Traditionelles bayerisches Zwetschgendatschi Rezept mit Hefeteig
Leute, es ist Zwetschgenzeit! Und deshalb gibt es hier den Klassiker aus Bayern: saftiger Zwetschgendatschi. Der Zwetschgendatschi gehört zum Spätsommer in Süddeutschland wie buntes Laub zu den Bäumen. Für die Herstellung des Blechkuchens werden möglichst spät gereifte Zwetschgen verwendet - deshalb gibt es den Zwetschgendatschi auch nur im Spätsommer. Es ist hier in München ein Ding der Unmöglichkeit, nicht irgendwann über Zwetschgendatschi zu stolpern. Jede Bäckerei und jeder Obstladen bietet Zwetschgen an.
Zwetschgen sind nicht gleich Pflaumen, so viel sei schon mal gesagt. Sie sind etwas länglicher geformt als Pflaumen und sind teilweise noch süßer. Die eigentliche Herausforderung am Zwetschgendatschi ist es, die richtigen Zwetschgen zu finden. Die meisten Zwetschgen oder Pflaumen, die heutzutage verkauft werden, sind zu groß, zu geschmacklos und zu wässrig. Besonders wichtig: Es hilft nichts, Zwetschgen mit Zucker zu bestreuen, um sie süßer zu machen. Denn das zieht beim Backen viel Flüssigkeit, das durchweicht den Teig und der Rand wird nicht knusprig.
Zwetschgendatschi - ein echter Genuss und Stück bayerische Tradition
Der Augsburger Zwetschgendatschi ist eine ausgezeichnete Spezialität des Genusserbe Bayerns. Die Herkunft des Namens "Datschi" ist übrigens nicht genau geklärt. Vermutlich ist er aber auf das süddeutsche Verb "detschen/datschen" (flach drücken) zurückzuführen.
Über den richtigen Zwetschgendatschi kann man sich endlos streiten: Ob nun mit Öl- oder Hefeteig, mit oder ohne Streusel. Da will ich mich gar nicht beteiligen. Ich weiß, welche Variante mir am besten schmeckt, nämlich pur, ohne Streusel und vor allem ohne Sahne. Alles, was den Zwetschgen-Geschmack stört, ist überflüssig. Aber im Rest Deutschlands kennt man ihn vielleicht als bayrischen Pflaumenkuchen mit Streuseln.
Die wichtigsten Zutaten für Zwetschgendatschi
- Frische Zwetschgen
- Weizenmehl (Type 405 oder 550)
- Frische Hefe
- Zucker
- Milch (lauwarm)
- Butter
- Eier
- Salz
- Zitronenschale nach Belieben
- Optional: Zimt, gemahlene Mandeln oder Haselnüsse, Streuselzutaten
Für ein Backblech Zwetschgendatschi benötigt man ungefähr 1,25 bis 1,5 kg Zwetschgen. Der Hefeteig sollte nicht zu dick und nicht zu dünn ausgerollt werden. Zwetschgen werden dabei in Viertel geschnitten und möglichst dicht aneinander auf den Hefeteig gelegt.
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Original Zwetschgendatschi Rezept - Schritt für Schritt
1. Hefeteig zubereiten
Für den Hefeteig wird das Mehl in eine große Schüssel gesiebt und in die Mitte eine Mulde gedrückt. Die frische Hefe hineinbröckeln, lauwarm erwärmte Milch mit Zucker zur Hefe geben und von der Mitte her vermengen. Den Vorteig ca. 15 Minuten zugedeckt ruhen lassen. Anschließend kommen Butter, Eier, Salz und nach Geschmack etwas Zitronenschale dazu. Das Ganze sehr gut verkneten und erneut mindestens 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- 500 g Weizenmehl Typ 405/550
- 30 g Hefe
- 250 ml Milch (lauwarm)
- 3 EL Zucker
- 100 g Butter
- 2 Eier
- 1 Prise Salz
Alle Zutaten zu einem glatten, soften Teig verkneten. Der Teig bleibt zunächst in der Schüssel und wird mit einem Küchentuch abgedeckt.
2. Zwetschgen vorbereiten
In der Zwischenzeit wascht ihr die Zwetschgen, legt sie auf ein Küchentuch, schneidet sie entlang der Naht auf, entkernt sie und anschließend werden sie je nach Vorliebe halbiert oder geviertelt. Ich persönlich finde sie geviertelt perfekt, um den Teig damit zu belegen. Man kann den Prozess vereinfachen, indem man zuerst alle Zwetschgen entkernt und dann der Reihe nach schneidet.
