Dubai-Schokolade: Preis, Hype und Realität

Die Dubai-Schokolade hat in den letzten Monaten für viel Aufsehen gesorgt. Lange Schlangen vor Geschäften, überteuerte Angebote im Internet und juristische Auseinandersetzungen um die Bezeichnung - die Schokolade aus Dubai ist in aller Munde. Doch was steckt wirklich hinter dem Hype und wie setzt sich der Preis zusammen?

Der Hype um die Dubai-Schokolade

Der Hype um die Dubai-Schokolade begann in den sozialen Netzwerken. Bilder und Videos von der edlen Verpackung und der cremigen Pistazienfüllung verbreiteten sich rasant. Schnell wurde die Schokolade zum Trendprodukt, das jeder probieren wollte. In deutschen Städten bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften, die die Schokolade verkauften. Einige warteten seit 6 Uhr morgens in der Kälte, um eine der limitierten Tafeln zu ergattern.

Ein Schokoladenhersteller lockte mit einem Sonderverkauf viele Menschen zu einem Geschäft in der Frankfurter Kaiserstraße, was bei Passanten Unglaube auslöste. Songül aus Mainz konnte die Aufregung nicht verstehen und sagte, dass sie sich niemals in eine solche Schlange stellen würde. Maria aus Frankfurt hingegen wartete seit 6 Uhr morgens, um die limitierte Schokolade zu probieren. Anna aus Frankfurt sprach von einem einmaligen Ereignis.

Das Objekt der Begierde ist eine Schokoladentafel, gefüllt mit Engelshaar (feinen, gerösteten Teigfäden) und Pistaziencreme. Der Hype in den sozialen Netzwerken veranlasste den Schokoladenhersteller Lindt, von dem Trend zu profitieren. Jerome aus Düsseldorf wollte die Dubai-Schokolade unbedingt probieren und reiste extra nach Frankfurt. Wer bis zur Öffnung der Boutique um 10 Uhr durchhielt, konnte eine der 1.000 limitierten Tafeln zum Preis von 15 Euro kaufen. Nach ähnlichen Aktionen in Berlin und Düsseldorf tauchte die Dubai-Schokolade vermehrt auf Online-Marktplätzen wie eBay auf, wo sie zu überteuerten Preisen angeboten wurde.

Die Zutaten und die Kosten

Die Dubai-Schokolade besteht hauptsächlich aus Schokolade, Pistaziencreme, Butter und Kadayif-Teigfäden, auch Engelshaar genannt. Kadayif sind feine, sirupartige Teigfäden, die in vielen türkischen und orientalischen Süßspeisen verwendet werden. Diese Zutaten sind weder besonders exotisch noch extrem teuer in der Herstellung. Rechnet man die Materialkosten zusammen, zeigt sich, wie günstig die Schokolade eigentlich ist: 6,50 Euro für 330 Gramm, also 1,96 Euro pro 100 Gramm. Wer selbst Hand anlegt, kann sie also für einen Bruchteil des Preises herstellen.

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Ein genauer Blick auf die Zutaten zeigt, dass die Schokolade weder besonders exklusiv noch teuer in der Herstellung ist. Die Preise sind dennoch enorm. Eine einzige Tafel kostet im Handel oft so viel wie eine ganze Schachtel Pralinen. Hinter dem hohen Preis steckt vor allem Marketing. Der Name "Dubai" steht für Reichtum und Exklusivität, die Verpackung suggeriert Luxus. Aber die Zutaten sind ganz gewöhnlich.

Der Preis: Luxus oder Luftnummer?

Die Dubai-Schokolade wird mit Preisen zwischen zehn und zwanzig Euro pro 100 Gramm als Luxusgut gehandelt. Doch lohnt sich der Kauf? Der Hype macht's teuer: Für Dubai-Schokolade zahlen Käufer weit mehr, als sie eigentlich wert ist. Die wahren Kosten liegen nur bei einem Bruchteil des Preises.

Andreas Wilmers, der Importeur der Dubai-Schokolade, erklärt den hohen Preis damit, dass die originale Dubai-Schokolade handgemacht ist. Handgemacht hin oder her - es gibt auch andere handgefertigte Süßigkeiten, die deutlich günstiger sind. Die Antwort liegt zum Teil im Marketing. Dubai wird weltweit mit Reichtum und Luxus assoziiert. Genau dieses Bild wird von der Schokolade transportiert. Sie verspricht, ein kleines Stück Exklusivität, das sich jeder leisten kann - für den Preis einer guten Flasche Wein.

