Wie viel Zucker ist in Bubble Tea enthalten?
Süß, kunterbunt und eisgekühlt, daran erkennt man den „Bubble Tea“, ein Erfrischungsgetränk aus Asien. Vor allem bei jungen Menschen kommt die Mischung aus Tee, Fruchtsirup und glitschigen Kugeln gut an. Im Mund zerkaut oder zerplatzt, sorgen die Gummiperlen für ein besonderes Trinkerlebnis. Für Kleinkinder ist das Getränk wegen Erstickungsgefahr tabu.
Was ist Bubble Tea und woraus besteht er?
Das taiwanesische Tee-Getränk wurde dort in den 80er Jahren entwickelt und bestand ursprünglich aus kaltem Schwarz- oder Grüntee, der mit Kondensmilch und Sirup oder Honig schaumig geschlagen wurde. Daher stammt auch der Name „Bubble Tea“, der für „Schaumtee“ steht. 1987 kamen erstmal die Perlen aus Tapiokastärke hinzu. Mittlerweile wird der Tee in zahlreichen Geschmacksvarianten angeboten und ist auch mit Milch, Joghurt, Saft, Kakao oder Kaffee erhältlich.
Die Basis bildet meist Kokosnussfleisch, Geschmack kommt durch Aromen oder Fruchtsaft. Fertige Pulver, die in Wasser, Tee, Milch oder Milchalternativen aufgelöst werden, bieten zusätzlich unzählige Optionen. Die bunten Perlen („Bobas“) haben ebenfalls verschiedene Geschmacksrichtungen und Konsistenzen. Am Boden des durchsichtigen Plastikbechers schwimmen erbsengroße, weiche Kugeln, die so genannten „Bobas“ (deutsch: Perlen) oder „Toppings“.
Traditionell werden Perlen aus Tapiokastärke in den Tee gegeben. Die Stärke, die aus der Maniokwurzel gewonnen wird, wird mit Wasser und Sirup oder Zucker vermischt, zu Kugeln geformt und ca. 30 Minuten gekocht. Alternativ können sie auch in Zuckersirup getaucht werden. Die Perlen sind außen weich und innen bissfest.
Farbenfroher und fruchtiger sind die „Popping Bobas“ mit dem „Platzeffekt“ und der Füllung aus Fruchtsirup. Als dritte Topping-Variante gibt es kleingehackte, fruchtige Geleewürfel (Jellies).
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Zuckergehalt: Vergleich und typische Werte
Auch wenn die Basiszutaten Tee und Milch auf den ersten Blick harmlos erscheinen, entpuppt sich die Tee-Erfrischung genauer betrachtet als hochkalorisches Getränk ohne bedeutenden Nährwert. Durch die stark zuckerhaltigen Zutaten Teepulver, Sirup und Geleeperlen liefert ein Becher Bubble Tea mit ca. 300 Millilitern zwischen 300 und 500 Kilokalorien und enthält vergleichbar viel Zucker wie Cola (ca. 10 Gramm pro 100 Milliliter).
Durch den Fruchtsirup beinhaltet ein Bubble Tea im Durchschnitt 50 bis 60 Gramm Zucker. So viel wie ein Cola-Getränk. Nach oben gibt es keine Grenzen: Es sollen schon Bubble Teas mit 90 Zuckerstückchen serviert worden sein. Eine typische Portion Bubble Tea enthält bis zu 50 Gramm Zucker - eine ganze Tagesration und mehr als Cola.
| Portionsgröße (ca.) | Zuckermenge (g) | Kalorien (kcal) | Vergleich |
|---|---|---|---|
| 300 ml | ~30-50 | ~300-500 | vergleichbar mit Cola |
| 400-500 ml (Standard-L) | 50-90 | ~400-700 | teils deutlich mehr als Cola |
In einem klassischen Bubble-Tea-Becher mit 500 Millilitern verstecken sich je nach Rezeptur etwa 16 Würfelzucker - das sind bis zu 700 Kilokalorien. Damit ist Bubble Tea eine echte Kalorienbombe. Nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist damit auch die maximale tägliche Zufuhr an Zucker erreicht. Nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte eine erwachsene Frau nicht mehr als 50 Gramm Zucker aufnehmen - und das am Tag.
