Baumkuchenspitzen Rezept ohne Marzipan

Baumkuchen gehört zu den kulinarischen Highlights im Winter. Schicht für Schicht unter dem Grill gebacken, entsteht ein unglaublich saftiger, zarter Kuchen mit den charakteristischen „Jahresringen“. Diese feinen Baumkuchenspitzen ohne Alkohol und Marzipan zergehen auf der Zunge - und sehen noch dazu hübsch aus.

Worum es geht

Baumkuchen ist wohl eines der traditionellsten Kuchenrezepte die wir in Deutschland kennen. Beim Backen werden mehrere dünne Teigschichten aufgetragen und einzeln gebacken, wodurch der Kuchen eine ringförmige Struktur erhält. Diese Schichten bilden ein Muster, das an einen Querschnitt eines Baumstammes erinnert.

Warum ohne Marzipan?

Bei meinem Rezept handelt es sich um Baumkuchen ohne Marzipan und Alkohol. Meistens wird das Konfekt nämlich mit ordentlich Rum, Likör oder Amaretto getränkt. Diese Variante verzichtet bewusst auf Marzipanrohmasse und Alkohol, bleibt dabei aber saftig und aromatisch.

Zutaten für den Teig (für eine kleine Form / Backrahmen)

  • 250 g Butter, weich
  • 250 g Zucker (oder nach Rezeptteilen 100 g + 100 g je nach Variante)
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 4 Eier (getrennt: Eigelbe und Eiweiß)
  • 150 g Weizenmehl (Type 405) oder 120-150 g je Variante
  • 100 g Speisestärke
  • 3 TL Backpulver (oder 15 g je Variante)
  • Optional: 1 EL Rum oder Orangensaft (ersetzt Alkohol)
  • etwas Salz

Weitere Zutaten für Glasur und Finish

  • 100-500 g Zartbitterkuvertüre (je nach Menge, für Spitzen reichen ca. 200 g)
  • 25 g Kokosfett oder 2 EL neutrales Speiseöl
  • Aprikosenkonfitüre oder Johannisbeer-Gelee zum Aprikotieren

Vorbereitung

Bevor es an die Herstellung des Baumkuchenteigs geht, solltest du bereits deinen Ofen auf 250°C inkl. Grill-Funktion vorheizen. Heize den Ofen auf Grillstufe 2 oder 210°C O/U vor, je nach Rezeptvariante. Setze einen Kuchenrost in das obere Drittel des Backofens.

Teigzubereitung (Schritt-für-Schritt aus bestehenden Anleitungen)

  1. Trenne die Eier und schlage das Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif auf. Rühre dann die Hälfte des Zuckers ein und schlage die Masse weiter, bis der Eischnee schön „weich-glänzend“ ist.
  2. Gib die weiche Butter zusammen mit Zucker und Vanillezucker in eine große Rührschüssel und schlage sie mit dem Handrührgerät cremig auf. Rühre dann die Eigelb-Butter-Zucker-Masse cremig.
  3. Füge nacheinander die Eigelbe hinzu und rühre solange, bis eine homogene Masse entsteht. Optional kannst du jetzt noch etwas Aroma deiner Wahl, z. B. Orangensaft statt Alkohol, hinzufügen.
  4. Siebe nun das Mehl zusammen mit der Speisestärke und dem Backpulver in eine zweite Schüssel und vermenge alles.
  5. Rühre die Mehlmischung in 2 bis 3 Etappen unter die geschlagene Butter. Hebe zuletzt vorsichtig den Eischnee unter, sodass die eingeschlagene Luft nicht wieder ausgerührt wird.

Schicht für Schicht backen (Kerntechnik)

Die Schicht-Technik simuliert die traditionelle Methode am Spieß: Wir backen Schicht für Schicht unter dem Ofengrill.

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  1. Den Boden einer kleinen Springform (z. B. 24-26 cm) oder eines verstellbaren Backrahmens mit Backpapier auslegen und leicht fetten.
  2. Streiche etwa 2-5 Esslöffel des Teiges sehr gleichmäßig und dünn auf dem Boden der Form. Ich benutze dafür eine kleine Winkelpalette, du kannst aber auch einen Löffel oder Backpinsel verwenden.
  3. Schiebe die Form so weit oben wie möglich in den Backofen, damit sie die volle Grillstufe abbekommt. Backe die Teigschicht für ca. 2-4 Minuten je nach Ofen, bis sie hellbraun ist. Die erste Schicht braucht meistens etwas länger.
  4. Hole die Form vorsichtig heraus, gib erneut 1-3 Esslöffel Teig auf die angebackene Schicht und verstreiche sie glatt. Verfahre so, bis kein Teig mehr übrig ist. Es sind grob 10 Schichten am Schluss.
  5. Wenn der Kuchen in der Form höher wird, kann es sein, dass du die Form eine Schiene tiefer stellen musst, um den Abstand zum Grill gleich zu halten.
  6. Falls eine Teigschicht zu dunkel gerät, ist das kein Problem. Mach einfach weiter. Im Anschnitt sieht man das später kaum und geschmacklich fällt eine einzelne dunklere Schicht nicht ins Gewicht.
Foto: Schichten von Baumkuchen in einer Form

Abkühlen, begradigen und in Spitzen schneiden

Lasse den fertigen Baumkuchen in der Form etwas auskühlen, löse ihn vorsichtig vom Rand und stürze ihn auf ein Kuchenrost oder Schneidebrett. Bevor es an das Schneiden des Baumkuchens in mundgerechte Stücke geht, habe ich die Ränder einmal ringsherum mit einem scharfen Küchenmesser und einem Lineal als Hilfe begradigt.

