Austernsauce ohne Zucker: Rezepte und Alternativen für die vegane Küche
Austernsauce ist ein unverzichtbarer Bestandteil der asiatischen Küche, insbesondere in Thailand und China. Sie verleiht Gerichten eine tiefe, herzhafte Umami-Note, die schwer zu ersetzen scheint. Doch was tun, wenn man sich vegan ernährt oder auf Zucker verzichten möchte? Dieser Artikel zeigt dir, wie du Austernsauce ohne Zucker selbst herstellen und durch andere Zutaten ersetzen kannst, um den authentischen Geschmack Asiens in deine Küche zu bringen.
Was macht Austernsauce so besonders?
Austernsauce ist mehr als nur ein einfacher Salzgeber. Sie verleiht Gerichten Komplexität, Tiefe und einen unwiderstehlichen "Oh, noch einen Löffel"-Effekt. Im Original wird sie durch stundenlanges Auskochen von Austern hergestellt, bis eine intensive, salzig-süße Brühe entsteht. Diese wird dann mit Zucker, Sojasauce und Stärke zu einer sämigen Sauce verarbeitet.
Die Sauce überzeugt nicht nur durch ihren Geschmack, sondern auch durch ihre Textur. Sie legt sich wie ein feiner, seidiger Film um Gemüse und Fleisch, wodurch der typische Glanz entsteht, den man aus asiatischen Restaurants kennt. Sojasauce allein kann diesen Effekt nicht erzielen, da sie oft eine wässrige Brühe hinterlässt, während die Austernsauce an den Zutaten haftet.
Die Herausforderung: Austernsauce vegan und zuckerfrei ersetzen
Für Veganer und Menschen, die auf Zucker verzichten möchten, stellt sich die Frage nach einer geeigneten Alternative. Viele gekaufte Austernsaucen enthalten neben Austernextrakt auch Zucker, Maisstärke und Glutamat. Doch es gibt Lösungen!
Umami aus Pilzen: Der Schlüssel zum veganen Ersatz
Umami ist der Schlüssel zum Geschmack der Austernsauce. Pilze, insbesondere Shiitake, sind reich an Umami und eignen sich hervorragend als Basis für einen veganen Ersatz. Sie haben eine fast schon fleischige Tiefe, ohne den fischigen Beigeschmack des Originals zu imitieren.
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Worauf du beim Kauf von veganer Austernsauce achten solltest
Wenn du eine fertige vegane Austernsauce kaufen möchtest, solltest du auf folgende Punkte achten:
- Konsistenz: Die Sauce sollte dickflüssig sein, fast wie ein Sirup, und nicht wie Wasser laufen.
- Geschmack: Eine gute Sauce hat eine Basis, die an Geschmortes, an Pilze oder an Tiefe erinnert, und schmeckt nicht nur nach Salz und Zucker.
- Verdickung: Xanthan (E415) oder modifizierte Stärken sind in Ordnung, um die Haftung zu verbessern.
- Salzgehalt: Ein Salzgehalt von 4-8 g pro 100 g ist üblich.
- Allergen-Check: Viele Varianten enthalten Soja und Gluten.
- Packungsgröße & Lagerung: 250-500 ml sind eine praktikable Größe.
Schnelle Notlösung: Austernsauce improvisieren
Keine Austernsauce im Haus? Kein Problem! Mit ein paar einfachen Zutaten kannst du eine schnelle Notlösung improvisieren:
- Basis: Sojasauce (oder Tamari für eine glutenfreie Variante)
- Süße: Ein halber Teelöffel brauner Zucker (oder Kokosblütenzucker) pro Esslöffel Sojasauce
- Bindung: Eine Prise Stärke (Kartoffel oder Mais)
Andere asiatische Saucen wie Hoisin oder Teriyaki sind als direkter Ersatz weniger geeignet, da sie eine zu starke eigene Persönlichkeit haben. Hoisin bringt durch das Fünf-Gewürze-Pulver eine dominante Note mit, die in manchen Gerichten alles überdecken kann.
Rezept: Vegane Austernsauce ohne Zucker selbstgemacht
Für alle, die die volle Kontrolle über Zutaten und Geschmack haben möchten, ist die selbstgemachte Variante die beste Wahl. Hier ist ein Rezept für eine vegane Austernsauce ohne Zucker:
Zutaten:
- 1 Stück Kombu (ca. 5x5 cm)
- 20-30 g getrocknete Shiitake-Pilze
- 300 ml Wasser
- 2 EL Sojasauce (oder Tamari)
- 1 EL Melasse (optional, für eine dunklere Farbe und zusätzlichen Geschmack)
- 1 TL Reisessig
- 1/2 TL Sesamöl
- 1/4 TL scharfe Sauce (optional)
- 1/2 TL Maisstärke (optional, für eine dickere Konsistenz)
Zubereitung:
- Shiitake-Pilze 20-30 Minuten in heißem Wasser einweichen; Einweichwasser aufbewahren.
- Einweichwasser durch ein feines Sieb gießen, mit frischem Wasser auf 300 ml auffüllen.
- Pilze fein hacken und zusammen mit dem Kombu in das Pilzwasser geben.
- Alle restlichen Zutaten hinzufügen und verrühren.
- Optional: Kurz pürieren und durch ein Sieb streichen - ergibt eine glatte, „lackige“ Sauce.
- Die Masse in einem Topf kurz aufkochen lassen, um sie einzudicken.
- Durch ein Sieb in ein Gefäß seihen.
Tipps und Variationen
- Für eine intensivere Umami-Note kannst du zusätzlich Nori-Algen verwenden.
- Wenn du Dattelmus im Haus hast, kannst du es anstelle von Melasse verwenden, um die Sauce zu süßen und ihr eine dickere Konsistenz zu verleihen.
- Experimentiere mit verschiedenen Gewürzen wie Fünf-Gewürze-Pulver oder geräuchertem Paprikapulver, um den Geschmack zu variieren.
Vegane Bratnudeln mit selbstgemachter Austernsoße: Ein Rezeptbeispiel
Um die selbstgemachte vegane Austernsauce gleich auszuprobieren, hier ein Rezept für vegane Bratnudeln:
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Zutaten:
- Mie-Nudeln
- Gemüse nach Wahl (z.B. Paprika, Möhren, Pak Choi, Rosenkohl, Lauchzwiebeln, Zuckerschoten)
- Tofu oder andere pflanzliche Proteinquelle
- Zwiebeln und Knoblauch
- Sesamöl
- Vegane Austernsauce (siehe Rezept oben)
- Sesamkörner
Zubereitung:
- Rosenkohl putzen und halbieren. Paprika und Karotte putzen und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und in grobe Scheiben schneiden. Den Pak-Choi putzen und in grobe Stücke hacken. Bratfilet in feine Streifen schneiden.
- Rosenkohl mit 1 EL Sesamöl für 3-4 Minuten in einer Pfanne anbraten. Anschließend separat in einer Schüssel lagern.
- Mit 3 EL Sesamöl das Bratfilet, Zwiebeln und Knoblauch scharf anbraten. Sobald das Filet Farbe gezogen hat, das restliche Gemüse dazugeben und mitbraten.
- Die Mie-Nudeln nach Packungsanleitung kochen. Anschließend abtropfen lassen und in einer Pfanne mit den restlichen 2 EL Sesamöl scharf anbraten, sobald das Gemüse in der anderen Pfanne fast fertig ist.
- Die Soße an die Nudeln angießen und gleich gründlich unterrühren. Anschließend das Gemüse und den Rosenkohl mit unterrühren und kurz mitbraten.
- Mit Sesamkörnern bestreuen und heiß servieren.
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