Babygläschen für Marmelade verwenden – ausführliche Anleitung und Praxistipps

Viele Hobbyköche und Mütter heben leere Babygläschen auf, um daraus kleine Marmeladen-Portionen, Pestos oder Chutneys zu verschenken oder haltbar zu machen. In dieser Anleitung sammeln wir praktikable Füll‑ und Einweckmethoden, Materialtipps und Sicherheitshinweise, damit das Befüllen kleiner 50‑ml‑Gläschen gelingt und die Haltbarkeit gewährleistet ist.

Warum kleine Gläschen anders sind

Leider kann man damit aber nicht diese ganz kleinen 50 ml Portions-Gläser befüllen, bei denen ist die Öffnung genau 3,5 cm breit. Bzw gibt es öfter mal Senf, Pesto, Kapern etc in solchen kleinen Gläschen, die auch auch gerne wiederverwende. Da passt nur ein schmaler Trichter hinein, durch den man aber nur noch Flüssiges laufen lassen kann, weil er für anderes zu schmal und zu lang ist. Gelee geht. Fruchtstücke verstopfen ihn.

Ausrüstung: Trichter, Spritzbeutel, Kelle, selbstgebastelte Lösungen

Über den Link zu dem Tupper-Tipp, bzw. beim Googlen nach dem Ding, bin ich zu einem faltbaren Silikontrichter von Dr Oetker gekommen. Der könnte passen, weil er unten zwar schmal ist, aber einen sehr kurzen Auslaufstutzen (oder wie nennt man das?) hat. Auf so einer kurzen Wegstrecke kann eigentlich nicht viel hängen bleiben. Silikon steckt 230°C weg, bei Plastik wäre ich eher vorsichtig, wenn heißer Zucker im Spiel ist. Ich glaube, den probiere ich mal aus.

Und was wäre mit einem - wiederverwendbaren - Spritzbeutel? Ich weiß nicht, je mehr man umfüllen muss, desto kälter wird die Sache. Je heißer und frischer eingefüllt, desto zuverlässiger steril. Der Tipp mit dem Spritzbeutel recht gut, den kann man ja etwas zusammenkrempeln, dann ist der auch stabil und es bleibt nicht so viel an der Spritzbeutelwand hängen.

Du kannst aber auch einen Plastebeutel zerschneiden und zusammendrehen, nur kann man das nicht noch mal verwenden. Für kleine Gläser nehme ich eine Kelle mit schmalem Ausgießer. Großartige Sauerei gabs bisher nicht. Trichter nehme ich nur für größere Gläser. Ja, eine Kelle bzw. einen Soßenlöffel nehme ich auch manchmal, aber wenn es nicht sehr flüssig ist, kriegt der Rand doch oft was ab (vielleicht stelle ich mich auch ungeschickt an).

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Aus Backpapier könnte man auch ein Tüte drehen und unten die Spitze abscheiden. Zum Tütendrehen gibt es Anleitugen auf you tube. Ich habe noch einen Tipp für dich..Ich habe mal eine kleine Plaste-Wasserflasche ( 0,5 L) abgeschnitten, kurz nach dem Flaschenhals. Die 25 Cent wäre mir das Wert, aber ich weiß nicht, ob die Plastikflaschen darauf ausgelegt sind, kochend heiße Temperaturen wegzustecken. Bei kalten Sachen ist das sicher eine gute Lösung.

Interessanter Tip mit der Plastikflasche ~ danke Das bringt mich nämlich auf die Idee, daß man das ja auch mit einer passenden Glasflasche machen kann ... Ich habe es jetzt mal mit meinem "Trichter-Adapter" probiert. Das klappt ganz wunderbar! Unten den Gewürztrichter auf das Glas, oben den normalen Marmeladetrichter drauf. Steht stabil und flutscht.

faltbarer Silikontrichter

Praktische Fülltechnik bei breiigen oder zähflüssigen Massen

Eben habe ich Sambal gemacht, das aus sehr kleinpürierten Chilis bestand. Das sollte durch den schmalen Trichter in kleine, ehemalige Senfgläser hinein. Trotz der breiigen Konsistenz rutschte es nicht durch, weil es zu zähflüssig war. Ich konnte es letzten Endes nur mit dem Teelöffel in die Gläser schaufeln, befürchte aber, dass es dabei zu stark abgekühlt ist, um noch steril zu sein, und zudem war es ziemliche Schmiererei.

Das Sambal von heute traue ich mich irgendwie nicht mehr zu verschenken, weil es nach dem Einfüllen nicht mehr die volle Temperatur hatte. Du kochst das Sambal? Ich mixe alles kalt und konserviere dann mit Essig. Das hält bei mir ewig, ich bewahre es allerdings im Kühlschrank.

