Rezepte mit zerbröselten Keksen verwerten: Ideen für Rumkugeln, Kuchen, Tortenböden und Desserts
Im Advent und nach Weihnachten bleiben oft Kekse übrig: Zimtsterne zu hart, Butterplätzchen zu weich oder einfach angebrochene Packungen. Wegwerfen? Auf keinen Fall. Kekskrümel lassen sich vielseitig weiterverarbeiten - von schnellen No‑Bake‑Pralinen über Rührkuchen bis zu Tortenböden und Schichtdesserts. Hier findest du zahlreiche Rezepte und Tipps, wie du Keksreste sinnvoll verwertest und ihnen neues Leben gibst.
Rumkugeln und schnelle No‑Bake‑Kekse
Die Kekse, die zerbrochen sind, bzw. die Randstücke von Keksschnitten landen bei uns in einem anderen Keksteig: nämlich in Rumkugeln. Ob man jetzt Rum dazu gibt oder nicht, ist eigentlich egal. Es funktioniert genauso mit anderem Alkohol.
Die Keksbrösel werden einfach mit dem Milchprodukt und dem Alkohol vermischt und da man hier keine genaue Mengenangabe machen kann, heißt es gut beobachten: zuerst nur ganz wenig Creme fraiche oder Topfen unterrühren und schauen, ob die Brösel noch Flüssigkeit vertragen. Die Masse sollte zum Formen jedenfalls nicht zu weich sein, falls man keine übrigen Keksbrösel mehr hat, eignen sich zum Festigen auch geriebene und geröstete Nüsse. Voilà, fertig sind die schnellen Kekse ohne Backen.
Rumkugel‑Masse
- Keksreste wie etwa Bruchkekse oder Randstücke von Keksschnitten, übriggebliebene Kekse von Weihnachten
- Creme fraiche oder Topfen oder Frischkäse
- Rum nach Geschmack
ev. Kekse in ein Gefriersackerl füllen und mit dem Nudelholz so lange darüberrollen, bis die Kekse ganz fein zerkleinert sind. Creme fraiche und Rum hinzufügen und vermischen, bis eine formbare Masse entstanden ist. Verschiedene Kekse ergeben unterschiedliche Ergebnisse! Am allerbesten eignen sich trockene Mürbteigkekse, sie können auch schon mit Marmelade gefüllt sein, dann braucht man weniger Creme fraiche.
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Keksreste-Kuchen: fluffiger Rührkuchen aus Plätzchenresten
Alle Plätzchensorten sowie pappig gewordene Kekse eignen sich für einen Rührkuchen aus Keksresten oder einen Krümelboden für Torten. Mit den Resten aus Butterplätzchen und Co. lässt sich ein fluffiger Rührkuchenteig zubereiten.
Zutaten für den Keksreste-Kuchen
- 400 g Kekse
- 80 g Mehl
- 250 ml Pflanzenmilch
- 2 Eier oder eine passende Ei‑Alternative
- 50 g Zucker oder eine vergleichbare Zuckeralternative
- 20 g (Back-)Kakao
- 1 Pck. Backpulver oder 5 g Natron und 6 EL Zitronensaft
- 1-2 TL Zitronenzucker oder Abrieb von 1 Bio‑Zitrone oder von ½ Bio‑Orange (optional)
- 1 Prise Salz
Zubereitung
- Kekse oder Plätzchen, je nachdem, was gerade verfügbar ist, grob oder fein zerbröseln, von Hand oder in einem Mixer.
- Milch in einem Topf aufkochen, den Topf von der Herdplatte nehmen. Die Keksbrösel in die heiße Milch rühren und quellen lassen.
- Mehl, Backpulver, Salz und optional Abrieb oder Zitronenzucker mischen. Falls Natron und Zitronensaft statt Backpulver verwendet werden, wird zunächst nur das Natron mit dem Mehl und den anderen trockenen Zutaten vermischt. Der Zitronensaft wird mit den flüssigen Zutaten in den Teig gegeben.
- Eier für sechs bis acht Minuten mit einem Handrührgerät schaumig schlagen, bis sie eine cremige Konsistenz angenommen haben. Zum Ende hin Zucker in den Eischaum rieseln lassen.