Warum enthält Bubble Tea so viel Zucker?
Die große Menge an Zucker kommt vor allem aus Sirupen, gesüßten Teepulvern, Kondensmilch und oft in oder auf die Perlen eingearbeitetem Zuckersirup. Das Fruchtige im Bubble Tea kommt kaum aus der Frucht. Unsere Aromaanalyse zeigt deutlich: Fruchtaromen sind nur in sehr geringen Mengen nachweisbar. Hauptsächlich bestehen die Mixgetränke aus einem synthetischen Fantasiearoma.
Süßen mit Honig (327 Kcal pro 100 Gramm) anstatt Zucker (400 Kcal pro 100 Gramm) senkt den Kaloriengehalt nur minimal, da Honig selbst zu 80 % aus Zucker (Saccharose) besteht. Auch die Stärkeperlen können in Zuckersirup getaucht werden, was den Zuckergehalt zusätzlich erhöht.
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Gesundheitliche Risiken in Folge des Zuckerkonsums
- Erhöhtes Risiko für Karies, Übergewicht und Fettlebererkrankung durch hohen Zuckerkonsum.
- Regelmäßiger Konsum wurde in Studien mit Angstzuständen, Depressionen, Müdigkeit, Burnout und geringerem allgemeinen Wohlbefinden in Verbindung gebracht.
- Bubble Tea sollte insgesamt als Süßigkeit und nicht als Durstlöscher betrachtet werden.
Wer auf seinen Zuckerkonsum achtet, bestellt Bubble Tea mit der Hälfte an Sirup und Perlen oder macht ihn zuhause selbst. Bei ansonsten ausgewogener Ernährung spricht nichts dagegen, sich ab und zu das farbige Trinkerlebnis zu gönnen.
Weitere Risiken neben dem Zucker
Ist das Getränk auf Schwarz- oder Grünteebasis, ist auch der Koffeingehalt nicht zu unterschätzen, wird aber meist nicht gekennzeichnet. Ein 700 Milliliter-Becher Bubble Tea aus Schwarztee enthält bis zu 150 Milligramm Koffein.
Tapiokaperlen werden aus Maniokstärke hergestellt. Maniokpflanzen können beim Wachstum Schwermetalle wie Blei aus dem Boden aufnehmen. Diese können in die Stärke und damit ins Getränk gelangen. In den USA wurden in einzelnen Proben erhöhte Bleigehalte festgestellt. Ebenfalls gibt es Berichte über extremen Konsum, bei dem z. B. in Taiwan mehrere Nierensteine nach langzeitigem Trinken berichtet wurden.
Tapiokaperlen sind dicht und stark stärkehaltig. In größeren Mengen können sie die Magenentleerung verlangsamen (Gastroparese). Mögliche Folgen: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen. Bestehende Verdauungsprobleme können sich dadurch verschlechtern.
Gefahr für Kinder
Kinder unter vier Jahren könnten sich an den erbsengroßen Tapioka- und Geleeperlen verschlucken und schlimmstenfalls daran ersticken. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt: Kleinkinder können sich an den Perlen und Stücken verschlucken, im schlimmsten Fall bestehe die Gefahr von Erstickungsanfällen. Gelangen die runden Kügelchen in die Atemwege, kann es gefährlich werden. Um das Risiko zu reduzieren, raten Ärzte, Bubble Tea nicht mit einem Strohhalm zu trinken.
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Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte rät deshalb vom Konsum der Bubble Teas ab und fordert, die Trinkbecher mit einer entsprechenden Warnung zu versehen.
