Anleitung zum Dekorieren einer zweistöckigen Torte: Von der Planung bis zur Präsentation

Das Dekorieren einer zweistöckigen Torte ist eine Kunst für sich. Es erfordert Planung, Präzision und Kreativität. Egal, ob es sich um eine Hochzeitstorte, eine Geburtstagstorte oder eine andere festliche Torte handelt, mit der richtigen Anleitung und den passenden Techniken können Sie ein beeindruckendes Meisterwerk schaffen.

Einführung

Eine mehrstöckige Torte selbst zu backen, ist eine Herausforderung für jeden Hobbybäcker. Mit der richtigen Planung, Vorbereitung und Organisation kann dieses Projekt jedoch gelingen. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Anleitung, die Ihnen Schritt für Schritt zeigt, wie Sie eine zweistöckige Torte dekorieren und dabei alle wichtigen Aspekte berücksichtigen.

Planung und Vorbereitung

Gute Organisation und Vorbereitung sind das A und O bei jeder Tortenplanung. Je besser Sie sich vorbereiten, desto weniger Stress werden Sie beim Backen haben. Da eine mehrstöckige Torte viele, relativ komplexe Arbeitsschritte erfordert, muss im Vorfeld sehr gut geplant werden, wann welcher Arbeitsschritt erfolgt, damit man sich am Ende nicht verzettelt.

1. Größe bestimmen

Die erste Frage, die es zu klären gilt, ist die nach der Größe der Torte. Hier sind einige Fragen, die Sie sich stellen sollten:

  • Für wie viele Personen soll die Torte sein?
  • Wird die Torte nur als Snack oder Nachtisch gereicht, oder wird sie als Mahlzeit eingeplant?
  • Gibt es zusätzlich noch weitere Torten oder Desserts, die vorher gegessen werden?
  • Wie viele Etagen soll die Torte haben?
  • Wie hoch sollen die einzelnen Etagen sein?
  • Sind für die gewünschte Größe ausreichend Kühlkapazitäten in der eigenen Küche vorhanden?

Überlegen Sie sich gut, ob Sie sich einem so großen Projekt gewachsen fühlen und vor allem, ob Ihre Küche den nötigen Platz dafür hergibt. Wichtig ist beispielsweise, dass Ihr Kühlschrank groß genug ist, um eine zweistöckige Torte temporär darin zu lagern. Auch die einzelnen Füllungen, Ganaches und Cremes müssen vor der Weiterverarbeitung kühl gelagert werden und benötigen Platz.

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Faustregeln für die Größe:

  • Eine zweistöckige Torte mit einem Durchmesser von 15 cm (oben) und 22,5 cm (unten) reicht für ca. 15 Personen.
  • Für 55 Personen empfiehlt es sich, Ebenen von 15 cm, 20 cm und 25 cm mit einer Höhe von jeweils 12 cm zu wählen.

2. Zutaten und Geschmack auswählen

Mindestens genauso wichtig wie das Aussehen der Torte ist am Ende der Geschmack. Der Vorteil bei einer mehrstöckigen Torte ist, dass man mehrere Geschmacksrichtungen auf einmal einbauen kann und somit für jeden Gast etwas dabei sein sollte.

  • Welche Geschmacksrichtung(en) soll die Torte haben?
  • Sollen die einzelnen Etagen unterschiedliche Geschmacksrichtungen haben?
  • Gibt es bei den Gästen Lebensmittelunverträglichkeiten/ Allergien oder sind Diabetiker/ kleine Kinder/ Schwangere unter den Gästen?
  • Welche Zutaten (z.B. frische Früchte) sind zum Zeitpunkt der Herstellung saisonal verfügbar?

Stimmen Sie mit dem Brautpaar oder dem Gastgeber im Vorfeld sehr genau ab, welchen Geschmack es sich für die einzelnen Böden und Cremes wünscht.

Beispiel für den Aufbau einer Tortenetage:

  1. Böden (in der Regel Biskuit)
  2. Tränke für die Böden (z.B. Likör, Sirup, Fruchtpüree)
  3. Cremefüllung (z.B. Ganache, Buttercreme, etc.)
  4. Fruchteinlage (frische Früchte oder geliertes Fruchtpüree)
  5. Crunch (z.B. Schokostückchen, Nüsse, etc.)

Beliebte Geschmackskombinationen:

  • Himbeere-Mascarpone
  • Dunkle Schokolade-Cassis
  • Mango-Kokos
  • Dunkle Schokolade-Karamell
  • Vollmilch-Schokolade-Passionsfrucht

3. Aufbau, Transport und Lieferung planen

  • Sollen die Etagen direkt übereinander gestapelt werden oder soll ein Tortengerüst verwendet werden?
  • Wird die Torte abgeholt oder soll sie geliefert werden? An welchem Tag, zu welcher Uhrzeit und wohin?
  • Welche Außentemperaturen werden voraussichtlich zum Zeitpunkt der Hochzeit herrschen? Muss die Torte gekühlt werden?
  • Kann die Torte vor Ort in der Location bis zum Anschneiden fachgerecht gelagert werden? Sind dort ausreichend Kühlkapazitäten vorhanden?

