Zuckerguss-Rezepte und Tricks für perfekte Festigkeit beim Verzieren mit Streuseln

Das Verzieren von Plätzchen gehört mit Abstand zu den schönsten Aufgaben in der Backstube. Dieser Artikel zeigt dir, wie du deine Plätzchen unterschiedlich verzieren kannst, welche Zuckerguss-Konsistenzen es gibt, wie du Streusel zuverlässig befestigst und wann der beste Zeitpunkt zum Verzieren ist.

Vorbereitung ist das A und O

Die gebackenen Plätzchen sollten mit dem Backpapier auf einen (eckigen) Kuchenrost gezogen werden und vollständig erkalten. Frisch gebackene Plätzchen sind weich und leicht verformbar. Erkaltet werden die Plätzchen knusprig und mürbe und lassen sich ganz leicht verzieren. Ein ganz einfaches Rezept für schnelle Plätzchen ist das Plätzchenteig Grundrezept.

Zuckerguss: Der Klassiker für deine Plätzchen

Zuckerguss ist eine leckere und beliebte Dekoration für Weihnachtsplätzchen. Ganz klassisch wird der Zuckerguss aus gesiebtem Puderzucker und Zitronensaft hergestellt. Für andere Geschmacksrichtungen kann der Puderzucker auch mit Milch, Saft, Likör oder Wein angerührt werden. Mit heißem Wasser (aus der Leitung) angerührt, bekommt der Guss nach dem Trocknen einen tollen Glanz. Zusätzlich lässt sich Zuckerguss mit Lebensmittelfarbe beliebig einfärben.

Grundrezept: einfacher Puderzuckerguss

Der klassische Zuckerguss besteht aus 2 Zutaten: gesiebtem Puderzucker und Wasser. Je nachdem, wie viel Flüssigkeit ihr verwendet, wird das Ergebnis dünner und durchsichtiger oder fester, zäher und deckender. Und so funktioniert es: Gebt den gesiebten Puderzucker in ein Schüsselchen oder großes Glas. Danach kommt löffelweise Wasser hinzu. Alles sehr gut mit einem Schneebesen verrühren - fertig.

Zweck Menge (als Orientierung) Konsistenz
Plätzchenrand / Konturen (aufspritzen) 250 g Puderzucker + ca. 1-2 EL Flüssigkeit fest, zahncremeähnlich
Großflächiger Guss (überziehen) 250 g Puderzucker + 3-4 EL Flüssigkeit mittelflüssig, gleitet gut
Dünner, durchsichtiger Guss 250 g Puderzucker + mehr Flüssigkeit sehr flüssig, verteilt sich

Tipps zur Vermeidung von Klümpchen und zur Dosierung

Um Klumpen im Zuckerguss zu vermeiden, den Puderzucker im Vorhinein durch ein feines Sieb geben und dann die Flüssigkeit nach und nach zugeben und zügig verrühren. Die Flüssigkeitsmenge ist immer nur ein Anhaltspunkt. Achtet auf jeden Fall darauf, sie nur nach und nach unterzurühren. Den Puderzucker sieben. Das Wasser nach und nach in nur Mini-Schlückchen zugeben und mit einem Schneebesen sehr gut unterrühren. So viel bzw. wenig Flüssigkeit verwenden, bis euch die Konsistenz gefällt.

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Royal Icing: die edle, sehr feste Variante

Don’t call it Zuckerguss! ­­Sondern Royal Icing - wenn schon, denn schon… Mit unserem königlichen Plätzchen-Topping verleiht ihr eurem Weihnachts-Gebäck einen zuckersüßen Anstrich. Weißes Royal Icing ist euch zu langweilig? Mit einem Tropfen Lebensmittelfarbe könnt ihr das fertig angerührte Icing in die verschiedensten Farben einfärben.

