Warum Bienen Honig brauchen: Ein umfassender Blick auf die Honigproduktion

Das idyllische Bild der Honigbiene, die auf dem weiten Blumenfeld Nektar sammelt und summend zum Bienenstock zurückkehrt, um mühelos Honig zu produzieren, ist leider immer noch weit verbreitet. Doch wofür benötigen Bienen Honig genau, und wie wirkt sich die Honigproduktion auf die Bienen aus? Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Honig für Bienen, die Herausforderungen der modernen Honigproduktion und gibt Tipps für einen bienenfreundlichen Honigkonsum.

Die Rolle des Honigs im Bienenstock

Bienen produzieren Honig nicht zum Spaß. Sie brauchen die lebenswichtigen Nährstoffe des Honigs, die vor allem im Winter ihr Überleben sichern und sie im Sommer gegen Milbenbefall schützen. Honig dient den Bienen als Energievorrat, insbesondere während der Wintermonate, wenn keine Blüten zur Verfügung stehen. Er ist reich an Kohlenhydraten und enthält wichtige Nährstoffkomponenten, die für das Immunsystem und die Lebensdauer der Tiere unerlässlich sind.

Die Herstellung von Honig: Ein komplexer Prozess

Um zu verstehen, wie Bienen Honig machen, müssen wir einen Blick auf die clevere Arbeitsteilung und das Who is Who im Bienenstaat werfen.

  1. Die Sammeltätigkeit: Die Flugbienen peilen Blüten und Blätter an, um duftenden Nektar oder Honigtau in ihrem Honigmagen bzw. ihrer Honigblase zu sammeln. Dazu saugen sie den süßen Zuckersaft mit ihrem Rüssel auf. An ihren Hinterbeinen bleibt Blütenpollen hängen. Mit diesen goldgelben Pollenhöschen fliegt die Biene von Blüte zu Blüte, bestäubt damit die Pflanzen und sichert so ganz nebenbei deren Fortbestehen und Verbreitung.
  2. Übergabe und Verarbeitung: Die Sammlerinnen kehren vollbepackt mit Pollen, Nektar und Honigtau in die Beute zurück - so wird der Bienenstock auch genannt. Hier warten die Stockbienen bereits. Nachdem sie die Fracht in Empfang genommen haben, fliegen die Sammlerinnen sogleich wieder aus, um für Nachschub zu sorgen.
  3. Reifung und Lagerung: Im Stock lagern die Stockbienen den Nektar bzw. Honigtau in Brutnähe, wo ihm durch die Stockwärme Wasser entzogen wird. Der Pollen wird im Erdgeschoss des Bienenstocks bei der Brut eingelagert und dient den Honigbienen als Futterquelle. Für Nektar und Honigtau geht die Tour weiter.
  4. Enzymatische Umwandlung: Über Tausende von Honigmägen wird die süße Zuckerlösung innerhalb des Bienenstocks umhergetragen. Die Arbeiterinnen lassen sich den Saft buchstäblich durch den Kopf gehen - über die Kopfdrüsen und das ständige Ein- und Ausarbeiten gelangen wasser- und zuckerspaltende Enzyme in den Honig, wodurch er seine Struktur verändert.
  5. Trocknung und Versiegelung: Getrocknet wird der Honig, indem die Arbeiterinnen ihn immer wieder als Tropfen am Rüssel aufspannen und so der Stockwärme aussetzen. Erst wenn der Honig dickflüssig genug ist (um nicht zu verderben), versiegeln die Bienen die Honigwabe mit Bienenwachs. Jetzt ist der Honig fertig!

Verdeckelt, sprich unter dem dichten Wachsdeckel gelagert, dient der Honig den Bienen als Energievorrat für den Winter - würde der Imker ihn nicht vorher ernten. Als Ersatz gibt’s dafür Zuckersirup für die Bienchen. Eine Win-win-Situation, denn der Zuckersirup ist energiereicher als Honig und für die Bienen leichter zu verdauen.

Die Arbeitsteilung im Bienenstaat

Um zu verstehen, wie Bienen Honig machen, müssen wir einen Blick auf die clevere Arbeitsteilung und das Who is Who im Bienenstaat werfen.

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  • Bienenkönigin: The one and only - nur sie ist fruchtbar und hält über ihre Pheromone das Volk zusammen. Ab dem Frühjahr legt die Königin bis zu 2.000 Eier pro Tag, wodurch sie für die Volksstärke im Stock verantwortlich ist.
  • Drohnen: Die männlichen Bienen bilden den kleinsten Anteil des Bienenvolkes. Sie werden in den Vermehrungsmonaten Mai und Juni geschlechtsreif und erfüllen nun ihre Hauptaufgabe: Nachkommen mit der Königin zeugen.
  • Flugbienen: Sie sind die eigentlichen „Sammlerinnen“, die wie Biene Maja ausfliegen, um draußen Nektar, Pollen und Wasser zu sammeln. Damit wird die Brut ernährt und Honig hergestellt. Flugbienen sind allesamt weiblich und machen ca.
  • Stockbienen: Wie die Sammlerinnen gehören auch sie zum arbeitenden Volk und bilden dabei die größte Gruppe im Stock. Genau wie bei den Flugbienen sind ihre Ei-Schläuche verkümmert, sodass Stockbienen keine Eier legen können.

