Wie man Trüffel richtig isst: Ein Leitfaden für Feinschmecker

Trüffel, oft als "schwarzes Gold" oder "Diamanten der Küche" bezeichnet, sind eine Delikatesse, die seit Jahrhunderten Feinschmecker begeistert. Ihr einzigartiger Geschmack und ihr intensives Aroma machen sie zu einer begehrten Zutat in der gehobenen Küche. Doch wie isst man Trüffel richtig, um ihr volles Potenzial zu entfalten? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Leitfaden, der von der Auswahl und Lagerung bis zur Zubereitung und den besten Geschmackskombinationen alles abdeckt.

Was sind Trüffel?

Trüffel sind unterirdisch wachsende Pilze, die zur Gattung der Schlauchpilze (Tuber) gehören. Sie leben in Symbiose mit den Wurzeln bestimmter Baumarten wie Eichen, Haselnussbäumen, Linden, Fichten oder Nussbäumen, wobei sie kalkhaltige Böden bevorzugen und selten im Nadelwald anzutreffen sind. Diese Symbiose wird als Mykorrhiza bezeichnet. Die unregelmäßige Form der Trüffelknollen, deren äußere Haut an Baumrinde erinnert und deren Inneres marmoriert ist, inspirierte vermutlich den Namen, der vom lateinischen "Tuber" (Beule) abstammt.

Trüffel sind selten und schwer zu finden, was zu ihrem hohen Preis beiträgt. Die besten Trüffel stammen aus dem italienischen Piemont, dem Périgord und der Provence in Frankreich. Auch in Australien und Neuseeland werden Trüffel in sogenannten Trüffelhainen kultiviert, wobei die Züchtung anspruchsvoll und der Ertrag gering ist. Mittlerweile werden auch Trüffel aus China auf den Märkten angeboten, die jedoch als minderwertig gelten. In Deutschland stehen Trüffel unter Naturschutz und dürfen nicht geerntet werden.

Die verschiedenen Trüffelarten

Es gibt verschiedene Trüffelarten, die sich in Geschmack, Aroma und Preis unterscheiden:

  • Weiße Trüffel (Alba-Trüffel, Piemont-Trüffel): Sie gelten als die wertvollsten und teuersten Trüffel. Ihr intensiver, leicht süßlicher Duft erinnert an Honig und Heu, während ihr Geschmack dezent erdig und nussig ist. Der weiße Albatrüffel wird oft als "Königin der Trüffel" bezeichnet. Da er durch Erhitzen seinen Geschmack verliert, wird er ausschließlich roh in dünnen Scheiben über das fertige Gericht gehobelt.
  • Schwarze Trüffel (Périgord-Trüffel, Wintertrüffel): Sie haben einen kräftigen Geschmack mit leichten Pfeffer- und Bitternoten. Ihr milder Geruch erinnert an Unterholz, Erdbeere und schokoladige Fruchtnoten. Schwarze Trüffel eignen sich gut zum Mitkochen in Schmorgerichten, Risottos und Cremesuppen.
  • Sommertrüffel (Scorzone): Sie reifen von Mai bis September und sind von minderer Qualität. Ihr gelbbraunes bis dunkelbraunes Fleisch schmeckt weniger intensiv als bei Wintertrüffeln.
  • Burgundertrüffel (Herbsttrüffel): Sie sind von August bis Januar erhältlich und in der Güteklasse mit Sommertrüffeln vergleichbar. Ihr milder Geruch ähnelt dem Duft von Steinpilzen.

Trüffel finden

Trüffel wachsen 30 bis 40 Zentimeter unter der Erde und lassen sich nur mit Zeit und Geduld finden. Traditionell wurden Schweine zur Trüffelsuche eingesetzt, da sie einen ausgezeichneten Geruchssinn haben und von dem im Trüffel enthaltenen Hormon Androstenon angelockt werden. Da Schweine ihre Beute jedoch ungern hergeben, werden heute meist ausgebildete Trüffelhunde, insbesondere die italienische Rasse Lagotto Romagnolo, für die Suche eingesetzt. Im Gegensatz zu Schweinen schonen Hunde auch den Waldboden.

