Zucker für kaltgerührte Marmelade: Verwendung und Tipps

Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen oder Pflaumen: Heimisches Obst eignet sich sehr gut für die Herstellung von Marmelade nach individuellem Geschmack. Die Sonne scheint, die ersten Beeren sind reif, und im Garten duftet es nach Sommer: Jetzt ist Einkochzeit. Vor allem selbstgemachte Marmelade punktet geschmacklich. Denn hier bestimmst du nicht nur die Menge und welches Obst du verwendest, sondern auch den Geschmack und die Herkunft deiner Zutaten - etwa Kristallzucker aus Österreich.

Was bedeutet „kaltgerührt“ und wann ist es sinnvoll?

Kalt gerührte Aufstriche - heißbegehrt bei jedem Frühstück. Mit unserem Gelierzucker ohne Kochen kannst du deine Lieblingsfruchtaufstriche in Sekundenschnelle selbst zaubern - ohne Kochen. Dadurch bleibt das volle Aroma der Früchte und Vitamine erhalten. Zum kalten und damit vitaminreichen Gelieren wird die Quelleigenschaft von Chiasamen oder Leinsamen genutzt. Alles, was du benötigst, sind Früchte, die Samen und ein leistungsstarker Mixer.

kaltgerührte Marmelade im Glas

Für die kalt gerührten Fruchtaufstriche brauchst du einen speziellen Gelierzucker. Die Produkte im Supermarkt heißen "Gelierzucker ohne Kochen" oder "Gelierzauber", "Fix & Fruchtig" oder auch "Obstfix". Konventionelle Hersteller verwenden raffinierten Haushaltszucker, als Geliermittel Pektin oder Carrageen und fügen neben Zitronensäure teilweise noch Säureregulatoren, Konservierungsstoffe oder Fette hinzu. Die Zusatzstoffe verbessern Konsistenz und Haltbarkeit deiner kalt gerührten Marmelade. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft dir, das für dich passende Produkt auszuwählen.

Welche Früchte passen für kaltgerührte Marmelade?

Optimal sind reife, weiche, saftige Früchte wie Erdbeeren, Aprikosen, Himbeeren, Brombeeren oder auch Melone. Achte darauf, dass deine Zutaten einwandfrei sind, also keine Druckstellen haben. Damit dein Fruchtaufstrich später nicht vom Brötchen läuft, solltest du die Zutaten nach Rezept genau abwiegen - und zwar nach dem Schälen und Putzen!

Gelierzucker-Varianten: 1:1, 2:1 und 3:1

Um Marmelade streichfähig zu machen, wurde dem Gelierzucker Pektin zugefügt. Die Zahlen geben das Mischungsverhältnis von Zucker und Früchten an. Gelierzucker 1:1 - Der Klassiker, für den gleich viel Frucht wie Zucker gebraucht wird. Ideal für klassische Konfitüren mit säuerlichen Früchten wie Johannisbeeren, Quitten oder Stachelbeeren. Diese Variante ist unter anderem auch für Obst mit niedrigem Pektingehalt geeignet, wie etwa Holunderbeeren oder Kirschen.

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Gelierzucker 2:1 - Die beliebteste Variante, für die zwei Teile Frucht, und ein Teil Zucker gebraucht werden. Am besten eignet sich diese Variante für fruchtigere, weniger süße Marmeladen mit einem intensiveren Geschmack. Gelierzucker 3:1 - Die extra fruchtige Variante, da hier drei Teile Frucht auf einen Teil Zucker verwendet werden. Hier wird ebenso für die bessere Haltbarkeit der Konservierungsstoff Sorbinsäure zugesetzt.

Einfacher Gelierzucker (1:1) besteht aus Einmachzucker, der um Geliermittel (z.B. Pektin) ergänzt wird damit auch reife und süße Früchte schnell und unkompliziert gelieren. Leider ist in fast allen Produkten auch Palmöl zur Reduzierung der Schaumbildung beim Kochen enthalten. Desweiteren können Säurungsmittel wie Zitronensäure oder Weinsäure enthalten sein, um die übermäßige Süße zu verringern.

Zuckeralternativen und zuckerreduzierte Methoden

Die Zuckermenge lässt sich beim Einkochen von Marmelade zwar variieren, unter 25 Prozent sinkt der Zuckergehalt aber selbst bei sehr fruchtreichen Rezepten in der Regel nicht. Wer Zucker reduzieren oder ganz weglassen möchte, kann zu verschiedenen Alternativen greifen:

  • Pektine: dabei handelt es sich um langkettige Kohlenhydrate, die als natürliches Geliermittel dienen können. Sie werden zum Beispiel aus den Schalen von Zuckerrüben oder Zitrusfrüchten gewonnen oder aus Apfelresten (Trestern).
  • Leinsamen und Chiasamen: sie quellen in Verbindung mit Flüssigkeit auf und bilden eine gelartige Masse, die als Marmeladenverdickungsmittel dienen kann.
  • Agar-Agar: dieses Verdickungsmittel wird aus Meeresalgen gewonnen und kann ebenfalls zum Einkochen verwendet werden.
  • Johannisbrotkernmehl: dieses Geliermittel wird aus dem Samen des Johannisbrotbaums gewonnen. Es eignet sich für kalt gerührte Marmeladen.
  • Speisestärke (Weizen, Mais oder Kartoffel): sie lässt Flüssigkeiten andicken, konserviert aber nicht und die Haltbarkeit ist begrenzt.