Zusatzstoffe, Kennzeichnung und Qualität
Geschmack, Farbe und Wirkung von Bubble Tea basieren auf einer ganzen Reihe von Zusatzstoffen. Werden die Getränke offen an der Theke der Bubble Tea-Bar verkauft, benötigen sie keine eigene Zutatenliste. Da die Angabe von Allergenen auch bei nicht verpackter Ware seit Dezember 2014 verpflichtend ist, muss der Verkäufer anderweitig Auskunft über die Inhaltsstoffe geben.
Die Tester der Stiftung Warentest untersuchten Bubble Teas der Anbieter BoboQ und Boobuk. Neben extrem viel Zucker wurden auch Azofarbstoffe gefunden, welche bereits seit einiger Zeit umstritten sind. Diese stehen im Verdacht, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizite bei Kindern auslösen zu können. Durchschnittlich enthalten die Bubble Teas 50 bis 60 Gramm Zucker pro Becher, was mit Cola vergleichbar ist. In einigen Sorten konnten die synthetischen Azofarbstoffe Tartrazin-Gelb (E 102) und Allurarot (E 129) nachgewiesen werden.
Zwar war davon nicht mehr drin als zugelassen. Aber sie zählen zu sechs Azofarbstoffen, die im Verdacht stehen, bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten zu führen. Diese Regel gilt aber nicht für Bubble Tea, da er an der Theke verkauft und zu den unverpackten Lebensmitteln zählt. Nur der Hinweis „mit Farbstoffen“ muss laut Zusatzstoffverordnung für den Verbraucher deutlich erkennbar sein. Wünschenswert wäre das auch für den Warnhinweis.
Beim Bubble Tea müssen Zusatzstoffe nicht so ausführlich gekennzeichnet werden wie bei verpackten Lebensmitteln. Oft ist die Information „mit Konservierungsstoffen“ oder „mit Farbstoffen“ nur in Inhaltslisten zu finden, die auf Nachfrage zugänglich gemacht werden.
Tipps: Wie man den Zuckergehalt reduziert
- Bestellen Sie Getränke mit reduziertem Süßegrad (z. B. 50 % Sirup).
- Wählen Sie weniger oder keine Perlen/Toppings, da diese oft in Zuckersirup lagern.
- Alternativ: Zubereitung zu Hause mit ungesüßtem Tee, wenig Honig oder ausschließlich natürlichen Fruchtsaftanteilen.
- Nutzen Sie Milchalternativen ohne Zuckerzusatz und frische Früchte statt Aromapulvern.
- Bubble Tea als gelegentliche Süßigkeit betrachten, nicht als Durstlöscher.
Gesunde Alternativen
Kalorienarme, natürliche Getränke sind die beste Wahl. Prickelnde Mineralwässer, alkoholfreie Bowle und Schorlen mit eisgekühltem Fruchtsaft oder Früchtetee bringen zwar weniger überraschende Gaumeneffekte. Sie übertreffen Bubble Teas aber bei weitem mit ihrer verständlichen Zutatenliste und dem Verzicht auf zu viel Zucker und künstliche Inhaltsstoffe.
Kurzer Ratgeber für den Konsumenten
- Fragen Sie an der Theke nach der Zusammensetzung und möglichen Allergenen.
- Bevorzugen Sie reduzierte Süße oder verzichten Sie auf Sirup und Perlen.
- Kinder unter vier Jahren sollten keinen Bubble Tea erhalten; für ältere Kinder ist die Menge zu begrenzen.
- Betrachten Sie Bubble Tea als gelegentliche Süßigkeit, nicht als tägliches Getränk.
Aus der Sicht eines Ernährungsberaters ist Bubble Tea nicht von Natur aus ungesund. Es kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, wenn es in Maßen konsumiert wird. Da sich die Branche in Richtung gesünderer Optionen bewegt, haben Marken die Möglichkeit, mit besseren Zutaten und intelligenteren Menüs zu innovieren.
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