Die zuckerreichsten Lebensmittel: Wo steckt am meisten Zucker drin?

Viele Menschen denken bei Zucker vor allem an Süßigkeiten wie Schokolade, Bonbons, Kuchen oder Cola. Doch der tatsächliche Zuckergehalt im alltäglichen Essen wird oft unterschätzt - denn Zucker steckt nicht nur in offensichtlichen, sondern auch in vielen vermeintlich gesunden Lebensmitteln. Wer seine Ernährung bewusst gestalten möchte, sollte wissen, wo der meiste Zucker enthalten ist und wie man versteckten Zucker erkennt.

Zuckerarten in Lebensmitteln: Natürlich und zugesetzt

Einfach ausgedrückt ist Zucker ein Kohlenhydrat, das natürlicherweise in einigen Lebensmitteln vorkommt: in Obst und Getränken wie Fruchtsaft als Fruchtzucker (Fruktose) und in Milch sowie Milchprodukten als Milchzucker (Laktose). Zucker kann Lebensmitteln aber auch hinzugefügt werden. Bei natürlichen Zuckerquellen sieht es anders aus: Ein Apfel, der Fruktose enthält, liefert darüber hinaus auch Ballaststoffe und Nährstoffe, die das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs senken können. Im Gegensatz dazu liefert zugesetzter Zucker - wie er zum Beispiel in Softdrinks, Cookies und dergleichen vorkommt - keine essentiellen Nährstoffe.

  • Intrinsischer Zucker: Von Natur aus in unverarbeitetem Obst, Gemüse sowie Milch vorhanden
  • Freier Zucker: Durch industrielle Herstellungsprozesse oder Kochen zugesetzt, in Honig, Sirup und Fruchtsaft natürlich enthalten
Infografik: Natürlicher versus zugesetzter Zucker in Lebensmitteln

Wie viel Zucker ist unbedenklich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, maximal 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr in Form von freiem Zucker zu sich zu nehmen, das entspricht etwa 50 g Zucker pro Tag. Die WHO hat ihre Empfehlung inzwischen auf etwa 25 g Zucker oder sechs Teelöffel pro Tag gesenkt. Viele Menschen nehmen jedoch ein Vielfaches dieser Menge zu sich, etwa 29 Würfel pro Tag, dreieinhalbmal mehr als empfohlen.

  • Frauen: maximal 25 Gramm oder 6 Teelöffel/Tag
  • Männer: maximal 36 Gramm oder 9 Teelöffel/Tag

Übersteigt die zu sich genommene Zuckermenge regelmäßig den Tagesbedarf, kann das sehr negative gesundheitliche Folgen haben - zu viel Zucker macht dick, müde, schlapp und fördert Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Karies.

Darstellung: Empfohlene Tageshöchstmengen Zucker im Vergleich zur tatsächlichen Zufuhr

Lebensmittel mit dem höchsten Zuckergehalt

Der Konsum von Zucker summiert sich schnell - besonders durch industriell hergestellte Produkte, aber auch durch Obst, Säfte und vermeintlich gesunde Snacks. Hier findest du eine Übersicht der Lebensmittel mit besonders hohem Zuckergehalt.

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Lebensmittel Zuckergehalt (pro 100 g/ml) entspricht Zuckerwürfeln
Nuss-Nougat-Cremes (Nutella) 55 g 18
Milchschokolade 50 g 16
Gummibärchen 50-70 g 16-24
Instant Cappuccino Pulver 60 g 20
Trockenobst (Aprikosen) 40 g 13
Gezuckerte Cornflakes 37 g 12
Fruchtjoghurt 13-26 g 4-8
Ketchup 10-23 g 3-8
Cola 10,6 g (pro 100 ml) 3,5
Apfelsaft 10 g (pro 100 ml) 3
Smoothies 10-15 g (pro 100 ml) 3-5
Rotkohl aus dem Glas 8 g 2,5
Babynahrung ("Kinderkekse") 25 g 8
Infografik: Die zehn größten Zuckerfallen im Lebensmittelregal

Weitere große Zuckerfallen im Alltag:

  • Müslimischungen und Granolas: bis zu 30 g pro 100 g
  • Fruchtjoghurts: bis zu 26 g pro Becher
  • Softdrinks (Cola, Limonade): bis zu 53 g pro 0,33 l Flasche
  • Fertigsuppen, Saucen & Dips: bis zu 23 g pro 100 g
  • Proteinriegel: 7 Würfelzucker pro Riegel
  • Eingelegtes Gemüse & Gewürzgurken: bis zu 10 g pro 100 g
  • Fettreduzierte Produkte (Milchreis, Joghurtdrinks): bis zu 11 g pro 100 g
  • Brot (Toastbrot): bis zu 5 g pro 100 g

Schokoaufstrich zum Frühstück? Nutella hat 252 Gramm (= 84 Zuckerwürfel) pro Glas. Ein kleiner Becher Kirsch-Bananen-Joghurt enthält 21 Gramm Zucker - das sind 7 Zuckerwürfel. Apfelsaft bringt pro 250-Milliliter-Glas bereits 25 Gramm auf die Waage - also Tatssächlich so viel wie Cola.

