Zuckergehalt dunkler Schokolade: Ein umfassender Leitfaden

Schokolade ist ein beliebtes Genussmittel, das oft als Nervennahrung und Seelentröster angesehen wird. Insbesondere dunkle Schokolade erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da sie im Vergleich zu Milchschokolade und weißer Schokolade als gesünder gilt. Dieser Artikel beleuchtet den Zuckergehalt dunkler Schokolade, ihre gesundheitlichen Vor- und Nachteile und gibt Empfehlungen für einen maßvollen Genuss.

Was macht Schokolade aus?

Der Begriff Schokolade umfasst verschiedene verarbeitete Produkte, deren Hauptbestandteile aus der Kakaobohne stammen. Dazu gehören Kakaobutter, Kakaomasse und Kakaopulver. Je nach Rezeptur werden weitere Zutaten wie Zucker, Milch, Nüsse, Trockenfrüchte oder Gewürze hinzugefügt. Der Kakaoanteil ist entscheidend für die Unterscheidung verschiedener Schokoladensorten. Weiße Schokolade enthält keine Kakaomasse, Milchschokolade mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse und Zartbitterschokolade mindestens 50 Prozent. Dunkle Schokolade, einschließlich Bitterschokolade, enthält in der Regel einen Kakaoanteil von 70 Prozent oder mehr, teilweise sogar bis zu 100 Prozent.

Warum dunkle Schokolade als gesünder gilt

Dunkle Schokolade wird aufgrund ihres höheren Kakaoanteils und des damit verbundenen geringeren Zuckeranteils oft als gesünder angesehen. Schokoladen mit einem hohen Kakaoanteil enthalten automatisch weniger Zucker. Gleichzeitig ist der Anteil an Kakao höher, der potenziell gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe enthält. Bitterschokolade enthält in der Regel rund 70 Prozent Kakao, manche Sorten auch 85 oder sogar 100 Prozent. Im Verhältnis enthalten diese Sorten demnach weniger Zucker und Milchbestandteile - und schmecken entsprechend weniger süß und cremig, besitzen dafür aber ein intensives und leicht bitteres Kakaoaroma. Gerade für die bittere Note sind einige der sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich, die dunkle Schokolade gesund machen - vor allem sogenannte Polyphenole.

Gesundheitsfördernde Flavonoide

Besonders hoch ist der Anteil an Flavonoiden, einer Gruppe von färbenden und schützenden Stoffen, die zu den Polyphenolen gehören. Kakaobohnen übertreffen mit dem Gehalt dieser sekundären Pflanzenstoffe sogar Äpfel und Zwiebeln. Studien zufolge können Flavonoide mit ihrer antioxidativen Wirkung die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Zudem gibt es Hinweise, dass sie die Durchblutung stärken und das Absterben von Krebszellen begünstigen. Daneben punktet dunkle Schokolade mit wertvollen Mineralien und Spurenelementen wie Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink.

Beeinflusst Schokolade die Stimmung?

Forschende diskutieren, ob Flavonoide sowie einige in Schokolade enthaltene Aminosäuren sich auch auf die Gehirnfunktion und die Stimmung auswirken. Einige Fachleute sind der Überzeugung, dass bestimmte Kakaobestandteile die Durchblutung des Gehirns fördern und via Interaktion mit bestimmten Botenstoffen (wie Serotonin und Dopamin) eine antidepressive Wirkung haben. Andere wiederum argumentieren, dass die meisten Menschen bei schlechter Stimmung eher zu Milchschokolade mit geringerem Kakaoanteil greifen; es sei also vielmehr das angenehme Geschmackserlebnis und Mundgefühl, das die Stimmung aufhelle - unabhängig von der genauen Zusammensetzung der Bestandteile. In jedem Fall deuten Studien darauf hin, dass der stimmungshebende Effekt der Schokolade nicht von Dauer ist und nach etwa 30 Minuten wieder abnimmt.

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Wie viel Schokolade am Tag ist gesund?

Ob dunkle Schokolade tatsächlich vor Krebs schützt oder Depressionen lindert, ist bislang nur unzureichend erforscht. Die bisherigen Studienergebnisse beziehen sich zum größten Teil auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lassen ein vorsichtig positives Zwischenfazit zu: In Maßen genossen kann dunkle Schokolade dazu beitragen, die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen und das Risiko für Herzinfarkte zu verringern.