Mit Xylith oder auch mit Pulver-Erythrit kann man auch Marmeladen kochen. Mit Xylith oder anderen Zuckerersatzstoffen lassen sich süße Aufstriche herstellen, wobei Fragen der Herstellung, des Geschmacks und der Haltbarkeit zu bedenken sind. Wenn du auf weissen Rübenzucker verzichten willst, kannst du beim Konfikochen auf andere Zuckerprodukte ausweichen.

Beispiele für zuckerreduzierte Rezepte

Fruchtaufstrich mit Leinsamen oder Chiasamen: Mit 200 g Früchten, 2 Esslöffeln Agavendicksaft (oder anderem Süßungsmittel), 2 Esslöffeln Chia- oder Leinsamen und 2 Esslöffeln Zitronensaft im Mixer pürieren. Dieser Aufstrich ist im Kühlschrank nur wenige Tage haltbar.

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Erdbeermarmelade ohne Gelierzucker, dafür mit Pektin: Zerkleinern Sie 500 g Erdbeeren, kochen Sie sie auf, Saft einer halben Zitrone hinzugeben, alles fünf bis zehn Minuten kochen. Mischen Sie Apfelpektinpulver mit Zucker an und rühren Sie es langsam in die kochende Masse unter. Noch eine Minute kochen lassen und sofort in saubere Gläser abfüllen und verschließen.

Apfelpektin Pulver und Erdbeeren

Kalt gerührte Kiba-Marmelade ohne Zucker: 250 g Früchte (z. B. Kirsche-Banane), 100 g Puderxucker (Erythrit), 3 Teelöffel Johannisbrotkernmehl, 1 Teelöffel Zitronensaft. Fruchtpüree, dann Puderxucker, Johannisbrotkernmehl und Zitronensaft mischen und langsam zur Fruchtmasse geben. Für mindestens drei Minuten weiter pürieren.

Praktische Schritte und Tipps für das Gelingen

Zunächst die Früchte zubereiten. Besonders schnell geht das bei Beerenfrüchten, sie müssen nur gewaschen und eventuell entstielt werden. Andere Obstsorten schälen, entkernen und klein schneiden. Die Früchte mit Gelierzucker in einen Topf geben und drei Minuten lang aufkochen. Nach Bedarf Gewürze, etwas Zitronensaft oder einen Schuss Alkohol dazugeben. Die heiße Marmelade sofort in ausgekochte Schraub- oder Weckgläser geben. Kühl und möglichst dunkel gelagert, hält sie viele Monate lang.

Das Obst muss immer gründlich geputzt werden. Übersieht man eine überreife Marille (um nicht zu sagen schimmlige), wird die Marmelade schnell schlecht. Vor dem Kochen wird das Obst mit dem Zucker „mariniert“. Das sollte am besten über Nacht passieren, mindestens aber 4 Stunden. Je länger das Obst mit dem Zucker ziehen kann, umso besser lässt es sich anschließend verkochen und umso geschmackvoller wird die Marmelade.

Die Früchte sollten immer in kleinen Mengen verkocht werden. Pro Topf ca. 3 kg, damit die Farbe und der Geschmack gut erhalten bleiben. Beim Marmeladekochen kann es passieren, dass sie nicht die gewünschte Konsistenz erhält. Dafür gibt es Gründe und auch Möglichkeiten, wie man die Konsistenz verbessern kann. Dazu solltet Ihr wissen, warum Marmelade überhaupt geliert und was es mit den Pektinen auf sich hat.

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Gelierprobe und Konsistenzkontrolle

Bei der Herstellung von Marmelade ist die Gelierprobe entscheidend. Marmelade wird nämlich erst beim Abkühlen so richtig fest: Gib dafür einfach einige Tropfen der Fruchtzubereitung auf einen kalten Teller. Wenn sie noch nicht geliert, sollte sie ein wenig weiter köcheln und erneut einer Gelierprobe unterzogen werden. Tipp: Mit einer Gelierprobe vor dem Abfüllen ist man generell auf der sicheren Seite. Dafür einfach einen kleinen Teller oder eine Untertasse bereits vor dem Einkochen in den Kühlschrank stellen und dann die Marmelade nach Rezept normal kochen.

Seht Ihr bei der Gelierprobe, dass die Marmelade zu flüssig ist, kocht Ihr sie etwas länger. Schmeckt sie zu sauer, fügt Ihr ein wenig Zucker zu und kocht sie noch einmal auf. Ist sie zu süß, gebt ihr etwas Zitronensäure zu. Auch Apfelpektin vermischt mit Zucker, Apfelstücke oder ein Schuss hochprozentigem Alkohol können helfen, wenn die Marmelade zu flüssig geworden ist.

