Zwei Asse trumpfen auf: Handlung, Hintergründe und Analyse des Südsee-Klamauks

„Zwei Asse trumpfen auf“ schickt das Prügelduo Bud Spencer und Terence Hill auf eine karibische bzw. südseeartige Insel und verbindet Seefahrt, Schatzsuche und Slapstick zu einer der eigenwilligsten Spencer/Hill-Komödien. Die folgende Darstellung fasst Handlung, Figuren, Produktionsnotizen, stilistische Eigenheiten und bekannte Fehler zusammen und ordnet den Film kontextuell ein.

Kurzbeschreibung der Handlung

Alan (Terence Hill) hat ein Problem. Gerade eben hat er einige zwielichtige Gestalten um 15.000 Kröten erleichtert, diese aber gleich beim Pferderennen auf den Kopf gehauen. Die Verbrecherbande sieht das aber gar nicht so gern und möchte Alan einige alternative Chiropraktiker-Techniken nahe bringen. Alan aber, clever wie er ist, verkrümelt sich und heuert als blinder Passagier auf einem gerade ablegenden Kahn an.

Mit diesem Segelschiff möchte Charlie O’Brien (Bud Spencer) einen von der Marmeladenfabrik Puffin gesponserten Segeltrip starten. Charlie selbst startet gerade einen Segeltrip, weil er dafür von der Marmeladenfabrik Puffin gesponsert wird. Sein Werbevertrag mit der Firma bringt ihm gutes Geld, er muss sich allerdings auf dem gesamten Trip nur von dieser leckeren Marmelade ernähren.

Als Charlie auf seinem Boot das erste Mal Essen kocht und dies dann von Alan aufgegessen wird, beschuldigt Charlie seinen Papagei Paquito. Beim Zubereiten entdeckt er schließlich den blinden Passagier Alan und wirft ihn erstmal über Bord. Beim Anblick eines Hai lässt er sich allerdings erweichen und nimmt ihn wieder auf. Alan manipuliert daraufhin den Kompass des Kahns um so zur Schatzinsel seines Onkels Brady zu kommen.

Als die Insel in Sicht kommt und Charlie merkt, dass sie nicht mehr auf dem richtigen Kurs sind, entdeckt er den manipulierten Kompass und es kommt zu einer Rauferei zwischen den Beiden. Diese endet schließlich damit, dass sie beide über Bord fallen und das Boot alleine wegfährt. Mit letzter Kraft schwimmen die Beiden also zu der einsamen Südseeinsel.

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Dort stellen sie bei ihren Erkundungen fest, dass die Insel gar nicht so leer ist: Sie entdecken ein altes japanisches Fort, welches von einem verrückten Japaner Kamasuka noch immer verteidigt wird, obwohl der Krieg schon lange vorbei ist. Außerdem stoßen sie noch auf ein Eingeborenen­dorf, das regelmäßig von Piraten geplündert wird. Als Charlie und Alan den Bewohnern helfen und die Piraten in die Flucht schlagen, bekommen sie den Hinweis, dass der Schatz sich im Fort befinden könnte und außerdem der Zugang zu einem versteckten japanischen Panzerwagen existiert.

Mit diesem Panzer überwältigen sie schließlich den verbliebenen Japaner und stoßen auf viel Geld aus dem Zweiten Weltkrieg. Vom Japaner erfahren sie allerdings, dass dieses alles Falschgeld ist. Dennoch hat sich die Schatzgeschichte mittlerweile zu Frisco Joe herumgesprochen. Seine Schläger tun sich mit den Piraten zusammen und überfallen das Dorf, nehmen die Bewohner gefangen und verlangen nach dem Schatz. Schließlich greifen Alan und Charlie erneut zu den Fäusten; dank ihrer Schlagkraft behalten sie wieder die Oberhand.

Am Ende akzeptiert Kamasuka, dass der Krieg vorbei ist, und teilt ihnen mit, dass es nur Falschgeld ist. Sie übergeben es der Marine, die zur Hilfe gerufen wurde. Zum Ende hin stellt sich heraus, dass Anulu der Sohn von Kamasuka und Mama ist.

Wichtige Figuren

  • Alan (Terence Hill) - ein Draufgänger und Blinder-Passagier-Typ, der sich mit Wetten durchs Leben schlägt und eine Schatzkarte von Onkel Brady erhält.
  • Charlie (Bud Spencer) - ein gutmütiger, essenliebender Seemann, dessen Promo-Trip von der Marmeladenfabrik Puffin gesponsert wird; spricht mit seinem Papagei Paquito.
  • Onkel Brady - der versoffene Onkel, der Alan die Schatzkarte aushändigt und ihn antreibt, den Schatz zu suchen.
  • Kamasuka (John Fujioka) - der seit dem Zweiten Weltkrieg gestrandete japanische Soldat, der ein Fort verteidigt.
  • Frisco Joe - Gangsterboss, dessen Schläger Alan verfolgt und der hinter dem Schatz her ist.
  • Paquito - Charlies Papagei, wiederholt Anlass zu komischen Momenten.

