25 g Zucker pro Tag für die Gesundheit: Ein Leitfaden

Zucker ist ein allgegenwärtiger Bestandteil unserer Ernährung. Obwohl viele den süßen Geschmack schätzen, kann ein übermäßiger Konsum negative Auswirkungen auf Gewicht und Gesundheit haben. In diesem Artikel werden wir untersuchen, wie viel Zucker pro Tag gesund ist, wo sich Zucker versteckt und wie man den Zuckerkonsum reduzieren kann.

Wie viel Zucker ist gesund?

Allgemein wird empfohlen, dass Zucker maximal 10 % des täglichen Energiebedarfs ausmachen sollte. Da ein Gramm Zucker vier Kilokalorien enthält, bedeutet dies bei einer Kalorienaufnahme von 2.000 Kilokalorien pro Tag, dass Frauen durchschnittlich nur etwa 50 g Zucker konsumieren sollten. Männer können etwas mehr konsumieren, nämlich bis zu 65 g Zucker pro Tag.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jedoch strengere Richtlinien herausgegeben. Seit 2015 empfiehlt die WHO, dass höchstens 5 % der gesamten Kalorienmenge aus Zucker stammen sollten. Dies entspricht etwa 25 g Zucker pro Tag.

Wo versteckt sich der Zucker?

50 g Zucker finden sich beispielsweise in zuckerhaltigen Lebensmitteln wie Süßigkeiten. Die empfohlene Tagesmenge entspricht etwa 100 g Gummibärchen oder 90 g Vollmilchschokolade. Zucker ist jedoch nicht nur in Süßigkeiten enthalten, sondern verbirgt sich auch in Fertigprodukten, Säften, Soßen und Softdrinks.

Es lohnt sich also, vor dem Lebensmitteleinkauf einen Blick auf das Etikett mit der Zutatenliste zu werfen. Je weiter vorne Zucker auf der Liste genannt wird, desto mehr ist in dem Produkt enthalten. Auch der Begriff Monosaccharide (Einfachzucker) zählt dazu.

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Was bewirkt Zucker im Körper?

Zucker dient dem Körper als Energielieferant, enthält jedoch keine weiteren Nährstoffe. Daher werden die Kalorien als „leere“ Kalorien bezeichnet. Zuckerhaltige Lebensmittel wie Süßigkeiten sollten deshalb nur in geringem Umfang auf dem Speiseplan stehen. Zuckergesüßte Getränke erhöhen zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit das Risiko, übergewichtig zu werden und an Diabetes zu erkranken. Der häufige Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln kann außerdem Karies verursachen.

Die Empfehlungen der Fachgesellschaften

Gesellschaftlich sollten zur Reduktion des Zuckerkonsums Verhaltens- und Verhältnisprävention kombiniert werden. Die drei Fachgesellschaften DAG, DDG und DGE schließen sich der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2015 an. Diese rät zu einem maximalen Verzehr freier Zucker von weniger als 10 % der Gesamtenergiezufuhr. Freie Zucker umfassen Mono- und Disaccharide, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen, sowie in Honig, Sirupen, Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtsäften natürlich vorkommende Zucker.

Hoher Zuckerkonsum bei jungen Menschen

Laut Nationaler Verzehrsstudie II liegt der Anteil freier Zucker an der Gesamtenergiezufuhr bei 15- bis 24-Jährigen im Schnitt zwischen 16 und 18,5 Energieprozent. Bei Kindern sind die Anteile ähnlich. Im Bevölkerungsdurchschnitt (15-80 Jahre) sind es 13 bzw. rund 14 Energieprozent (Männer bzw. Frauen). Eine hohe und häufige Zuckerzufuhr ist jedoch mit Übergewicht assoziiert.

Hauptquellen für freien Zucker

In Deutschland sind Süßwaren mit 36 % die Hauptquelle für die Zufuhr freier Zucker. Fruchtsäfte und Nektare steuern einen Anteil von 26 % sowie Limonaden 12 % bei. "Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 32 Litern pro Jahr gehört Deutschland im europaweiten Vergleich zu den Spitzenreitern im Konsum von Fruchtsäften und -nektaren", heißt es im Konsensuspapier.