Ich mache es mir aber einfach. Wir kennen hier sowieso nur Sambal Oelek, aber in Holland war ich mal im Sambal-Paradies, die hatten so viele Sorten, und alle zum Probieren...

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fülltechnik teelöffel und spritzbeutel

Hitze, Sterilität und Heißabfüllen: Worauf achten?

Ist der Brei einmal gekocht, sollte er unbedingt kochend heiß in die Gläser gefüllt werden. Nun verschließen Sie die Gläser luftdicht und stellen sie kopfüber auf ein tiefes Backblech. Wenn man Marmelade und Sirup nach dem Einkochen heiß in Gläser oder Flaschen abfüllt, ohne sie hinterher nachzupasteurisieren, ist es wichtig, dass sowohl das Einkochgut als auch der Kopfraum vor dem Verschließen heiß genug sind.

Beim Heißabfüllen müssen das Einkochgut und der gesamte Innenraum im Glas einmal über 80 °C erhitzt werden, und diese Hitze muss aufrecht erhalten bleiben, bis das Glas verschlossen wird. Bei weniger routinierten Abfüllern kann das zum Problem werden, weil sie nicht darin geübt sind, schnell genug zu arbeiten. Denn beim Heißabfüllen müssen das Einkochgut und der gesamte Innenraum im Glas einmal über 80 °C erhitzt werden, und diese Hitze muss aufrecht erhalten bleiben, bis das Glas verschlossen wird.

Sinn und Zweck des kurzen Umdrehens

Damit niemand auf die Nase fällt, empfehle ich Euch daher das Umdrehen der verschlossenen Gläser. Stellt man sie für 2 bis 3 Minuten auf den Kopf, wird auch der obere Bereich genügend erhitzt und es kann sich kein Schimmel bilden. Dabei sollte man die umgedrehten Gläser und Flaschen nie auf eine kalte Oberfläche stellen, sondern z. B. auf ein Handtuch legen.

Bei geübten Einkochern, die täglich heiß abfüllen, geht das schnell genug, aber bei allen anderen dauert das meist länger. Damit wird das Problem gelöst, dass sich die Marmelade beim Einfüllen abkühlt und sich Schimmel am oberen Rand bildet. Zwei bis drei Minuten reichen völlig aus.

Wann das Umdrehen nicht nötig ist

Kocht man mit 2:1 Gelierzucker ein, ist das Umdrehen nach der Heißabfüllung überflüssig. Denn der Gelierzucker enthält genügend Konservierungsstoffe, sodass alle Mikroorganismen sofort Reißaus nehmen, wenn sie nicht schon tot sind. Da dieser Gelierzucker seit den 1970ern bis heute viel verwendet wird, entstand die Auffassung, dass das Auf-den-Kopf-Stellen generell unnötig und veraltet sei.

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Einwecken im Ofen oder Wasserbad

Einkochen im Backofen - so geht's: Bevor es für die Gläser in den Backofen geht, verschließe sie gut und stelle sie so in die Fettpfanne, dass sie sich gegenseitig nicht berühren. Gieße das Blech anschließend mit Wasser auf, sodass dieses ca. 2-3 cm hoch in der Fettpfanne steht. Schiebe die Fettpfanne dann auf die unterste Schiene des Backofens. Schalte den O-fen an und heize ihn auf 175 Grad Ober- und Unterhitze auf. Behalte dabei die Einmachgläser immer gut im Blick - sobald das Wasser anfängt zu köcheln, schalte den O-fen wieder aus.

Die Gläser sollten dabei dicht verschlossen sein. Ich habe das so auch noch nie gemacht. Ich kenne das nur mit heiß einfüllen, Deckel drauf und auf den Kopf stellen. Ich wäre jetzt z.B. nicht auf die Idee gekommen, die Gläser verschlossen in den Ofen oder in das Wasserbad zu stellen, sondern hätte eher gedacht, dass auch dabei der Deckel erst später draufkommt. Ich hoffe mal, die Gläser halten das aus, es sind keine Weck-Gläser, sondern es war früher Senf drin.

Wie mache ich das mit WECK-Gläsern? Die kann ich ja nicht auf den Kopf stellen, wie Twist-Off-Gläser. Der Deckel der WECK-Gläser ist dick und meistens kalt. Deshalb wird empfohlen, sie nach dem Befüllen noch einmal bei 80 °C für 30 Minuten einzukochen.

einkochen im backofen wasserbad

Deckel, Vakuum und Gläserqualität

Meine Mutter hat früher immer Babygläschen für Marmelade verwendet. Jetzt (seitdem ich selber Mama bin) habe ich die Gläschen aufgehoben und wollte ebenfalls Marmelade einkochen. Bei der letzten Marmelade habe ich es versucht, habe die Gläser auf den Kopf gedreht und das Glas drückte sich nach oben aus dem Deckel, grrr. Was für ne Sauerei! Jetzt habe ich gelesen, daß es gar nicht nötig ist die Gläser auf den Kopf zu stellen. Damit wäre mein Problem soweit gelöst. Vakuum können die Gläschen ja auch ziehen. Meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit den Babygläschen? Vielleicht hat Onkel Hipp ja das Gewinde seiner Deckelchen geändert, so daß es bei meiner Mutter noch funktionierte, bei mir aber nicht? Schließen die Deckel ordentlich oder nicht?

