Was sind Bergische Waffeln und wo kann man sie essen
Die Bergische Kaffeetafel ist eine regionaltypische Tradition, bei der süße und herzhafte Leckereien zusammen serviert werden. Neben dem frischen Kaffee aus der „Dröppelmina“ gehören Hefeblatz, Schwarz- und Graubrot, süße Aufstriche und Herzhaftes zum Belegen unbedingt zur Bergischen Kaffeetafel. Auf keinen Fall dürfen die Bergischen Waffeln fehlen, die ganz klassisch mit heißen Kirschen und Sahne oder auch mit Milchreis mit Zimt und Zucker serviert werden.
Was macht Bergische Waffeln aus?
Bergische Waffeln unterscheiden sich von anderen Waffeln durch ihre besondere Zubereitungsart und ihren unverwechselbaren Geschmack. Sie werden im Gegensatz zu anderen Waffeln mit Sprudelwasser anstatt mit Milch oder Sahne hergestellt. Bergische Waffeln backte man im Übrigen bis Mitte des 19. Jahrhunderts recht aufwändig mithilfe eines sogenannten Zangenwaffeleisen über dem offenen Feuer, später dann in einem Wendewaffeleisen. Das Wendewaffeleisen war dabei um die eigene Achse drehbar und bräunte die Waffel schön gleichmäßig.
In sehr armen Zeiten wurde die Bergische Waffel früher nur mit Apfelmus gegessen und bestand aus Hafermehl. Eier- und fettreiche Rezepturen wie Bergische Waffeln, die im Übrigen auch holländischen Ursprungs sein sollen, galten somit lange Zeit als pure Festtagsspeisen. Bergische Waffeln repräsentierten Sahne, Butter und Eier und standen für einen gewissen Wohlstand.
Bergische Kaffeetafel: Kontext und Bestandteile
Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts kannte man die Bergische Kaffeetafel als bunten Festtagsschmaus im Familienkreis. Da das Bergische Land eine arme Region war, brachte jeder Eingeladene etwas zu essen mit. Im Laufe der Zeit entwickelte sich sogar eine feste Gangfolge der Speisen und jede Familie hatte ihre ganz eigenen Vorlieben.
Der erste Gang besteht traditionell aus einer dick mit Butter und Kraut bestrichenen Scheibe „Krentensemel“ (Korinthenstuten). Darauf legt man eine fingerdicke Schicht „stiewen Ries“ (steifen Reisbrei) mit etwas Zimt und Zucker. Als zweiter Gang folgt die Bergische Waffel, der dritte Gang ist eine Scheibe bergisches „Schwattbruat“ (Schwarzbrot) mit Butter und „Klatschkaes“ (Quark), nach Geschmack auch mit etwas Apfel- oder Rübenkraut obenauf. Zuweilen wurden früher auch hofeigener Käse, Hausmacher Würste und selbstgeräucherter Schinken aufgetischt. Zum Abschluss hilft ein kräftiger Bergischer Korn bei der Verdauung.
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Traditionell und je nach Status der Familie gehörte auf den Tisch: Korinthenstuten, Milchreis mit Zimt und Zucker, Honig, Apfel- oder Rübenkraut, deftiges Schwarzbrot, Quark („Klatschkäs“), Butter und Waffeln. Heute gibt es meist noch Konfitüre, Käse und Wurst dazu. Wenn dann die „Dröppelminna“, diese bauchige auf drei Füßchen stehende Kaffeekanne aus Zinn, mit frischem Kaffee auf dem mit klassischem Zwiebelmuster eingedeckten Tisch steht, es nach Waffeln und Milchreis duftet, dürften kaum noch Wünsche offen bleiben.
Die Dröppelmina - das Herzstück
Im Zentrum der Bergischen Kaffeetafel steht die Dröppelmina, eine bauchige Kranenkanne aus Zinn. Die birnenförmige Kanne hat ein Kränchen zum Kaffee-Ausschenken, zwei Henkel und steht fest auf drei Füßen. Da Zinn ein schlechter Wärmeleiter ist, hält die Kanne den Kaffee sehr lange warm und sorgt für langen Kaffeegenuss. Bereits im 18. Jahrhundert kam die Kanne, genauso wie etwas später Kaffee und Reis, aus Holland, zu dem das Bergische Land früher rege Handelsbeziehungen pflegte.
