Rezept: Cocktail mit Wacholderschnaps, Zitrone und Zucker
Gin schmeckt naturgemäß etwas herb. Kenner lieben den Geschmack, der von den Gerbstoffen des Wacholders erzeugt wird. Für die Genießer von Gin-Mixgetränken sind süße und säuerliche Geschmacksrichtungen im Gin-Cocktail interessant und willkommen.
Warum Zucker im Gin-Cocktail wichtig ist
Zuckersirup ist in Cocktails, die div. Säure aus Zitrusfrüchten enthalten, ebenso wichtig um die Balance des Drinks zu gewährleisten. Zuerst wirkt der Zuckersirup selbstverständlich süß. Vom Kuchen und Backen wissen wir, dass Zucker andererseits auch den Geschmack von Aromen und Zutaten verstärkt. Die Zitrone im Gin Fizz oder der Orangengeschmack im Hemingway Sour werden durch den Zuckersirup verstärkt. Der Geschmack eines Cocktails lässt sich bei der Verwendung von Zuckersirup ausgezeichnet einstellen.
Zuckersirup: Geschichte, Varianten und Messung der Süße
Ursprünglich war die Zutat Zuckersirup eine Mischung aus Melasse des Zuckerrohr-Zuckers und Wasser. Sie wurde eingesetzt, um Mixgetränke und Cocktails mit Rum zu süßen. Heute kennt der Markt über 100 Sorten Zuckersirup mit verschiedenen Farben, Aromen und unterschiedlicher Süße. Als Zuckersirup werden heute zahlreiche Varianten von in Wasser aufgekochtem Zucker mit Aromen von Obst, Gemüse oder Kräutern bezeichnet. Spezialisierte Lieferanten liefern ein ganzes Universum von Zuckersirup mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und verschiedenen Farben.
Die klassischen Varianten sind zum einen ein Sirup aus nicht raffiniertem Rohrzucker und Wasser beziehungsweise Rohrzuckermelasse und Wasser und zum anderen ein Sirup aus raffiniertem Rübenzucker und Wasser. Die Süße von Zuckersirup wird in Grad Boumé gemessen. Eine Mischung aus 1000 Gramm Zucker und einem Liter Wasser ergibt einen Süßegrad von 22 Grad Bé. Individuelle Geschmacksrichtungen und Süßegrade können durch Veränderung der Anteile von Wasser und Zucker erzeugt werden. Ein Mischungsverhältnis für Zuckersirup wird im Deutschen Arzneibuch von 1926 mit 3 Teilen Zucker zu zwei Teilen Wasser angegeben.
Einfaches Grundrezept für Zuckersirup
Die Zubereitung eines gewöhnlichen Zuckersirups, ohne zusätzliche Aromen, ist denkbar einfach und der Aufwand ist gering. Den Zuckersirup kann man auch selber herstellen, indem man gleiche Teile Wasser und Zucker erhitzt, bis sich der Zucker auflöst. Die einfachste Variante ist ein durch Kochen in Wasser aufgelöster Zucker, der zu flüssigem Sirup verdickt wird. Das ist bei der Lagerung, dem Transport und der Verwendung von Zuckersirup in Cocktails überaus praktisch.
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Der weiße Rübenzucker Zucker wird einen Topf gefüllt und mit möglichst kochendem Wasser übergossen. Die Mischung wird zwischen fünf und zwanzig Minuten bei 100 Grad weitergekocht. An der Oberfläche entstehender grauer Schaum wird abgeschöpft und entsorgt. Wenn die Mischung zu heftig wird und kristalline Ablagerungen am Rand entstehen, kann die Temperatur etwas verringert werden. Verfärbungen der Flüssigkeit mit gelber und brauner Färbung deuten auf eine beginnende Karamelisierung hin. Am Ende der Sirupherstellung sollte ein klarer, zähflüssiger Sirup entstehen, der in ein sauberes und verschließbares Gefäß gefüllt wird.
