Zwiebelmarmelade vs. Chutney: Rezept, Zubereitung und Unterschiede

Die Zwiebel ist die Grundlage für fast jedes herzhafte Gericht, doch heute steht sie sogar im Mittelpunkt! Das süß-säuerliche, pikante Rote Zwiebel Chutney zeigt erneut, was in den Knollen steckt und wieso sie alle Tränen wert sind! Nachdem aktuell, solange das Wetter halbwegs mitspielt, gerne gegrillt wird, gibts von mir eine Zwiebelmarmelade, die keine typische Marmelade ist, aber perfekt zum gegrillten Steak passt. Kennen gelernt habe ich sie auf einem VHS-Grillkurs mit dem Thema Südafrika. Dazu n Straußensteak, konfierte Kirschtomaten und Roquefort sowie ein Süßkartoffelpürree - ein Traum.

Was ist der Unterschied zwischen Marmelade, Konfitüre, Relish und Chutney?

Vorab: Streng genommen ist die Bezeichnung Marmelade in Deutschland nur für Produkte aus Zitrusfrüchten zulässig. Umgangssprachlich meinen wir damit aber meist dasselbe wie Konfitüre. In jedem Fall handelt es sich bei keinem von beidem um ein Chutney. Marmeladen und Konfitüren werden als süße Brotaufstriche verwendet und bestehen hauptsächlich aus eingekochten Früchten - ob nun Zitrus oder nicht - sowie Zucker. Ein Chutney kann ebenfalls aus Obst hergestellt werden, ist aber weniger süß, beinhaltet viele weitere Geschmacksgeber und kann ebenso gut aus Gemüse gemacht sein. Auch eine Kombi aus Gemüse und Frucht ist möglich.

Der Unterschied zu einem Relish besteht darin, dass dieses stückiger ist, oft auch aus rohen Zutaten hergestellt und püriert wird. Ebenso wie Chutney wird es aber hauptsächlich als Beilage zu herzhaften Gerichten aufgetischt. Chutney ist der Überbegriff für unterschiedliche Würzsoßen, die ursprünglich aus der indischen Küche stammen. Sie werden aus Gemüse, Früchten, Nüssen, Kräutern und Gewürzen gemacht und zu unterschiedlichen Gerichten serviert.

Chutney wird in der indischen und pakistanischen Küche zu jeder Mahlzeit gereicht und kann genauso wie Senf gegessen werden. Chutney ist eine pikante, süß-saure, geleeartige Soße aus Gemüse oder Obst, Kräutern und Gewürzen (wie Ingwer, Chili oder Zimt), die mit Zucker und Essig eingekocht wird. Eine echte Geschmacksbombe, die sowohl sauer, süß als auch würzig schmeckt!

Warum Zwiebelmarmelade / Zwiebelchutney?

Das Rote Zwiebel Chutney ist ein sagenhafter Genuss und kann unglaublich vielseitig verwendet werden. Das pikante Rote Zwiebel Chutney passt nicht nur wunderbar im Sommer zur Grillsaison, sondern hat wirklich das ganze Jahr über seine Daseinsberechtigung. Im Winter kommt es bei mir statt zum Grillen sogar auf den Tisch beim Raclette. Außerdem macht es sich, wie auch karamellisierte Zwiebeln, hervorragend auf selbstbelegten Burgern, Hot Dogs oder auch nur auf dem Butterbrot als herzhafte Zwiebelmarmelade. Das Zwiebel Chutney ist eine super Ergänzung zur Brotzeit und ein wunderbarer Begleiter zu Käse. Besonders herzhaft: Bacon Jam, also zu deutsch: Speck-Marmelade schmeckt nicht nur zum gegrillten T‑Bone‑Steak, sondern auch mit frisch geröstetem Baguette.

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Rote Zwiebel Chutney auf Brot mit Käse

Zwiebelmarmelade / Rotes Zwiebelchutney: Zutaten (klassisches Rezept)

  • 4 rote Zwiebeln
  • 150 g Zucker
  • 0,3-0,5 l Rotwein
  • 1 guter Schuss Balsamicoessig
  • Salz, Pfeffer
  • 3 Nelken, Piment, 1 Stück Zimtrinde
  • ein wenig Zitronenthymian, Abrieb einer Zitrone

Alternative und ergänzende Zutaten (Varianten)

  • brauner Zucker oder Honig statt weißem Zucker
  • Portwein oder trockener Rotwein für mehr Farbe und Aroma
  • Zimt, Nelken, Ingwer, Sternanis oder Kardamom für winterliche Varianten
  • kleine Menge Feige, Pflaume, Apfel oder Zwetschge für Fruchtnoten
  • etwas Knoblauch oder Chili für mehr Schärfe

