Ayurveda: Ist das Erhitzen von Honig schädlich für die Gesundheit?

Um die Frage, ob man Honig erhitzen sollte, ranken sich viele Mythen. Das Internet ist voll von Foreneinträgen und wenig fachlichen Diskussionen zu diesem Thema. Dieser Artikel soll Klarheit schaffen und aufzeigen, was man wirklich wissen muss.

Warum Honig erwärmt wird

Im privaten Haushalt wird Honig oft zum Kochen und Backen genutzt, besonders bei der beliebten warmen Milch mit Honig oder zum Süßen von Tees. Hier wird er als gesunde und natürliche Alternative zu Zucker und Süßstoff verwendet. Dabei wird der goldene Saft vermischt und erwärmt.

Auch bei der industriellen Verarbeitung oder beim Imker kommt es teilweise zum direkten Erwärmen von Honig, um feste oder kristallisierte Honige zu verflüssigen und abfüllbar zu machen. Privat kann man Honig auch wieder verflüssigen, indem man ihn leicht erwärmt.

Bis zu welcher Temperatur darf man Honig erwärmen?

Honig sollte nach Möglichkeit nicht über 40 °C erwärmt werden. Vereinfacht gesagt gilt: Je stärker Honig erwärmt wird, desto mehr seiner positiven Eigenschaften verliert er. Bei einer Erwärmung bis zu 40 °C sind nur geringfügige Qualitätsverluste nachweisbar.

Warum sollte Honig nicht stärker erwärmt werden?

Honig enthält viele wärmeempfindliche Inhaltsstoffe, die hohen Temperaturen nicht standhalten und zerstört werden. Insbesondere geht es dabei um die für Honig so spezifischen Enzyme. Sie sind Eiweiße (Proteine), die über 40 Grad denaturieren. Mit ihrer Schädigung schwinden auch die gesunden Eigenschaften des Honigs.

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Ist das Erhitzen von Honig giftig?

Es gibt keine Studien über die negativen Auswirkungen zu stark erwärmten Honigs. Ayurveda-Ärzte sprechen allerdings davon, dass erhitzter Honig Gift für den Stoffwechsel sei. Bei zu hoher Erhitzung würden aus eigentlich gesundheitsfördernden Enzymen Stoffwechselschlacken werden, die den Metabolismus beeinflussen.

Wurde frei käuflicher Honig erhitzt?

Das deutsche Verbraucherschutzrecht legt fest, dass unter der Bezeichnung „Deutscher Honig“ angebotener Honig keinesfalls über 40 °C erwärmt werden darf. Importhonige dagegen werden bis zu 70 °C erwärmt. Vorsicht: Die Bezeichnung „kalt geschleudert“ sagt nichts über ein Erhitzen bei der Abfüllung durch den Imker aus. Honig wird immer kalt geschleudert. „Kalt schleudern“ ist dabei die Praktik, die den Honig aus den Waben der Bienen befördert. Optimalerweise ist der Honig dabei fließfähig und auf Stockwärme (ca. 35 °C).

Wie erwärmt man Honig schonend?

Am besten erwärmt man Honig, indem man ihn in ein lau- bzw. handwarmes Wasserbad oder in die Nähe der Heizung stellt. Man sollte dem Honig dabei etwas Zeit geben, die Temperatur anzunehmen und wieder flüssig zu werden. Es ist davon abzuraten, Honig in der Mikrowelle zu verflüssigen, da die Steuerung der Temperatur nicht genau kontrollierbar ist und es zu „Überhitzungen“, also Temperaturen von über 40 Grad, kommen kann.

Bedeutung für das Kochen und Backen

Man sollte sich fragen, was man vom Honig erwartet: Will man seine positiven, gesunden Eigenschaften in Gänze genießen, sollte man darauf achten, ihn nicht über 40 Grad zu erhitzen. Nutzt man Honig hingegen eher wegen seines Geschmacks, zum Beispiel für Marinaden, ist ein späteres Erhitzen unumgänglich. In diesem Fall muss man sich nur eins bewusst sein: In gewisser Weise verschenkt man die wertvollen Eigenschaften des süßen Saftes. Fruchtzucker bleibt Fruchtzucker, er wird flüssig, das ist alles.

