Woher bezieht ein Bär seinen Honig: Instinkt, Ernährung, Konflikte und Schutzmaßnahmen
Bären lieben Honig. Bären sind sogar so versessen auf Honig, dass sie dafür viele Bienenstiche in Kauf nehmen. Honig ist ein seltener Leckerbissen, den Bären ganz besonders lieben. Der WWF weist darauf hin, dass Bären Honig und noch mehr die Bienenlarven liebt.
Bären sind Allesfresser. Braunbären sind Allesfresser. Sie ernähren sich zu fast 80 Prozent von Baumrinde, Blättern, Wurzeln, Pilzen, Nüssen, Früchten und Beeren. Als Fleischbeilagen reichen ihnen Insekten, Schnecken, Frösche und Kleinsäuger.
Wie Bären an Honig gelangen
Bienenstände in einsamen Alpenregionen müssen darum vor den Bären geschützt werden. Längst verfügen Imker etwa im italienischen Trentino über ein ausgeklügeltes und bärensicheres Elektrozaunsystem. Elektrozäune wurden mittlerweile auch in Graubünden aufgestellt.
Vor allem im Frühjahr nach dem Winterschlaf sind sie eine gute Eiweißquelle für das Tier. Bären sind auch gute Schwimmer und durchqueren problemlos Flüsse. Kaum vorstellbar, aber Bären verbringen den Großteil ihres Lebens mit der Suche nach Futter.
Ganze 16 Stunden pro Tag sind sie damit beschäftigt. Durch die wenig spezialisierte Ernährung konnten sich Braunbären an verschiedene Lebensräume anpassen. Wanderlust: Auf der Suche nach Nahrung durchstreifen Bären weitläufige Gebiete.
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Regionale Unterschiede bei der Nahrungssuche
Und auch sonst ernähren sich Bären durchaus anders, als landläufig vermutet wird. Die Ernährungsgewohnheiten sind mitunter sogar regional verschieden: Mancherorts sind Braunbären fast reine Vegetarier, die Beeren, Pilze, Eicheln, Bucheckern, Nüsse und Früchte fressen und - wenn man sie lässt - auch Mais, Kartoffeln, Rüben und Weintrauben. In manchen Regionen reißen sie hingegen Wild oder Vieh oder mästen sich an flussaufwärts wandernden Lachsen.
Überall zu finden: Durch die wenig spezialisierte Ernährung konnten sich Braunbären an verschiedene Lebensräume anpassen. Gibt es nur wenig Nahrung, ist das Gebiet umso größer.
Fallbeispiel Trabzon: Honigdiebe als „Testesser“
Trabzon - Immer wieder klauen Braunbären in der türkischen Stadt Trabzon dem Hobby-Imker Ibrahim Sedef teuren Edel-Honig. Schon seit drei Jahren kommen die Braunbären regelmäßig nachts zum Grundstück von Ibrahim Sedef in der Stadt Trabzon am Schwarzen Meer im Nordosten der Türkei und treiben dort ihr Unwesen.
Bei ihren Streifzügen klauen sie den wertvollen Honig, zerstören die Bienenstöcke und Lagerbestände. So seien in den vergangenen Jahren Schäden in Höhe von rund 10.000 Euro zusammengekommen, erzählte der Hobby-Imker der türkischen Nachrichtenagentur DHA und anderen Medien. Außerdem habe er Angst gehabt, wenn die hungrigen Tiere nachts bei ihm umherstreunten.
Der Hobby-Imker installierte Kameras und filmte, wie die Tiere versuchen, nachts in sein Lager einzubrechen. Um zu zeigen, wie dreist die Bären bei ihren Raubzügen vorgingen, installierte Ibrahim Sedef eine Nachtsichtkamera. Ein Video zeigt, wie eines der Tiere versuchte, in das Lager einzubrechen.
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Sedef bot den Bären Alternativen, legte ihnen Äpfel hin, sicherte die Bienenstöcke mit Drahtgestellen. Doch all das brachte nichts. Doch nichts half, um die Tiere zu vertreiben.
Also drehte er den Spieß um und versuchte, das Honig-Wissen der Bären für sein Hobby zu nutzen. Also versuchte er, aus der misslichen Lage das Beste herauszuholen und die Honig-Expertise der Bären für sich zu nutzen. Der Imker macht kurzerhand aus der Not eine Tugend und lässt die Tiere für sich „arbeiten“.
