Anleitung: Blüten in Zucker konservieren – Schritt für Schritt zu kandierten Blüten

Die Schönheit und der Duft frischer Blüten sind vergänglich - oft währt diese Pracht nur wenige Tage. Doch es gibt eine wunderbare Möglichkeit, diese flüchtige Schönheit über viele Monate zu bewahren: das Kandieren von Blüten in Zucker. Kandierte Blüten sind nicht nur eine besondere Dekoration für Süßspeisen, sondern können auch auf pikanten Gerichten verwendet werden. In dieser ausführlichen Anleitung erfährst du alles über die Auswahl geeigneter Blüten, die verschiedenen Methoden des Kandierens, die benötigten Materialien und wertvolle Tipps für den perfekten Genuss.

Kandierte Blüten als Dekoration auf einem Kuchen

Welche Blüten eignen sich zum Kandieren?

Kandieren ist eine hervorragende Methode, um Früchte und Blüten haltbar zu machen und ihre natürliche Schönheit zu bewahren. Viele Pflanzen besitzen nicht nur essbare Blätter, sondern auch genießbare Blüten.

  • Veilchen (wohlriechende Veilchen und weiße Veilchen)
  • Rosenblätter (z. B. „The Fairy“, „Red Yesterday“)
  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Kornblume
  • Ringelblume
  • Kapuzinerkresse
  • Primeln und hohe Schlüsselblumen
  • Akazien- und Holunderblüten

Auch Blätter wie Pfefferminz, Zitronenmelisse und duftende Geranien eignen sich zum Kandieren. Wichtig ist, nur Blüten zu verwenden, die zu 100 % sicher bestimmt werden können, denn viele Pflanzen besitzen giftige Blüten (z. B. Akelei, Eisenhut, Maiglöckchen). Vermeide das Sammeln an viel frequentierten Hunde-Gassi-führen-Routen und verwende möglichst ungespritzte Blüten aus eigenem Garten.

Blüten sammeln und vorbereiten

  • Sammle Knospen und Blüten, die sich gerade geöffnet haben und nur so viele, wie du auch verarbeiten kannst.
  • Die Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Insekten. Deshalb ernte nur in Maßen.
  • Verwende möglichst ungespritzte Blüten, am besten aus dem eigenen Garten.
  • Lass etwas vom Stiel dran - so kannst du die Blüte besser festhalten.
  • Die Blüten vorsichtig reinigen und trocknen. Waschen ist nicht notwendig, da dies die ätherischen Öle schädigen kann. Um kleine Insekten zu vertreiben, die Blüten schütteln oder den Sammelkorb kurz draußen stehen lassen.
Veilchenblüten mit Raureif, kurz nach der Ernte

Kandieren: Grundlagen und Wirkung

Beim Kandieren wird dem jeweiligen Pflanzenmaterial Wasser entzogen und der Zuckeranteil erhöht. Dadurch sind Produkte auf Jahre konserviert. Essbare gezuckerte Blüten sind besonders dekorativ und geben den Gerichten ein einzigartiges Aroma.

Die Blüten behalten ihre Farbe, Form und oft auch ihren Duft - so lassen sich Frühlingsboten wie Veilchen oder Rosen den ganzen Sommer über bewundern.

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Methoden zum Kandieren von Blüten

  • Mit Eiweiß (klassisch, hübsch, aber nur wenige Tage haltbar)
  • Mit Gummi arabicum (vegan, haltbar bis zu 6 Monate)

Rezept: Kandieren mit Eiweiß

Zutaten und Utensilien

  • 1-2 Handvoll frisch gepflückte, essbare Blüten
  • 1 Eiweiß
  • 150-200 g Zucker (fein bzw. Kristallzucker wirkt edler)
  • 1 Bogen Backpapier
  • 1 neuer Pinsel
  • 1 Teller
  • 1 Schale
  • ggf. ein Gitter

Anleitung

  1. Das Ei aufschlagen, trennen und das Eiweiß mit einem Esslöffel Wasser leicht schaumig, aber nicht steif schlagen.
  2. Den Zucker auf einem Teller bereitstellen.
  3. Das Eiweiß vorsichtig mit dem Pinsel auf die Blütenblätter streichen. Alternativ: Blüte in Eiweiß tauchen (Blütenblätter können zusammenkleben).
  4. Den Zucker über die Blütenblätter streuen oder Blüte darin wenden.
  5. Die Blüten auf Backpapier legen, bei Blüten mit Stängeln eignet sich ein Gitter.
  6. Unbedeckte Stellen nochmals mit Eiweiß bestreichen und mit Zucker bestreuen.
  7. An einem trockenen, warmen Ort ca. 2 Tage trocknen lassen.
  8. Tipp: Blüten können auch etwa fünf Stunden bei 40 °C im Backofen getrocknet werden, dabei einen Holzlöffel in die Tür klemmen, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Mit Eiweiß kandierte Blüten halten sich nur 4-5 Tage und sollten rasch verzehrt werden. Bei korrekter Lagerung bleiben sie einige Monate optisch schön, sind aber dann nicht mehr zum Essen geeignet.