Um in der Kanne Kaffee aufzubrühen, nimmt man mit ihrem Deckel Maß. Der frischgemahlene Bohnenkaffee wird in ebendiesen gefüllt und man gibt das Kaffeepulver sodann in den Bauch der Kanne, gießt mit kochendem Wasser auf. Der sogenannte Satzkaffee verstopft zuweilen gerne das Kränchen, wenn er zu hoch aufsteigt und dann kommt es zum typischen dröppeln („tropfen“). Heute bezeichnet man die Dröppelmina auch gerne als „Königin der Kaffeetafel“.
Typische Servierweisen der Waffeln
- Bergische Waffeln mit heißen Kirschen und Schlagsahne - die klassische Variante.
- Bergische Waffeln mit Milchreis mit Zimt und Zucker - eine regionale Spezialität.
- Saisonal: im Winter mit heißen Zimt-Pflaumen, im Sommer mit Heidelbeeren.
- Schlankere Variante: Bergische Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne; wahlweise auch mit Milchreis oder Eis.
Wo kann man Bergische Waffeln essen - empfehlenswerte Orte auf Wanderungen
Im Bergischen Land wird die Bergische Kaffeetafel heute in vielen Restaurants und Cafés als Gruppenmahlzeit oder auch in Varianten für einzelne Gäste angeboten. Insbesondere die Gastronomie-Betriebe der Vereinigung „Bergische Gastlichkeit e.V.“ haben sich auf die Fahnen geschrieben, die bergische Tradition zu pflegen und servieren im Zeichen der Dröppelmina heimische Rezepturen und Produkte aus der Region.
Herrliche Herbst-Wanderwege und schöne Einkehrmöglichkeiten machen das Bergische zum perfekten Ausflugsziel. Vom Siebengebirge bis zum Bergischen Amazonas locken herrliche Wege und köstliche Waffeln. Wir haben fünf herbstliche Rundwanderungen im Bergischen Land ausgesucht, wo man auf der Strecke oder nach der Tour wunderbar Waffeln essen kann.
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1. Siebengebirge: Milchhäuschen und Einkehrhaus Waidmannsruh
Die „Waldgaststättentour“ rund um die Margarethenhöhe in Königswinter Ittenbach gehört zu den Klassikern unter den Wanderwegen im Siebengebirge. Bei schönem Wetter sitzt man hier auch besonders nett draußen. Mit seinen übersichtlichen neun Kilometern Länge hat der Rundweg eine gute Distanz für die ganze Familie.
Waffeln essen: Milchhäuschen, Elsigerfeld 1, 53639 Königswinter - die Waffeln sollen besonders lecker sein. Einkehrhaus Waidmannsruh, Rosenau 13, 53639 Königswinter - Belgische Waffeln gibt es wahlweise mit Puderzucker und Nutella oder mit Puderzucker, Vanilleeis, Schokoladensoße und bunten Schokolinsen.
2. Herrenstrunden: Malteser Komturei und Dröppelminna
Nicht nur ist diese Runde wegen ihrer Kürze und der Bachnähe besonders schön für Familien, hier gibt es zudem am Ende gleich zwei spitzen Orte für eine klassische Bergische Kaffeetafel oder einfach nur leckere Waffeln: Die Restaurants „Malteser Komturei“ und „Dröppelminna“ sind beides Top-Adressen im Bergischen Land. „Koffeedrenken met allem dröm und dran“ ist buchbar ab 8 Personen in beiden Restaurants.
3. Bauernhofwanderung Lohmar: Gut Schiefelbusch
Bauernhöfe, Tiere, Landwirtschaft zeichnen diesen Rundwanderweg um Lohmar aus. Mit dem Bauerngut Schiefelbusch, der Gammersbacher Mühle (an Wochenenden) und dem Krewelshof gibt es gleich drei Bauernhöfe mit Hofcafés am Weg, die zur Einkehr einladen. Unser Tipp zum Waffeln essen ist das Gut Schiefelbusch.
Waffeln essen: Gutscafé am Gut Schiefelbusch, Schiefelbusch 3, 53797 Lohmar - Kuchengedecke mit Waffel und Pott Kaffee; Bergische Kaffeetafel mit allen Dröm und Dran gibt es für kleine Gruppen.