Alternativen zu zuckerhaltigen Getränken

Aufgrund des hohen Pro-Kopf-Verbrauchs zuckerhaltiger Getränke, der hohen nationalen Prävalenz für Übergewicht und Adipositas sowie der damit verbundenen Krankheitslast sprechen sich DAG, DDG und DGE für 50 g freie Zucker pro Tag als "maximale Obergrenze" (basierend auf einem durchschnittlichen Bedarf) aus. Kinder sollten nicht an eine hohe Zuckerzufuhr gewöhnt werden. Die Reformulierung zuckergesüßter Getränke sei einfach umsetzbar und vielversprechend. Eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke von 20 % könne helfen, vor allem bei Personen mit hohem Konsum - jüngere Altersgruppen, Männer und Menschen mit geringem Einkommen - die Gesamtenergiezufuhr zu reduzieren und die Übergewichts- bzw. Adipositasprävalenz zu senken.

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Zuckerfallen im Alltag

Gerade zur Weihnachtszeit kann man schnell den Überblick verlieren, wie viel Zucker man zu sich nimmt. Neben den offensichtlichen Zuckerfallen gibt es zahlreiche versteckte Zuckerquellen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Kinder weniger als zehn Prozent ihrer täglichen Energiezufuhr durch Zucker abdecken. Besser wäre eine Energiemenge von unter fünf Prozent. Diesen Empfehlungen hat sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) angeschlossen. Dazu zählt Zucker, der Lebensmitteln zugesetzt wird sowie der Zuckergehalt in Honig und Säften. Fructose, also die Zuckerart, die in unverarbeitetem Obst steckt, rechnen die Mediziner dabei nicht dazu.

Eine einfache Empfehlung des Berufsverbands für Kinder- und Jugendärzte ist: Mehr als 25 Gramm Zucker pro Tag sollten es demnach für Kinder nicht sein. Laut DGE macht Zucker bei Kindern im Durchschnitt 17,5 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus. Zudem verweisen Ärzte darauf, dass viele Kinder, die sehr zuckerhaltige Lebensmittel essen, gleichzeitig zu wenig Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte zu sich nehmen.

Gesundheitliche Folgen von zu viel Zucker

Für Kinder, die zu viel Zucker am Tag essen, steigt unter anderem das Risiko für Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und Karies. Langfristig ist so die Wahrscheinlichkeit erhöht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder einen Herzinfarkt zu bekommen. Auch rheumatische Erkrankungen, wie Gicht, können häufiger auftreten.

Zucker in Lebensmitteln: Die größten Fallen

Nach Angaben der DGE wird der größte Teil über Süßwaren verzehrt (36 Prozent). Es folgen zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsäfte und Nektar (26 Prozent) sowie Limonaden (12 Prozent). Getränke gelten als besonders kritisch, weil sie nicht sättigen und deswegen das Risiko für Übergewicht noch mehr erhöhen. Auch vielen salzig-herzhaften Lebensmitteln fügen die Hersteller bei der industriellen Verarbeitung Zucker hinzu. Wer rechnet schon damit, dass beispielsweise bei Ketchup der Zuckeranteil bei bis zu 20 Prozent liegt? Oder dass sich in einer herkömmlichen Thunfisch-Pizza etwa 15 Gramm Zucker verbergen?

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich immer

Da für Kinder angepriesene Lebensmittel - egal ob Kekse, Müsli, Kinderquark oder Kindertee - oft mehr Zucker enthalten als vergleichbare Produkte, lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe. Sogar Produkte, die als besonders gesund beworben werden, sind oftmals völlig überzuckert: 73 Prozent der gekauften Menge an Müslis, Cornflakes und Co. überschreiten beim Zuckergehalt die Empfehlung der WHO von 15 Gramm Zucker auf 100 Gramm. Bei den speziell an Kinder gerichteten Cerealien liegen sogar 99 Prozent der gekauften Produkte über diesem Richtwert.

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Das Geschmacksempfinden verändert sich

Beim Thema Zucker gibt es aber auch eine gute Nachricht: Das Geschmacksempfinden verändert sich. Wer nur selten Süßes isst, kommt daher schon nach kurzer Zeit mit weniger Zucker aus.

Versteckter Zucker: Worauf können Eltern beim Einkaufen achten?

Wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihr Kind nicht zu viel Zucker zu sich nimmt, ist es sinnvoll, beim Einkaufen die Inhaltsstoffe gründlich zu studieren - und zu wissen, was sich genau hinter den Bezeichnungen verbirgt.

Ein Lebensmittel kann durchaus viel Zucker enthalten, auch wenn es vom Hersteller als „zuckerfrei“ angepriesen wird: Nur wenn Haushaltszucker (Saccharose) im Lebensmittel steckt, muss auf der Zutatenliste auch „Zucker“ stehen. Es gibt aber eine Vielzahl von weiteren Zuckerarten oder anderen süß schmeckenden Substanzen.

Andere Zuckerarten sind beispielsweise:

  • Dextrose
  • Fruktose (Fruchtzucker)
  • Glukose (Traubenzucker)
  • Laktose (Milchzucker)
  • Maltodextrin
  • Maltose (Malzzucker)

Diese verschiedenen Zuckerarten kommen auch in Süßmachern wie Sirup (Glukosesirup, Invertzuckersirup, Ahornsirup), Malzextrakt, Süßmolkenpulver, Vollmilchpulver, Magermilchpulver und Dicksäften wie Agavendicksaft vor.

Die Tricks der Lebensmittelindustrie

Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln müssen die Inhaltsstoffe in der Reihenfolge ihres Gewichtsanteils gelistet sein. Durch die Verwendung von verschiedenen Zuckerarten und Süßmachern können Hersteller verschleiern, wie hoch der tatsächliche Zuckergehalt ist. So ist vielen Verbrauchern nicht bewusst, dass das gekaufte Produkt viel Zucker enthält, wenn weiter hinten in der Zutatenliste „Zucker“ steht, auf den vorderen Plätzen jedoch Glukosesirup, Süßmolkenpulver und Malzextrakt.

  • Die Aufschrift „weniger süß“ ist nicht gleichbedeutend mit weniger Zucker: Steht „weniger süß“ auf der Verpackung, glaubt man, ein Produkt mit weniger Zucker zu kaufen. Tatsächlich kann jedoch der Haushaltszucker durch eine weniger süß schmeckende Zuckerart wie Maltodextrin ersetzt sein. So schmeckt das Lebensmittel zwar weniger süß, der Zuckergehalt ist jedoch unverändert.

  • Reduzierter Zuckergehalt ist nicht gleich „wenig Zucker“: Eine Schokolade mit der Kennzeichnung „reduzierter Zuckergehalt“ muss kein Produkt mit besonders wenig Zucker sein. Es bedeutet, dass 30 Prozent weniger Zucker als in einem Lebensmittel der gleichen Art enthalten sind. Wird als Vergleichsobjekt ein besonders zuckerhaltiges Produkt gewählt, ist das Produkt mit dem angepriesenen reduzierten Zuckergehalt nicht zuckerarm.

  • Zucker bleibt Zucker - egal, ob er natürlich enthalten ist oder zugesetzt wurde: In der Werbung wird der Begriff „Natur“ gerne verwendet, da Konsumenten damit etwas Gutes verbinden. Aussagen wie „ohne Zuckerzusatz“ oder „100 Prozent Frucht“ erwecken den Eindruck, dass das Produkt keinen Zucker enthält. Dies ist ein Irrtum, denn statt Haushaltszucker wird hier zum Süßen Fruchtkonzentrat oder Dicksaft zugesetzt, sodass insgesamt viel „natürlicher Zucker“ im Lebensmittel ist. Der Zucker von Zutaten, die natürlicherweise Zucker enthalten, muss nicht in der Zutatenliste genannt sein. Deshalb darf ein Cappuccinopulver als „ungesüßt“ bezeichnet werden, auch wenn es Süßmolkenpulver mit Milchzucker enthält.

