Sauerteig-Blechkuchen: Anleitung für den perfekten Zwetschgendatschi
Der Sommer geht langsam zu Ende, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken. Zum Glück habe ich heute ein Trostpflaster für euch - so groß wie ein ganzes Backblech! Es gibt saftigen Zwetschgendatschi vom Blech mit einem dünnen Sauerteigboden. Sauerteig verleiht dem Kuchen nicht nur ein besonders feines Aroma, sondern sorgt auch dafür, dass er auch nach ein paar Tagen immer noch saftig und frisch schmeckt.
Was ist das Besondere an Zwetschgendatschi mit Sauerteig?
Die klassischen Varianten nutzen Rührteig, Mürbeteig oder Hefeteig, aber auch Quark-Öl-Teig-Versionen gibt es. Natürlich gibt es an Omas Rezepten eigentlich nichts zu verbessern, deshalb ist diese Sauerteig-Version auch eher als Feinschliff eines Klassikers zu verstehen. Das Ziel: Wie Zwetschgendatschi mit Hefeteig, nur saftiger. Der Sauerteig im Teig sorgt dafür, dass der Zwetschgenkuchen auch nach ein paar Tagen immer noch saftig und frisch schmeckt.
Sauerteig im Kuchen? Das war die Reaktion von meiner Mutter und meinem Bruder, als ich ihnen von diesem obersaftigen Meisterwerk vorgeschwärmt hatte. Und dann habe ich ihnen mitgeteilt, dass das unser Sauerteigkuchen ist! Ach so! Das geht ja! - ach, hätte ich ja nicht gedacht...
Die Hefewasservariante schmeckt milder und gleicht dem üblicherweise mit Bäckerhefe gelockerten Blechkuchen. Bei der Sauerteigvariante ist die milde Säure deutlich wahrnehmbar.
Welche Zutaten sind wichtig?
Mehl: Für dieses Rezept eignet sich am besten Weizenmehl 405. Je höher die Typzahl des Mehls ist, desto mehr Schalenanteile sind im Mehl noch enthalten.
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Sauerteigstarter: Der Sauerteig muss nicht frisch gefüttert sein, aber die letzte Auffrischung sollte nicht länger als eine Woche her sein. Ich füttere meinen Sauerteig zu gleichen Teilen mit Wasser und Mehl. Ihr könnt für dieses Rezept entweder Weizensauerteig oder Roggenanstellgut verwenden und braucht keinen klassischen Hefeersatz hinzuzufügen.
Butter: Ihr könnt die Butter durch eine vegane Alternative ersetzen. Für den Teig braucht ihr weiche Butter, damit sie sich gut mit den restlichen Zutaten verbindet.
Milch: Das Rezept funktioniert mit Kuhmilch genauso gut wie mit veganen Milchalternativen. Ihr könnt die Milch sogar durch Wasser ersetzen.
Zucker: Ich habe weißen Zucker benutzt.
Zwetschgen: Jede Zwetschge ist eine Pflaume, aber nicht jede Pflaume ist eine Zwetschge. Zwetschgen sind eine Unterart von Pflaumen, kleiner und fester; ihr Kern lässt sich leichter lösen. Sie sind oval - im Gegensatz zu runden Pflaumen. Wer lieber mit Pflaumen backt, sollte sie in Spalten schneiden, den Rand freilassen oder leicht erhöhen und mit etwas Zucker bestreuen.
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Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Sauerteig-Blechkuchen
Tag 1 - Teig ansetzen und kalte Gare
- Mehl, Sauerteigstarter, Milch, Butter, Zucker und Salz in einer großen Schüssel zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
- Stockgare: Den Teig abgedeckt bei Zimmertemperatur 4 bis 6 Stunden gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat. Nach den ersten 30 Minuten einmal dehnen und falten, um dem Teig Struktur zu geben.
- Den aufgegangenen Teig auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen und auf ein gefettetes, tiefes Backblech legen.
- Bestreicht die Oberfläche dünn mit Milch oder Wasser, damit der Teig nicht austrocknet.
- Kalte Übernachtgare: Das Blech gut abdecken und über Nacht oder für 8-10 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Tag 2 - Belegen und Backen
- Ofen auf 180 °C Umluft (oder 200 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen.
- Streusel vorbereiten: Mehl, Zucker, kalte Butter in Stückchen, Salz und Zimt mit den Fingern zu Streuseln verarbeiten. Die Streuselmasse kann auch am Vortag zubereitet werden.