Die dunkle Seite der Massen-Honigproduktion

So schädlich ist die Produktion von Honig für Bienen heuteVor einigen Jahren berichteten alle großen Medien über das Bienensterben, das als weltweites Phänomen nicht nur Deutschland betrifft. Monokulturanbau und Pestizideinsatz, die Klimaerwärmung, Parasiten und Milben sind hauptverantwortlich für den dramatischen Rückgang der Bienenbestände auf unserer Erde. Das ist so dramatisch, weil ein Drittel von allem, was wir essen von Bienen abhängt. Sie sind essentiell für unser Ökosystem und unser Leben auf der Erde. Wie trägt die Massen-Honigproduktion zum Bienensterben bei?Viele fragen sich, was so schlimm daran sein könnte, Honig zu essen. Veganer:innen achten beispielsweise streng darauf, dass durch ihre Ernährung kein Tierleid entsteht. Erfahre mehr über die Motive, die hinter einer veganen Ernährung stehen. Die meisten Menschen wissen heute, dass Nutztiere für die Produktion von Fleisch, Fisch, Milch und Eiern unter nicht artgerechten und tierquälenden Bedingungen gehalten und geschlachtet werden. Doch was hat es mit der Honigproduktion auf sich? Wir haben 6 Gründe für Dich gesammelt, warum Honig problematisch sein kann: Ein Großteil des Supermarkt-Honigs wird nicht in Deutschland, sondern im Ausland (hauptsächlich Asien, USA und Südamerika) produziert. Dort wird Honig noch öfter in „Massentierhaltung“ hergestellt: Die Bienen werden in sogenannten Magazinen gehalten, die auf riesigen Honigfarmen stehen. Die Kästen sind bis zu vier Stockwerke hoch und lassen sich so öffnen, dass der Imker leicht an den Honig gelangt. Die Magazine wurden speziell hergestellt, um den Bienenstock mühelos transportieren zu können und Honig profitable herzustellen. Der Transport der Stöcke bedeutet für die Bienen jedoch vor allem Stress und unnatürliche Lebensbedingungen. Wusstest Du, dass die Biene nach der Kuh und dem Schwein das drittwichtigste Nutztier in Deutschland ist? Wie andere Nutztiere werden auch Bienen nicht artgerecht gehalten: Die Flügel der Königinnen werden gestutzt, damit sie den Bienenstock nicht verlassen können, was auch die anderen Bienen zum Bleiben zwingt, denn sie würden niemals ohne ihre Königin ihr “Zuhause” verlassen. Bienenköniginnen legen die lebensnotwendigen Eier und sind enorm wichtig für den Bienenstock. Normalerweise werden sie bis zu sechs Jahre alt; vor allem im Ausland werden sie aber schon nach einem Jahr getötet und durch neue, produktivere Königinnen ersetzt. Zudem werden die Königinnen auf Honigfarmen künstlich befruchtet, was mit großem Leid für die Insekten einhergehen dürfte. Bei der Honigentnahme werden die Bienen oft verletzt: Die Imker:innen beschädigen ihre Flügel, trennen ihre Beine ab oder töten sie sogar. Zudem verhindern die Imker:innen aktiv, dass sich die Stockbewohner mit der Geburt einer neuen Königin aufteilen und einen neuen Stamm bilden. Dieser Prozess des “Ausschwärmens” wird verhindert, um eine geringere Honigproduktion zu vermeiden. Bienen produzieren den Honig nicht zum Spaß. Sie brauchen die lebenswichtigen Nährstoffe des Honigs, die vor allem im Winter ihr Überleben sichern und sie im Sommer gegen Milbenbefall schützen. In konventionellen Honigbetrieben ernähren Imker:innen die Tiere jedoch mit einer billigen Zuckerlösung . Dadurch sind sie sie anfälliger für Krankheiten und damit einen frühen Tod. 80 Prozent des verkauften Honigs in Deutschland wird importiert und unterliegt damit keinen standardisierten Kontrollen. Dazu zählt auch Bio-Honig. Honig, der nicht aus EU-Ländern kommt, wird oft in Form von “Industriehonig” produziert, und deren Herstellung ist in diesem Fall mit großer Wahrscheinlichkeit eine Qual für die Bienen. Importierter Honig ist zudem - von der Umweltbelastung einmal abgesehen - auch eine Gefahr für unsere heimischen Bienen, weil der Transport Bienenkrankheiten nach Deutschland einschleppt. Solltest Du Dich noch mehr zum Thema Bienen-Massentierhaltung informieren wollen, ist der Film “More Than Honey” sehr empfehlenswert.