So können Eltern verhindern, dass Kinder zu viel naschen

Im Alltag ist es nicht immer leicht, im Blick zu behalten, wie viel Zucker Kinder am Tag zu sich nehmen. Die wichtigste Grundregel lautet: Süßigkeiten sollten etwas Besonderes sein. Dabei helfen diese Tipps:

  • Säuglinge und Kleinkinder sollten nur äußerst selten süße Säfte trinken.
  • Beziehen Sie alle Bezugspersonen, wie Großeltern, Bekannte und Paten, in das Thema ein, damit sie die ausgewogene Ernährung unterstützen.
  • Benutzen Sie Süßigkeiten nicht als Belohnung oder ein Verbot als Strafe. Sie erhalten sonst einen emotionalen Wert.
  • Vereinbaren Sie für das Essen von Süßigkeiten klare Regeln, beispielsweise einmal am Tag zu den Mahlzeiten.
  • Bonbons & Co. sollten nicht offen herumstehen.
  • Als gute Vorbilder sollten auch die Erwachsenen nicht zwischendurch naschen.
  • Kaufen Sie nur kleine Mengen Süßwaren ein, damit nie große Vorräte im Haus sind.
  • Kinder sollten süße Alternativen kennenlernen, die gesünder sind als Eis und Schokolade, beispielsweise süßes Obst.

Herausforderungen bei der Einhaltung der 25-Gramm-Grenze

Viele Menschen fragen sich, wie man die empfohlene Tagesmenge von 25 g Zucker einhalten soll. Selbst bei einer zuckerarmen Ernährung kann man schnell auf 50 Gramm Zucker kommen, wenn man bedenkt, dass auch Obst, Gemüse und Naturjoghurt Zucker enthalten.

Es ist wichtig zu beachten, dass die WHO-Empfehlung sich auf "freien Zucker" bezieht. Natürliche Laktose aus Milchprodukten und Zucker aus intaktem, frischen Obst und Gemüse werden dabei nicht berücksichtigt. Man kann also gegebenenfalls von der Gesamtsumme einiges wieder abziehen.

Die Sucht nach Zucker

Was haben Alkohol, Nikotin und Zucker gemeinsam? Das Gehirn will immer mehr davon. Jeder Deutsche verbraucht aktuell insgesamt knapp 35 Kilogramm allein an Haushaltszucker pro Jahr. Doch wir nehmen noch mehr Zucker zu uns - und wissen es oft noch nicht einmal: als Honig, in Form von Sirup, Glukose oder Fruktose in Obst und Säften.

Dabei braucht unser Körper gar keine Extra-Zufuhr an Zucker. Kohlenhydrate aus Brot oder Nudeln liefern die Energie, die wir benötigten. Zucker liefert unserem Körper also nichts als überflüssige Kalorien, die uns bekanntermaßen dick werden lassen, weil dadurch die Fettverbrennung blockiert wird.

Die gesundheitlichen Folgen von zu viel Zucker

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren immer mehr Nachweise dafür gefunden, dass zu viel Zucker uns sogar krank machen kann. Saccharose (Haushaltszucker) besteht zum einen Teil aus Glukose, auch Traubenzucker genannt. Der andere Teil ist Fruktose - also Fruchtzucker.

Die beiden Stoffe werden in unserem Körper unterschiedlich verarbeitet: Traubenzucker (Glukose) geht ins Blut. Der Körper verwertet ihn dann mithilfe des Hormons Insulin. Insulin sorgt dafür, dass Glukose von den Zellen überhaupt aufgenommen werden kann. Dort dient er als schneller Energielieferant. Überschüssige Energie lagert der Körper aber als Fett ein. Essen wir ständig Zucker, steigen auch der Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung ständig an. Und das wiederum führt irgendwann zu einer Insulinresistenz: Die Zellen werden unempfindlich gegenüber dem Hormon. Diabetes Typ 2 entsteht.

Fruchtzucker (Fruktose) wirkt weniger auf den Blutzuckerspiegel und kann die Leber schädigen. Denn über die Leber wird er verstoffwechselt. Kommt dort mehr Fruktose an, als das Organ verwerten kann, wandelt es den Zucker in Fett um. Das wird in der Leber eingelagert und fördert Entzündungen. Forschungsergebnisse deuten zudem auf eine besondere Gefahr im Zusammenhang mit Fruchtzucker hin: Er soll weniger satt machen als anderer Zucker, was dazu führen kann, dass wir mehr davon essen.

