Stevia als Zuckerersatz: Dosierung, Anwendung und Wissenswertes
In der heutigen Zeit suchen immer mehr Menschen nach gesünderen Alternativen zu herkömmlichem Zucker. Stevia, ein natürliches Süßungsmittel, hat sich dabei als eine beliebte Option etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die Verwendung von Stevia als Zuckerersatz, insbesondere im Hinblick auf die Dosierung und Anwendung beim Backen, und gibt wichtige Hinweise für eine erfolgreiche Umstellung.
Was ist Stevia?
Stevia entsteht aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana, auch Honigkraut genannt. In Paraguay, der Heimat dieser Pflanze, wird sie traditionell als Süßungsmittel und Heilkraut verwendet, beispielsweise gegen Sodbrennen. Der in der EU zugelassene Süßstoff Steviolglykosid wird industriell aus den Blättern des Honigkrauts gewonnen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Zulassung sich nur auf die verarbeitete Form bezieht, nicht aber auf die Steviapflanze selbst oder ihre Blätter.
Vorteile von Stevia
- Kalorienarm: Stevia hat keine Kalorien und ist daher ideal für Diabetiker und Menschen, die auf ihre Kalorienzufuhr achten.
- Hohe Süßkraft: Stevia hat eine 30- bis 600-mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker, wodurch nur geringe Mengen benötigt werden. Die Blätter sind etwa 30-mal und Stevia als Pulver etwa 300-mal stärker in der Süßkraft.
- Keine schädlichen Nachteile: Im Gegensatz zu Zucker hat Stevia keine gesundheitsschädlichen Nachteile.
- Vielseitig einsetzbar: Stevia kann in verschiedenen Formen verwendet werden, wie z.B. als Flüssigkeit, Granulat oder Pulver.
Stevia im Vergleich zu anderen Süßungsmitteln
Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Zuckerersatzstoffen, darunter Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Erythrit und Sorbit sowie Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat und Aspartam. Im Vergleich dazu bietet Stevia einige einzigartige Vorteile:
- Natürlicher Ursprung: Stevia wird aus einer Pflanze gewonnen, während viele andere Süßstoffe synthetisch hergestellt werden.
- Kein Einfluss auf den Blutzucker: Stevia hat keinen relevanten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, was es zu einer guten Wahl für Diabetiker macht.
- Weniger Kalorien: Stevia enthält nahezu keine Kalorien, während Zuckeraustauschstoffe wie Xylit und Erythrit einen geringen Kaloriengehalt haben.
Stevia richtig dosieren
Die hohe Süßkraft von Stevia erfordert eine sorgfältige Dosierung. Da Stevia eine viel höhere Süßkraft als Zucker besitzt, benötigt man nur eine sehr geringe Menge. Ein gehäufter Teelöffel Steviagranulat entspricht ungefähr 30 g Zucker. Die Süßkraft wird jedoch viel stärker empfunden, ungefähr 300 bis 450 Mal süßer als Zucker.
Dosierungstipps:
- Beginnen Sie mit kleinen Mengen: Verwenden Sie zunächst nur eine kleine Menge Stevia und erhöhen Sie die Dosis bei Bedarf.
- Achten Sie auf die Form: Die Dosierung variiert je nach Form von Stevia (Flüssigkeit, Granulat, Pulver).
- Probieren Sie sich aus: Die richtige Dosierung ist Geschmackssache. Probieren Sie verschiedene Mengen aus, um die für Sie passende Süße zu finden.
Backen mit Stevia
Stevia eignet sich besonders gut zum Backen, da es keine Kalorien hat und somit auch hervorragend für Diabetiker geeignet ist. Allerdings gibt es einige Besonderheiten zu beachten:
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- Ausgleich von Volumen und Textur: Da Stevia im Vergleich zu Zucker eine geringere Dichte hat, muss beim Backen ein Ausgleich geschaffen werden. Die Zuckermenge kann um etwa 60 Prozent reduziert werden, um die richtige Menge an Stevia zu erhalten.
- Verwendung von Flüssigkeit: Wird Stevia als Granulat oder Pulver verwendet, sollte es zügig eingearbeitet und am besten vorher mit Flüssigkeit vermischt werden, die ohnehin im Rezept vorkommt, wie z.B. Wasser oder Milch.
- Verkürzung der Backzeit: Die Backzeit kann sich aufgrund von Stevia verkürzen.
Tipps für das Backen mit Stevia:
- Bewährtes Rezept ausprobieren: Beginnen Sie mit einem Rezept, das bereits mit Stevia erprobt wurde.
- Teig abschmecken: Schmecken Sie den Teig vor dem Backen ab, um sicherzustellen, dass er die gewünschte Süße hat.
- Backzeit im Auge behalten: Überprüfen Sie die Backwaren regelmäßig, um ein Verbrennen zu vermeiden.
Stevia-Formen und ihre Anwendung
Stevia ist in verschiedenen Formen erhältlich, die sich für unterschiedliche Anwendungen eignen:
- Stevia Fluid: Eignet sich gut für Tees oder Süss-Speisen. Die Dosierung kann mit einer Pipette (wie sie für Nasentropfen verwendet wird) genau erfolgen.
- Stevia Granulat: Eignet sich gut für feine Cremes und cremige Kuchen.
- Stevia Pulver: Sollte beim Backen zügig eingearbeitet und am besten vorher mit Flüssigkeit vermischt werden.
Mögliche Nachteile von Stevia
- Bitterer Beigeschmack: Stevia kann in größeren Mengen einen metallischen, lakritzartigen, leicht bitteren Beigeschmack haben.
- Wenige Langzeitstudien: Es gibt noch wenig Erkenntnisse zu Langzeitwirkungen von Stevia.
Weitere Süßungsalternativen
Neben Stevia gibt es noch weitere Alternativen zu Zucker, die je nach Bedarf und Vorlieben in Betracht gezogen werden können:
- Xylit (Birkenzucker): Süßt ähnlich stark wie Zucker, enthält aber nur etwa 50 Prozent der Kalorien. Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Achtung: Für Hunde können schon wenige Gramm Xylit tödlich sein!
- Erythrit: Ein Kalorienzwerg, der optisch und in der Konsistenz kaum vom herkömmlichen Zucker abweicht, aber nur halb so stark süßt. Studien zufolge löst es seltener Durchfall und Blähungen aus als andere Zuckeralkohole.
- Sorbit: Enthält zwar nur rund 60 Prozent der Kalorien von Zucker, süßt allerdings auch nur halb so stark.
- Agavendicksaft, Ahornsirup, Honig, Birnenkraut oder Apfelsüße: Bestehen zum überwiegenden Teil aus Zucker und bringen lediglich mehr Mineralstoffe mit.
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