Was ist britischer Christmas Pudding und wie wird er zubereitet

Ok, sicher hast du jetzt gefühlte tausend Fragezeichen in deinem Kopf. Wenn die Briten dir also von ihrem berühmten Weihnachtsdessert erzählen, meinen sie nicht das, was wir darunter verstehen.

Christmas Pudding ist eine gekochte bzw. gedämpfte, kuchenähnliche Nachspeise und enthält Trockenobst und Nüsse. Wer schonmal in Großbritannien „Pudding“ gegessen hat, der weiß, dass das so rein gar nichts mit unserem Vanille- oder Schokoladenpudding gemein hat. Auf der Insel gibt es viele verschiedene Arten von Pudding, wie zum Beispiel ein luftiges Gebäck namens „Yorkshire Pudding,“ das ein unverzichtbarer Begleiter beim traditionellen Sunday Roast ist. Oder aber den Black Pudding, eine Blutwurst. Dieser ist süß, gekocht und gedämpft und als Plum Pudding eine beliebte Nachspeise. Irreführend ist der Name dennoch, denn nach traditioneller Zubereitungsmethode enthält der Plum Pudding zwar jede Menge Trockenfrüchte, allerdings keine Pflaumen.

Der Christmas Pudding unterscheidet sich von seiner Zubereitungsart nicht vom Plum Pudding, wobei es mittlerweile natürlich zahlreiche Varianten gibt. Obwohl der Christmas Pudding keine Pflaumen enthält, wird er auch manchmal als Plumpudding bezeichnet. Früher wurden Trockenfrüchte generell als “Plum” bezeichnet. In seinen Ursprüngen bestand er aus 13 Zutaten, die Jesus und die 12 Apostel repräsentieren.

Seinen Ursprung hat der Christmas Pudding im mittelalterlichen und römisch-katholischen England. Die Wurzeln des Christmas Puddings liegen bei einem Gericht namens “Plum pottage”. Das bestand aus zerkleinertem Rindfleisch oder Hammel, Zwiebeln und getrockneten Früchten. Angedickt wurde es mit Brotkrumen und verfeinert mit Gewürzen und Wein. In dieser Zeit war er auch kein festliches Gericht, sondern eher etwas alltägliches. Das Fleisch wurde weggelassen und durch Fett ersetzt. So kam das Gericht zu seinem heutigen Namen. Der “Plumpudding” wurde zu einem Festmahl. In den britischen Häusern stand er an Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr auf dem Tisch.

Der Christmas Pudding war bereits im 15. Jahrhundert in England bekannt. Die heutige Version des Christmas Pudding ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Die Konsistenz ist mittlerweile fest. Dieses Jahr beginnt Weihnachten in Großbritannien am 24. November. Während wir in Deutschland mit dem ersten Adventskaffee so richtig in Weihnachtsstimmung kommen, startet die Vorbereitung auf das Fest für viele Briten schon eine Woche früher.

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Traditionen rund um den Christmas Pudding

Traditionell sollte der Pudding am 25. Sonntag nach der heiligen Dreifaltigkeit angesetzt werden, also am Wochenende vor dem ersten Advent. Wie so viele Traditionen entspringt auch der Stir-up Sunday einer christlichen Tradition. Stir-up bedeutet im Deutschen „umrühren,“ und wenn ein guter Christmas Pudding eins benötigt, dann ist das Zeit und beherztes Umrühren. Der Name führt jedoch auch auf ein Gebet aus dem „Book of Common Prayer“ der Anglikanischen Kirche zurück. So darf jedes Familienmitglied einmal umrühren und dabei einen Wunsch aussprechen. Alle Familienmitglieder sollten den Christmas Pudding nacheinander von Osten nach Westen umrühren, in Gedenken an die drei Weisen aus dem Morgenland und ihre Reise.

Eine weitere Tradition besteht darin, eine Silbermünze in dem Teig zu verstecken. Wer diese beim Essen findet, dem ist für das nächste Jahr Wohlstand, Gesundheit und Glück beschienen, außerdem wird sich sein Wunsch erfüllen. Manche Familien verstecken auch einen Goldring in dem Pudding. Wer diesen erhält, wird im nächsten Jahr heiraten. Gekrönt wird der Christmas Pudding traditionell mit einem Stechpalmenzweig, der an die Dornenkrone Jesu Christi erinnert.