Schon Kinder können durch zu viel Zuckeraufnahme eine Fettleber entwickeln, ähnlich wie Alkoholiker. Sie kann ein frühes Anzeichen des Metabolischen Syndroms sein, einem ganzen Bündel von Krankheiten: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Adipositas. Bereits jetzt haben etwa sieben bis acht Prozent aller Menschen in Deutschland einen Diabetes mellitus Typ 2.

Fruchtzucker in Lebensmitteln

Dennoch werden immer mehr Produkte mit Fruchtzucker gesüßt - Ketchup, Fertiggerichte, Soßen oder Müslis beispielsweise. Das Wort "Frucht" lässt den Zucker harmlos erscheinen. Deshalb werben manche Hersteller damit. Manchmal ist der Fruchtzucker aber auch gar nicht ausgewiesen. Eine spezielle Kennzeichnungspflicht gibt es bisher nämlich nicht.

Zucker auch ohne Übergewicht schädlich

Ist es in Ordnung, einfach weiter Zucker zu essen, solange man nicht dick wird? Nicht unbedingt, denn auch bei schlanken Menschen kann der Insulinhaushalt gestört sein. Es gibt auch sogenannte dicke Dünne. Sie sind äußerlich schlank. Aber bei ihnen sind dann die inneren Organe von ungesunden Fettschichten ummantelt.

Der Zuckergehalt von Getränken

Viele Menschen unterschätzen besonders den Zuckergehalt von Fruchtsäften und Smoothies. Manche Smoothies enthalten, je nach Fruchtart, sogar mehr Zucker als Cola, denn sie bestehen aus Früchten in hochkonzentrierter Form mitsamt ihrem natürlichen Zuckergehalt. Doch so viele Früchte, wie in Säften oder Smoothies enthalten sind, kann man gar nicht essen. Wer Obst isst, statt Saft zu trinken, nimmt deshalb weniger Trauben- und Fruchtzucker auf. Zudem ist Obst auch schwerer verdaulich als Saft. Smoothies also am besten wie Süßigkeiten nur in Maßen genießen oder noch besser stattdessen Früchte ganz verzehren. Aber auch manche Obstsorten wie kernlose Weintrauben lieber nur in Maßen essen, weil sie besonders viel Zucker enthalten. Man kann sie schon fast als Süßigkeiten ansehen.

Zucker als Geschmacksverstärker

Süßer Geschmack verkauft sich gut, deshalb enthalten fast alle Fertiggerichte Zucker als Geschmacksverstärker. Zudem dient er der Lebensmittelindustrie als billiger Füllstoff. Doch Zucker kann im Gehirn die gleichen Regionen wie Alkohol oder Nikotin anregen. Es gibt Hinweise darauf, dass Zucker süchtig machen kann.

Die Empfehlungen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt seit 2015 möglichst nicht mehr als etwa 25 Gramm "freien Zucker" pro Tag zu sich zu nehmen. Damit ist zugesetzter Zucker gemeint. Es geht also nicht nur um das Stück Würfelzucker, mit dem Kaffee gesüßt wird, sondern um die gesamten Zuckerarten, die wir im Laufe des Tages über Fruchtjoghurts, Fertiggerichte, Ketchup, Müsli oder Marmelade zu uns nehmen. Zusätzlicher Zucker (neben dem natürlicherweise in Obst, Milch und anderen Lebensmitteln vorkommenden) sollte maximal 10 Prozent der täglichen Energiemenge ausmachen. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Erwachsenen einer Obergrenze von etwa 50 Gramm, bei Kindern deutlich weniger.

Die WHO empfiehlt zudem, den Verzehr von Zucker auf unter 5 Prozent der täglichen Energiemenge zu reduzieren. In vielen Fertigprodukten und in Fast Food ist reichlich Zucker enthalten. Zum Beispiel stecken sechs Stück Würfelzucker in einer Tiefkühl-Salami-Pizza, 39 Stück Würfelzucker in einem sogenannten Fitness-Müsli oder neun Stück in einer Packung Kartoffelsalat aus dem Kühlregal.

Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln

Zucker dient in verarbeiteten Lebensmitteln oft als chemisches Bindemittel, Konservierungsstoff oder als Kompensation bei fettarmen Light-Produkten. Denn wenn wenig Fett drin ist, schmeckt das Produkt nicht, deshalb fügen die Hersteller Zucker hinzu. Die Aufschrift "reduzierter Zuckergehalt" bedeutet nur, dass in einem Produkt 30 Prozent weniger Zucker als in vergleichbaren Produkten steckt. Darum sollte man lieber auf absolute Mengenangaben in der Zutatenliste achten.