Royal Icing Grundprinzip

Zuckerguss mit Eiweiß, für noch mehr Deckkraft und Deko-Möglichkeit. Dafür 1 Eiweiß steif schlagen und mit 200 g gesiebten Puderzucker zu einem glatten, zähen Guss verrühren. Im Back-Jargon wird diese Version des Zuckergusses auch Royal Icing genannt. Puderzucker nach und nach auf das Eiweiß sieben und vorsichtig unterrühren. Mit den Schneebesen des Handmixers verrühren, bis eine glatte und dickcremige Masse entsteht. Die Masse hat die richtige Konsistenz, wenn beim Hochziehen der Rührer Spitzen entstehen.

Zum Aufspritzen benötigt man kaum Flüssigkeit, als Glasur dafür mehr. Wenn ihr die Masse nicht sofort verwendet, deckt das Icing mit Frischhaltefolie gut ab, damit der Zucker nicht fest wird. NOCH EIN TIPP: Auch über Nacht könnt ihr das Icing aufbewahren.

Wie Zuckerguss einfärben und aromatisieren

Bei buntem Zuckerguss sollte man pulvrige Lebensmittelfarbe unter den Puderzucker mischen, flüssige (Gel-)Farben zum Wasser geben. Wenn du lieber natürliche Farben verwenden willst, kannst du es auch mal mit Rote-Bete-Saft, Blaubeersaft, Spinat, Matcha, Kakao- oder Instant-Kaffeepulver oder auch Rotwein versuchen. Bei den flüssigen Zutaten wird entsprechend weniger Wasser verwendet. Bei Pulver macht es kaum einen Unterschied. Teilweise geben diese Zutaten ein eigenes Aroma mit, das aber toll zu Plätzchen, Kuchen oder Cupcakes passen kann.

Praktisches Rezeptbeispiel: Zitronen-Zuckerguss

Zuckerguss Rezept Zutaten: 120 g Puderzucker, 1 EL Zitronensaft, ein paar Tropfen Wasser, nach Belieben rote oder grüne Lebensmittelfarbe - Paste, 3 EL Zuckerperlen zur Dekoration.

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Zubereitung: Für den Guss den Puderzucker sieben und in eine kleine Schüssel geben. Den Zitronensaft unterrühren, bis eine kompakte Masse entsteht, dann nach und nach tröpfchenweise Wasser unterrühren, bis zur gewünschten Konsistenz. Nach Belieben kann der Guss mit etwas Lebensmittelpaste eingefärbt werden.

Streusel und Dekor richtig verwenden

Streusel immer auf den noch feuchten Guss aufstreuen. Die Plätzchen kannst du entweder tunken oder mit dem Pinsel bestreichen. Ganz besonders hübsch werden die Plätzchen mit bunten Zuckerstreuseln. Diese solltest du darauf streuen, solange der Guss noch feucht ist. Die Plätzchen für ca. 1 Stunde trocknen lassen.

Zuckerguss mit bunten Streuseln auf Keksen

Damit Streusel und andere Deko auf den Plätzchen gut haften, brauchst du eine klebrige Unterlage. Am besten „kleben“ frisch aufgetragener Zuckerguss oder geschmolzene Schokolade. Ein Spritzer Zitronensaft gibt dem Zuckerguss eine besonders feine Note.

Schokolade als Alternative oder Ergänzung

Dunkle oder weiße Schokolade hacken und in Schälchen füllen. Getrennt im Wasserbad bei schwacher Hitze schmelzen. Geschmolzene Schokolade mit einem Teelöffel über die Plätzchen sprenkeln und Streusel darauf streuen. Oder Plätzchen in die geschmolzene Schokolade tauchen, auf Backpapier legen und wie beim Spritzgebäck mit Eigelb mit Pistazien oder Nüssen bestreuen. Schokolade fest werden lassen. Besonders hübsch lassen sich Plätzchen mit zwei unterschiedlichen Schokoladensorten verzieren.

Schokolade im Wasserbad schmelzen

Wann verzieren: vor oder nach dem Backen?

Tatsächlich ist beides möglich! Letztendlich ist es davon abhängig, wie du die Plätzchen dekorieren möchtest. Bestimmte Dekorationen wie hitzebeständige Zuckerstreusel oder Muster mit Keksstempeln müssen vor dem Backen aufgebracht werden, da sie durch die Hitze fixiert oder geformt werden. Auch Eischnee und Eigelb werden zusammen mit den Keksen gebacken. Das Verzieren vor dem Backen hat den Vorteil, dass die Dekoration fest im Teig bleibt.