Praktiken, die Bienen schaden

  • Flügelstutzen der Königinnen: In der konventionellen Honiggewinnung ist es beispielsweise erlaubt, der Bienenkönigin die Flügel zu stutzen, damit sie den Bienenstock nicht verlassen kann, was auch die anderen Bienen zum Bleiben zwingt, denn sie würden niemals ohne ihre Königin ihr “Zuhause” verlassen.
  • Kurze Lebensdauer der Königinnen: Normalerweise werden sie bis zu sechs Jahre alt; vor allem im Ausland werden sie aber schon nach einem Jahr getötet und durch neue, produktivere Königinnen ersetzt. Zudem werden die Königinnen auf Honigfarmen künstlich befruchtet, was mit großem Leid für die Insekten einhergehen dürfte.
  • Verletzungen bei der Honigentnahme: Bei der Honigentnahme werden die Bienen oft verletzt: Die Imker:innen beschädigen ihre Flügel, trennen ihre Beine ab oder töten sie sogar.
  • Verhinderung des Ausschwärmens: Zudem verhindern die Imker:innen aktiv, dass sich die Stockbewohner mit der Geburt einer neuen Königin aufteilen und einen neuen Stamm bilden. Dieser Prozess des “Ausschwärmens” wird verhindert, um eine geringere Honigproduktion zu vermeiden.
  • Fütterung mit Zuckerlösung: In konventionellen Honigbetrieben ernähren Imker:innen die Tiere jedoch mit einer billigen Zuckerlösung. Dadurch sind sie sie anfälliger für Krankheiten und damit einen frühen Tod.
  • Importierter Honig: 80 Prozent des verkauften Honigs in Deutschland wird importiert und unterliegt damit keinen standardisierten Kontrollen. Dazu zählt auch Bio-Honig. Honig, der nicht aus EU-Ländern kommt, wird oft in Form von “Industriehonig” produziert, und deren Herstellung ist in diesem Fall mit großer Wahrscheinlichkeit eine Qual für die Bienen. Importierter Honig ist zudem - von der Umweltbelastung einmal abgesehen - auch eine Gefahr für unsere heimischen Bienen, weil der Transport Bienenkrankheiten nach Deutschland einschleppt.

Die Folgen für die Bienenpopulation

Monokulturanbau und Pestizideinsatz, die Klimaerwärmung, Parasiten und Milben sind hauptverantwortlich für den dramatischen Rückgang der Bienenbestände auf unserer Erde. Das ist so dramatisch, weil ein Drittel von allem, was wir essen von Bienen abhängt. Sie sind essentiell für unser Ökosystem und unser Leben auf der Erde.

Nachhaltiger Honigkonsum: Was Sie tun können

Wie ist also der Genuss von Honig weiterhin ohne schlechtes Gewissen möglich? Die Honigproduktion kann auch auf eine nachhaltige und vor allem artgerechte Weise ablaufen und in kleinem Stil sogar einen wichtigen Beitrag für die Natur und den Artenschutz leisten.

Tipps für einen bienenfreundlichen Honigkauf

  1. Wildbienen-Imker unterstützen: Wildbienen sind die verwandte Art der Honigbiene, die für die industrielle Honigproduktion eingesetzt wird. Wildbienen bestäuben erfolgreicher und sind weniger anfällig für Milbenbefall und andere Bienenkrankheiten. Allerdings ist ihre Honigproduktion viel geringer, weswegen sie für die großen Imker uninteressant sind. Optimal wäre natürlich, wenn Du ein Zuhause für Wildbienen im eigenen Garten baust und so den Arten- und Naturschutz aktiv unterstützt. Denn ein:e Imker:in verschafft den Insekten Nistplätze, an denen sie sicher leben und überwintern können. Diese sicheren Orte finden sie in der freien Natur kaum noch. Dies trifft allerdings nur zu, wenn du die Wildbienen auch artgerecht hältst!
  2. Auf Qualität und Herkunft achten: Wenn Dir der Bau einer eigenen Imkerei nicht möglich ist, solltest Du beim Honigkauf genau hinschauen: Deutscher Honig unterliegt strengen Auflagen und Kontrollen und ist daher in Bio-Qualität ein relativ sicheres Produkt. Trotzdem solltest Du auf das Kleingedruckte achten, denn mit dem Zusatz “Mischung von Honig” stammt der Honig aus industrieller Produktion und ist nicht bienenfreundlich. Das Siegel “Echter deutscher Honig” ist jedoch sehr streng kontrolliert und verweist auf ein komplett in Deutschland hergestelltes Produkt.

Weitere Möglichkeiten, Bienen zu helfen

  • Bienenfreundlicher Garten: Mit selbst gefertigten Nisthilfen, oder im Freiland stehenden Insektenhotels kannst du die Solitärbienen sowie Hummeln und Wespen unterstützen.
  • Unterstützung lokaler Imker: Durch den Kauf regionalen Honigs werden weniger Ressourcen und Energie verbraucht als bei Honig aus dem Supermarkt.

Honig: Mehr als nur ein Süßungsmittel

Honig ist zudem sehr gesund: Besonders der neuseeländische Manuka-Honig, aber auch heimischer Honig verfügen über wertvolle antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Wenn Du diese nicht missen möchtest, achte beim Kauf des nächsten Honig-Glases unbedingt auf die Herkunft und artgerechte Herstellung des Honigs!

Lesen Sie auch: Warum Bienen Honig produzieren: Eine ausführliche Erklärung

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