Klare Empfehlungen dazu, wer besonders von den Wirkungen profitiert und in welchen Mengen Schokolade gesund ist, gibt es bislang jedoch nicht. Fachleute raten von Schokolade als Genussmittel nicht generell ab (wobei Bitterschokolade eher zu empfehlen ist) - das bedeutet aber dennoch nicht, dass man aus gesundheitlichen Gründen jeden Tag eine Tafel Schokolade essen sollte.

Zuckergehalt im Vergleich: Dunkle Schokolade vs. andere Sorten

Dunkle Schokolade hat im Vergleich zu Vollmilchschokolade und weißer Schokolade einen geringeren Zuckergehalt. Allerdings ist der Kalorienvorteil nur bis zu einem gewissen Kakaoanteil gegeben, da der steigende Anteil des kalorienhaltigen Kakao-Fetts die geringere Beigabe von Zucker nicht aufwiegen kann.

Kaloriengehalt von Schokolade (pro 100 g):

  • Weiße Schokolade: 540 Kilokalorien
  • Vollmilchschokolade: 536 Kilokalorien
  • Dunkle Schokolade (50 Prozent): 496 Kilokalorien
  • Dunkle Schokolade (70 Prozent): 598 Kilokalorien

Der geringe Zuckeranteil in dunkler Schokolade kann jedoch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Beim Verzehr von stark zuckerhaltiger weißer oder Vollmilchschokolade steigt der Blutzuckerspiegel sehr schnell an, was den Fettabbau hemmt und Heißhungerattacken auslösen kann. Bei dunkler Schokolade setzt die Lust auf kalorienhaltige Lebensmittel dagegen erst messbar später ein. Sie kann als günstiger gelten, weil sie weniger stark dazu anregt, überflüssige Kalorien aufzunehmen.

Zuckergehalt im Detail

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hat Zucker- und Fettgehalte verschiedener Schokoladenprodukte untersucht. Dabei kam heraus, dass in 100 Gramm dunkler Schokolade durchschnittlich 26 Gramm Zucker stecken. Manche Produkte bestehen jedoch fast zur Hälfte aus Zucker. Es lohnt sich daher, auf den Kakaogehalt zu achten. In der Regel gilt: Je mehr Kakao, desto mehr Fett und desto weniger Zucker ist in der Schokolade enthalten. Eine 100-Gramm-Tafel mit mindestens 90 Prozent Kakaoanteil enthält etwa 25 Gramm mehr Fett und 40 Gramm weniger Zucker als eine mit 50 Prozent Kakaoanteil.

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Die dunkle Seite der Schokolade: Mögliche Nachteile

Schokolade ist ein hoch verarbeitetes Lebensmittel, das neben wertvollen Inhaltsstoffen auch reichlich Zucker und Fett enthält. Insgesamt hat Schokolade eine hohe Energiedichte, enthält also viele Kalorien (im Durchschnitt etwas über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm); und das gilt auch für die dunklen Sorten, in denen weniger Zucker steckt. Im Hinblick darauf, dass jede Person in Deutschland statistisch gesehen über neun Kilo Schokolade pro Jahr verzehrt, kann das ein durchaus relevanter Faktor für Übergewicht und somit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe

Neben Zucker und Kalorien können in dunkler Schokolade auch Rückstände von bedenklichen Mineralölbestandteilen sowie Pestiziden enthalten sein. Es ist daher ratsam, auf hochwertige Produkte zu achten.