Zubereitungsschritte: Rote Zwiebelmarmelade nach dem VHS-/Grillkurs

  1. Zunächst die Zwiebeln in feine Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Schäle die roten Zwiebeln, halbiere sie der Länge nach und schneide sie in etwa 0,4 cm dünne Halbringe.
  2. Den Zucker im Topf karamellisieren. Dabei achten, dass die Hitze nicht zu hoch ist. Man kann ein wenig Wasser hinzufügen, dann verklumpt der Zucker nicht so leicht. Rühre nun auch den Zucker und das Salz unter die Zwiebeln und lösche daraufhin alles mit dem Rotweinessig ab.
  3. Wenn der Zucker Farbe annimmt, mit Rotwein ablöschen, umrühren und dann die Zwiebeln hinzufügen. Gleich etwas Balsamicoessig hinzugeben und etwas einkochen lassen. Ein kleiner Schuss trockener Rotwein oder Portwein passt ebenfalls hervorragend.
  4. Anschließend mit Salz, Pfeffer, und den weiteren Gewürzen gut würzen. Die getrockneten Lorbeerblätter und die frischen Thymianzweige mit in den Topf geben.
  5. Lass das Chutney für etwa 30-40 Minuten bei mittlerer Hitze (ohne Deckel) unter gelegentlichem Rühren köcheln. Die Flüssigkeit sollte in dieser Zeit fast vollständig verdampft sein. Die lange Garzeit ist notwendig, um die richtige Konsistenz zu erreichen. Die Marmelade wird beim Abkühlen noch leicht nachdicken.
  6. Nachdem die Marmelade eingedickt ist nochmals abschmecken und alles schön einreduzieren lassen. Bevor man das fertige Chutney in Gläser füllt, werden Zimtstangen und Co. einfach wieder entfernt.
  7. Die noch heiße Marmelade in zuvor sterilisierte Gläser abfüllen und fest verschließen. Die Gläser sollten anschließend kühl und dunkel aufbewahrt werden. So hält sich das leckere, pikante Chutney sicherlich bis zu einem halben Jahr.
Zwiebelmarmelade im Einmachglas

Praktische Tipps und Varianten

  • Die Zwiebelmarmelade schmeckt auch gut mit Tomatenmark vermischt.
  • Für noch mehr Farbe und Geschmack kannst du auch zusätzlich einen kleinen Schuss trockenen Rotwein zu den Zwiebeln geben.
  • Wer möchte, kann auch braunen Zucker oder sogar Honig zum Süßen des Chutneys verwenden. Natürlich beeinflusst das aber auch den Geschmack und die Farbe.
  • Wer sein Rotes Zwiebel Chutney gerne besonders süß und fruchtig hätte, der kann auch eine kleine Menge frische Feige, Pflaume, Apfel oder Zwetschge dazugeben.
  • Das Chutney kann heiß in sterile Gläser abgefüllt und kurz auf den Kopf gestellt werden, so bleibt das Chutney konserviert und länger haltbar.
  • Schon geöffnete Gläser sollten im Kühlschrank aufbewahrt und zeitnah aufgebraucht werden.

Anwendungs- und Kombinationsvorschläge

Die klassische Verwendung von Chutney sieht vor, dass man es kalt zu herzhaften Gerichten serviert. Meist wird es zu Dals aus Hülsenfrüchten, würzigen Currys oder indischen Broten gereicht. Bei uns wird Zwiebelchutney gern zu kaltem Braten und Roastbeef oder schlicht mit Brot gegessen. Wer etwas kreativer kombinieren möchte, serviert Chutneys als Dip zu Rohkost, Crackern und Chips, als leckere Sandwich- oder Grillsoße, verfeinert damit Salatdressings oder toppt süße Speisen wie Milchreis damit.

Einige Kombinationen passen besonders gut:

  • Zu Käse: Pflaume, Kirsche, Feige, Quitte, Brombeere - hier harmoniert auch Zwiebelchutney sehr gut als würzige Ergänzung.
  • Zu dunklem Fleisch: Kirsche, Birne, Apfel, Kürbis, Zwiebeln.
  • Zu Geflügel und Fisch: Mango, Papaya, Stachelbeere, Tomate, Zucchini.
Zwiebelchutney zu Steak und Käseplatte
Zubereitung Rote Zwiebel Chutney Schritt-für-Schritt

Chutney-Baukasten: Mengen und Zutaten

Komponente Benötigte Menge Mögliche Zutaten
Basis ca. 1 kg Aubergine, Tomate, Zucchini, Zwiebel, Mango, Apfel, Pflaume u.v.m.
Säuerungsmittel 100-200 ml Weißweinessig, Apfelessig, Balsamico-Essig, Zitrussaft
Süßungsmittel 100-200 g/ml Zucker, Rohrzucker, Honig, Ahornsirup
Flüssigkeit ca. 200 ml Wasser, Apfelsaft, Rotwein, Weißwein
Gewürze nach Belieben Salz, Pfeffer, Kardamom, Nelken, Ingwer, Chili, Zimt

Haltbarkeit und Konservierung

Frisch gekocht halten sich Chutneys einige Tage im Kühlschrank. Um sie länger haltbar zu machen, kann man sie in Gläsern einkochen. So lassen sie sich mindestens sechs Monate an einem kühlen, dunklen Ort lagern. Am längsten ist das Rote Zwiebel Chutney haltbar, wenn du es nach dem Kochen noch heiß in zuvor sterilisierte Gläser abfüllst und diese direkt verschließt. Kühl und möglichst dunkel gelagert hält sich selbstgemachte Marmelade viele Monate lang.

Fazit: Wann Zwiebelmarmelade, wann Chutney?

Ob du das Ergebnis "Marmelade" nennst oder "Chutney" hängt vom Geschmack und der Verwendung ab: Marmeladen und Konfitüren sind süße Brotaufstriche aus Früchten und Zucker, Chutneys sind würzig-säuerliche Begleiter mit Essig und Gewürzen, die oft zu herzhaften Speisen serviert werden. Es gibt Zwiebelkonfitüre, aber auch Zwiebelmarmelade, Zwiebelrelish und Zwiebelchutney. Letztlich entscheiden die verwendeten Zutaten und der eigene Geschmack, was zueinander passt. Hat man das Prinzip des Chutney-Kochens einmal verstanden und ein Gefühl für die richtigen Mengen, kann man nach dem Baukastenprinzip ganz leicht eigene Kreationen entwickeln.

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