen NielsenIQ (NIQ). Der Umsatz könne teils nur durch Preiserhöhungen gehalten werden. «Nach den starken Zuwächsen in den Corona-Jahren sind die Mengen nun rückläufig.» Dubai zufolge könnte dies darauf hindeuten, «dass entweder häufiger auf das Frühstück verzichtet wird oder durch den Rückgang des Homeoffice verstärkt auf den Außer-Haus-Konsum ausgewichen wird - zum Beispiel mit einem belegten Brötchen vom Bäcker auf dem Weg zur Arbeit.»
In diesem Jahr verzeichnen Konfitüren einen Absatz-Rückgang von 54.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr - das entspricht 3,2 Prozent, wie die Expertin auf Grundlage der Entwicklung bis Ende September sagt. Bei Marmeladen waren es 2300 Tonnen weniger, das entspricht sogar 15,4 Prozent. Müsli sei nahezu stabil geblieben, Haferflocken unverändert.
Ein CPS GfK Consumer Panel macht zumindest eine Stabilisierung aufseiten der Käufer aus. Von Oktober 2023 bis September 2024 hätten 26,3 Millionen Haushalte Konfitüre gekauft; im Jahr davor seien es 26 Millionen gewesen. Auch die Einkaufsmenge der Haushalte liege stabil bei 3,5 Kilogramm im Jahr. Allerdings sei dies der geringste Wert der vergangenen sechs Jahre. Insbesondere kauften wieder mehr Haushalte zwischen 35 und 49 Jahren ohne Kinder sowie Alleinstehende ab 50 Konfitüre. Unter jüngeren Kunden sinke der Anteil weiterhin. Grundsätzlich wollen die Menschen den Marktforschern zufolge mehr Obst und Gemüse in ihr Frühstück integrieren, was unter anderem zulasten von Konfitüre und süßer Brotaufstrichen gehe.
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Die Reaktion der Hersteller
Die Hersteller von Konfitüren und Marmeladen reagieren auf die veränderten Konsumgewohnheiten und bieten eine größere Vielfalt an Produkten an.
Zentis: Junge Verbraucher wollen mehr als die klassische Konfitüre
Der Süßwarenhersteller Zentis mit Sitz in Aachen bestätigt diese Entwicklungen. Bei jüngeren Generationen beobachte man ein verändertes Frühstücksverhalten: «Aufgrund eines immer dynamischeren Alltags bleibt unter der Woche oft nur Zeit für einen schnellen Kaffee to go. Der Trend liegt in dieser Zielgruppe klar beim ausgiebigen Frühstück am Wochenende», sagt Sebastian Hanisch, der Geschäftsbereichsleiter Marke bei dem Mittelständler ist. Gerade jüngere Konsumenten legten zudem «Wert auf eine größere Varianz an Brotaufstrichen, auch abseits von klassischen Konfitüren». Hanisch zufolge ist das Segment der klassischen Konfitüre bei Zentis schon seit 2010 leicht rückläufig.
Das Unternehmen aus NRW produziert längst nicht mehr nur gewöhnliche Konfitüre. «Um gerade jüngere Zielgruppen langfristig zu gewinnen, erweitern wir das Zentis-Produktportfolio stetig», sagt Hanisch. Besonders gefragt bei jüngeren Verbraucherinnen und Verbrauchen seien unter anderem zuckerreduzierte Fruchtaufstriche. Zentis hat die Produktlinien Triple Zero (ohne Zuckerzusatz, künstliches Süßungsmittel und Konservierungsstoffe) und 50 Prozent weniger Zucker im Angebot. Zero-Produkte laufen der «Weniger Zucker»-Konfitüre mittlerweile den Rang ab.
Auch Konkurrenten wie Schwartau stellen Konfitüre mit weniger oder ohne zugesetzten Zucker her. Zentis hat außerdem die Marke NaturRein im Programm - eine Art Frucht-Bruschetta mit groben Stücken. Marktführer Göbber aus Niedersachsen wiederum hat kürzlich Fruchtaufstriche mit Chiasamen, Leinsamen und Sonnenblumenkernen auf den Markt gebracht. «Nachhaltigkeit, natürlicher Genuss und Zuckerreduzierung sind besonders der stetig wachsenden Zielgruppe ernährungsbewusster» Konsumenten wichtig, sagt Hanisch von Zentis. Längst wirbt mancher Hersteller auch damit, dass ein Klecks Konfitüre sich im Porridge gut mache.
Zuckerreduzierte und Bio-Produkte im Trend
Wachstumstreiber sind den Marktforschern des CPS GfK Consumer Panel FMCG zufolge zuckerreduzierte Konfitüren. Dabei liefen die Zero-Produkte (ohne Zuckerzusatz) der mittlerweile etablierteren «Weniger Zucker»-Konfitüre mittlerweile den Rang ab. Bei Zero-Konfitüren gebe es ein deutliches Mengen- und Umsatzwachstum. Auch Bio-Produkte gewinnen demnach wieder an Attraktivität, vor allem dank der Eigenmarken.
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Sonderangebote als Stabilisierungsfaktor
Dass die Entwicklung sich nach der Corona-Zeit - in der zwar mehr Konfitüre gekauft wurde, die Preise etwa für Energie und Zutaten aber in die Höhe schnellten - zuletzt etwas stabilisierten, hat noch einen Grund: Sonderangebote. So wurde zwischen Oktober 2023 und September 2024 fast jede vierte Konfitüre im Angebot gekauft, wie es im CPS GfK Consumer Panel FMCG heißt.
Gesundheitliche Aspekte
Für einige Menschen gehört Marmelade zum Frühstück dazu. Häufig gibt es den süßen Aufstrich auf einer Scheibe Toast.
Die Problematik von hellem Brot und zuckerhaltigen Aufstrichen
Helles Brot wie Toast sollte man nicht mit süßen Aufstrichen wie Marmelade essen. Und schon mal gar nicht morgens in der Früh: Denn damit ist ein Leistungstief am Vormittag so gut wie sicher.
Der Grund? Das helle Auszugsmehl des Toastbrotes und der Zucker des Aufstrichs lassen den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen. Umso mehr der Spiegel ansteigt, umso schneller fällt er auch wieder.
Die Folge: Wer süß gefrühstückt hat, bekommt schnell wieder Hunger. Daraufhin schüttet der Körper viel Insulin aus, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen.
Empfehlenswerte Alternativen
Was ist eine empfehlenswertere Alternative? Vollkornbrot mit Gemüseaufstrich und Tomate oder Müsli mit pflanzlichem Joghurt eignen sich besser für ein gesundes Frühstück, um fit in den Tag zu starten.
Wie ungesund ist Marmelade wirklich?
Marmelade, Fruchtaufstrich oder Konfitüre? Süß-fruchtiger Aufstrich gehört für viele zwar zum Frühstück dazu (die Mischung aus Zucker - gut 60 Prozent - und gekochten Früchten wird Konfitüre genannt). Wenn man aber genauer hinsieht, stellt man schnell fest, dass die meisten Konfitüren aus dem Supermarkt alles andere als gesund sind. In den meisten Konfitüren sind nur maximal 40 Prozent Früchte enthalten.
Etwas besser: Weniger süß und kalorienreich sind sogenannte Fruchtaufstriche. Wie gesund Marmelade ist, kommt auf die Sorte und die verwendeten Früchte an. Oft finden sich lösliche Ballaststoffe in den Fruchtaufstrichen, die einen positiven Einfluss auf die Verdauung haben können.
Auf Marmelade muss man nicht verzichten - jedoch sollte man sie in Maßen essen.
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