Nachdem der Christmas Pudding gereift ist, wird er am 25. Dezember aus seiner Form gestülpt, mit Brandy begossen und flambiert. Diese Zeremonie soll die Passion Christi symbolisieren. Auch heute noch wird der brennende Christmas Pudding in einigen britischen Familien bei Dunkelheit an den Tisch gebracht und mit Applaus begrüßt.

Stechpalmen-dekorierter Christmas Pudding

Zutaten - ein typisches Rezept

Es gibt kein einheitliches Rezept für Christmas Pudding, sondern viele Familienrezepte und regionale Besonderheiten. Oft wird der Pudding mit dem Saft von Zitrusfrüchten, Brandy oder anderem Alkohol getränkt. Seine meist dunkle bis schwarze Farbe erhält er durch dunklen Zucker und Sirup sowie die lange Kochzeit. Früher bestand das Rezept unter anderem aus Rindernierenfett, das manchmal auch durch Pflanzenfett ersetzt wird. Viele moderne Varianten verwenden Butter, Margarine oder Crisco statt Rinderfett.

Ein konkretes Rezept aus dem vorliegenden Material (für etwa 10 Portionen, Wasserbadform-Inhalt 1,5 l) enthält unter anderem: 100 g getrocknete Datteln ohne Stein, 100 g Zitronat, 100 g weiche Butter oder Margarine, 2 Eier (Größe M), 100 g Weizenmehl, 60 g Semmelbrösel, ½ gestr. TL Backin, 50 g gemahlene Mandeln, 100 g gehobelte Mandeln, 100 ml Milch, 100 g Rosinen, 100 g getrocknete Cranberrys. Zum Flambieren: etwa 4 EL Rum (54 %).

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Vorbereitungsschritte (kurz)

  1. Datteln und Zitronat in einem Multizerkleinerer oder mit einem Messer sehr klein schneiden.
  2. Wasserbadform gut fetten und mit Mandeln ausstreuen.
  3. Einen großen Topf (Inhalt etwa 5,5 l) zu ein Drittel mit Wasser füllen und zum Kochen bringen.

Herstellung des Teigs

Butter oder Margarine in einer Rührschüssel mit einem Mixer (Rührstäbe) geschmeidig rühren. Jedes Ei etwa ½ Min. auf höchster Stufe unterrühren. Mehl, Semmelbrösel, Backin und Mandeln mischen und mit der Milch unterrühren. Zuletzt alle Trockenfrüchte kurz unterrühren. Die Herstellung des Christmas Pudding ist nämlich ziemlich einfach.

Kochen im Wasserbad

Christmas Pudding Teig in die Wasserbadform füllen und etwas fest drücken. Form mit Deckel verschließen, in den Topf stellen und den Christmas Pudding mit Deckel bei leicht kochendem Wasser etwa 90 Min. garen. Darauf achten, dass die Form nur bis zur Hälfte im Wasser steht und das Wasser nicht zu stark kocht. Traditionell wird er im Puddingtuch gekocht, beziehungsweise mehrere Stunden gedämpft. Danach kommt er meist für mehrere Wochen zum Trocknen und Reifen an einen kühlen Ort. In dieser Zeit entwickelt sich auch der besondere Geschmack des Christmas Puddings. Vor dem Servieren wird er noch einmal durch Dämpfen erhitzt.

Flambieren und Servieren

Christmas Pudding 10 Min. in der Form abkühlen lassen und auf einen hitzebeständigen Teller stürzen. Rum in einen kleinen Stieltopf geben, anzünden und vorsichtig über den Christmas Pudding gießen. Nachdem der Christmas Pudding gereift ist, wird er am 25. Dezember aus seiner Form gestülpt, mit Brandy begossen und flambiert. Meist wird er mit Brandybutter, Rumbutter, Limonensahne oder Englischer Creme gegessen. Manche Familien bestreuen ihren Christmas Pudding mit Puderzucker, der dann wie Schnee auf dunklen Bergen aussieht.