Wenn die Marmelade nach dem Abfüllen nicht fest wird

Manchmal passiert es, dass die Marmelade nach dem Abfüllen nicht richtig geliert ist. Obwohl wir sie nach Packungsanleitung gekocht und eine Gelierprobe gemacht haben, ist sie auch Stunden nach der Heißabfüllung nicht fest geworden. Kein Grund zur Panik! Die zuverlässigste Methode, die immer klappt: auf mechanische Geliermittel zurückgreifen. Wir füllen also unsere flüssige Marmelade aus dem Glas in einen Topf, rühren ein Teil der Gelierhilfe mit etwas Flüssigkeit an, mischen es mit der Marmelade und kochen das Ganze auf. Dann machen wir eine Gelierprobe, fügen eventuell etwas mehr Geliermittel hinzu und füllen die Marmelade erneut heiß ab.

Alternativ kann man auch reines Pektin nachgeben oder ein paar pürierte Äpfel unterrühren und nochmal aufkochen. Das Pektin im Gelierzucker hält ungefähr 30 Minuten Kochen aus, d. h. Du kannst es gut 2-3 x wiederholen. Wenn gar nichts hilft, sind kreative Verwendungen wie Fruchtsoße für Joghurt, Müsli oder Eisherstellung eine gute Option.

Haltbarkeit, Sterilisation und Lagerung

Die Haltbarkeit der Marmeladen erhöht sich mit dem Zuckeranteil. Das ist jedoch nur die Angabe des Herstellers und kann ich nicht bestätigen. Selbstgemachte Aufstriche ohne Zucker müssen oft schneller verbraucht oder gekühlt werden: Kalt gerührte Marmelade gehört sofort aufs Brötchen oder in den Kühlschrank. Dort kannst du deinen Fruchtaufstrich bis zu 14 Tage aufbewahren. Enthält der Gelierzucker Konservierungsstoffe bleibt der Aufstrich sogar bis zu 8 Wochen frisch.

Wichtig: Die Marmeladengläser müssen sauber und immer gut verschlossen sein. Marmelade muss unbedingt in saubere Gläser gefüllt werden, um schnelles Schimmeln zu vermeiden. Dazu kann kochendes Wasser zum Ausspülen benutzt werden, aber auch Alkohol wie z. B. Rum eignet sich gut in Kombination mit Obst. Das Ausspülen mit heißem Wasser verhindert auch einen möglichen Glasbruch beim Abfüllen der Marmelade. Der ganze Vorgang nennt sich Sterilisation.

Gewürze, Alkohol & kreative Variationen

Mit Gewürzen oder einem Schuss Alkohol lässt sich der Geschmack außerdem verfeinern. Dazu eignen sich etwa Ingwer, Kardamom, Vanille oder Zimt sowie fruchtige Liköre mit Orangen oder Schwarzen Johannisbeeren (Cassis). Wer gerne experimentiert, kann auch einen Spritzer Bitterlikör, Tequila oder Gin dazugeben.

Marmelade mit Gewürzen und Likör

Praktische Tabelle: Gelierzucker-Verhältnis und Einsatz

Gelierzucker Verhältnis Frucht:Zucker Einsatz / Vorteil
1:1 1:1 Sehr haltbar, geeignet für sehr säuerliche oder pektinarme Früchte
2:1 2:1 Beliebt, ausgewogenes Verhältnis von Süße und Frucht
3:1 3:1 Extra fruchtig, weniger Zucker, oft mit Konservierungsstoff

Häufige Fragen und Tipps aus der Praxis

  • Welches Verhältnis ist das beste? Die meist verwendete Mischung ist 2:1, weil dabei das Verhältnis von Säure, Süße und Frucht am ausgewogensten ist. 3:1 eignet sich für besonders fruchtige Varianten, 1:1 für sehr säuerliche Früchte.
  • Kann man Zucker komplett weglassen? Jein. Früchte enthalten natürlichen Fruchtzucker; sehr langes Kochen kann eindicken, aber Farbe und Geschmack leiden. Zuckerfrei ist bei Marmeladen aus meiner Sicht keine optimale Lösung, besser: frische Früchte oder Fruchtsalat.
  • Wie verhindere ich das Braunwerden? Oxidation durch Restluft kann Farbe verändern. Zitronensaft oder Vitamin C-Pulver verzögern die Oxidation.
  • Was tun, wenn die Marmelade zu fest ist? Etwas aufgießen, erwärmen und Gelierprobe wiederholen oder die Marmelade als Füllung/Soße verwenden.
  • Wie lagere ich richtig? Kühl und dunkel gelagert hält die Marmelade länger; geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren.
Gelierprobe und Tipps zur Konsistenz

Du hast die Qual der Wahl und musst für dich entscheiden, was du magst. Dafür empfiehlt es sich, selbst ein paar Versuche mit verschiedenen Zuckern oder Ersatzstoffen zu machen. Ausprobieren und in der Familie degustieren. Vielleicht magst du einen Zucker besonders gern. Vielleicht hast du schon deine ganz eigene Technik gefunden? Ich finde es wichtig, dass du das machst, was du magst. Das was funktioniert. So wenig Zucker wie nötig, da bin ich ganz bei dir.

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