- Zwetschgen waschen, halbieren und entkernen.
- Optional: Marzipanrohmasse möglichst dünn ausrollen und auf den Teig legen - der säuerliche Saft vermischt sich beim Backen wunderbar mit dem süßen Marzipan.
- Die Zwetschgen dachziegelartig auf dem Teig verteilen, dann großzügig mit Streuseln bestreuen.
- Den Kuchen ca. 35 Minuten im Ofen backen, bis die Streusel goldbraun sind.
Tipps und Tricks für ein perfektes Ergebnis
- Der Sauerteig muss für dieses Rezept nicht frisch gefüttert sein, die letzte Auffrischung sollte aber nicht länger als eine Woche her sein.
- Der Teig enthält relativ viel Butter. Das hemmt die Fermentation und macht den Teig schwer. Je länger, desto besser: Wenn ihr den Kuchen nicht bei 30 Grad im Hochsommer backt, dann sollte der Teig lieber ein bis zwei Stunden länger gehen.
- Dank Sauerteig bleibt der Kuchen auch nach einem oder zwei Tagen noch saftig.
- Den noch warmen Kuchen mit einem Klecks Sahne servieren - ein Genuss!
- Aufbewahrung: Am besten in Stücke schneiden, einfrieren und bei Bedarf bei Zimmertemperatur auftauen lassen. Besonders lecker wird der Kuchen mit einer dünnen Schicht Marzipan zwischen Teig und Zwetschgen.
Variationen und weitere Beläge
Wer mag, kann einen Teil des Mehls durch Haferflocken oder gemahlene Nüsse ersetzen. Grundsätzlich funktioniert dieses Zwetschgendatschi Rezept nur mit Sauerteig und ganz ohne industrielle Hefe. Ihr könnt auch andere Obstsorten einsetzen: Marillen, Kirschen oder Äpfel eigenen sich besonders gut. Für Marillen empfehle ich, sie reif zu verwenden, und für Kirschen einen Saftspiegel mit Speisestärke und Zucker herzustellen, bevor ihr sie auf dem Teig verteilt.
| Obst | Zubereitung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Zwetschgen | Halbieren und entkernen, dachziegelartig auflegen | Fester, Kern löst leicht |
| Pflaumen | In Spalten schneiden, Rand erhöhen | Runder, saftiger als Zwetschgen |
| Marillen | Halbieren, Schnittfläche nach oben | Müssen reif und aromatisch sein |
| Kirschen | Abtropfen lassen, Saftspiegel auskochen | Säuerlich, aromatisch |
Praktische Hinweise zum Backen
Das Rezept funktioniert wunderbar für ein ganzes Blech - ideal für die Familie oder Gäste. Wenn ihr keinen ganzen Blechkuchen backen möchtet, könnt ihr das Rezept halbieren und in einer Spring- oder Tarteform backen. Am besten schmeckt der Zwetschgendatschi noch warm mit einem kühlen Klecks Sahne. Durch den Sauerteig bleibt er länger frisch und saftig und schmeckt auch nach einem oder zwei Tagen noch.
Mit diesem Rezept gelingt ein wirklich Werbung für Kuchen - und wenn ihr feststellt, wie einfach er zu machen ist, und dass man nicht einmal einen Mixer braucht, dann wisst ihr, was ich meine!
Genauso wie beim richtigen Boden für einen originalen Zwetschgendatschi scheiden sich auch bei den Streuseln die Geister. Ob mit oder ohne Streusel - beides funktioniert wunderbar.
Häufige Fragen zum Rezept
- Kann ich das Rezept auch mit Sauerteig-Resten machen?
Ja, der restliche Sauerteig aus dem Kühlschrank (Anstellgut) kann für Kuchen verwendet werden. - Kann man portionsweise einfrieren?
Auf jeden Fall! Am besten in Stücke schneiden, einfrieren und bei Bedarf bei Zimmertemperatur auftauen lassen. - Kann ich Butter und Milch ersetzen?
Ihr könnt Butter und Milch problemlos durch pflanzliche Alternativen oder sogar Wasser ersetzen. - Brauche ich extra Hefe?
Nein, grundsätzlich funktioniert dieses Rezept nur mit Sauerteig. Nur bei ganz jungem Sauerteig kann ein Minikrumel zusätzliche Hefe helfen.
Feedback und Community-Tipp
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