Entstehung von Giftstoffen durch Erhitzen?

Ja, Honig kann durch Erhitzen Giftstoffe entwickeln. Eine Erwärmung von Honig über 40 °C zerstört wichtige und wertvolle Inhaltsstoffe. Höhere Temperaturen fördern zusätzlich die Bildung von HMF (Hydroxymethylfurfural).

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Hydroxymethylfurfural (HMF)

Für Hydroxymethylfurfural gibt es ein hohes Risiko, dass es krebserregend ist, da andere Mitglieder dieser Gruppe von Verbindungen krebserregende Eigenschaften zeigen. Untersuchungen zu HMF wurden noch nicht ausreichend durchgeführt. Wenn Honig erhitzt wird, bildet sich aus Fruchtzucker HMF.

Der HMF-Gehalt in frisch geschleudertem Honig ist sehr gering. Dieser steigt bei richtiger Lagerung langsam an (2-3mg/kg Jahr), bei Zimmertemperatur um bis zu 20mg/kg Jahr. Es gibt sogar einen EU-Grenzwert für HMF bei Honig. Dieser beträgt 40mg/kg.

Ayurveda und erhitzter Honig

Weiterhin soll erhitzter Honig nach Ayurveda Gift für den Stoffwechsel sein, da bei diesem dann aus den gesundheitsfördernden Enzymen Stoffwechselschlacken werden.

Goldene Milch und Honig

Goldene Milch, auch bekannt als "Kurkuma Latte", hat sich als Wohlfühlgetränk einen festen Platz in vielen Cafés und Küchen gesichert. Dabei handelt es sich um mehr als nur Kurkuma in Milch - Goldene Milch hat eine lange Tradition in der indischen Ayurveda-Lehre. In der Regel warm genossen, erfreut sich das Getränk nicht nur aufgrund seines würzigen Geschmacks und Geruchs großer Beliebtheit - ihm werden auch zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen.

Zutaten der Goldenen Milch

Die Basis für Goldene Milch ist häufig Kuhmilch. Wer seine Goldene Milch lieber vegan genießen möchte, kann aber auch pflanzliche Alternativen, wie Mandelmilch oder Hafermilch, nutzen. Zu den Grundzutaten gehören zudem frischer Ingwer, Kokosöl, schwarzer Pfeffer sowie Honig oder Agavendicksaft zum Süßen. Die wichtigste Zutat ist aber Kurkuma, welcher frisch oder als Pulver verwendet wird.

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Auswirkungen der Zutaten auf die Gesundheit

Der goldenen Milch werden zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. Dies liegt vor allem an der Zutat Kurkuma, doch auch Zimt, Kokosöl, Honig oder Ingwer sollen sich förderlich auf das Wohlbefinden auswirken. Allerdings ist nicht jede der Zutaten ausschließlich gesund. Stattdessen kommt es auch hier zum Teil auf die Menge an.

