Durchschnittlicher Preis für Croissants in Frankreich: Faktoren, Entwicklung und Alltag
Frankreich gilt weltweit als das Ursprungsland des Croissants, einem Symbol des französischen Lebensgefühls. Doch wie entwickeln sich aktuell die Preise für Croissants in Frankreich, und welche Faktoren beeinflussen diese?
Entwicklung der Lebenshaltungskosten und Backwarenpreise
Nicht nur in Deutschland sind die Lebenshaltungskosten zum Teil drastisch gestiegen. Auch in anderen europäischen Ländern ist dies der Fall, zum Beispiel in Frankreich. Ferienzeit ist nun einmal Teuerungszeit. Und so wurde nicht nur das Metroticket in Paris um 3,7 Prozent im Schnitt teurer, werden vielerorts die Mieten angehoben, auch die Anhebung einiger Grundnahrungsmittelpreise scheint nur mehr eine Frage von Tagen.
Ganz aktuell warnen französische Bäcker wie Benoit Gotier ihre Kundschaft: "Ich schätze, dass die Preiserhöhungen bei Butter und Milch zu verrückten Preisen bei unseren Back- und Konditoreiwaren führen werden, schließlich brauchen wir viel Milch und Butter für unsere Croissants, die Cremes und so. Deshalb werden wir gezwungen sein, unsere Preise ein wenig anzupassen," warnt Bäcker Benoit Gotier seine Kundschaft.
Gründe für Preissteigerungen bei Croissants
Die Bäckereien stehen in Frankreich unter Druck, denn sie können nicht mehr für die explodierenden Mehl- und Strompreise aufkommen. "Der Grund ist die Verteuerung der Rohstoff- und Energiepreise", informieren die Inhaber einer Bäckerei zur Schließung. Besonders die Preise für Butter sind stark gestiegen: "Alles wird teurer: die Butter um 50 Prozent, frischer Käse 40 Prozent. Ja und in Paris ist alles noch ein bisschen teurer als anderswo."
Einige Hersteller kündigen bereits Preiserhöhungen an. Einer der größten französischen Hersteller von Milchprodukten hat eine Preissteigerung von zweieinhalb Prozent auf Frischprodukte angekündigt. Wegen der schlechten Getreideernte hatte uns der Müller in einem Brief schon eine fünfprozentige Preiserhöhung zum 1. August angekündigt.
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Empfundene und reale Inflation
Die Franzosen empfinden die Preissteigerungen stark, oft verstärkt durch das Gefühl, dass seit der Einführung des Euro alles teurer geworden sei: "Seit dem Euro ist alles so teuer! Seitdem ist alles um 20 oder 30 Prozent teurer geworden!" Was bei vielen Leuten zählt, ist jedoch die gefühlte Inflation. Statistisch lässt sich das zwar nicht belegen, denn laut französischem Statistikamt ist die Milch in den letzten neun Jahren nur um 14 Prozent teurer geworden.
Preisentwicklung von Croissants und Baguettes
Auch für die beliebtesten Backwaren in Frankreich, wie Croissants und Baguettes, werden Preiserhöhungen angekündigt. Das 250-Gramm-Baguette wird künftig statt 90, 95 Cent kosten. Einige Bäcker in Paris verlangen sogar schon einen Euro. Die Kunden nehmen es gelassen, sei es weil Ferienzeit ist, oder weil es immer schon so war: "Das macht die Konjunktur."
| Produkt | Alter Preis | Neuer Preis | Anstieg (%) |
|---|---|---|---|
| Baguette (250g) | 0,90 € | 0,95 € - 1,00 € | 5 - 11% |
| Butter (kg) | - | +50% | 50% |
| Frischer Käse | - | +40% | 40% |
Preise im Alltag und Bedeutung für die Franzosen
Manch ein Besucher fragt sich ohnehin, wie ein Pariser überhaupt zurecht kommt, wenn im Restaurant ein Milchkaffee auf der Terrasse leicht vier oder fünf Euro und ein großes Bier neun Euro kostet. Nun, die Franzosen haben andere Prioritäten, geben mit fast einem Fünftel ihres Einkommens generell deutlich mehr für Essen und Trinken als die Deutschen aus. Und schließlich gibt es Restaurant-Tickets: Gutscheine der Arbeitgeber, die so statt einer Kantine die Mittagsmenüs ihrer Mitarbeiter im Café um die Ecke subventionieren. Statt Bier oder Wein kann man auch eine Karaffe Wasser bestellen - die ist gratis.
Dennoch werden wohl auch die Restaurants demnächst wieder bei den Preisen draufsatteln. Die Lohnentwicklung hält nicht Schritt mit den Preissteigerungen in wichtigen Alltagsbereichen.
Zusammenfassung und Fazit
Die durchschnittlichen Preise für Croissants in Frankreich sind aktuell im Wandel. Die wichtigsten Gründe liegen in den deutlich gestiegenen Preisen für Butter, Milch, Mehl und Energie. Die Preisentwicklung betrifft jedoch nicht nur Croissants, sondern das gesamte Segment der Backwaren und Gastronomie in Frankreich. Besonders in Paris muss für ein Croissant häufig mehr bezahlt werden als im Landesdurchschnitt. Die Gelassenheit der Franzosen gegenüber steigenden Kosten ist ein kulturelles Phänomen, das den Alltag nach wie vor prägt.
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