Stil, Humor und kulturelle Einordnung

Die Komödie ist komplett sinnfrei, mit einer hanebüchenen Geschichte ausgestattet und unglaublich lustig. Die Story ist bei Spencer/Hill-Filmen noch nie wichtig gewesen, aber „Zwei Asse trumpfen auf“ setzt hier in puncto Albernheit noch einen drauf. Bis zur Fahrt auf hoher See gestaltet sich das Spektakel in den üblichen Bahnen, doch wenn sich die Handlung auf die Südseeinsel verlagert, brechen alle Dämme des guten Geschmacks und der political correctness.

Die eingeborenen Wilden werden als ebensolche gezeigt, aber sie haben das Herz am rechten Fleck. Die Piraten erinnern mehr an einen Maskenball als an realistische Gegner. Gerade aus der Übersteigerung der Südsee-Episoden zieht der Film seine Anziehungskraft. Viele der Szenen sind so doof, dass es schon wieder Spaß macht und feine Ironie unter offensichtlichen Geschmacklosigkeiten aufblitzt.

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Das Duo bleibt seinen Rollenmustern treu: Hill als schlauer Fuchs mit schelmischem Charme, Spencer als kraftstrotzender Prügelfreund mit viel Herz. Zwischen den aberwitzigen Absurditäten wird sich geprügelt, wie es sich für einen Spencer/Hill-Film gehört. Frisco Joes Gang und die Piraten sind das notwendige Futter für das schlagkräftige Starduo. Die derben Sprüche sind flott, das Tempo hoch, die Aufgabenverteilung wie gewohnt.

Filmplakat Zwei Asse trumpfen auf - Terence Hill & Bud Spencer

Produktionsnotizen und Soundtrack

Regie führte Sergio Corbucci, das Drehbuch schrieb Mario Amendola mit ihm zusammen. Produzenten waren u. a. Josi Konski und Vittorio Galiano (Produktionsleiter; als Victor Gillespie). Die Komposition des Soundtracks trägt den markanten 70er/80er-Jahre-Sound: Produziert wurde der Soundtrack von La Bionda; für das Album verwendeten sie ihr Pseudonym The (Fantastic) Oceans. Das Soundtrack-LP erschien unter dem Titel The Fantastic Oceans - Zwei Asse trumpfen auf (Who finds a Friend finds a Treasure).

Das Pferderennen und die Abfahrt von Charlies Boot wurden in Miami gedreht; tatsächlich heißt die dargestellte Insel Key Biscayne und liegt vor der Küste Floridas. Die Produktion setzte auf exotische Kulissen, teils Studioaufbauten und Inszenierungen, die karibische oder ozeanische Stimmung transportieren sollten.

Rezeption, Restaurierung und Fankultur

Der Film polarisiert: Selbst als Freund von Hill/Spencer-Klamauk dürfte einem dieser Haudegen-Zirkus mit schlechtem Geschmack schwerfallen. Lustig ist wenig, empörend viel - aber deswegen erinnert man sich auch an diesen Film. Die zwei Asse schaffen es durchweg, eine entspannte und fröhliche Atmosphäre zu verbreiten und einfach mal starke 100 Minuten unbeschwerte Unterhaltung zu bieten.

Eine spätere HD-Neufassung erhielt eine Frischzellenkur: Das Bild wurde aufgeschärft und Bildfehler entfernt, Scanlines und Flecken verschwanden. Leider ging bei dem Prozess auch etwas Farbe flöten; die Neufassung kommt etwas blasser und dunkler daher als das Original. Der Ton wurde in sauberes DTS gemischt, was besonders bei Spencer/Hill-Filmen der Tonqualität zugutekommt.

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Restaurierter HD-Vergleich: SD vs. HD Ausgabe

Logikfehler und filmische Patzer (Auswahl)

Der Film enthält zahlreiche Schnitt- und Logikfehler, die von Fans dokumentiert wurden und Teil des Kultcharakters sind. Einige markante Beispiele:

  • Als gegen Ende der Filmsequenz ein Gangster meint, zwei Patronen seien noch übrig, stimmt das nicht mit vorherigen Schussfolgen überein (Revolver mit 6 Kammern, bereits 4 Schüsse).
  • Mehrere Szenen zeigen, dass das Boot an verschiedenen Stellen stillsteht, obwohl Handlung und Einstellungen Bewegung suggerieren (z. B. Strecke auf dem Boot vor dem Über-Bord-Gehen).
  • Die Farbe des Wasserflugzeugs ändert sich in verschiedenen Aufnahmen.
  • Als Charlie und Alan mit dem japanischen Panzer angefahren werden, werfen Granaten minutenlang daneben ein, während der Panzer dennoch große Distanzen zurücklegt.
  • Beim Kampf im Fort ist ein Gewehr, das mit dem Schwert durchschnitten wird, leicht als Holzattrappe zu erkennen.
  • Die Ausrüstung für die Schatzsuche (Schaufel, Spitzhacke) fehlt nach dem Über-Bord-Fall und kann nicht glaubhaft erklärt werden.
  • Ein Helikoptertransport Ende Film: Die Anzahl der mitgenommenen Piraten erscheint in Relation zur Hubschrauberkapazität unrealistisch.