  • Kuhmilch: Tierische Milch enthält viel Kalzium und Eiweiß. Kalzium stärkt als Mineralstoff die Knochen, wobei eine gleichzeitige Aufnahme von Vitamin D wichtig ist. Eiweiß, oder auch Protein, ist wichtiger Bestandteil der Zellen. Rund dreiviertel der Weltbevölkerung sind jedoch laktoseintolerant, was beim Konsum von Milch zu Magen- und Darmbeschwerden führen kann.
  • Pflanzliche Milch: Mit Ausnahme von Sojamilch enthält pflanzliche Milch im Vergleich zu Kuhmilch weniger Proteine und Kalzium. Dafür enthalten die pflanzlichen Alternativen zur Kuhmilch weniger Kalorien und sind auch für Menschen mit Laktoseintoleranz oder vegan lebende Menschen geeignet.
  • Kurkuma: Die in der Wurzel enthaltenen ätherischen Öle und das für die gelbe Farbe verantwortliche Kurkumin können nachweislich bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl Abhilfe schaffen, da sie die Produktion von Gallen- und Magensaft anregen. Dadurch kann Fett besser verdaut werden. Zwar kann das in Kurkuma enthaltene Kurkumin in übermäßigen Mengen zu Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen führen; dies geschieht in der Regel aber erst ab einer Dosis von etwa 180 Milligramm. Mit der üblichen Nahrungsaufnahme ist es nicht möglich, eine so hohe Kurkumin-Konzentration zu erreichen.
  • Honig: Honig wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Zudem enthält er die Stickstoffverbindung Acetylcholin. Diese wirkt blutdrucksenkend, da sie den Puls vermindert und verengte Herzkranzgefäße erweitert. Damit Honig seine gesunde Wirkung nicht verliert, sollte man ihn jedoch nicht über 40 °C erhitzen.
  • Zimt: Auch Zimt wird eine verdauungsfördernde Wirkung zugesprochen, da er die Darmtätigkeit anregt. Im Handel wird häufig der sogenannte Cassia-Zimt angeboten. Dieser enthält besonders viel Cumarin. Dieses kann, in größeren Mengen aufgenommen, leberschädigend wirken. Im Rahmen einer normalen Ernährung wird jedoch in der Regel keine kritische Dosis erreicht. Aus gesundheitlicher Sicht bietet der Ceylon-Zimt jedoch eine bessere Alternative, da er weniger Cumarin enthält.
  • Ingwer: Ingwer enthält viele wichtige Inhaltsstoffe, wie Vitamin C, Magnesium, Eisen, Kalium und Kalzium. Er gilt als gutes Mittel gegen Erkältungen und hilft zudem gegen Darmbeschwerden und Übelkeit. Eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Ingwer konnte in ersten Studien nachgewiesen werden. Umfassende wissenschaftliche Arbeiten liegen jedoch bisher nicht vor. Ein Zusammenhang wäre denkbar, da die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe die Durchblutung fördern, was sich positiv auf Entzündungen auswirkt. Zudem ähneln sie in ihrer Struktur der schmerzlindernden Acetylsalicylsäure (ASS). Eine vergleichbare Wirkung wäre deshalb möglich.
  • Kokosöl: Kokosöl hat den Ruf, besonders gesund zu sein. Bisher ist die günstige Wirkung von Kokosöl auf die Blutfettwerte jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen. Zudem enthält Kokosöl wenig ungesättigte Fettsäuren, welche jedoch für eine gesunde Ernährung von Vorteil sind. Durch die Zugabe von Fett in Form von Kokosöl kann Kurkumin aber besser vom Körper aufgenommen werden.
  • Muskatnuss: Auch Muskatnuss soll gegen Magen-Darm-Beschwerden helfen. In zu großen Mengen verzehrt wirkt sie jedoch halluzinogen. Ein Erwachsener sollte nicht mehr als vier Gramm Muskatnuss pro Tag zu sich nehmen.
  • Schwarzer Pfeffer: Das im schwarzen Pfeffer enthaltene Piperin regt die Darmtätigkeit an und sorgt dafür, dass Kurkumin durch den Darm besser aufgenommen werden kann.

Weitere positive Effekte von Kurkuma

Kurkuma werden noch zahlreiche weitere positive Effekte zugeschrieben. So soll die Wurzel gegen chronische Entzündungen, wie sie beispielsweise mit Arthritis oder dem Reizdarmsyndrom einhergehen, helfen. Begründet wird dies damit, dass das in Kurkuma erhaltene Kurkumin den Anteil von entzündungshemmenden Proteinen im Körper erhöhen soll. Auch ein Einsatz von Kurkumin in der Krebstherapie wird diskutiert.

Tatsächlich wurde in unterschiedlichen Studien die entzündungshemmende Wirkung von Kurkumin nachgewiesen. Auch wirkt die Substanz wohl wachstumshemmend auf Zellen und kann den frühzeitigen Zelltod auslösen. Dies könnte im Rahmen der Behandlung von Krebs eine Rolle spielen.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass diese Ergebnisse bisher nur bei Untersuchungen an Tieren oder sogar nur anhand von Zellkulturen im Labor nachgewiesen werden konnten. Aussagekräftige Studienergebnisse zur Therapie mit Kurkumin bei Menschen mit einer Krebserkrankung liegen bisher noch nicht vor.