Schneide die Kuchenplatte in ca. 3 cm dicke Streifen und diese in gleichmäßige Quadrate (z. B. 5x5 cm) oder Rauten und teile sie in Dreiecke. Alternativ schneide den Blechkuchen nach dem Backen in Häppchen und forme daraus die Spitzen.

Aprikotieren und Glasur

  1. Wer möchte, kann die Oberseite der Baumkuchenspitzen nun mit etwas fruchtigem Johannisbeer-Gelee oder Aprikosenkonfitüre einstreichen. Das funktioniert am einfachsten, wenn man das Gelee mit etwas heißem Wasser vermischt und kurz erwärmt, bis es flüssig geworden ist.
  2. Für die Schokoladen-Glasur hackst du die Kuvertüre und schmilzt sie langsam zusammen mit dem Kokosfett oder Öl über dem Wasserbad. Etwa zwei Drittel der Kuvertüre über dem heißen Wasserbad unter gelegentlichem Rühren schmelzen, vom Wasserbad nehmen, restliche Kuvertüre hinzufügen und mit Hilfe der Resthitze schmelzen lassen. Öl unterrühren, damit die Glasur glänzt und sich gut verarbeiten lässt.
  3. Tauche die Spitzen mit Hilfe einer Pralinengabel in die Kuvertüre oder bestreiche/überziehe sie, lasse die Schokolade anziehen und verpacke die Baumkuchenecken luftdicht.
Foto: Baumkuchenspitzen mit Schokoladenglasur

Tipps, Tricks und Varianten

  • Alles, was du brauchst, ist der Grill deines Backofens, eine Springform oder ein Backblech und mein Rezept. Ich verrate dir alle Tricks, damit du super saftigen und unwiderstehlich leckeren Baumkuchen selber backen kannst.
  • Jeder Ofen ist anders, also verlass dich nicht stur auf meine Zeitangabe, sondern auf deine Augen. Am besten wirfst jeweils nach 2 Minuten einen Blick in den Backofen und entscheidest die weitere Backzeit anhand des Bräunungsgrades.
  • Die Zubereitung dauert zwar etwas länger, ist aber nicht kompliziert. Es hat zugleich etwas Meditatives, am Ofen sitzend Teigschicht auf Teigschicht aufzutragen.
  • Als Alkohol-Ersatz kannst du Orangensaft oder Cointreau verwenden, wenn du den Alkohol weglassen möchtest.
  • Wenn du die Spitzen überziehst: Nehmt lieber mehr Schokolade, das macht euch das Überziehen leichter und schont die Nerven.
  • Zum Schneiden: Wichtig ist, dass du den Kuchen vor dem Schneiden abkühlen lässt und ein scharfes Messer verwendest.

Lagerung

Unter einer Kuchenglocke an einem kühlen, trockenen Ort hält sich der Kuchen 3-4 Tage. Im Kühlschrank kannst du den Kuchen 5-6 Tage lagern. Luftdicht verpackt bleiben die Baumkuchenecken für etwa 2-3 Wochen frisch. Der Baumkuchen kann ebenfalls im Ganzen oder stückweise eingefroren werden; eingefroren hält er sich bis zu 3 Monaten.

Häufige Fragen

  • Muss ich wirklich den Grill meines Ofens benutzen? Ja, für die authentische Optik und das schichtweise Garen ist die direkte Hitze von oben entscheidend.
  • Ist der Kuchen ruiniert, wenn eine Schicht zu dunkel wird? Auf keinen Fall! Mach einfach weiter. Im Anschnitt sieht man das später kaum.
  • Kann ich statt einer runden Form ein Backblech nutzen? Ja, du kannst den Baumkuchen anstatt in einer runden Backform auch auf einem Backblech backen und nach dem Abkühlen in Häppchen schneiden.
Video: Schritt-für-Schritt Baumkuchen backen und Spitzen schneiden

Kurze Variante des Rezeptablaufs

  1. Ofen vorheizen (Grillfunktion, oberes Drittel).
  2. Eier trennen, Eischnee schlagen.
  3. Butter, Zucker, Eigelbe cremig schlagen; Mehl-Stärke-Backpulver mischen und unterheben; Eischnee vorsichtig einarbeiten.
  4. 2-5 EL Teig dünn aufstreichen, unter dem Grill 2-4 Minuten backen; Vorgang wiederholen (ca. 10 Schichten).
  5. Kuchen abkühlen lassen, begradigen, in Dreiecke schneiden, mit Gelee aprikotieren und in Kuvertüre tauchen.
Grafik: Schritt-für-Schritt Übersicht Schichten und Backprozess

Viel Spaß beim Nachbacken und Genießen deiner selbstgemachten Baumkuchenspitzen ohne Marzipan - ein köstlicher, wenn auch etwas aufwändiger Klassiker, der stolz macht.

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