- Die gequollene Keksmasse mit einem Teigschaber oder Holzlöffel vorsichtig unter den Eischnee heben. Die Mehlmischung hinzugeben und ebenfalls unterheben. Der Teig sollte zähflüssig sein. Bei Bedarf noch etwas Mehl beziehungsweise Kekskrümel oder Milch hinzugeben, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.
- Eine Kuchenform einfetten und mit Mehl oder Paniermehl bestreuen, überschüssiges Mehl abklopfen. Den Teig in die Form füllen und auf mittlerer Schiene bei 180 °C Ober-/Unterhitze im vorgeheizten Backofen für 35 Minuten backen.
- Nach Ablauf der Backzeit ein Holzstäbchen oder eine Gabel in die breiteste Stelle des Kuchens stechen. Bleiben beim Herausziehen Teigreste haften, den Kuchen für weitere fünf bis zehn Minuten backen. Fertig ist der köstliche Keksreste-Kuchen, der am besten schmeckt, so lange der Teig noch saftig ist.
Tortenboden ohne Backen und Knuspermüsli aus Keksresten
Keksreste sind neben der Verarbeitung zu einem Rührkuchen auch wunderbar dafür geeignet, einen schnellen Tortenboden ohne Backen zu zaubern. Für einen Tortenboden (26 Zentimeter Durchmesser) werden 200-250 Gramm Kekskrümel und 80-100 Milliliter geschmolzenes Fett wie Butter, Kokosöl oder Kakaobutter benötigt.
Gönne deinem Kuchen eine spannende geschmackliche Note, indem du Keksreste für den Boden verwendest. Die Cookies in eine Küchenmaschine geben und fein zerkleinern. Sollten die Kekse nicht trocken genug sein, kurz im Ofen anrösten, bis sie so trocken sind, dass sie sich leicht zerkrümeln lassen. Im Anschluss die Brösel mit geschmolzener Butter vermischen (Für 750 g Kekskrümel werden circa 5 EL Butter benötigt) und kurz ruhen lassen. Zu guter Letzt die Mischung in die Kuchenform drücken und kalt stellen.
Ihr habt es am Frühstückstisch gerne knusprig? Keksreste (z. B. Kekse zerbröseln) und mit den restlichen trockenen Zutaten vermengen. Die Masse gleichmäßig auf einem Blech verteilen und im vorgeheizten Backrohr bei 160 °C (Umluft) ungefähr 10 Minuten backen lassen. Das fertiggebackene Keks‑Knuspermüsli abkühlen lassen.
Schichtdesserts, Trifle und Schoko‑Keksriegel
Du hast noch Weihnachtsplätzchen übrig, aber keine Lust mehr auf trockene Kekse? Dann haben wir die perfekte Idee: ein himmlisches Trifle, das nicht nur köstlich schmeckt, sondern auch wunderbar aussieht. Der englische Dessertklassiker wird in unserer Variante ganz einfach mit zerbröselten Keksen oder Plätzchen zubereitet - ideal zur Resteverwertung!
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Die Zubereitung ist denkbar einfach: Zerstoße die Kekse grob, schichte sie abwechselnd mit der Creme und den Birnen in hübsche Gläser, und schon ist das Dessert fast fertig. Abgedeckt mit Frischhaltefolie kommt das Trifle in den Kühlschrank und kann so perfekt durchziehen. Dieses Dessert ist ideal für festliche Anlässe, Brunch oder einfach als raffinierte Resteverwertung.
Schokolade und Kekse sind das absolute Dreamteam. Schmelze die Schokolade und gebe sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder Tablett. Zerbreche Plätzchen oder Kekse (je trockener und knuspriger sie sind, desto besser!) in nicht zu kleine Stücke und streue sie über die geschmolzene Schokolade. Falte die Masse mit einem Teigschaber wieder und wieder zusammen, bis die Keksstückchen mit Schokolade überzogen sind. Dann flach auf dem Blech verteilen und im Kühlschrank fest werden lassen.