Zudem wurde im Rahmen der Studien mit Konzentrationen von Kurkumin gearbeitet, die im Alltag durch die Nahrung nicht aufgenommen werden können. In Kurkuma sind lediglich fünf Prozent Kurkumin enthalten. Hinzu kommt, dass Kurkumin schlecht wasserlöslich ist und deshalb nur sehr geringe Mengen durch den Darm aufgenommen werden. Ein Großteil des Stoffes wird direkt wieder ausgeschieden.

Nebenwirkungen der Goldenen Milch

Im Normalfall hat Goldene Milch keine Nebenwirkungen. Auch wenn einige der oben genannten Zutaten in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein können, wird die dazu notwendige Dosis nicht durch den normalen Konsum von Goldener Milch erreicht. Der tägliche Genuss des Getränks gilt also als unbedenklich.

Wird Sojamilch zur Zubereitung verwendet, ist jedoch bei einer bestehenden Schilddrüsenerkrankung eine ärztliche Rücksprache sinnvoll: Die in Soja enthaltenen Isoflavone können die Bildung von Schilddrüsenhormonen negativ beeinflussen. In der Schwangerschaft sollte vorsichtshalber auf den Genuss von Goldener Milch verzichtet werden. Zumindest in größeren Mengen aufgenommen können Kurkuma und Ingwer wehenfördernd wirken. Im Zweifelsfall sollte man vor dem Verzehr gynäkologischen Rat suchen.

Alternativ kann man auch eine schwangerschaftsfreundliche Variante der Goldenen Milch zubereiten: Dazu verwendet man einfach eine kleine Prise Kurkuma anstelle eines Esslöffels.

Wirkung der Goldenen Milch

Goldene Milch wirkt dank ihrer Inhaltsstoffe anregend: Der Stoffwechsel wird angekurbelt und die Durchblutung gefördert. Deshalb eignet sich Goldene Milch gut für einen gesunden Start in den Tag. Da Goldene Milch kein Koffein enthält, ist sie jedoch nicht mit Wachmachern wie Kaffee oder grünem Tee vergleichbar. Wer abends gerne ein warmes Getränk genießt, kann deshalb auch den Tag damit abschließen.

Auch wenn einige Zutaten im Übermaß verzehrt ungesund sein können, lösen die in der Goldenen Milch enthaltenen Mengen keine Nebenwirkungen aus. Inhaltsstoffe wie Zimt, Kurkuma und Ingwer wirken verdauungsfördernd und kurbeln den Stoffwechsel an. Auch die Fettverbrennung wird durch die Gewürze verbessert.

Dennoch kann Goldene Milch nicht beim Abnehmen helfen. Im Gegenteil: Sowohl pflanzliche Milch als auch Kuhmilch enthalten nicht wenige Kalorien.

Zubereitung der Goldenen Milch

Beim klassischen Rezept für die Goldene Milch wird aus der Kurkumawurzel zuerst eine Paste gekocht. Dazu wird die frische Wurzel geschält und in kleine Stücke geschnitten, die anschließend mit einem Stabmixer püriert werden. Ist die Masse zu dick, kann etwas Wasser hinzugefügt werden. Um die Paste anzudicken, muss sie danach auf dem Herd bei niedriger Temperatur unter ständigem Rühren circa fünf Minuten gekocht werden.

Anschließend werden die restlichen Zutaten unter die noch warme Paste gerührt, mit der dann die Goldene Milch zubereitet werden kann. Dabei verwendet man etwa einen Esslöffel der Paste für 350 Milliliter Milch. Weniger Paste reicht aus, wenn der Geschmack nicht so intensiv sein soll. Wer es etwas einfacher haben möchte, kann alle Zutaten auch direkt im Mixer zerkleinern.