Solche Patzer stören Fans selten nachhaltig; sie gelten eher als charmante Mängel eines unbändigen, nicht immer ernst gemeinten Abenteuers.

Historischer Kontext: „Dschunglisch“ und Exotica

Der Film gehört in die Tradition filmi­scher Exotik-Phantasterei. „Dschunglisch“ - ein prägnanter Neologismus für phonetisch nachgebildete Inseldialekte - beschreibt die oft geschmacklose, stereotype Wiedergabe „fremder“ Kulturen in älteren Abenteuern. Exotica wurde als Begriff ursprünglich durch Martin Dennys Musik der Exotik-Phantasterei geprägt. Als amerikanischer Pianist der 1950er Jahre erschuf er Smooth-Jazz-Welten, die in ihrer Klangkulisse aus Tiergeräuschen und Bongo-/Xylophon-Percussion an entfernt gelegene, karibische oder ozeanische Eilande erinnern sollten.

Was wiederum eine eigene Sparte des Geschichtenerzählens ist: die Verortung des Geschehens und der Figuren auf einer Insel, die als solche einen isolierten semantischen Raum darstellt. Filme und Literatur dieser Art gibt es in Fülle und in Form von komplexeren Vertretern wie DIE INSEL DES DR. ... ; „Zwei Asse trumpfen auf“ nimmt diese Inseltopoi und transformiert sie in einen überdrehten Screwball mit stark italienischer Handschrift.

Symbolische Karte: Schatzkarte & Insel-Topos

Warum der Film heute noch geschaut wird

  • Für Fans des Duos Bud Spencer/Terence Hill bietet der Film typische Gags, Fäuste und Sprüche.
  • Der überdrehte, ironische Umgang mit exotischen Klischees erzeugt eine spezielle, nostalgische Komik.
  • Die Ausstattung, die schrillen Figuren (Piraten, Eingeborene, der letzte Kriegssoldat) und der Soundtrack der La-Bionda-Produktion tragen zur unverwechselbaren Stimmung bei.
  • Auch als Beispiel für die Mängel und Meriten populärer Komödien-Produktionen der 1970er/80er ist der Film interessant.

Besonderheiten und Anekdoten

Charlies steter Dialog mit seinem Papagei Paquito ist Kult: Der Papagei wird fälschlicherweise des Essensdiebstahls verdächtigt und dient als wiederkehrendes komisches Motiv. Der Name des Films ist, wie öfter bei Spencer/Hill, nicht unbedingt wörtlich mit dem Inhalt verbunden und spielt eher auf die Präsenz des legendären Duos an.

Filmclip: Kulthumor mit Paquito - Papagei-Szene

Tabelle: Wichtige Produktionsdaten (Kurzüberblick)

Aspekt Angaben
Originaltitel Zwei Asse trumpfen auf
Regie Sergio Corbucci
Hauptdarsteller Terence Hill (Alan), Bud Spencer (Charlie)
Soundtrack-Produktion La Bionda (als The Fantastic Oceans)
Drehorte Miami (u. a. Pferderennen, Hafenaufnahmen), Studioaufnahmen
Wesentliche Themen Schatzsuche, Insel-Topos, Slapstick, Exotik-Klischees

Kritische Bewertungspunkte

  • Die Story plätschert stellenweise und ist narrativ dünn; die Handlung dient primär als Rahmen für Gags und Fights.
  • Politisch inkorrekte Darstellungen und stereotype „Dschunglisch“-Dialekte sind aus heutiger Sicht problematisch.
  • Viele Logik- und Schnittfehler, die die Illusion beschädigen, aber zum Kultcharme beitragen.
  • Für Fans und Liebhaber retroer Popkultur hingegen bietet der Film kurzweilige, kräftige Unterhaltung und nostalgischen Charme.

„Zwei Asse trumpfen auf“ bleibt ein typischer Vertreter jener Zeit, in der Sequenzen, Sprüche und Prügeleien wichtiger waren als stringente Erzählung oder politisch sensible Darstellung. Wer das schräge Zusammenspiel von Slapstick, Exotik und dem Spencer/Hill-Universum mag, findet in diesem Film eine kuriose, oft zitierfähige Perle - mit all ihren Unzulänglichkeiten.

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