Alkohol- und Zuckerberechnung leicht gemacht: Online-Rechner für Brauer und Likörhersteller
Dieser Artikel bietet eine umfassende Übersicht über Online-Rechner, die speziell für die Berechnung von Alkoholgehalt und Zuckerzusatz in Bier und Likör entwickelt wurden. Diese Rechner sind wertvolle Werkzeuge für Hobbybrauer und Likörhersteller, um präzise Ergebnisse zu erzielen und den gewünschten Geschmack und die Haltbarkeit ihrer Produkte zu gewährleisten.
Einführung
Die Herstellung von Bier und Likör erfordert ein genaues Verständnis der beteiligten Prozesse, einschließlich der Gärung von Zucker zu Alkohol und der Auswirkungen verschiedener Zutaten auf den endgültigen Alkoholgehalt. Online-Rechner können diese Prozesse vereinfachen, indem sie komplexe Berechnungen automatisieren und es den Benutzern ermöglichen, mit verschiedenen Variablen zu experimentieren, um das perfekte Rezept zu entwickeln.
Alkoholrechner für Bierbrauer
Refraktometer-basierte Alkoholberechnung
Ein spezieller Rechner ist für die Verwendung mit einem Refraktometer optimiert. Dieser korrigiert den Alkoholfehler bei der Messung des Restextrakts automatisch. Dabei wird die gemessene Stammwürze vor der Gärung in °Plato eingegeben. Der gemessene Restextrakt wird durch den Alkohol im Bier verfälscht, wodurch sich nur ein scheinbarer Wert ergibt, der sich aber in Kombination mit der ursprünglichen Stammwürze rückrechnen lässt.
Weitere Brauberechnungen
Es gibt eine Vielzahl von Brauberechnungen, die das Leben eines Brauers erleichtern können. Dazu gehören unter anderem:
- Einheitenumrechnung: Umrechnung zwischen angloamerikanischem Maßsystem und dem metrischen System.
- Hopfenmengenanpassung: Anpassung der Hopfenmengen im Rezept an den Bitterstoffgehalt (Alphasäurewert) des vorhandenen Hopfens.
- Würzekonzentration: Berechnung der notwendigen Wassermenge, um die gewünschte Stammwürze exakt einzustellen.
- Sudhausausbeute (SHA): Rückrechnung der Sudhausausbeute gemäß der in Europa üblichen Berechnungsmethode. Die Sudhausausbeute gibt an, wie effizient die Maischearbeit war und hängt sowohl von der Schüttung als auch von der Brauanlage ab. Typische Werte im Hobbybereich sind 50% - 65%. Vorsicht ist bei SHA-Angaben aus den USA geboten, da dort die Berechnungsmethode abweicht.
- Zuckermenge für die Flaschennachgärung: Berechnung der benötigten Zuckermenge für die Flaschennachgärung. Dies funktioniert natürlich auch für die Nachgärung im Fass/Keg. Es ist wichtig zu beachten, dass die angeführten Werte den CO2-Gehalt angeben, nicht die benötigte Zuckermenge pro Liter! Aus 10g Zucker werden 5g Alkohol und 5g CO2.
- Wasseraufbereitung: Anpassung der Restalkalität des Brauwassers. Diese zeigt an, wie sehr das Wasser den Maische pH-Wert hebt oder senkt. Um die Restalkalität zu berechnen, werden der Calzium- und Magnesium Gehalt des Wassers in mg/L oder der ppm-Wert benötigt. Zudem wird die Säurekapazität (pH 4,3) ODER die Karbonathärte in °dh benötigt.
- Zapfdruck: Berechnung des korrekten Zapfdrucks unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren. Diese Berechnung gilt für CO2 als Schankgas.
- Spundungsdruck: Berechnung des Spundungsdrucks, der den vorhandenen Druck im Fass bezeichnet.