Kleine und mittelgroße, durchsichtige Bügelflaschen aus farblosem Glas eigenen sich ausgezeichnet für die Aufbewahrung von Zuckersirup. Genauso gehen alte, gründlich gereinigte Gin-Flaschen. Der selbst hergestellte Zuckersirup ist im Kühlschrank einige Wochen haltbar. Nach dem Befüllen und nach jeder Entnahme sollte die Flasche von außen gründlich gereinigt werden. Wer seinen Zuckersirup selbst herstellt, kann über die Süße und die Konsistenz selbst entscheiden. Fremdaromen und Zuschlagstoffe wie Konservierungsmittel oder Geschmackskomponenten sind nicht enthalten und letztendlich schmeckt selbst gemacht immer besser als fertig eingekauft. Und dann wäre da noch das preisliche Argument.
Rezept: Erfrischender Longdrink mit Wacholderschnaps, Zitrone und Zucker (für 1 Portion)
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Rohrzucker (braun) | 2 TL |
| Limette | 0,5 Limette (in Spalten) |
| Eis | Crushed Ice oder Eiswürfel |
| Wacholderschnaps (32 %) | 4 cl |
| Tonic Water | zum Auffüllen |
| Basilikum | 2-4 Blätter |
Zubereitung: Den Zucker in ein Glas mit 0,3 Liter Fassungsvermögen geben. Die Limette in Spalten darauf geben und mit dem Stößel zerdrücken. Mit Eis auffüllen. Den Wacholderschnaps darüber gießen und mit Tonic Water auffüllen. 2-4 Blätter Basilikum in den Longdrink geben. Sehr erfrischend und nicht übertrieben sauer.
Tipps zur Zubereitung und Garnitur
- Beim Gin Fizz ist es wichtig einen guten Gin, der sich gut mit den anderen Zutaten ergänzt, auszuwählen. Ein Dry Gin funktioniert hervorragend, da seine Zitrus- und Wacholdernoten den Drink frisch und aromatisch machen.
- Ein Highball- oder Collins-Glas eignet sich perfekt für einen Gin Fizz, da es die Kohlensäure und das Aroma gut zur Geltung bringt.
- Eine Zitronenzeste oder eine dünne Zitronenscheibe als Garnitur gibt dem Cocktail ein zusätzliches Zitronenaroma und eine ansprechende Optik. Ein leichtes Drücken der Zitronenzeste über dem Drink setzt die ätherischen Öle frei.
- Bei der Verwendung von braunem Rohrzucker erhält der Drink eine leichte Karamellnote; weißer Rübenzucker bleibt neutraler.
Varianten und verwandte Cocktailideen
Der Gin-Familie und wacholderbetonten Drinks sind viele Variationen möglich. Nordés Green Fizz, Spiced Pear Collins oder klassische Gin & Tonic-Varianten zeigen, wie Zitrus, Zucker und botanische Aromen kombiniert werden können. Beispiele aus der Praxis zeigen, wie Zitronensaft, Zuckersirup und frische Kräuter zusammenarbeiten: Nordés Green Fizz kombiniert Zitronensaft, Zuckersirup und frischen Basilikum; Spiced Pear Collins nutzt Honig oder Zitronensaft mit Zuckersirup als Teil der Balance.
Praktische Mischverhältnisse (Orientierung)
- Standard-Simple-Syrup: 1 Teil Zucker zu 1 Teil Wasser - schnell, neutral, gut für viele Cocktails.
- Reicher Sirup: 2 Teile Zucker zu 1 Teil Wasser - süßer, dickflüssiger, länger haltbar.
- Historisches Rezept: 3 Teile Zucker zu 2 Teilen Wasser (Deutsches Arzneibuch 1926) - klassische Balance.
Warum dieses Rezept funktioniert
Die Kombination aus wacholderbetontem Schnaps, frischer Zitrone und Zucker schafft ein Gleichgewicht von Herbheit, Säure und Süße. Die Süße des Zuckers mildert die Bitterkeit und verstärkt zugleich die Zitrusaromen, wodurch ein angenehmer, erfrischender Longdrink entsteht, der sich für Partys und entspannte Abende eignet. Ein Gin Fizz bedeutet Party pur. Ob als genialer Hot Spot auf Geburtstagspartys oder glamourösen Abend zu zweit - mit wenigen Zutaten lässt sich ein aromatisch ausbalancierter Drink zaubern.
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