Rhabarber: Sauer macht lustig – Wissenswertes über Zuckergehalt, Nährwerte und Verwendung
Rhabarber, auch als Gemüseobst bekannt, ist ein vielseitiges und gesundes Stielgemüse, das im Frühjahr Saison hat und uns mit seinem süß-säuerlichen Aroma kulinarisch bereichert. Trotz seiner oftmaligen Verwendung in süßen Speisen und der Annahme, es handele sich um Obst, ist Rhabarber botanisch gesehen ein Gemüse. Die Pflanze, lateinisch Rheum rhabarbarum, gehört zur Familie der Knöterichgewächse und ist somit unter anderem mit Sauerampfer und Buchweizen verwandt. Ursprünglich stammt der Rhabarber aus dem Himalaya, wo er seit mehr als 4.000 Jahren als Heilmittel genutzt wird. Erst im 18. Jahrhundert gelangten die säuerlichen Stiele nach Europa, wobei sich vor allem England in Zucht und Anbau hervortat.
Vielfalt und Anbau von Rhabarber
Rhabarber ist eine ausdauernde Pflanze, die dank ihrer unterirdischen Rhizome überwintert. Zwischen September und dem Frühjahr ruht der Rhabarber, bevor er wieder seine bis zu 70 Zentimeter langen und fünf Zentimeter breiten Blätter bildet. Geerntet werden jedoch nicht die Früchte, sondern die zahlreichen Blattstiele. Die Erntezeit liegt zwischen Mai und dem Johannistag am 24. Juni. Es gibt mehr als 80 verschiedene Rhabarbersorten, darunter Himbeer- bzw. Erdbeer-Rhabarber, die Sorten „Goliath“, „Holsteiner Blut“, „Rosara“, „Red Valentine“ und „The Sutton“. Für den Anbau von Rhabarber sind mittelschwere Böden mit guter Wasserspeicherfähigkeit ideal, wobei der pH-Wert zwischen 5,6 und 7,2 liegen sollte. Hinsichtlich des Klimas ist der Rhabarber anspruchslos, benötigt jedoch viel Wasser.
Nährwerte und Inhaltsstoffe von Rhabarber
Rhabarber ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Hier finden Sie Nährwertangaben für Rhabarber. Er ist reich an Vitaminen (insbesondere Vitamin K und Vitamin C) sowie an Mineralstoffen wie Kalzium, Kalium und Magnesium. Rhabarber enthält auch Ballaststoffe, die die Verdauung fördern und zur allgemeinen Gesundheit des Verdauungssystems beitragen. Mit nur etwa 20 kcal pro 100 g ist Rhabarber sehr Kalorienarm. Rhabarber besteht zu 94 % aus Wasser und hat einen niedrigen Fettgehalt von 0,1 g pro 100 g. Der Zuckergehalt von Rhabarber wird mit 0 g pro 100 g als niedrig eingestuft. Durchschnittliche Nährwerte pro 100 Gramm:
- Energie: 20 kcal (84 kj)
- Kohlenhydrate: 1,3 g
- Ballaststoffe: 3,2 g
- Eiweiß: 0,6 g
- Fett: 0,1 g
- Mineralstoffe: 0,36 g
Gesundheitliche Aspekte von Rhabarber
Rhabarber wird oft zu den Heilpflanzen gezählt. Allerdings werden für medizinische Zwecke nicht die Stängel, sondern die getrockneten Wurzeln der Pflanze verwendet. Die Stiele sind reich an Vitamin C, das das Immunsystem stärkt, und enthalten Anthranoide, die die Darmbewegung fördern und bei Verstopfung helfen können. Auch der Blutzuckerwert kann von Rhabarber profitieren.
Oxalsäuregehalt
Ein wichtiger Aspekt beim Verzehr von Rhabarber ist der Gehalt an Oxalsäure. Diese Substanz kann die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen und Magnesium hemmen und bei übermäßigem Verzehr zu Verdauungsproblemen, Vergiftungserscheinungen und Nierenversagen führen. Menschen mit Nieren- oder Gallenproblemen sollten daher vorsichtig sein, da Oxalsäure die Entstehung von Kalziumoxalatsteinen fördern kann. Der Oxalsäuregehalt ist in den Blättern des Rhabarbers besonders hoch, weshalb diese nicht verzehrt werden sollten. Auch die Stiele enthalten Oxalsäure, jedoch in einer für gesunde Erwachsene und Jugendliche unbedenklichen Konzentration. Blanchieren oder Kochen des Rhabarbers reduziert den Oxalsäuregehalt, da das Gift ins Wasser übergeht, welches anschließend weggeschüttet werden sollte.
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Tipps für den Verzehr
Um die gesundheitlichen Vorteile von Rhabarber optimal zu nutzen und Risiken zu minimieren, sollten folgende Tipps beachtet werden:
- Rhabarber nur während der Saison von April bis zum Johannistag (24. Juni) ernten, da danach der Oxalsäuregehalt stark ansteigt.
- Die Blätter des Rhabarbers nicht verzehren.
- Rhabarber vor dem Verzehr schälen und kochen oder blanchieren, um den Oxalsäuregehalt zu reduzieren.
- Das Kochwasser wegschütten.
- Rhabarber in Maßen genießen, insbesondere bei Nieren- oder Gallenproblemen.
- Auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium, Eisen und Magnesium achten, um möglichen Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Verwendung von Rhabarber in der Küche
Rhabarber ist vielseitig in der Küche einsetzbar. Die Stiele können geschält oder ungeschält verwendet werden. Aufgrund seines säuerlichen Geschmacks wird Rhabarber meist in Süßspeisen und unter Zugabe von Zucker genossen. Klassische Zubereitungsarten sind:
- Kompott: Rhabarber wird mit Zucker und eventuell anderen Früchten gekocht und als Beilage oder Dessert serviert.
- Konfitüre: Rhabarber wird mit Zucker eingekocht und als Brotaufstrich verwendet.
- Kuchen: Rhabarber wird als Belag für Kuchen verwendet, oft in Kombination mit Baiser oder Streuseln.
- Saft: Rhabarber kann zu Saft verarbeitet werden, der pur oder als Zutat für andere Getränke verwendet wird.
- Herzhafte Gerichte: Rhabarber kann auch in herzhaften Gerichten verwendet werden, beispielsweise in Currys oder als säuerliche Komponente zu Fleisch oder Fisch.
Rezeptbeispiele
- Rhabarberjoghurt: Kleingeschnittenen Rhabarber mit einem Süßungsmittel nach Wahl weichkochen, abkühlen lassen und mit Naturjoghurt mischen.
- Rhabarberkuchen: Ein saftiger Kuchen mit Rhabarberbelag, eventuell mit Baiserhaube.
- Rhabarber-Erdbeer-Smoothie: Rhabarber und Erdbeeren pürieren und mit Joghurt oder Milch zu einem Smoothie mixen.
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