Alternative Süßungsmittel

Auch "alternative Süßungsmittel" wie Ahornsirup, Agaven- oder Birnen-Dicksaft und Apfelsüße bestehen größtenteils aus Zucker, enthalten oft große Mengen Fruchtzucker. Sie bieten zwar mehr Mineralstoffe, aber kaum weniger Kalorien und sind deutlich teurer als Zucker. Genau wie Kokosblütenzucker, der aus dem Saft der Kokosblüte gewonnen wird, und 70 bis 90 Prozent Saccarose, also Haushaltszucker, enthält. Allerdings gibt es Hinweise, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Kokosblütenzucker etwas langsamer ansteigt. Yaconzucker, der aus der peruanischen Yaconwurzel hergestellt wird, besteht anders als herkömmlicher Zucker nicht nur aus zwei Bausteinen, sondern aus einer längeren Molekülkette. Damit gehört er eher zu den Ballaststoffen.

Der hohe Zuckerkonsum in Deutschland

Wir Deutschen essen im Jahr durchschnittlich 31,3kg Haushaltszucker, das sind immerhin 90g am Tag. Eine beachtliche Menge, immerhin empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation nur 25g am Tag.

Nach Daten der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS 1) sind 29 Prozent der Frauen und 43,8 Prozent der Männer übergewichtig, weitere 23,9 und 23,3 Prozent sind adipös. Übergewicht und Fettleibigkeit sind mit etlichen Begleit- und Folgeerkrankungen, darunter Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, kardiovaskulären Erkrankungen, Krebs und degenerativen Gelenkerkrankungen assoziiert. Die direkten und indirekten Krankheitskosten werden auf mindestens 13 Milliarden Euro geschätzt.

Gegenwärtig wird diese Grenze von den Deutschen im Durchschnitt stark überschritten. Bei Frauen liegt der tatsächliche Verbrauch um 40 Prozent über diesem Grenzwert, beim Männern um 30 Prozent. Ein großer Teil der Zufuhr von freiem Zucker stammt aus Süßwaren (36 Prozent), ebenfalls bedeutsam sind Fruchtsäfte und Nektare, aus denen 26 Prozent der Zuckereinnahme resultieren sowie Limonaden mit einem Anteil von zwölf Prozent. Deutschland zählt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 32 Litern pro Jahr zu den Spitzenreitern im Konsum von Fruchtsäften . 75 % zu viel Zucker konsumieren Kinder im Durchschnitt, auch Erwachsene liegen über dem Grenzwert. Bei Männern sind es 30 Prozent, bei Frauen 40 Prozent.

Die Problematik zuckerhaltiger Getränke

Das besondere Problem der zuckerhaltigen Getränke: Sie lösen anders als feste zuckerhaltige Nahrungsmittel keinen Sättigungseffekt aus. Während süße feste Nahrungsmittel zumindest die Aufnahme anderer kalorienhaltiger Nahrungsmittel kompensiert, setzt der Genuss von Süßgetränken keine derartigen Begrenzungen. Ein weiteres Problem: Zuckergesüßte Lebensmittel und Getränke liefern einerseits zu viel Energie, enthalten jedoch auf der anderen Seite wenig oder keine essenziellen Nährstoffe.

Maßnahmen zur Reduktion des Zuckerkonsums

Aufgrund der besonderen Rolle zuckerhaltiger Getränke, ihres hohen Pro-Kopf-Verbrauchs in Deutschland, der hohen nationalen Prävalenz für Übergewicht und Adipositas sowie der hohen damit verbundenen Krankheitslast schließen sich die DAG, DDG und DGE der evidenzbasierten Empfehlung der WHO aus dem Jahr 2015 an. Das schließe auch natürlich vorkommenden Zucker in Honig, Sirup und Fruchtsäften ein.