Der Imker bereitete den Schleckermäulern ein Buffet vor und engagierte sie kurzerhand als vierbeinige Test-Esser. Auf einer Bank platzierte er Kirschmarmelade aus dem Supermarkt, Blütenhonig, Kastanienhonig und Anzer-Honig. Auf dem Speiseplan standen Kirschmarmelade aus dem Supermarkt, Blütenhonig, Kastanienhonig und Anzer-Honig.
Anzer-Honig ist eine Spezialität aus der Region rund um Trabzon und wird als edelster und teuerster Honig der Welt gesehen. Ein Kilogramm kann bis zu 1000 Euro kosten. Ein Kilo des flüssigen Goldes kostet bis zu 1000 Euro.
Die Leckereien platzierte der Imker in beschrifteten Schüsseln auf einem Tisch. Zuerst hat er den Anzer-Honig genommen, dann den Blütenhonig und dann den Kastanienhonig. Die Kirschmarmelade hat er noch nicht mal angeguckt.
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Der Qualitätstest machte im Internet schnell die Runde und ging um die Welt. Die tierische Honigverkostung machte schnell die Runde in den sozialen Medien und ging um die Welt. Sedef stellt nun häufiger etwas Honig zum probieren auf die Bank.
Seitdem stellt der Imker den Bären immer wieder ein bisschen Honig hin. Die Schäden, die die Bären anrichten, seien seitdem nicht mehr so groß, meinte Sedef. Und Werbung für seinen Honig ist das alles natürlich auch.
Und noch einen Vorteil hatte das vierbeinige Qualitätsmanagement: Das Video ist die beste Werbung für Sedefs Anzer-Honig - schließlich wurde er von Bären getestet und für gut befunden. Der türkische Nachrichtensender TRT World hat die Geschichte noch mal in einem Video zusammengefasst.
Bären und Bienen: Schutz, Konfliktprävention und Management
Noch sind Begegnungen mit Bären bei uns die ganz große Ausnahme, aber immerhin: Bären gibt es auch im deutschsprachigen Raum wieder. 1989 wilderte der WWF den ersten Braunbären aus, die Bärin „Mira“. Sie tat sich mit dem aus Slowenien eingewanderten „Ötscherbären“ zusammen.
Der WWF siedelte in den folgenden Jahren weitere Braunbären in Österreich an. Seitdem wurden über 30 Bärenjunge geboren. Vor ein paar Jahren machte Bär Bruno als bayerischer Problembär Schlagzeilen.
Hier gibt es auch Ratschläge, was Imker konkret tun können, um Beuten vor Braunbären zu schützen. Zwei Broschüren sind entstanden: „Was tun bei einer Rückkehr von Luchs, Wolf und Bär? - Informationen für Nutztierhalter und Behörden in Bayern“ und der Flyer „Rückkehr von Luchs, Wolf und Bär - Was tun als Nutztierhalter?“. Im Val Müstair und im Unterengadin sollen es etwa 50 geschützte Bienenstände sein.
Längst verfügen Imker etwa im italienischen Trentino über ein ausgeklügeltes und bärensicheres Elektrozaunsystem. Elektrozäune wurden mittlerweile auch in Graubünden aufgestellt. Bienenstände in einsamen Alpenregionen müssen darum vor den Bären geschützt werden.
Waschbären sind bei uns deutlich häufiger als Braunbären. In Einzelfällen wurden bereits Beuten aufgebissen und Honigwaben herausgerissen. Bären und Bienen gehören irgendwie zusammen, wenn sie auch keine Freunde sind.
Innovative Ansätze aus Spanien: Bärensichere Bienenstöcke
Ein aktuelles Foto gibt es noch nicht, aber die Spuren sind verräterisch: Offensichtlich hat ein Braunbär diese Woche auf der Finca El Coronel im Kantabrischen Gebirge in Nordspanien an einem Bienenstock Honig genascht. Denn die Bienenstöcke haben Roberto Hartasánchez, Präsident von Fapas und seine Kollegen auf der Finca extra für die hungrigen Räuber aufgestellt.
Für die Bären ist in ihrem westlichsten Verbreitungsgebiet in Europa die Nahrung knapp geworden. Gemeinsam mit EuroNatur kümmert sich Fapas darum, diese Situation zu verbessern. Dazu gehört neben dem Pflanzen von Früchte tragenden Bäumen in wichtigen Bärengebieten und dem Auslegen von Aas, dass Bienenstöcke gezielt aufgestellt werden.