Keks‑Butter, Ice‑Cream‑Sandwiches und Schoko‑Crossies
Keks‑Butter eignet sich hervorragend zum Bestreichen von Apfelstückchen oder zum Aufpeppen von Backwaren: Ob Toast, Waffeln oder Pfannkuchen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für die Herstellung von Keks‑Butter am besten eine Küchenmaschine verwenden, alternativ kannst du die Kekse in einem Gefrierbeutel mit einem Nudelholz zerbröseln.
Anschließend in einer Schüssel mit geschmolzener Butter, Sahne und Zucker gut verrühren. Für je 500 g Kekskrümel werden circa 80 ml Sahne, 2 EL brauner Zucker und 1 EL geschmolzene Butter benötigt. Sobald die Masse schön glatt aussieht, ist die Keks‑Butter fertig. In einem Schraubverschlussglas im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah aufessen.
Du hast schon Kekse im Gefrierschrank? Sehr gut. Falls nicht, ist das der erste Schritt beim Zubereiten deiner Ice‑Cream‑Sandwiches. Je zwei Kekse, die ungefähr gleich groß sind und dadurch gut aufeinander passen, nebeneinander auf die Arbeitsfläche legen. Abhängig davon, wie groß deine Kekse sind, kannst du sie jetzt dick mit Eiscreme nach Wahl bestreichen oder alternativ eine Eiskugel formen und darauf geben. Dann den zweiten Keks vorsichtig als Deckel andrücken und bei Bedarf die Sandwiches zur Hälfte in geschmolzene Schokolade tauchen und mit Streuseln verzieren. Zum Schluss jedes Mini‑Sandwich einzeln in Haushaltsfolie einschlagen, damit sie später nicht aneinander festfrieren.
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Herzhafte und kreative Varianten
Aus Lebkuchen kannst du zum Beispiel Desserts, Tortenböden, Trüffel oder deftige Soßen machen. Aber auch selbstgemachten Apfelstrudel kannst du mit Keksresten wie Butterkeksen oder Plätzchen abwandeln. Ersetze dafür einfach die Rosinen in unserem Apfelstrudel‑Rezept durch zerkleinerte Kekse.
Verschiedene Crumble‑Rezepte eignen sich, um darin Keksreste zu verwerten. Besonders gut eignen sich dafür Kekse wie Butterkekse, Spekulatius, Cookies oder Plätzchen. Ersetze im Crumble einfach Mehl und Haferflocken durch zerbröselte Kekse.
Praktische Tipps zur Verarbeitung und Lagerung
- Am allerbesten eignen sich trockene Mürbteigkekse; sie können auch schon mit Marmelade gefüllt sein, dann braucht man weniger Creme fraiche.
- Die zerbröselten Kekse könnt ihr auch zum Ausbröseln der Form verwenden.
- Kekse und Schokolade lassen sich gut einfrieren: Cookies und Co. können im Gefrierschrank zwei, drei Monate aufbewahrt werden.
- Sollten Kekse zu feucht oder pappig sein, kurz im Ofen anrösten, bis sie trocken und krümelig sind.
- Wenn die Keksmasse zu weich ist, helfen geriebene und geröstete Nüsse oder zusätzliche trockene Kekskrümel zur Festigung.
Tabelle: Welche Kekse wofür?
| Keks‑Typ | Beste Verwendung |
|---|---|
| Trockene Mürbteigkekse | Rumkugeln, Keks‑Butter, Tortenboden |
| Butterkekse | Knuspermüsli, Kuchen, Tortenboden |
| Spekulatius, Lebkuchen | Crumble, Trüffel, Gewürz‑Desserts |
| Gefüllte Marmeladenkekse | Rumkugeln (brauchen weniger Creme fraiche), Trifle |
| Pappig/geweicht | Rührkuchen, Schichtdesserts, verarbeiten statt wegwerfen |
Weihnachten ist vorüber, das neue Jahr hat begonnen und alles steht auf Anfang - aber die Küche bleibt nicht leer: Endlich hast du die Gelegenheit, Rezepte auszuprobieren, die Keksen, Cookies und Plätzchen ein neues Leben, neuen Geschmack und längere Haltbarkeit verleihen. Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!
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