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4. Bergischer Amazonas: Haus Rüden und Gaststätte Rüdenstein
Im Tal der Wupper angekommen, findet man in dem kleinen Ort Rüden gleich zwei typisch bergische Ausflugs-Restaurants, die buttrige Waffeln und die traditionelle Kaffeetafel anbieten. In beiden urigen Fachwerkhäusern, dem etwas kleineren Restaurant Rüden, sowie der beliebten Gaststätte Rüdenstein, kann man - je nach Wetterlage und Saison - besonders schön draußen sitzen und schlemmen.
Waffeln essen: Café-Restaurant Haus Rüden, Untenrüden 39, 42657 Solingen - Bergische Waffeln werden klassisch mit heißen Kirschen und Sahne, aber auch saisonal serviert. Gaststätte Rüdenstein, Obenrüden 72, 42657 Solingen - Bergische Kaffeetafel „met allem dröm und dran“ kostet 21,50 Euro pro Person.
5. Rund um Schloss Burg: Waffelhaus zum bergischen Löwen
Zum Abschluss warten Waffeln in unzähligen Varianten von süß bis deftig im Waffelhaus in Burg. Sogar glutenfreie Buchweizenwaffeln und Pizza-Waffeln sowie Bergische Kaffeetafel gibt es. Auf 262 Kilometern schlängelt sich der „Bergische Weg“ an allen Beauty Spots des Bergischen vorbei - da darf Schloss Burg in Solingen nicht fehlen.
Neue und traditionelle Interpretationen
Die neue Bergische Küche interpretiert traditionelle Speisen wie Rübstiel, Heringsstipp und Graupen auf neue Weise - ein klein wenig leichter. Deftiger sind „Pillekuoken“ und „Riefkuoken“; das eine ist eine Art Pfannkuchen, das andere ein kross, in Fett gebratenes Kartoffelküchlein, das früher als Arme-Leute Essen galt. Heute schmeckt es köstlich mit Lachs oder Apfelmus, Rüben- oder Apfelkraut.
Bergische Waffeln mit heißen Kirschen und Vanilleeis sind eine leckere Begleitung zum Nachmittagskaffee. Besonders im Bergischen Land werden sie auch schon Mal mit Milchreis serviert. Zur Verdauung nach einem herzhaften Mahl empfiehlt sich ein Korn, Weinbrand oder Likör - ein original Bergischer, versteht sich.
Praktische Hinweise für Besuch und Genuss
- Die Bergische Kaffeetafel ist oft als Gruppenmahlzeit buchbar - viele Gaststätten bieten Varianten ab einer bestimmten Personenzahl an.
- Die Dröppelmina gehört oft zur Tischdekoration und wird live eingeschenkt - stelle eine Tasse unter den Zapfhahn und sieh, wie der Kaffee hineindröppelt.
- Viele Wanderwege im Bergischen Land verbinden Naturerlebnis und Einkehrmöglichkeiten - plane Zeit für eine ausgiebige Kaffeetafel ein.
- Auch für Einzelgäste gibt es meist schlankere Varianten, etwa nur Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne oder Milchreis.
Tabelle: Kurzübersicht ausgewählter Waffel-Orte
| Ort | Empfehlung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Milchhäuschen (Königswinter) | Waffeln | Schönes Außensitzplatz |
| Einkehrhaus Waidmannsruh | Belgische Waffeln | Wander-Frühstück, deftige Küche |
| Dröppelminna (Herrenstrunden) | Bergische Kaffeetafel | Original Dröppelmina, buchbar ab 8 Pers. |
| Gut Schiefelbusch (Lohmar) | Hofcafé mit Waffeln | Bauerngut-Atmosphäre, Kinderfreundlich |
| Haus Rüden / Rüdenstein | Bergische Kaffeetafel | Saisonale Waffelvarianten |
| Waffelhaus zum bergischen Löwen | Waffeln & Kaffeetafel | Glutenfreie Buchweizenwaffeln, Pizza-Waffeln |
„Koffeedrenken met allem dröm on dran“ - das kann man im Bergischen Land heute noch wie damals. Die bergische Rezeptsammlung dient als Inspiration und Nachschlagewerk und lädt dazu ein, neue regionale Klassiker auszuprobieren.
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