Damit die Bären die Bienenstöcke nicht vollständig ausräubern und sich damit selbst die Nahrungsquelle abgraben, hat Fapas einen bärensicheren Bienenstock entwickelt, bei dem eine Betonplatte das Herz des Bienenstammes vor den hungrigen Räubern schützt. Doch das ist nur eine von vielen Maßnahmen.
Physiologie und Verhalten: Warum Honig so attraktiv ist
Honig ist ein seltener Leckerbissen, den Bären ganz besonders lieben. Dazu ist er auch noch gesund: Er dient unter anderem der Stärkung des Immunsystems. Vor allem im Frühjahr nach dem Winterschlaf sind sie eine gute Eiweißquelle für das Tier.
Ein Gebiss für alle Fälle: Das Gebiss des Bären ist an das breite Nahrungsspektrum angepasst. Er hat die für Raubtiere typischen Fangzähne. Durch die wenig spezialisierte Ernährung konnten sich Braunbären an verschiedene Lebensräume anpassen.
Wanderlust: Auf der Suche nach Nahrung durchstreifen Bären weitläufige Gebiete. Gibt es nur wenig Nahrung, ist das Gebiet umso größer. Ihre Gangart ist eher gemütlich und langsam, allerdings können sie es bei Bedarf für kurze Zeit auch auf 50 Kilometer pro Stunde bringen.
Honig, Menschen und Bärenparks
Worbis,10.06.2009: Am kommenden Sonntag, dem 14.Juni - ab 11 Uhr - dürfen interessierte Besucher einem Imker über die Schulter schauen. Die Honigwaben werden geschleudert; die bärenparkeigenen Bienen liefern ihren Honig ab.
Wie kommt der süße Honig in das Glas? Dass die Bienen die Lieferanten sind - wenn auch nicht freiwillig -, ist bekannt. Doch wie kann man sich mit den fleißigen Insekten einigen, dass sie ihren Honig, der als Wintervorrat gedacht ist, abgeben?
Drei Bienenvölker leben im Bärenpark Worbis und werden von einem Imker betreut. Den Honig bekommen tatsächlich die Bären - wohl dosiert - , aber er wird auch zum Verkauf angeboten. Bis zum Winter werden sie es aber nicht mehr schaffen, so viel Vorrat anzuschaffen, dass er ausreichend ist.
Deshalb muss der Imker ab Herbst zufüttern - mit Zuckerlösung oder Futterteig. Am Sonntag werden die Waben der Bienenvölker im Bienenhaus in der Nähe der Bärenfreianlage geschleudert. Erst von der einen Seite, dann von der anderen.
Zusammenstellung: Woher bezieht ein Bär seinen Honig?
- Bären sind sogar so versessen auf Honig, dass sie dafür viele Bienenstiche in Kauf nehmen.
- Der WWF weist darauf hin, dass Bären Honig und noch mehr die Bienenlarven liebt.
- Bienenstände in einsamen Alpenregionen müssen darum vor den Bären geschützt werden.
- Längst verfügen Imker etwa im italienischen Trentino über ein ausgeklügeltes und bärensicheres Elektrozaunsystem.
- Damit die Bären die Bienenstöcke nicht vollständig ausräubern, hat Fapas einen bärensicheren Bienenstock entwickelt.
- Trabzon - Immer wieder klauen Braunbären in der türkischen Stadt Trabzon dem Hobby-Imker Ibrahim Sedef teuren Edel-Honig.
- Die tierische Honigverkostung machte schnell die Runde in den sozialen Medien und ging um die Welt.
Kurze Datenübersicht
| Aspekt | Kernaussage |
|---|---|
| Ernährung | Sie ernähren sich zu fast 80 Prozent von Baumrinde, Blättern, Wurzeln, Pilzen, Nüssen, Früchten und Beeren. |
| Honigpräferenz | Honig ist ein seltener Leckerbissen, den Bären ganz besonders lieben. |
| Eiweißquelle | Vor allem im Frühjahr nach dem Winterschlaf sind sie eine gute Eiweißquelle für das Tier. |
| Schutz | Elektrozäune wurden mittlerweile auch in Graubünden aufgestellt. |
| Spanien | Damit die Bären die Bienenstöcke nicht vollständig ausräubern, hat Fapas einen bärensicheren Bienenstock entwickelt. |
| Trabzon-Fall | Zuerst hat er den Anzer-Honig genommen, dann den Blütenhonig und dann den Kastanienhonig. |
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