Rezept für Goldene Milch

Zutaten:

  • 350 Milliliter Milch oder Milchalternative
  • ein daumengroßes Stück frischer Kurkuma (alternativ: ein Esslöffel Kurkumapulver)
  • ein daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • eine Prise Muskatnuss
  • ¼ Teelöffel Zimt
  • ¼ Teelöffel Kokosöl
  • eine Prise gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein Teelöffel Honig oder Agavendicksaft

Zubereitung:

Zerkleinern Sie alle Zutaten im Mixer. Sind die Zutaten nicht fein genug, können Sie die Milch nochmal durch ein sehr feines Sieb abgießen. Goldene Milch muss nicht unbedingt frisch als Paste oder im Mixer zubereitet werden. In zahlreichen Fachgeschäften oder im Online-Handel findet sich Goldene Milch als fertig zubereitete Paste oder als Pulver.

Honig im Ayurveda

Im Ayurveda, dem 5.000 Jahre alten Heilsystem aus Indien, spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Dabei geht es vor allem darum, was Dir wirklich guttut. Mit einem tiefen Verständnis für die Schätze der Natur stellt der Ayurveda sicher, dass Dein Essen Deinen körperlichen und geistigen Bedürfnissen entspricht. So liefern Dir Deine Mahlzeiten nicht nur Energie, sondern unterstützen auch Dein physisches Wohlbefinden, innere Zufriedenheit und einen klaren Kopf.

Der Ayurveda sieht Ernährung dabei als etwas sehr Individuelles: Was für jemand anderen gesund ist, kann Dir aus ayurvedischer Sicht theoretisch sogar schaden. Das wichtigste Prinzip hierbei ist „Du bist, was Du verdaust“. Welche Lebensmittel Dich nähren und welche eher ungünstig für Dich sind, hängt in erster Linie von Agni, Deinem Verdauungsfeuer ab. Ist Dein Agni stark, hast Du eine gesunde Verdauung und fühlst Dich nach dem Essen leicht und voller Energie.

Falls Du Dich eher mit den Menschen identifizierst, die nach den Mahlzeiten in ein „Food-Koma“ verfallen, könnte Dein Agni wahrscheinlich etwas Unterstützung gebrauchen. Häufige Verdauungsbeschwerden, wie zum Beispiel Völlegefühl, Blähungen, starkes Aufstoßen, Sodbrennen oder Durchfall nach dem Essen sind ein klares Warnsignal. Es könnte sein, dass Deine Ernährung nicht zu Deiner ayurvedischen Konstitution passt - oder Du hast Deine Lebensmittel ungünstig kombiniert.

Ungünstige Lebensmittelkombinationen aus ayurvedischer Sicht

Falls Dir das Konzept neu ist, klingt es vielleicht erst einmal etwas weit hergeholt. Der Ayurveda nimmt dieses Thema aber sehr ernst: Samyoga, das Prinzip der Lebensmittelkombinationen, ist eine der acht Säulen der Ayurveda-Ernährung. Das älteste Heilsystem der Welt ist davon überzeugt, dass Lebensmittel sich in ihren Eigenschaften gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen. Genau so, wie es Nahrungsmittel gibt, die besonders gut zusammenpassen, gibt es solche, die zusammen eine eher ungünstige Wirkung entfalten.

Essen wir diese Kombinationen zu häufig, kann das aus Sicht des Ayurveda das Blut verunreinigen (Raktadushti) - oder es entsteht Ama. Darunter versteht der Ayurveda Stoffwechselzwischenprodukte, die sich bilden, wenn Nahrung nicht richtig verdaut wird. Auf Dauer verschleimen sie den Körper. Im Ayurveda gilt Ama als die Hauptursache der meisten Krankheiten und Dysbalancen.

Die Ernährung ist im Ayurveda einer der wichtigsten Faktoren, um Ama zu vermeiden, unser natürliches Gleichgewicht zu behalten und bis ins hohe Alter gesund und fit zu bleiben. Wenn Du Deine Ernährung so gestaltest, dass sie Dein Agni unterstützt, hat das viele Vorteile: Dein Appetit und Dein Gewicht regulieren sich, Du hast mehr körperliche und mentale Energie und insgesamt ein besseres Bauchgefühl. Grund genug also, sich die ungünstigsten Lebensmittelkombinationen einmal anzusehen.