Es gab hier schon mal diese Frage, da wurde auch beschrieben dass die Gläschen nicht mehr so gut schließen. Vielleicht mögen es die Hersteller nicht wenn man ihre Gläser weiter verwendet. weil unsere Tochter früher nur Obst essen wollte wenn "Hipp" oder "Alete" daraufstand, hat meine Schwiegermama selbstgemachtes Kompott in genannte Gläschen eingekocht. Leider haben die aber alle nicht richtig geschlossen und wir mussten alles wegwerfen. Das war eine richtige Schande!

Gibt's bei Euch in der Nähe vielleicht ein Geschäft für Metzgereibedarf? Ich habe dort nämlich kleine Gläser mit ca. 200ml gekauft (werden sonst für Leberwurst oder so genommen). Diese Gläser habe ganz tolle Deckel, die bombenfest halten und man kann sie auch richtig zudrehen. Meine Eltern hatten früher immer Einmachfolie für die Marmeladengläser benutzt, bis uns diese kleinen Fliegen heimsuchten. Da halfen nur noch Gläser mit einem ordentlichen Deckel.

Ich habe meine für ca. 18 EUR (30 Stück, ca. 230 mL) inkl. Versand erstanden und ich finde, das ist eine sichere Alternative. Und der goldene Deckel macht sich auch recht gut. Möchte meine Gläschen auch verschenken, dazu werde ich aber die Leute bitten, mir die leeren Gläser wieder mitzubringen. Wenn's nicht funktioniert, gibt's halt nix mehr! Einmachfolie würde ich auch nur bei 1:1-Marmelade verwenden und selbst die trocknet irgendwie aus.

Sicherheitstipps beim Befüllen und Verschenken

  • Gläser und Deckel müssen wirklich sauber sein; die Hitze des Füllguts erledigt den Rest.
  • Gläser etwas vorwärmen, damit sie beim heiß Einfüllen nicht platzen.
  • Wenn Sie nicht routiniert sind, füllen Sie schneller oder drehen die Gläser 2-3 Minuten auf den Kopf, damit der Kopfraum ausreichend heiß wird.
  • Bei Rezepten ohne hohen Zucker- und Essiganteil (z. B. dein Sambal) sollte man besonders auf korrekte Hitze und ggf. Nachpasteurisation achten.
  • Verwenden Sie hitzebeständige Materialien (Silikon ist bis ca. 230 °C geeignet), vermeiden Sie billige Einwegkunststoffe bei heißer Befüllung.
anleitung zum heißeinfüllen und umdrehen der gläser

Wann sind selbst befüllte Babygläschen haltbar?

Breie, die auf diese Weise eingeweckt wurden, sind oft viele Monate haltbar. Meist spricht man von einem Zeitraum von sogar fast einem Jahr. Haben Sie einen Gemüsebrei zubereitet, sollten die Gläser bei 100°C etwa 90 Minuten eingekocht werden. Wenn man mit Essig konserviert (z. B. bei vielen Salsa- oder Sambal-Rezepten) und im Kühlschrank aufbewahrt, hält das Produkt in der Regel sehr lange.

Kurze Checkliste: So gelingt das Befüllen kleiner Gläschen

  1. Gläser und Deckel gründlich reinigen und vorwärmen.
  2. Geeigneten Einfüllhilfe wählen: schmaler Silikontrichter, Spritzbeutel, Kelle mit Ausguss oder selbst gebastelte Papier-/Flaschenlösung.
  3. Heiß abfüllen: Inhalt möglichst über 80 °C in die Gläser füllen.
  4. Deckel sofort verschließen und bei Unsicherheit 2-3 Minuten auf den Kopf stellen oder im Ofen/Wasserbad nachpasteurisieren.
  5. Beschriften (Inhalt, Datum) und abkühlen lassen; auf Dichtigkeit/Vakuum prüfen.

Hinweis zur Verwendung von Babygläschen

Viele verwenden Babygläschen gern, weil sie hübsch und praktisch sind, aber nicht alle Dosen ziehen sicher Vakuum oder haben geeignete Deckel. Wenn Sie verschenken möchten, testen Sie vorher, ob die Gläser zuverlässig verschließen oder greifen Sie zu speziellen Einmachgläsern mit bewährten Verschlüssen.

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