3. Teig und Blech vorbereiten
Sobald der Teig gegangen ist, rollt man ihn auf Backpapier oder direkt im Blech aus. Wer möchte, kann die Backform zuvor mit neutralem Öl oder Butter einfetten. Den Teig möglichst dünn und gleichmäßig ins Blech drücken, so dass ein leichter Rand entsteht.
Tipp: Die gemahlenen Mandeln auf den Teig streuen - das verhindert das Matschigwerden des Bodens!
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4. Belegen und Streusel zubereiten
Die Zwetschgen werden in Reihen, jeweils schräg versetzt, dicht und dachziegelartig auf den Hefeteig gelegt. Optional kann man nun Zimtzucker, gehackte Mandeln oder Haselnüsse sowie kleine Butterflocken hinzufügen.
Wer seinen Zwetschgendatschi liebt, wird oft auf einer goldenen Mitte zwischen süßen Streuseln und purem Fruchtgeschmack landen. Für die Streusel werden Mehl, Zucker, kalte Butter und Zimt in einer Schüssel zügig zu Krümeln verreiben. Diese Streusel dann locker auf den Zwetschgen verteilen, es dürfen große und kleine Klümpchen sein.
- 200 g Weizenmehl
- 100 g Zucker
- 110 g Butter
- 0,5 TL Zimt
- 1 Prise Salz
5. Backen und Servieren
Den Backofen auf 170-190 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den belegten und eventuell gestreuselten Datschi auf mittlerer Schiene etwa 35-45 Minuten backen. Die Streusel werden goldbraun und die Zwetschgen beginnen zu karamellisieren. Nach dem Backen den Kuchen etwas abkühlen lassen, nach Wunsch mit Puderzucker bestäuben. Besonders gut schmeckt der Datschi lauwarm, mit Zimt bestreut und etwas frisch geschlagener Sahne oder glatt gerührter Creme fraiche.
| Schritt | Dauer | Beschreibung |
|---|---|---|
| Teigführung | 60 Min. | Vorteig + Gehzeit |
| Zwetschgen vorbereiten | 15 Min. | Waschen, entkernen, schneiden |
| Blech belegen und fertigstellen | 20 Min. | Teig ausrollen, belegen, Streusel |
| Backen | 35-45 Min. | Im Ofen bei 170-190°C |
Typische Varianten und Tipps
- Statt Streusel kann die Oberfläche mit Zimtzucker oder nur Butterflocken bestreut werden.
- Gemahlene Mandeln oder Haselnüsse nehmen etwas von der austretenden Flüssigkeit der Früchte auf.
- Wer keine Zwetschgen mag, kann dünn geschnittene Äpfel oder Aprikosen verwenden.
- Besonders beliebt: Nach der Hälfte der Backzeit den Datschi mit kleinen Butterflocken bestreuen.
- Wer mag, serviert dazu geschlagene Sahne mit Vanillezucker oder eine Kugel Vanilleeis.
- Hefeteig schmeckt frisch am besten, bleibt mit saftigen Zwetschgen aber auch bis Tag 2 oder 3 noch gut.
Serviervorschläge und Genussmomente
Besonders gut schmeckt Zwetschgendatschi lauwarm, frisch aus dem Ofen, vielleicht noch mit etwas Schlagrahm oder Vanillezucker. Die Streusel sorgen für köstliche Süße und einen angenehmen Biss. Wer mag, bestreut den Kuchen vor dem Servieren mit feinem Puderzucker.
Mit dem Ende meiner Ausbildung wandelte sich mein Verhältnis zu Zwetschgen, sind sie doch ein wichtiger Bestandteil bayrischer Mehlspeisen. Gerade durch die vielen Zwetschgendatschi, die ich während meiner drei „Wiesn“ belegt habe und die Unmengen an frisch gekochtem Zwetschgenröster haben mich eines Besseren belehrt. Und heute muss es zur fünften Jahreszeit, dem Oktoberfest, auch bei uns daheim den, für mich, besten Zwetschgendatschi geben.
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Fazit: Ein echter Klassiker zur Zwetschgenzeit
Zwetschgendatschi gehört für viele zum Herbst wie das bunte Laub an den Bäumen. Dieser fein säuerliche und doch süße Geschmack reifer Zwetschgen ist ein Hochgenuss und für viele auch ein gutes Stück Heimatgefühl. Das Rezept für bayerischen Zwetschgendatschi mit Hefeteig ist variabel und kann individuell angepasst werden: Ob mit oder ohne Streusel, mit Mandeln, Haselnüssen oder pur - probieren Sie die Vielfalt der bayerischen Backkunst! Viel Spaß beim Nachbacken und genießen Sie ein Stück bayerische Tradition.
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