Nüchtern zur Blutabnahme: Erklärung, Gründe und Ablauf
Eine nüchterne Blutabnahme gehört zur Standarddiagnostik beim Arzt, denn das Blut verrät viel über den Gesundheitszustand eines Patienten. Vielfach wird das sogenannte kleine Blutbild jährlich gemacht. Sollen noch mehr Werte abgeklärt werden, entscheidet sich der Mediziner für ein großes Blutbild. Aber für alle Laborwerte ist es zwingend erforderlich nüchtern zum Arzt zu gehen.
Viele Patienten fragen sich, warum es überhaupt wichtig ist, zur Blutabnahme nüchtern in die Praxis zu kommen. Hintergrund dieser Praktik ist die Vergleichbarkeit. Dürften Patienten vor der Blutabnahme wie gewohnt essen, könnten die Untersuchungsergebnisse verfälscht werden. Für den Arzt wäre es womöglich schwerer, Auffälligkeiten im Blut zu erkennen.
Was bedeutet „nüchtern“ und wie lange muss man fasten?
Nüchtern bedeutet, dass Sie vor dem Termin für eine bestimmte Zeit nichts essen. Häufig sind damit etwa 8 bis 12 Stunden gemeint. Insgesamt sollte man 8 bis 12 Stunden vor der Blutabnahme nichts mehr essen. Meist sollte man 8 bis 12 Stunden vor der Blutabnahme nichts essen. Nüchtern sein und Essen: Vor manchen Untersuchungen oder Operationen ist es erforderlich, mindestens sechs bis acht Stunden nichts zu essen. Ist der Termin morgens, kann man am Abend zuvor noch normal Abendbrot essen und vielleicht später einen kleinen Snack zu sich nehmen. Das Frühstück muss jedoch ausfallen.
Der Nüchternblutzucker gibt an, wie hoch der Blutzucker ist, wenn man mindestens acht Stunden nichts gegessen oder getrunken hat (außer Wasser). Um den Nüchternblutzucker zu messen, nimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Blut ab. Oft reicht dazu ein kleiner Piks in die Fingerkuppe. Diese Messung findet in der Regel morgens vor dem Frühstück statt.
Was darf man trinken?
Beim Trinken gilt folgende Einschränkung: Nur Wasser, ungesüßter Tee oder schwarzer Kaffee sind vor dem Bluttest noch erlaubt. Bei Tee und Kaffee ist auf Zucker, Süßstoff, Sahne und Milch zu verzichten. Wasser, ungesüßter Tee oder Kaffee stellen im Normalfall kein Problem dar. Ein Glas stilles Wasser ist zwei bis drei Stunden vor der Untersuchung oft kein Problem. Auch unmittelbar davor kann man noch ein Glas Wasser trinken, das macht überhaupt nichts. Wasser zu trinken ist nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht! Eine gute Flüssigkeitszufuhr macht die Venen schön prall und erleichtert die Blutentnahme erheblich.
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Verzichten sollte man bei einer nüchternen Blutabnahme auf kalorienhaltige Getränke wie Saft, Softdrinks, Milch oder Alkohol. Säfte, Cola oder Limonaden sind verboten. Auf den Süßstoff sollten Sie verzichten, denn er könnte den Stoffwechsel beeinflussen. Schwarzer Kaffee ohne Milch und Zucker wird bei manchen Untersuchungen toleriert, sollte aber vorher mit der Praxis abgesprochen werden.
Welche Blutwerte erfordern Nüchternheit?
Es geht dabei unter anderem darum, Blutwerte nicht durch eine vorherige Nahrungsaufnahme zu beeinflussen und Behandlungen oder Untersuchungen sicherer sowie effektiver zu machen. Beim Blutzuckerwert geht es darum, den Nüchtern-Blutzucker festzustellen. Die Normwerte für diesen liegen zwischen 70 und 110 mg/dl. Höhere Werte ab 126 mg/dl können auf die Blutzuckerkrankheit Diabetes mellitus hindeuten. Vor dem Frühstück auf nüchternem Magen lasse sich diese Werte am besten und genausten bestimmen. Zuckerhaltige Getränke am Morgen oder das Brötchen mit Marmelade können den Blutzuckerwert jedoch erhöhen.