Die DGE empfiehlt, bei einer isokalorischen Ernährung der Art der Kohlehydrate besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Präferiert werden sollten überwiegend pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, verarbeitete Lebensmittel sollten sparsam konsumiert werden. Der Verbrauch zuckergesüßter Getränke sollte vermieden und durch Wasser oder ungesüßte Tees ersetzt werden.

Verhältnispräventive Maßnahmen

Aus den evidenzbasierten Erkenntnissen leiten die Fachgesellschaften ab, dass die bisher auf verhaltenspräventive Maßnahmen beschränkte Gesundheits- und Ernährungspolitik „nicht zur gewünschten Reduktion von Übergewicht und Adipositas und den damit assoziierten ernährungsbedingten Krankheiten geführt hat“. Vielversprechende Public-Health-Maßnahmen müssten daher auf Verhältnisprävention abzielen.

  • Entscheidungsunterstützende Maßnahmen: Eine vereinfachte Kennzeichnung von Lebensmitteln könne zu einem besseren Verständnis ihrer Qualität beitragen. Ein Mehrwert könne auch entstehen, wenn Unternehmen eine solche Kennzeichnung als Anreiz verstehen, die Reformulierung von Lebensmitteln voranzutreiben.
  • Entscheidungslenkende Maßnahmen: Hier fordern die Fachgesellschaften eine Verbindung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie, die auf weniger Salz, Fett und Zucker durch eine Reformulierung von Lebensmitteln abzielt, mit einer lenkenden Verbrauchssteuer. In Portugal und Großbritannien habe dies zu einer raschen Anpassung der Produkte geführt. Nach einer Modellrechnung könnte eine Reduktion von Zucker um 40 Prozent in zuckergesüßten Getränken nach fünf Jahren zu einer Minderung der Kalorienaufnahmen um 38 Kilokalorien und einer Gewichtsabnahme von 1,2 Kilogramm führen. Unbedingt notwendig sei aber neben einer Minderung des Zuckergehalts eine Reduktion der Gesamtenergie aufgenommener Nahrungsmittel, wenn diese Strategie nicht scheitern soll.
  • Nudging (Anstupsen): Dies ist möglich beispielsweise durch die geschickte Platzierung gesunder Lebensmittel in Kantinen.
  • Besteuerung: Die drei Fachgesellschaften fordern eine „gesunde Mehrwertsteuer“ - 20 Prozent auf zuckergesüßte Getränke.

Die Zucker-Richtlinie der WHO

Um das Risiko einer ungesunden Gewichtszunahme und Karies zu verringern, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Aufnahme an freiem Zucker in sämtlichen Lebensphasen auf unter 10 Energieprozent zu reduzieren. Dies entspricht nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag (ca. 10 Teelöffel) für einen durchschnittlichen Erwachsenen (bei einer Kalorienzufuhr von 2.000 kcal). Unter freiem Zucker werden hier alle Zuckerarten verstanden, die Speisen und Getränken beigefügt werden.

Die Zucker-Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2015 enthält sogar die Empfehlung, den täglichen Zuckerkonsum auf maximal ca. 25 Gramm zu reduzieren. Das entspricht etwa sechs Teelöffeln Zucker pro Tag. Erwachsene sollten also höchstens fünf bis zehn Prozent ihrer täglichen Kalorien als Zucker zu sich nehmen. Bislang liegt der Schnitt in Deutschland bei 15 bis 18 Prozent. Sorgen bereiten der WHO vor allem die sogenannten Zuckerbomben, das heißt verarbeitete Lebensmittel, die sehr viel Zucker enthalten. Dazu gehören beispielsweise viele Softdrinks, die teilweise bis zu 40 Gramm Zucker in einer einzigen Dose/Flasche beinhalten. Aber auch Süßwaren und Fertiggerichte enthalten oftmals zu viele Mono- und Disaccharide.

Nicht betroffen von der Zucker-Richtlinie ist der Fruchtzucker (Fructose). Die WHO möchte mit ihrer Empfehlung Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Karies einschränken. Ein weiteres Ziel ist es, die Anzahl fettleibiger Menschen deutlich zu reduzieren. Die WHO fordert die Lebensmittelindustrie auf, versteckte Zucker in Lebensmitteln deutlicher zu kennzeichnen. Die Lebensmittelindustrie kritisiert dagegen die Zucker-Richtlinie.

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