Alkoholrechner für Likörhersteller
Der Alkoholgehalt bestimmt nicht nur den Geschmack eines Likörs, sondern auch seine Haltbarkeit. Ein zu niedriger Alkoholanteil kann dazu führen, dass der Likör schneller verdirbt, insbesondere wenn frische Früchte, Sahne oder Eier verwendet werden. Die ideale Trinkstärke für Liköre liegt meist zwischen 18 % und 30 % Volumenalkohol. Fruchtliköre wie Kirsch-, Brombeer- oder Johannisbeerlikör liegen oft bei 20-25 %, cremige Varianten wie Eierlikör oder Sahneliköre etwas darunter.
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Mischungsrechnung
Der integrierte Alkohol Rechner basiert auf dem Prinzip der Mischungsrechnung. Dazu benötigt man folgende Angaben:
- Die Zielmenge des fertigen Likörs (z. B. 1 Liter).
- Den gewünschten Alkoholgehalt (z. B. 25 % Vol.).
- Den Alkoholgehalt des verwendeten Alkohols (z. B. 40 % Vol.).
Der Rechner berechnet dann automatisch, wie viel hochprozentiger Alkohol benötigt wird und wie viel Raum für weitere Zutaten bleibt.
Beispielrechnung
Um 1 Liter Kirschlikör mit einem Zielalkoholgehalt von 25 % Vol. herzustellen, wobei Wodka mit 40 % Vol. verwendet wird, zeigt der Rechner, dass etwa 625 ml Wodka benötigt werden. Der Rest setzt sich aus Saft, Zucker (der das Volumen leicht erhöht) und ggf. Wasser zusammen.
Tipps für die Likörherstellung
- Früchte vorher wiegen: Besonders bei frischen Früchten ist es wichtig, das Gewicht bzw. Volumen vor der Rechenarbeit zu kennen.
- Zucker beeinflusst die Wahrnehmung des Alkohols: Ein süßer Likör schmeckt oft milder, auch wenn der Alkoholgehalt hoch ist.
Weitere Aspekte der Zucker- und Alkoholberechnung
Temperaturkorrektur
Die Temperatur spielt eine wichtige Rolle bei der Messung der Dichte von Flüssigkeiten. Alkohol und Wasser dehnen sich bei höheren Temperaturen aus, was die Ergebnisse beeinflussen kann. Es ist wichtig, die Eichtemperatur der Spindel zu berücksichtigen und gegebenenfalls eine Temperaturkorrektur durchzuführen. Dies gilt insbesondere für Temperaturen zwischen 10°C und 99°C.
Zusätzliche Faktoren
Bei der Berechnung des Alkoholgehalts und der Zuckermenge in Bier und Likör sind weitere Faktoren zu berücksichtigen:
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- CO2: Gelöstes CO2 kann das Volumen beeinflussen (z. B. werden aus 0,5l CO2 0,55l). Dies wird jedoch in der Regel nicht in die Berechnung einbezogen.
- Gelöste Stoffe: Gelöste Stoffe im Bier, wie z.B. Restextrakt, können die Messung beeinflussen.
- Spindelkorrektur: Es ist wichtig, die Spindel korrekt zu kalibrieren, um genaue Messwerte zu erhalten.
- Restalkalität: Die Restalkalität des Brauwassers kann durch Zugabe von Milchsäure kompensiert werden. Eine Vorabberechnung ist jedoch oft schwierig.
- Bitterstoffgehalt: Der Bitterstoffgehalt wird durch die angestrebte Bittere des Bieres bestimmt und hängt von der Bitterstoffausnutzung ab, d.h. wie viel der Alphasäure beim Kochen in die Würze übergeht.
Benutzererfahrung und Datenspeicherung
Einige Online-Rechner verwenden Cookies, um die eingegebenen Daten zwischen den Besuchen zu speichern. Die Speicherung erfolgt nur auf Seiten des Anwenders, d.h. es werden keine eingegebenen Daten zum Server übertragen. Diese Rechner speichern auch Informationen zur Nutzung der einzelnen Berechnungen, wobei lediglich die Anzahl der Nutzungen der einzelnen Berechnungen protokolliert wird. Dazu wird im Server ein Zeitstempel gespeichert. Es erfolgt keine Speicherung von weiteren Daten wie IP-Adresse oder eingegebene Berechnungswerte.
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