Auch die Cholesterinwerte können nur korrekt auf nüchternen Magen geprüft werden. Deftige Mahlzeiten können die Fettwerte im Blut verändern. Hohe Blutfettwerte deuten auf ein erhöhtes Arteriosklerose-Risiko hin. Das betrifft vor allem Blutzucker, Cholesterin, Triglyceride und manche Leberwerte. Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin (DGKL) betonen, wie entscheidend die Nüchternheit besonders für die Messung von Blutzucker, Cholesterin und Triglyceriden ist, da diese Werte extrem schnell auf das reagieren, was wir essen.
Übersicht: Häufig getestete Werte und Nüchternpflicht
| Blutwert / Untersuchung | Meist empfohlen |
|---|---|
| Nüchternblutzucker | Ja, 8-12 Stunden |
| Cholesterin / Triglyceride | Ja, 8-12 Stunden |
| Kleines/großes Blutbild | Nicht immer zwingend, Arzt entscheidet |
| Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4) | In der Regel nein |
| Viele Hormontests | Oft nein |
| Entzündungsmarker | Meist nicht betroffen |
Ablauf der venösen Blutabnahme
Bei einer Blutabnahme wird eine kleine Menge Blut entnommen, um sie im Labor oder direkt vor Ort zu untersuchen. Am häufigsten ist die venöse Blutabnahme, meist aus einer Vene in der Ellenbeuge. Für kleine Blutmengen reicht manchmal auch eine kapilläre Blutabnahme aus der Fingerkuppe. Die venöse Blutabnahme sollte ruhig, hygienisch und strukturiert durchgeführt werden. So lassen sich Fehler vermeiden und Proben zuverlässig auswerten.
- Der Patient wird identifiziert, die Vene ausgewählt, die Haut desinfiziert und Blut in passende Röhrchen entnommen.
- Vor der Blutentnahme sollten alle Materialien vollständig vorbereitet werden. Name und Geburtsdatum werden aktiv abgefragt und mit Laborauftrag oder Patientenakte abgeglichen.
- Hände desinfizieren, Handschuhe anziehen und die Röhrchen griffbereit bereitlegen. Der Patient sitzt oder liegt bequem, der Arm ist gut abgestützt.
- Für die venöse Blutabnahme wird meist eine Vene in der Ellenbeuge gewählt. Häufig wird die Vena mediana cubiti genutzt, weil sie oft gut tastbar ist.
- Das Tourniquet wird etwa 5 bis 10 cm oberhalb der Punktionsstelle angelegt. Es sollte die Vene stauen, aber keine Schmerzen verursachen. Eine zu lange Stauung kann Laborwerte verfälschen und das Risiko für Hämolyse erhöhen.
- Danach wird die Punktionsstelle gründlich desinfiziert und muss vollständig trocknen. Die Haut wird leicht gespannt, damit die Vene nicht wegrollt.
- Die Kanüle wird mit der Öffnung nach oben in einem flachen Winkel eingeführt. Die richtige Röhrchen-Reihenfolge verhindert, dass Zusätze aus einem Röhrchen andere Proben beeinflussen.
- Nach dem Füllen der Röhrchen wird ein steriler Tupfer locker auf die Punktionsstelle gelegt. Die Nadel wird gerade zurückgezogen, anschließend wird Druck ausgeübt. Die Kanüle wird direkt und ohne Recapping in den Abwurfbehälter entsorgt.
- Die Röhrchen werden eindeutig beschriftet, zum Beispiel mit Name, Geburtsdatum, Datum und Uhrzeit der Entnahme.
Ein Tourniquet, auch Aderstauer genannt, ist ein Band, das kurzzeitig am Arm angelegt wird. Ein Vacutainer ist ein Blutentnahmesystem mit Unterdruck. Bei einer Hämolyse werden rote Blutkörperchen in der Probe beschädigt. Recapping bedeutet, dass die Schutzkappe wieder auf eine benutzte Nadel gesetzt wird.
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Kapilläre Blutabnahme und Sonderfälle
Die kapilläre Blutabnahme wird eingesetzt, wenn nur eine kleine Blutmenge benötigt wird, zum Beispiel bei Blutzuckermessungen oder bestimmten Schnelltests. Dabei wird meist seitlich an der Fingerkuppe punktiert. Für manche Menschen ist das Fasten deutlich schwerer umzusetzen, dazu zählen ältere Personen, Kinder und vor allem Diabetes-Patienten. Wer es nicht schafft, 8 bis 12 Stunden auf Essen zu verzichten und zur Blutabnahme nüchtern zu kommen, sollte den Arzt darüber informieren. In der Regel kann eine gemeinsame Lösung gefunden werden.