Demonstration: Christmas Pudding flambieren

Alternative Varianten und Tipps

Mit dem “Mixed Spice” habe ich mich bereits vor einem Jahr beschäftigt. Die Gewürzmischung benötigte ich damals für meinen Christmas Cake. In England bekommst du diese fertig zu kaufen. Glücklicherweise entdeckte ich, nach langer Suche, ein englisches Rezept im Internet. Nehmen wir doch einfach Butter, Crisco oder Margarine. Klar, darauf hätte ich eigentlich auch selbst kommen können. Rinderfett in einem süßen „Kuchen“ kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Großbritannien-Fan hin oder her. So weit reicht meine Liebe dann doch nicht.

Wenn Britisch dann richtig - die Briten backen (oder kochen) ihren Christmas Pudding in einer speziellen Puddingform. Diese nennt sich Pudding Basin. Als alternative reicht eigentlich eine backofenfeste Schale oder -Form. Tipp: Wer keine Puddingform hat, kann auch eine Gugelhupfform nehmen oder einen höheren Topf.

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Ein Trick womit dein Christmas Pudding so richtig saftig wird: Steche unmittelbar nachdem du den Pudding aus der Form geholt hast, ein paar Mal mit einem Schaschlik-Spieß in den Kuchen. Jetzt kommt ein Trick womit dein Christmas Pudding so richtig saftig wird: Steche unmittelbar nachdem du den Pudding aus der Form geholt hast, ein paar Mal mit einem Schaschlik - Spieß in den Kuchen.

Lagerung und Reifezeit

Dieser Pudding erhält durch eine lange Reifezeit einen besonderen Geschmack. Traditionell wird der Christmas Pudding Ende November hergestellt. Danach kommt er meist für mehrere Wochen zum Trocknen und Reifen an einen kühlen Ort. In dieser Zeit entwickelt sich auch der besondere Geschmack des Christmas Puddings. Der Plumpudding soll sich übrigens jahrelang halten! Da kannst man ihn also unbesorgt schon jetzt backen :-)

Rezeptkurzfassung (Schritt-für-Schritt)

  1. Vorbereiten: Trockenfrüchte zerkleinern, Form fetten und mit Mandeln ausstreuen, Wasser im großen Topf zum Kochen bringen.
  2. Teig herstellen: Butter schaumig rühren, Eier einarbeiten, Mehlmischung und Milch zugeben, Trockenfrüchte unterheben.
  3. Kochen: Teig in Form drücken, Deckel aufsetzen, im Wasserbad bei leicht kochendem Wasser etwa 90 Minuten garen (alternativ 3-5 Stunden je nach Rezept und Form).
  4. Abkühlen und Reifen: 10 Minuten ruhen lassen, stürzen, dann mehrere Wochen reifen lassen (optional).
  5. Flambieren: Rum oder Brandy erwärmen, übergießen, anzünden und servieren; dazu Rumbutter, Brandybutter oder Vanillesauce reichen.

Beilagen und Saucen

Weinsabayon: Weißwein mit Kristallzucker, Vanillezucker, Dottern und einer kleinen Prise Salz über Wasserdampf dickcremig aufschlagen und sofort servieren. Rumbutter: Ca. 200 g weiche Butter mit 100 g Kristallzucker und 4-5 EL Rum gut verrühren, zu einer Rolle formen und kaltstellen. Vanillesauce: Milch mit Zucker aufkochen, Mischung aus restlicher Milch, Vanillepuddingpulver und Dottern einrühren, kurz aufkochen und abkühlen lassen.

Schalen mit Brandybutter und Vanillesauce zum Christmas Pudding

Kurze Rezepttabelle (Auszug)

Zutat Menge (Beispiel)
Getrocknete Datteln 100 g
Zitronat 100 g
Butter / Margarine 100 g
Eier (M) 2
Mehl 100 g
Semmelbrösel 60 g
Rosinen 100 g
Rum zum Flambieren 4 EL (54%)

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