Früchte am besten pur genießen

Wir lieben Obst - es steckt voller Vitamine und wertvoller Pflanzenstoffe. Außerdem schmeckt es herrlich süß und nährt die Dhatus, die ayurvedischen Körpergewebe. Bestimmte Obstsorten, wie zum Beispiel Datteln und Granatäpfel, gelten im Ayurveda sogar als Verjüngungsmittel (Rasayana): Sie unterstützen die Bildung von Ojas, was im Ayurveda so viel bedeutet wie gesteigerte Vitalität und Immunität.

Woran liegt es, dass so viele Menschen nach dem Genuss von Obst an Verdauungsbeschwerden leiden? Genau: Sie haben die Früchte wahrscheinlich ungünstig kombiniert. Während Obst sehr schnell zerlegt wird, dauert dieser Prozess bei anderen Lebensmitteln länger. Liegt das Obst in Gesellschaft anderer Produkte länger im Verdauungstrakt herum, fängt es an zu gären. Die Folge sind unangenehme Gase und Bauchschmerzen.

Besonders ungünstig ist die Kombination von rohem Obst mit Milchprodukten. Ein scheinbar leichtes Frühstück aus Joghurt und Früchten oder eine Bananenmilch sind nach dem Verständnis des Ayurveda also ein ganz schöner Brocken für Dein Agni. Auch Früchte als Dessert nach einem schweren Essen sind nicht ideal. Besser ist es, Obst grundsätzlich für sich allein als Zwischenmahlzeit zu essen. Oder Du dünstest es vor dem Verzehr leicht an - dann kannst Du es auch mit Joghurt und Müsli kombinieren. Eine Ausnahme bilden Mango und Weintrauben: Sie gelten im Ayurveda als milchfreundlich.

Milch im Ayurveda: Ein zweischneidiges Schwert

Mit der Milch im Ayurveda ist es so eine Sache - man könnte darüber einen eigenen Blogbeitrag schreiben. Milch gilt als sattvisches Lebensmittel und Rasayana. In der Ayurveda-Medizin kommt es zudem oft als Anupana - als Trägersubstanz für Heilkräuter und Gewürze - zum Einsatz.

Ob die Qualität der damaligen Milch dem entspricht, was wir heute in den Supermärkten kaufen, sei jetzt einmal dahingestellt. Bei übermäßigem Verzehr oder bei Kapha-Typen kann Milch zudem zu Verschleimung führen. Prinzipiell empfehlen die alten Ayurvedis, Milch immer abgekocht, mit Ghee und Gewürzen gemischt und nur in kleinen Mengen zu verzehren.

Bei Lebensmittelkombinationen betrachtest Du Milch am besten als Eigenbrötler: Nach dem Verständnis des Ayurveda verträgt sie sich nämlich nur mit wenigen anderen Produkten. Besonders ungünstig ist es, Milch mit salzigen Lebensmitteln, sauren Früchten, Eiern, Fleisch oder Fisch zu kombinieren. Auch Knoblauch, Zwiebeln, Rettich und Senf passen nicht zu Milch.

Lebensmittel, die Du hingegen problemlos mit Milch kombinieren kannst: Nüsse, Trockenfrüchte, Gewürze (vor allem Kurkuma, Kardamom, Zimt, Nelken, Pfeffer, Ingwer und Amla), Ghee, Honig, Butter, Zucker, Reis und Gerste.

Mehrere tierische Eiweiße sind schwer verdaulich

Eiweiß ist wichtig: der Körper braucht es für eine Vielzahl von Prozessen. Gerade, wenn Du Dich vegetarisch oder vegan ernährst, solltest Du darauf achten, dass Deine Mahlzeiten genügend Protein enthalten. Falls Du Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte isst, empfiehlt der Ayurveda, diese ausschließlich getrennt zu verzehren. Wer unterschiedliche tierische Eiweißquellen kombiniert, riskiert aus ayurvedischer Sicht, dass Ama entsteht.