Dubai-Schokolade im Einzelhandel

Die hohe Nachfrage und das begrenzte Angebot führten dazu, dass die Dubai-Schokolade schnell vergriffen war. Der Schokoladenhersteller Lindt brachte daraufhin eine eigene Variante der Dubai-Schokolade auf den Markt. Die Lindt Dubai Style Chocolade ist seitdem deutschlandweit in Supermärkten wie Edeka, Rewe und Kaufland erhältlich. Mit 145 Gramm pro Tafel und einem Preis von 9,99 Euro ist sie etwas günstiger als die Originalversion. Der Pistazienanteil der Lindt-Variante liegt bei 45 Prozent, was der Füllung eine besonders cremige Konsistenz verleihen soll. Ergänzt wird die Rezeptur durch knuspriges Pistazien- und Mandelkrokant.

Auch Lidl sprang auf den Zug auf und bot unter der Eigenmarke Deluxe eine Dubai-Schokolade in den Varianten Zartbitter und Vollmilch an. Die Tafeln waren in ausgewählten Filialen für 3,29 Euro erhältlich. Die Kakaorohware stammt zu 100 Prozent aus nachhaltigerem Anbau und ist nach international anerkannten Standards der Rainforest Alliance zertifiziert.

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Rechtliche Auseinandersetzungen

Die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" führte zu juristischen Auseinandersetzungen. Das Landgericht Köln entschied, dass Dubai-Schokolade auch aus Dubai kommen müsse. Es untersagte zwei Unternehmen, ihre Schokoladenprodukte als "Dubai-Schokolade" zu vermarkten, wenn sie nicht aus Dubai stammen. Das Gericht argumentierte, dass die Bezeichnungen Verbraucher in die Irre führen, da sie fälschlicherweise annehmen, die Schokolade stamme aus Dubai.

Auch Aldi Süd wurde der Verkauf der Luxus-Schokolade vom Landgericht Köln untersagt. Der Discounter legte jedoch Widerspruch gegen die Entscheidung ein. Das Landgericht Frankfurt sah es anders und wies einen Antrag zurück, der sich gegen den Verkauf der Dubai-Schokolade beim Discounter Lidl richtete. Der Zusatz "Dubai" habe sich zu einem Gattungsbegriff gewandelt, heißt es in dem Beschluss. Kunden gingen bei der Lidl-Schokolade nicht zwingend davon aus, dass die Einzelbestandteile aus Dubai stammten oder das Gesamtprodukt dort hergestellt worden sei.

Wucher oder fairer Preis?

Eine weitere rechtliche Frage ist, ob der hohe Preis Wucher ist. Nach deutschem Strafrecht liegt Wucher vor, wenn jemand die finanzielle Notlage einer anderen Person ausnutzt, um sich einen unangemessen hohen Vermögensvorteil zu verschaffen. Bei der Dubai-Schokolade trifft dies jedoch nicht zu. Niemand wird gezwungen, diese exklusive Schokolade zu kaufen, und wer sich dafür entscheidet, tut dies freiwillig. Niemand wird in seiner Notlage ausgenutzt - es ist einfach eine bewusste Entscheidung, mehr für ein Produkt zu zahlen, das mit Luxus und Exklusivität verbunden wird.

Dubai-Schokolade selber machen

Wer etwas Zeit investiert, kann die Schokolade selbst herstellen. Mit hochwertigen Zutaten und etwas Geschick lässt sich der vermeintliche Luxus für einen Bruchteil des Preises nachahmen.

Hier ist ein einfaches Rezept:

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  • 50 g Butter
  • 50 g Kadayif-Teigfäden
  • 100 g Pistaziencreme
  • 200 g Schokolade

Zubereitung:

  1. Butter schmelzen, Teigfäden zerbröseln und in der Butter anrösten.
  2. Pistaziencreme einrühren und abkühlen lassen.
  3. Schokolade temperieren, in Formen gießen, abgekühlte Füllung einfüllen und mit Schokolade verschließen.

Schokolade als Zutat kann man überall kaufen, Pistaziencreme gibt es in größeren Supermärkten und Drogerien. Die speziellen Teigfäden können Sie selbst herstellen.

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