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Ein Trüffelsucher findet täglich nur etwa 70 g weiße oder 150 g schwarze Trüffel. An manchen Tagen bleibt die Suche jedoch ganz erfolglos. Spürt der Trüffelhund einen Pilz auf, wird die Knolle vorsichtig mit einer speziellen Trüffelhacke von der Erde befreit.

Trüffel kaufen und lagern

Der Preis von Trüffeln hängt vom Ernteertrag, der Herkunftsregion und der Trüffelart ab. 100 g schwarze Trüffel kosten zwischen 150 und 200 Euro, während weiße Trüffel je nach Herkunftsregion über 1000 Euro kosten können.

Trüffel sollten unbedingt frisch verzehrt werden, da ihr Aroma bereits drei Tage nach der Ernte leidet und sie nach 10 bis 14 Tagen ihren Geschmack vollständig verloren haben.

Zur Lagerung von Trüffeln gibt es verschiedene Methoden:

  • Weiße Trüffel: Sie sollten dunkel im Kühlschrank in einem Glas mit Schraubverschluss gelagert und in Küchenrollenpapier eingewickelt werden, das täglich gewechselt werden sollte, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Schwarze Trüffel: Sie können auf Reis gelagert werden, da dieser die Feuchtigkeit aufnimmt. Alternativ können sie sorgfältig gereinigt in einem geschlossenen Terrakotta-Behältnis aufbewahrt werden.
  • Generell: Frische Trüffel sollten in einem aromadichten Behälter (Glas mit Schraubdeckel, Tupper-Dose o.ä.) im 0-Grad-Fach des Kühlschranks aufbewahrt werden.

Es wird davon abgeraten, Trüffel in Reis zu lagern, da dies die Aromen beeinträchtigen kann.

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Trüffel zubereiten

Die Zubereitung von Trüffeln hängt von der Trüffelart ab:

  • Weiße Trüffel: Sie werden nicht gekocht, sondern kurz vor dem Servieren in dünnen Scheiben über das fertige Gericht gehobelt.
  • Schwarze Trüffel: Sie können mitgekocht oder roh verwendet werden. Sie eignen sich gut für Schmorgerichte, Risottos und Cremesuppen.

Trüffelaroma harmoniert gut mit Sahne, Butter oder Ei. Echte Feinschmecker bevorzugen eine einfache Zubereitung und empfehlen den Edelpilz zu Omelett, Rührei, Spiegelei oder Pasta mit Butter.

Pro Person rechnet man in der Regel nicht mehr als 10 g Trüffel für ein Gericht.

Trüffelhaltbare Produkte

Frische Trüffel werden auch zu besonderen Delikatessen weiterverarbeitet, um den besonderen Pilzgeschmack auch außerhalb der Saison genießen zu können. Beispiele hierfür sind:

  • Trüffelöl: Es wird aus Périgord- oder Piemont-Trüffeln hergestellt, indem diese mit Öl angesetzt werden. Industriell hergestelltes Trüffelöl kann auch naturidentische Aromastoffe enthalten.
  • Trüffelpesto, Trüffelpastete oder Trüffelcreme: Diese Produkte haben ein eher mildes Aroma.

Beim Kauf von Trüffelprodukten sollte man auf die Zutatenliste achten und Produkte mit echten Trüffeln bevorzugen.

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Trüffel und Wein

Ein kräftiger Bio Zweigelt kann die Aromen von Trüffelgerichten perfekt abrunden. Generell passen Weine mit erdigen und würzigen Noten gut zu Trüffeln.

Trüffelgenuss für zu Hause

Auch Hobbyköche können in den Genuss von Trüffeln kommen, indem sie auf hochwertige Trüffelprodukte zurückgreifen oder frische Trüffel bei vertrauenswürdigen Händlern bestellen. Wichtig ist, auf die Qualität und Frische der Trüffel zu achten und sie richtig zu lagern und zuzubereiten.

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