Tierisches Eiweiß zu verdauen, kostet den Körper viel Kraft. Mit einer Mischung verschiedener Protein-Varianten machst Du ihm das Leben sehr schwer. Vielleicht achtest Du mal bewusst darauf, wie Du Dich nach einer Portion Geschnetzeltem in Sahnesoße oder einem dicken Schinken-Käse-Sandwich fühlst. Gerade am Abend, wenn das Agni schwächer ist, führen solche Mahlzeiten bei vielen Menschen zu Verdauungsstörungen.

Eine wichtige Grundregel der ayurvedischen Lebensmittelkombinationen lautet deshalb: immer nur eine tierische Eiweißart pro Mahlzeit. Pflanzliche Eiweißquellen kannst Du hingegen nach Lust und Laune miteinander kombinieren. Das ist sogar sinnvoll: Weil zum Beispiel Hülsenfrüchte andere Aminosäuren (Eiweißbausteine) enthalten als Getreide, sorgst Du so dafür, dass Dein Körper optimal versorgt ist.

Übrigens ist Fleisch aus ayurvedischer Sicht ähnlich eigenbrötlerisch wie Milch: Um es richtig verdauen zu können, solltest Du auch vermeiden, es mit Honig, Sesam, Rettich und Rohkost zu kombinieren.

Weitere ungünstige Lebensmittelkombinationen im Ayurveda

Die alten ayurvedischen Schriften enthalten noch viele weitere Details zu günstigen und ungünstigen Lebensmittelkombinationen. Wenn Du die beschriebenen Empfehlungen beachtest, erreichst Du aber schon eine ganze Menge. Trotzdem möchten wir gerne noch auf drei weitere Aspekte eingehen, die mit diesem Thema zusammenhängen:

  • Honig und Ghee sollten nie zu gleichen Teilen gemischt werden: Zwar sind beide Lebensmittel aus Sicht der Ayurveda sehr wertvoll, die 1:1-Kombination kann jedoch zu Verdauungsproblemen führen.
  • Honig nicht erhitzen: Gekochter Honig verändert seine Struktur und gilt im Ayurveda als toxisch.
  • Gekochte und rohe Lebensmittel in Kombination: Weil beides unterschiedlich verdaut wird, ist es besser, in einer Mahlzeit entweder nur rohe oder nur gekochte Speisen zu essen.
  • Nicht zu viel Flüssigkeit zu den Mahlzeiten: Wenn Du zu den Mahlzeiten Wasser trinkst, verdünnst Du Deine Verdauungssäfte. Der Ayurveda empfiehlt deshalb, idealerweise eine Stunde vor und nach den Mahlzeiten nichts zu trinken.

Fazit: Ayurvedische Lebensmittelkombinationen

Samyoga, eine Säule der ayurvedischen Ernährung, dreht sich um die Frage, welche Lebensmittel sich gut kombinieren lassen und welche das Verdauungsfeuer schwächen. Wer häufig Nahrungsmittel miteinander mischt, die sich gegenseitig negativ beeinflussen, begünstigt aus ayurvedischer Sicht Ama, Raktadushti und das Entstehen verschiedener Krankheiten.

Falls das Thema auf den ersten Blick kompliziert klingt, empfehlen wir Dir, mit den einfachsten Grundlagen zu starten. Wenn Du rohe Früchte immer abseits der Mahlzeiten isst und es vermeidest, unterschiedliche tierische Eiweiße zu kombinieren, machst Du schon sehr viel richtig. Es geht im Ayurveda nicht darum, Dir den Genuss am Essen zu vermiesen, sondern wir möchten Dir liebevolle Anregungen geben. Es ist völlig in Ordnung, wenn Du ab und zu etwas isst, das nicht den ayurvedischen „Regeln“ entspricht. Aber vielleicht lernst Du, etwas mehr darauf zu achten, was Dein Bauchgefühl Dir sagt.

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