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Feine Details wie Zuckerglasur oder filigrane Muster lassen sich erst nach dem Backen präzise auftragen. Zudem bleibt die Dekoration unversehrt, ohne zu schmelzen oder zu verbrennen. Diese Methode ist allerdings zeitintensiver, da die Plätzchen erst vollständig abkühlen müssen.

Weitere Ideen zum Verzieren

  • Mit Eigelb und Streuseln: Wer seine Plätzchen besonders knusprig haben möchte, kann sie vor dem Backen mit etwas Eigelb bestreichen. So werden sie besonders knackig und glänzend und Streusel haften besser.
  • Mit Keks-Stempeln: Einfach mit sanftem Druck kurz vor dem Backen auf den Plätzchen-Rohling drücken und schon habt ihr euer Gebäck personalisiert. Denkt daran, dass die Plätzchen beim Backen noch etwas aufgehen und detaillierte Motive teilweise verlaufen könnten.
  • Selbstgemachte Zuckerstreusel: Um Zuckerstreusel selbst zu machen benötigt Ihr nur Eiweiß, Puderzucker, Zitronensaft und Lebensmittelfarbe. Dünne Streifen oder Punkte aufs Backpapier spritzen und mindestens 24 Stunden durchtrocknen lassen, dann zerkleinern.
Selbstgemachte Zuckerstreusel in verschiedenen Farben

Tipps und Tricks für perfekte Plätzchen

  1. Weniger ist mehr: Schlichte Verzierungen lassen Plätzchen edler wirken.
  2. Gleichmäßige Glasur: Achte darauf, dass der Guss nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest ist und trage ihn sorgfältig auf.
  3. Auskühlzeit: Lass die Plätzchen vor dem Verzieren gut auskühlen. So halten Glasur und Farbe besser und nichts verläuft.
  4. Trocknungszeit: Lasse verziert Plätzchen gut trocknen, damit die Dekorationen besser halten und die Plätzchen stapelbar sind.
  5. Verzieren bei Zimmertemperatur: Die Dekorationen haften besser und die Farben trocknen schneller.
  6. Nach jeder Farbschicht trocknen lassen: Verwendest du mehrere Farben, lasse eine Schicht gut trocknen, bevor du die nächste aufträgst.

Häufige Probleme und einfache Lösungen

Ist der Guss zu flüssig, einfach Puderzucker nachgeben. Ist er zu fest, teelöffelweise Wasser zugeben. Es lohnt sich immer, eine extra Packung Puderzucker zu Hause zu haben, falls etwas schiefläuft. Wenn der Zuckerguss auf dem Gebäck zu durchsichtig ist, wurde er entweder zu früh auf das warme Gebäck aufgetragen oder mit zu viel Flüssigkeit angerührt.

Anrühren von Zuckerguss und Schokoladenglasur (Demonstration)

Rezepte & Varianten kurz zusammengefasst

  • Einfacher Puderzuckerguss: 125-250 g Puderzucker + 1-4 EL Wasser oder Zitronensaft, nach gewünschter Konsistenz.
  • Royal Icing: 1 Eiweiß steif schlagen, nach und nach 125-250 g gesiebten Puderzucker einrühren, ggf. Flüssigkeit tröpfchenweise zugeben.
  • Zitronen-Zuckerguss (Beispiel): 120 g Puderzucker, 1 EL Zitronensaft, etwas Wasser nach Bedarf.
  • Schokoladenguss: Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, plätzchen tunken oder mit Löffel sprenkeln.

Zuckerguss ist eine absolute Basis-Zutat beim Backen. Mit der weißen Glasur lassen sich Plätzchen genauso wie Muffins verzieren, Torten und Kuchen, Streuseltaler oder Lebkuchen. Ein gutes Zuckerguss-Grundrezept gehört also in jede Backstube 😉

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