Kandieren von Blüten mit Eiweiß Schritt für Schritt

Rezept: Kandieren mit Gummi arabicum (vegane Methode)

Zutaten und Utensilien

  • 12 g Gummiarabikum
  • ¼ Tasse Wasser
  • 100 g feiner Kristallzucker
  • ¼ Tasse Wasser für Zuckersirup
  • Pinsel
  • Backpapier/fettabweisendes Papier
  • Blech zum Trocknen
Methode Haltbarkeit Optik
Eiweiß 4-5 Tage Sehr hübsch, empfindlich
Gummi arabicum bis zu 6 Monate Etwas weniger glänzend, haltbarer

Anleitung

  1. 12 g Gummiarabikum in ¼ Tasse Wasser im heißen Wasserbad auflösen, unter Rühren bis klümpchenfrei.
  2. Mischung abkühlen lassen.
  3. Währenddessen einen Sirup aus ¼ Tasse Wasser und 100 g Zucker erhitzen, auf 80 Grad bringen und abkühlen lassen.
  4. Jede einzelne Blüte mit dem Pinsel mit der Gummi arabicum-Lösung bestreichen, von beiden Seiten.
  5. Mit der Zuckerlösung ebenfalls beide Seiten bestreichen.
  6. Feinkristallzucker durch ein Sieb über die Blüten streuen, bis sie komplett bedeckt sind.
  7. Alles auf fettabweisendem Papier trocknen lassen; Backblech ggf. in den Ofen bei 50 °C schieben, Ofentür mit Holzlöffel geöffnet lassen.
  8. Nach einer Stunde überprüfen, ggf. Form korrigieren und weitere 2-3 Stunden trocknen lassen.

So konservierte Blüten halten sich gut getrocknet und luftdicht verschlossen bis zu sechs Monate.

Blüten im Kandierprozess auf einem Backblech

Tipps und Hinweise zur Verwendung kandierter Blüten

  • Verwende kandierte Blüten nur in Maßen - auch wenn sie essbar sind, sollte der Konsum nicht übertrieben werden.
  • Kandierte Blüten sind eine wundervolle Deko auf Kuchen, Petit Fours und Hochzeitstorten.
  • Süßer Topfen, Salate, Suppen und Gemüse können mit frischen Blüten und Blättern verfeinert oder dekoriert werden.
  • Gezuckerte Blüten lassen sich als Highlight auf Cupcakes, Desserts oder pikanten Speisen einsetzen.
  • Je nach Blüte geben sie dem Gericht ein besonderes Aroma und werten es optisch auf.
Blüten für das Kandieren richtig sammeln und vorbereiten

Wichtige Hintergrundinformationen

Viele Pflanzen bringen essbare Blüten hervor, die Vielfalt ist groß. Für die Farbe der Blüten sind pflanzliche Farbstoffe, meist sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Anthozyane und ätherische Öle verantwortlich. Essbare Blüten enthalten neben Vitamin C und E auch Bitterstoffe, Saponine, Schleimstoffe und Gerbstoffe. In der Volksmedizin wird das wohlriechende Veilchen verwendet, bei Bronchialkatarrhen hat es mild schleimlösende Wirkung. Blüten können auch zur äußerlichen Anwendung genutzt werden, etwa als Tee zur Waschung bei Hautkrankheiten oder als Salbe gegen Hornhaut und Warzen.

Das Kandieren bietet eine der dekorativsten Möglichkeiten, die vergängliche Schönheit der Natur zu bewahren und gleichzeitig das Aroma und die besonderen Inhaltsstoffe der Blüten zu genießen.

Bunte Vielfalt kandierter Blüten - Inspiration für die kreative Verwendung

Haltbarkeit, Lagerung und weitere Methoden

Kandierte Blüten mit Eiweiß sind nur wenige Tage haltbar. Die vegane Variante mit Gummiarabikum ermöglicht eine längere Lagerung (bis zu sechs Monate bei trockener und luftdichter Lagerung). Blüten lassen sich zudem in Essig, Öl, Zucker oder Salz einlegen oder in Brot und Soßen verarbeiten. Aus Blüten kann man Gelees, Sirupe, Blütenessig und dekorative Eiswürfel herstellen - die Einsatzmöglichkeiten sind beinahe grenzenlos.

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Zusammenfassung der Schritte für das Kandieren von Blüten

  1. Geeignete essbare Blüten sammeln und reinigen.
  2. Mit Eiweiß oder Gummi arabicum bestreichen.
  3. Feinen Zucker darüber streuen.
  4. Blüten auf Backpapier auslegen und trocknen lassen.
  5. Luftdicht lagern für optimale Haltbarkeit.

Essbare Blumen selber machen ist wirklich einfach und eine faszinierende Möglichkeit, die Formen- und Farbenvielfalt der Natur kulinarisch einzufangen!

Kandierte Blüten - Übersicht der verschiedenen essbaren Sorten

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