Video: Zuckerbomben im Supermarkt: So erkennst du versteckten Zucker

Versteckter Zucker: Tarnnamen und Kennzeichnung

In vielen Lebensmitteln ist Zucker nicht direkt als „Zucker“ deklariert, sondern versteckt sich hinter zahlreichen Bezeichnungen. Zu den wichtigsten zählen:

  • Saccharose
  • Maltose
  • Laktose
  • Fruktose
  • Glukose
  • Dextrose
  • Invertzuckersirup
  • Maissirup
  • Karamellsirup
  • Dextrin/Maltodextrin
  • Honig
  • Glukose-Fruktose-Sirup

Die Hersteller verwenden diesen Trick gezielt, um die Zuckermenge geringer erscheinen zu lassen. Ein Blick auf die Zutatenliste (je weiter oben, desto mehr enthalten) und die Nährwerttabelle ist entscheidend. Fettreduzierte oder „Fitness“-Produkte sind häufig kräftig gezuckert, um den fehlenden Geschmacksträger Fett zu ersetzen.

Schema: Zutatenlisten und die Tarnnamen von Zucker bei Fertigprodukten

Fruchtsäfte, Smoothies und Obst: Zucker aus „gesunden“ Quellen

Obst und Fruchtsäfte enthalten von Natur aus Fruktose. Ein Glas Fruchtsaft kann genauso viel Zucker enthalten wie Cola. Da beim Entsaften oder Pürieren die Ballaststoffe entfernt werden, bleibt der gesamte Zucker übrig und summiert sich. So deckt eine Portion Smoothie aus dem Supermarkt oft die gesamte Zucker-RDA ab.

  • Apfelsaft: ca. 10 g/100 ml
  • Orangensaft: ca. 9 g/100 ml
  • Smoothie: ca. 35 g/250 ml = 11 Würfelzucker

Warum ist Obst trotzdem gesünder? Obst enthält neben Fruchtzucker viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Ein Apfel hat dabei typischerweise 7 Würfelzucker in sich, aber auch zahlreiche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Fruchtsaft und Smoothie enthalten hingegen wenig Ballaststoffe und oft konzentriert mehr Zucker.

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Infografik: Vergleich zwischen Zucker in Obst, Fruchtsaft und Smoothie

Weitere überraschende Zuckerquellen im Überblick

  • Fertiggerichte (Pizza Hawaii, Reispfannen): >5 g pro 100 g
  • Babynahrung: bis zu 25 g pro 100 g
  • Konserven (Rotkraut, Ananas, Gewürzgurken): bis zu 88 g pro Dose
  • Cerealien, Cornflakes: bis zu 37 g pro 100 g
  • Joghurt-Dressings, Saucen: bis zu 15 g pro Flasche
  • School Energy Drinks: bis zu 27 g pro Dose - wie sieben Oreo-Kekse
  • Zwieback: ca. 14 g pro 100 g
  • Heringssalat: ca. 11 g pro 100 g
  • Instant Tee: eine Tasse enthält ca. 18 g Zucker

Viele Lebensmittel landen aus Gewohnheit im Einkaufskorb - vom Fruchtjoghurt bis zum Ketchup. Zucker ist dabei oft gezielt als Geschmacksträger eingesetzt und verstärkt das Mundgefühl, selbst wenn das Produkt nicht süß schmeckt.

Tipps zur Zuckerreduktion: Bewusst auswählen und Zuckerfallen meiden

  • Etiketten prüfen: Bei Fertigprodukten immer die Zutatenliste und die Nährwertangaben kontrollieren.
  • Selbst zubereiten: Wer selber kocht, kann den Zuckergehalt gezielt steuern.
  • Zu natürlichen Süßigkeiten greifen: Zucker aus unbearbeitetem Obst und Gemüse ist unbedenklich.
  • Alternativen wählen: Ungezuckerte Müsli, Naturjoghurt mit frischem Obst, ungesüßte Getränke.
  • Light-Produkte kritisch betrachten: Fettreduziert heißt oft mehr Zucker.

