Dubai-Schokolade: Inhaltsstoffe, Herstellung, Gesundheitsrisiken und Nachhaltigkeitsfragen
Derzeit kommt kaum jemand drum herum - dem Hype um Dubai-Schokolade. In den sozialen Medien wird sie gefeiert und in höchsten Tönen gelobt. In den sozialen Medien kommt man aktuell kaum um Videos herum, in denen Influencer üppige, mit Pistaziencreme gefüllte Schokoriegel mittig aufbrechen, in die Kamera halten und anschließend genüsslich hineinbeißen.
Was ist Dubai-Schokolade und woraus besteht sie?
Im Großen und Ganzen handelt es sich bei der Dubai-Schokolade jedoch lediglich um eine Schokolade mit einer speziellen Füllung. Diese Füllung setzt sich vorwiegend aus Pistaziencreme und gerösteten, zerkleinerten Teigfäden (Kadayif) zusammen. Die Zutatenliste ist also relativ überschaubar. Neben der Pistaziencreme und den dünnen Teigfäden ist häufig noch Sesam-Mus (Tahini) sowie Vollmilchschokolade enthalten. Unverzichtbare Zutaten sind (neben Schokolade natürlich) in Öl gebratenes Engelshaar, Pistaziencreme oder -mus sowie Tahin (Sesampaste).
Die Kombination des Fadenteigs und der Pistazien-Creme verleiht der Schokolade beim Aufbrechen ihr besonderes Aussehen. Das wird auch in den entsprechenden Medien regelrecht zelebriert. Eine Besonderheit dieser Schokoladentafeln ist die bunte Verzierung. An das Original kommt man jedoch nicht so ohne Weiteres heran. Und diese erschaffene Exklusivität macht neugierig.
Ursprung und Verbreitung
Die Erfindung der Dubai-Schokolade wird Sarah Hamouda zugeschrieben, sie ist die Inhaberin des Unternehmens "Fix Dessert Chocolatier" in Dubai. Die originale „Dubai Schokolade“ kommt - wie sollte es anders sein - aus Dubai. Ihre Manufaktur „Fix Dessert Chocolatier“ wurde bereits 2021 gegründet. Viral ging ihre süße Kreation hierzulande allerdings erst dieses Jahr. Der Instagram Account verrät, dass die Schokolade nur in Dubai und Abu Dhabi zu erwerben ist. Ein Post warnt eindringlich vor Betrügern. Inzwischen sind weitere Unternehmen auf den Trend aufgesprungen und vermarkten hierzulande Alternativen z.B. in Supermärkten.
Herstellung und DIY-Alternativen
Die Pistaziencreme ist die Zutat, die bei der Herstellung am meisten kostet. Darum ist es wichtig genau hinzusehen, wie viel davon tatsächlich in der Tafel steckt. Die Hersteller nutzen den Hype, um die eigene Schokolade teuer zu vermarkten. Die geschickt vermarktete Schokolade hat ihren Preis - um die 15 Euro kostet das begehrte Stück. Doch warum teuer kaufen, wenn man das kulinarische Erlebnis auch relativ einfach zuhause selbst herstellen kann?
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Genau das hat zu einem weiteren Trend geführt. Inzwischen kursieren unzählige Rezepte im Internet und Youtuber erklären Schritt für Schritt, wie man die Schokolade selbst kreiert. Wer also nicht warten möchte und günstiger in den Genuss kommen möchte, findet hier passende Alternativen. Um dem Original-Geschmack möglichst nahe zu kommen, empfiehlt sich Edelvollmischschokolade zu verwenden. Für die Füllung benötigt man noch zerkleinertes Engelshaar (Kadayif-Fäden z.B. aus türkischen Lebensmittelläden) das mit Butter oder Öl in einer Pfanne geröstet wird. Hinzu kommen noch die typische Pistazien-Creme und Tahini. Wer also Fan von Pistazien ist, kann durch das Trend-Food zumindest gesundheitlich günstigere Fette zu sich nehmen, als es durch die Vollmilchvariante geschehen würde.
Nährstoff- und Gesundheitsaspekte
Die Zufuhr an Kalorien, Zucker und Fetten unterscheidet also auch bei dieser Schokoladenvariante nicht groß von anderen. Dubai-Schokolade den Stempel „gesund“ zu geben, wäre zu viel des Guten. Sie ist ebenso wie eine Vollmilchschokolade reich an Kalorien, Fett und Zucker. Andererseits können Pistaziencreme und Tahini generell gesunde Fette und Proteine enthalten, wobei die Dubai-Schokolade häufig nicht mehr als 10 Prozent davon enthält. Was die drei gemein haben: Sie sind reich an Fetten. Anders als die in Vollmilchschokolade verwendete Kakaobutter sowie häufig Butterreinfett, enthalten sie jedoch mehr ungesättigte Fette. Und diese wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.
Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 85 % gilt hingegen als gesünder - in Studien zeigt der regelmäßige Verzehr u.a. positive Effekte auf den Cholesterinspiegel. Hier fehlen allerdings die aufregende Vermarktung und die geschmackliche Variation. Es zeigt sich: Zum Abnehmen ist wohl keine der beiden geeignet. Die Dubai-Schokolade punktet jedoch wie erwartet mit mehr ungesättigten Fetten. Zum Abnehmen ist wohl keine der beiden geeignet. Die Dubai-Schokolade punktet jedoch wie erwartet mit mehr ungesättigten Fetten.