Wenn der normale Hausarzt sagt, man soll nüchtern zur Blutabnahme erscheinen, dann meint er damit vor allem, dass man auf fettiges oder zuckerhaltiges Essen verzichten muss. Eigentlich würde man alle Medikamente weiternehmen, sofern es sich um eine normale Blutuntersuchung beim Hausarzt handelt! Bei Spezialuntersuchungen, die meistens in der Klinik stattfinden, wird das immer nochmal für den Einzelfall abgesprochen und genau gesteuert.
Was tun bei Abweichungen und Auffälligkeiten?
Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen. Erst im Zusammenhang mit anderen Werten, Symptomen und Untersuchungen ergibt sich ein klares Bild. Zudem haben auch gesunde Menschen manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs. Ist der Blutzucker zu niedrig, spricht man von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Der Körper hat dann nicht genügend Energie zur Verfügung. Je nachdem, wie ausgeprägt die Unterzuckerung ist, kann sie sich durch Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Heißhunger bemerkbar machen.
Ein erniedrigter Nüchternblutzucker kommt vor allem bei Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes vor. Die häufigste Ursache für erniedrigte Werte ist, dass bei ihnen Insulin oder andere blutzuckersenkende Medikamente zu hoch dosiert sind. Ein erniedrigter Blutzucker kann aber auch andere Gründe haben, wie eine nicht ausreichende Ernährung oder bestimmte körperliche Erkrankungen. Es ist sinnvoll, erniedrigte Werte mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, um die Ursache herauszufinden. Davon hängt ab, ob eine Behandlung nötig ist.
Ist der Blutzucker längere Zeit erhöht, kann das etwa durch ein starkes Durstgefühl und häufiges Wasserlassen auffallen - oft bleibt es aber zunächst unbemerkt. Es ist wichtig, erhöhte Werte mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen und die Ursache zu klären. Vermutet sie oder er Diabetes, wird die Diagnose durch weitere Messungen überprüft. Um die Diagnose Diabetes mellitus zu stellen, sind mindestens zwei Messungen erforderlich - denn der Blutzucker kann von Messung zu Messung deutlich schwanken.
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Praktische Tipps und Verhalten vor und nach der Blutabnahme
- Fragen Sie unbedingt nach, wenn Sie sich unsicher sind, wie lange Sie nichts essen und trinken dürfen.
- Sinnvoll sind Versichertenkarte, Überweisung oder Laborformular, eine Medikamentenliste und Hinweise zu Allergien, zum Beispiel bei Latex oder Pflastern.
- Suchen Sie vorab das Gespräch mit der Praxis, falls Sie regelmäßig Medikamente einnehmen oder besondere gesundheitliche Einschränkungen haben.
- Rauchen sollte man möglichst nicht vor einer Blutabnahme, weil auch da bestimmte Blutwerte verfälscht sein könnten.
- Ein kleiner blauer Fleck nach der Blutabnahme ist meist harmlos. Nach der Blutabnahme sollte der Arm einige Minuten gestreckt bleiben und leichter Druck auf die Einstichstelle ausgeübt werden. Das Pflaster oder der Verband sollte mindestens eine Stunde belassen werden.
- Nach einer nüchternen Blutabnahme darf man in der Regel wieder essen und trinken, sofern nichts anderes vereinbart wurde.
Wann ist Nüchternsein nicht notwendig?
Der Gedanke, dass jede Blutabnahme auf leeren Magen stattfinden muss, hält sich hartnäckig - ist aber tatsächlich ein Mythos. Für manche Untersuchungen ist es schlichtweg egal, ob du kurz zuvor gegessen hast. Bei bestimmten Werten im Blut ist die Konzentration so stabil, dass eine kurzfristige Nahrungsaufnahme kaum einen Unterschied macht. Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4): Diese Werte reagieren sehr langsam. Viele Hormontests: Auch andere Hormone, wie zum Beispiel Sexualhormone, bleiben von Mahlzeiten oft unberührt. Entzündungsmarker sind meist nicht betroffen.
Wenn die Blutentnahme für den Morgen geplant ist, geht also ein leichtes Abendessen in Ordnung. Jedoch könnte eine späte, schwere Mahlzeit die Blutfettwerte beeinflussen. Bei Spezialuntersuchungen wird das immer nochmal für den Einzelfall abgesprochen und genau gesteuert. Sollten Ihnen die Einschränkungen Probleme bereiten, sprechen Sie in jedem Fall mit dem Arzt darüber.
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