In der Regel verwende ich für meine Hochzeitstorte keine Gerüste, weil ich es schöner finde, wenn die Etagen direkt übereinander sitzen. Beim Stapeln müssen allerdings einige Dinge beachtet werden, damit die Torte am Ende auch hält und gut angeschnitten werden kann.

Materialien für den Zusammenbau und Transport:

  • Ein relativ dickes Cakeboard für die unterste Etage, das stabil genug ist, um am Ende die gesamte Torte zu tragen.
  • Ein dünnes Cakeboard pro Etage mit dem exakten Durchmesser der jeweiligen Etage.
  • Tortensäulen zur Stabilisierung der einzelnen Etagen.
  • Einen hohen Tortenkarton, in dem Sie die Torte schlussendlich verpacken und transportieren können.

Eine der Tortensäulen wird beim Stapeln durch alle drei Etagen hindurchgesteckt, um zu verhindern, dass die einzelnen Etagen beim Transport auseinander rutschen. Dafür in die oberen beiden Cakeboards mittig ein ausreichend großes Loch schneiden, sodass die Säule später hindurch passt. Beim Schichten den untersten Boden jeweils mit etwas Creme auf dem Cakeboard fixieren. Anschließend die einzelnen Etagen schichten und außen mit Creme einstreichen. Die anderen Säulen werden jeweils auf die Höhe der einzelnen Etagen zugeschnitten und dann in die Torte gesteckt, um die darüber liegende Etage zu tragen.

4. Dekoration festlegen

  • Welches Farbkonzept soll die Torte haben (evtl. abgestimmt mit dem generellen Dekokonzept der Hochzeit, Brautstrauß etc.)
  • Welche Dekoration ist gewünscht (z.B. frische Blumen, Zuckerblumen, Cake-Topper, etc.)? Soll essbare oder nicht-essbare Deko verwendet werden?
  • Welche Dekomaterialien (z.B. frische Blumen) sind zum Zeitpunkt der Herstellung saisonal verfügbar?

Im Sommer verwende ich besonders gerne essbare (ungespritzte) Blüten, da die Torten somit wirklich komplett essbar ist. Die sind allerdings gar nicht so einfach zu bekommen. Am besten ist natürlich die Variante aus dem eigenen Garten, ansonsten bekommt man sie im Sommer manchmal auch auf Bio-Wochenmärkten, in Feinkostläden oder in der Metro. Wenn Sie normale frische Blumen verwenden, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass sie nicht giftig sind und nicht direkt mit der Torte in Berührung kommen. Das geht zum Beispiel mithilfe von solchen Blumenröhrchen oder Orchideenröhrchen. Frische (aufgeschnittene) Früchte und frische Blumen am besten immer erst kurz vor dem Servieren auf der Torte anbringen, damit sie bis zum Anschnitt frisch bleiben und bis dahin unbedingt im Kühlschrank lagern.

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5. Zeitplan erstellen

Da eine mehrstöckige Torte sehr viele, relativ komplexe Arbeitsschritte erfordert, muss im Vorfeld sehr gut geplant werden, wann welcher Arbeitsschritt erfolgt, damit man sich am Ende nicht verzettelt.

Beispielhafter Zeitplan:

  • Tag 1: Einkauf der haltbaren Zutaten und Dekoelemente
  • Tag 2: Backen der Böden; Vorbereiten der einzelnen Cremes/ Ganaches/ Fruchteinlagen/ Tränken; Vorbereiten eventueller Dekoelemente
  • Tag 3: Frische Zutaten und Dekoelemente einkaufen (z.B. Beeren, Blumen, etc.); Torte füllen, zusammensetzen und stapeln
  • Tag 4 (Tag der Hochzeit): Dekorieren der Torte; Transport zur Location; Servieren der Torte

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Dekorieren

1. Böden backen und vorbereiten

Backen Sie die Tortenböden entsprechend Ihren gewählten Rezepten. Achten Sie darauf, dass die Böden gleichmäßig gebacken und plan sind. Unebenheiten lassen sich bei Bedarf mit einem Tortenschneider ausgleichen. Wickeln Sie die Böden nach dem Abkühlen in Frischhaltefolie und legen Sie sie bis zur Weiterverarbeitung in den Kühlschrank.

2. Füllungen zubereiten

Bereiten Sie die Füllungen gemäß Ihren Rezepten vor. Die leckerste Creme nützt nichts, wenn sie unter Druck nachgibt. Achten Sie darauf, dass die Füllungen ausreichend stabil sind, um das Gewicht der oberen Etage zu tragen.