Wer oft zu Dosen greift, aber lieber weniger Zucker zu sich nehmen möchte, sollte hier aufpassen: In den meisten Supermärkten gibt es Alternativen „ohne Zuckerzusatz“.

Checkliste: Zuckerreduzierter Einkauf im Supermarkt

Tabelle: Übersicht der 55 Zuckerarten und deren Tarnnamen in Zutatenlisten

Zuckerart Name auf Zutatenlisten
Saccharose Rohrzucker
Laktose Milchzucker
Glukose Traubenzucker
Fruktose Fruchtzucker
Dextrose Dextrose
Maltose Malzextrakt
Invertzuckersirup Maissirup
Karamellsirup Karamellsirup
Dextrin/Maltodextrin Weizendextrin
Honig Honig

Warum zu viel Zucker problematisch ist

Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG) sind sich einig: Zu viel Zucker fördert die Entstehung von Übergewicht und Adipositas sowie zahlreiche mit Übergewicht assoziierte Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und kardiovaskuläre Erkrankungen sowie die Entstehung von Karies. Gesundheitsfördernd sei daher eine zuckerarme Ernährung.

Zu hoher Zuckerkonsum führt nicht nur zu Gewichtszunahme, sondern begünstigt auch Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen.

Grafik: Auswirkungen von zu hohem Zuckerkonsum auf die Gesundheit

Zuckeraustauschstoffe und Alternativen

In Deutschland zugelassen sind etwa Isomalt, Maltit und Maltitsirup, Laktit und Xylit. Zuckeraustauschstoffe haben im Gegensatz zu Süßstoffen die Konsistenz von Zucker und können auch in festen Produkten eingesetzt werden. Nur Xylit hat die gleiche Süßkraft wie Zucker; die anderen sind nur etwa halb so süß. Häufig werden sie für Diät- und Lightprodukte verwendet.

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Agavendicksaft, Ahornsirup, Honig oder Kokosblütenzucker gelten als Alternativen zu Haushaltszucker, sind aber ebenfalls Zucker und daher mit Vorsicht zu genießen. Auch kalorienfreier Zuckerersatz kann die Lust auf Süßes verstärken und den Stoffwechsel beeinflussen.

Die Zutatenliste richtig lesen: So entlarvst du Zuckerfallen

Die Zutaten werden in der Reihenfolge ihres Gewichtsanteils angegeben. Süßmolkenpulver z.B. sorgt für Süße, ohne als „Zucker“ auf der Liste zu stehen. Fremdwörter, die auf „-ose“ enden, sind fast immer Zuckerarten. Die genaue Menge findet sich in der Nährwerttabelle. Irreführende Portionsgrößen erschweren die Einschätzung - bei ausreichenden Portionen kann die Ampel beim Zuckergehalt schnell auf „Rot“ springen.

Eine lange Zutatenliste und ein intensiver künstlicher Geschmack erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Zucker als Geschmacksträger eingesetzt wird. Fettreduzierte oder Fitnessprodukte sind ebenfalls häufig kräftig gezuckert, um den fehlenden Geschmacksträger Fett zu ersetzen.

Tabellenansicht: Die häufigsten Bezeichnungen für Zucker auf Zutatenlisten

Fazit: Wo versteckt sich am meisten Zucker?

Die zuckerreichsten Lebensmittel im Alltag sind häufig industriell verarbeitet und enthalten nicht nur offensichtlichen Zucker, sondern oft auch versteckte Süßmacher. Besonders viel Zucker enthalten:

  • Süßigkeiten (Bonbons, Gummibärchen, Schokolade)
  • Instantprodukte und Getränkepulver (Cappuccino, Eistee, Instant-Tee)
  • Fruchtjoghurts, Müslis, Cornflakes, Granola
  • Nuss-Nougat-Cremes, Marmelade, Konfitüre
  • Softdrinks, Energydrinks, Fruchtsaft, Smoothie
  • Fertigsaucen und Dips (Ketchup, Barbecue, Balsamico-Creme)
  • Babynahrung, Fertiggerichte, Brot, Konserven
  • Obst und Trockenobst: Fruktose

Wer seinen Zuckerkonsum reduzieren möchte, sollte einen Blick auf Etiketten werfen, Alternativen wählen und öfter selbst kochen. So kann man die häufigsten Zuckerfallen im Alltag meiden und den Konsum auf ein gesünderes Maß bringen.

Infografik: Verbraucher-Tipps zum Zuckerfallen erkennen und vermeiden

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