Tipps für den bewussten Genuss dunkler Schokolade

  • Kakaoanteil beachten: Wählen Sie dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil (mindestens 70 Prozent), um den Zuckergehalt zu reduzieren und von den gesundheitlichen Vorteilen der Kakaobohnen zu profitieren.
  • Zutatenliste prüfen: Achten Sie auf die Zutatenliste und vermeiden Sie Produkte mit unnötigen Zusätzen wie künstlichen Aromen, Emulgatoren oder gehärteten Fetten.
  • Kleine Portionen: Genießen Sie dunkle Schokolade in Maßen. Eine Portion von 20 Gramm pro Tag ist ein gutes Maß.
  • Bewusst genießen: Nehmen Sie sich Zeit, um die Schokolade bewusst zu genießen. Lassen Sie sie langsam im Mund schmelzen, um alle Geschmacksnuancen zu erleben.
  • Kombination mit gesunden Lebensmitteln: Kombinieren Sie dunkle Schokolade mit gesunden Lebensmitteln wie Nüssen oder Obst, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
  • Hochwertige Produkte bevorzugen: Achten Sie auf hochwertige Schokolade, die aus fair gehandelten Kakaobohnen hergestellt wurde und schonend verarbeitet wurde. Teure Schokolade sei deshalb aus gesundheitlichen Gründen der günstigen Supermarktware vorzuziehen. „Industriekakao wird häufig sehr stark geröstet, um die Haltbarkeit zu steigern und Lagerschäden und Fehlaromen auszugleichen. Dabei werden aber auch gesunde Inhaltsstoffe zum Teil zerstört“, sagt Moser.

Herstellung von dunkler Schokolade

Für ein intensives Schokoladenaroma werden die Kakaobohnen zunächst fermentiert, getrocknet und geröstet. Im Anschluss werden die Kakaobohnen gemahlen. Als Kakaomasse bilden sie nun die Grundlage für die Herstellung von Bitterschokolade, die zusammen mit Kakaobutter und Zucker mit einem Knetmischer vermengt wird. Für eine feine Konsistenz wird mithilfe eines mehrstufigen Mahlwerks ein flockiges Schokoladenpulver erzeugt, welches im Anschluss conchiert wird. Beim Conchieren wird die Schokomasse bei 55 Grad bis 90 Grad gerührt und geknetet, um unerwünschte Geschmacksstoffe - zum Beispiel zu bittere Nuancen - zu entfernen. Entsprechend ist dieser Schritt der Schokoladenherstellung für ein vollmundiges Aroma unverzichtbar. Das Conchieren zieht darüber hinaus Flüssigkeit aus der Schokoladenmasse heraus und sorgt für eine zartschmelzende Konsistenz. Damit die fertige Bitterschokolade beim späteren Genuss glatt unter dem typischen Knacken bricht und matt glänzt, wird sie temperiert und anschließend wieder abgekühlt. Bevor die endgültige Form entsteht, wird die Schokoladenmasse ein weiteres Mal geschmolzen und in Tafeln oder Riegel gegossen - oder als Überzug von Pralinen und Co.

Zuckerfreie Schokolade

Schokolade ohne Zucker und ohne Zuckerzusatz sind für alle gesundheitsbewussten Naschkatzen oder Menschen, die einfach zuckerfrei leben wollen. Lebensmittel dürfen sich "zuckerfrei" nennen, wenn sie lt. Gesetz nicht mehr als 0,5 g Zucker pro 100 g enthalten. Kakao enthält nur den natürlichen Zuckergehalt, der Kakaobohne, quasi "Frucht"zucker (üblicherweise 2-4 g / 100 g). Schokolade ohne Zuckerzusatz heißt es, wenn kein zusätzlicher Zucker hinzugefügt wird. Es ist nur der natürliche Zuckergehalt der in der Kakaobohne enthalten.

Dunkle Schokolade und ihre Wirkung auf den Körper

Herz-Kreislauf-System

Die im Kakao enthaltenen Flavanole können die Blutgefäße elastischer machen und den Blutdruck leicht senken. Je höher der Kakaoanteil, desto stärker ist diese Wirkung. Helle Schokolade enthält meist nur 25 Prozent Kakao - die gesunde Wirkung für das Herz ist also vergleichsweise gering, während sich der hohe Zuckeranteil negativ auf das Herz-Kreislauf-System und das Gewicht auswirken kann.

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Stimmung

Kakao enthält Tryptophan, eine essenzielle Aminosäure, die den Ausstoß des Glückshormons Serotonin im Körper auslöst. Die Folge: Etwas Schokolade hebt die Stimmung, verbessert die Gedächtnisleistung und kann sogar gegen Schlafstörungen helfen.

Weitere positive Effekte

Dunkle Schokolade enthält Theobromin, ein Stoff, der entwässernd wirkt, die Gefäße erweitert und das Herz stärkt. Zudem wird ihm ein aufputschender und euphorisierender Effekt ähnlich dem von Koffein zugeschrieben. Kakaobutter enthält erhebliche Mengen an Vitamin D.

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