3. Torte füllen und kühlen

Schneiden Sie die Tortenböden horizontal durch und tränken Sie sie mit der vorbereiteten Tränke. Füllen Sie die Böden mit den Cremes und Fruchteinlagen. Stapeln Sie die gefüllten Böden und streichen Sie die Torte rundum mit einer dünnen Schicht Creme ein (Krümelschicht). Stellen Sie jede Torte nach dem Füllen ausreichend Zeit in den Kühlschrank. Mindestens 2 Stunden, besser über Nacht. So werden die Böden kompakt und verrutschen beim Stapeln nicht. Eine gekühlte Torte lässt sich außerdem einfacher bearbeiten und dekorieren.

4. Torte stapeln

Platzieren Sie ein Cakeboard auf der unteren Etage, um die Größe der nächsten Etage zu markieren. Stecken Sie 4-6 dicke Strohhalme gleichmäßig in die markierte Fläche ein. Achten Sie darauf, dass alle Halme exakt auf gleicher Höhe abgeschnitten werden - eine Wasserwaage kann helfen! Setzen Sie die nächste Etage - auf eigenem Cakeboard - vorsichtig oben auf. Wiederholen Sie den Vorgang für jede weitere Etage.

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Zusätzliche Stabilität:

  • Verwenden Sie Tortendübel oder Holzstäbe für noch mehr Stabilität, besonders bei hohen Torten.
  • Setzen Sie einen Zentraldübel durch alle drei Etagen, um alles zusammenzuhalten, besonders beim Transport.

5. Torte dekorieren

Decken Sie die Torte mit Fondant ein oder bestreichen Sie sie mit Ganache oder Buttercreme. Verzieren Sie die Torte mit frischen Blumen, Beeren, Zuckerblüten, Tortenfiguren oder einem Cake-Topper. Dekorieren Sie erst nach dem Stapeln, damit nichts verrutscht.

Tipps für die Dekoration:

  • Passen Sie das Farbkonzept der Torte an das generelle Dekokonzept der Hochzeit oder des Events an.
  • Verwenden Sie saisonale Dekomaterialien.
  • Achten Sie darauf, dass die Blumen, die Sie für die Tortendekoration verwenden möchten, nicht giftig sind.

Transport und Lagerung

Der Transport ist der sensibelste Moment beim Torte stapeln. Sorgen Sie für eine stabile Transportbox, eine Anti-Rutsch-Matte und ggf. Kühlakkus. Platzieren Sie die Torte gerade auf dem Boden des Autos und vermeiden Sie abrupte Bremsmanöver.

Lagerung vor dem Servieren:

  • In einem kühlen Raum (16-18 °C) ohne direkte Sonneneinstrahlung bis zu 4 Stunden.
  • Mit Kühlung auch länger.

Anschneiden und Servieren

Das Brautpaar sollte wissen, dass sich Tortendübel in ihrer Hochzeitstorte befinden und dass sie beim Anschneiden darauf stoßen könnten. Nehmen Sie sich das Brautpaar kurz vorher zur Seite und sprechen Sie mit ihnen darüber. Die Torte kann klassisch wie ein ganz normaler Kuchen oder fancy und „platzsparend“ angeschnitten werden. Sind spontan mehr Gäste anwesend, können die Stücke auch kleiner ausfallen.

Zusätzliche Tipps und Tricks

  • Stabilität: Um die Stabilität zu erhöhen, können Sie die untere Torte mit einem besonders stabilen Kuchen wie Rührkuchen oder Sachertorte backen.
  • Höhe: Gerade bei mehrstöckigen Torten sollten die einzelnen Ebenen höher wie eine normale Torte sein.
  • Cake Boards: Die Cakeboards sollten 1 cm größer als der Tortenboden sein, um das Eindecken zu erleichtern. Bei einem Naked Cake sollten die Cakeboards jedoch gleich groß wie der Kuchen sein.
  • Alternativen zu Buttercreme: Für eine Hochzeit im Sommer empfiehlt sich eine Ganache, da sie im Vergleich zu Buttercreme länger stabil bleibt.
  • Probe-Hochzeitstorte: Backen Sie eine Probe-Hochzeitstorte, um Rezepte zu testen und Feedback einzuholen.
  • Tortenstützen: Verwenden Sie Tortenstützen, um zu verhindern, dass die Torte unter dem Gewicht der oberen Etagen zusammenbricht.
  • Transport: Kühlen Sie die Torte vor dem Transport gut durch und sichern Sie sie in einer stabilen Transportbox.
  • Aufbau vor Ort: Bei empfindlichen oder besonders hohen Torten kann es sinnvoll sein, die einzelnen Etagen getrennt zu transportieren und erst am Veranstaltungsort zu stapeln.

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