Lebensmittelsicherheit: Untersuchungen, Mängel und Warnungen
Das baden-württembergische Ministerium für Ernährung und Verbraucherschutz warnt aktuell vor dem Verzehr von Dubai-Schokolade. In Untersuchungen wurden gesundheitsschädliche Verunreinigungen und unzulässige Inhaltsstoffe identifiziert. Acht Proben von Dubai-Schokolade wurden durch das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) untersucht. Dabei traten schwerwiegende Mängel zutage. Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) erklärt: „Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde alles gefunden.“
In den Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei fanden die Prüfer Fremdfette wie Palmöl und nicht deklarierte Allergene wie Sesam. In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl, teilte das Ministerium mit. Sie stammten den Angaben zufolge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und waren demnach aus unterschiedlichen Chargen vom selben Hersteller. Außerdem seien sie nicht zum Verzehr geeignet gewesen.
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| Problem | Gefundene Mängel | Auswirkung |
|---|---|---|
| Fremdfette | Palmöl statt Kakaobutter | Verbrauchertäuschung, geringere Schokoladenqualität |
| Kontaminanten | 3‑MCPD- und Glycidylfettsäureester | Wahrscheinlich gesundheitsschädlich / krebserregend |
| Allergene | Nicht deklarierter Sesam | Gefahr für Sesam-Allergiker |
| Farbstoffe | Ungekennzeichnete künstliche Farbstoffe | Irreführung über Zutatenanteile, mögliche Gesundheitsrisiken |
| Mykotoxine | Aflatoxine in Pistazienfüllung | Stark leberschädigend, mögliche Überschreitung von Höchstwerten |
Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden. Der Verdacht auf eine Aflatoxin-Höchstgehaltsüberschreitung habe sich bestätigt. Die Ware darf bis zur endgültigen Ergebnisermittlung nicht verkauft werden. Besonders besorgniserregend sei die doppelte Überschreitung des Höchstwertes für Glycidyl-Fettsäureester. Der Kontaminant gilt als „wahrscheinlich krebserregend“, weshalb die betroffenen fünf Proben als „nicht sicher“ beurteilt wurden.
Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht. Bei drei von fünf auf Allergene untersuchten Proben war Sesam in deutlichen Mengen enthalten, obwohl Sesam weder als Zutat noch im vorhandenen freiwilligen Spurenhinweis deklariert war. Diese Produkte sind für Menschen mit Sesam-Allergie gesundheitsschädlich. Alle acht Proben weisen diverse Kennzeichnungsmängel auf.
Regulierung: Was darf in Schokolade enthalten sein?
Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Kakaotrockenmasse ist das, was entsteht, wenn Kakaobohnen gepresst werden: also Kakaopulver und Kakaobutter. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade.
Wo Dubai-Schokolade draufstehe, müsse auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein, so Verbraucherminister Hauk. Er hat wegen der Untersuchungsergebnisse nach eigenen Angaben ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit einem kurzfristigen Sonderprogramm sollen nun in ganz Baden-Württemberg Proben von Dubai-Schokolade aus Drittländern und in der EU hergestellte Produkte aus dem Handel zur Untersuchung am CVUA Stuttgart erhoben werden.
Nachhaltigkeit: Pistazienanbau, Wasserverbrauch und Transport
Bei den ganzen Trends stellt sich die Frage, was der steigende Pistazien-Konsum für die Umwelt bedeutet. Pistazien sind ein klassisches Importgut z.B. aus dem Iran, Kalifornien, Spanien oder der Türkei. Die Nachfrage weltweit ist groß und steigend. Dies wiederum verlangt nach mehr Anbauflächen. Amerika und Iran gelten derzeit als die größten Exporteure. Pistazienbäume sind zwar anpassungsfähig und trockenresistent, allerdings benötigen die Plantagen viel Wasser. Die Bewässerungsmenge an den Anbauorten übertrifft sogar die der wasserintensiven Kulturen von Avocados und Mandeln. Im Iran wird hierfür auch das Grundwasser abgepumpt, was zu regelrechten Wasserkrisen führt. Und es sieht so aus, als ob sich auch zukünftig an der Wasserknappheit in diesen Regionen wenig ändern wird.
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Hinzu kommt noch der Anbau als Monokulturen und der damit verbundene Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden sowie die langen Transportwege des begehrten grünen Schatzes. Dadurch bekommt die leckere Pistaziencreme der überteuerten Dubai-Schokolade einen weiteren, wahrlich bitteren Beigeschmack.
Fazit für Verbraucher: Worauf achten?
Die Ergebnisse haben dazu geführt, dass Baden-Württemberg ein landesweites Sonderprogramm startet. Das Ziel ist dabei, die landesweiten Angebote an Dubai-Schokolade aus Drittländern und der EU zu überprüfen und unter die Lupe zu nehmen. Wer probieren möchte, findet die Schokokreation mit Pistazien auch bei anderen Anbietern. Je nach Hersteller oder Rezeptblog kann die Zusammensetzung der Dubai-Schokolade variieren.
Wer also Fan von Pistazien ist, kann durch das Trend-Food zumindest gesundheitlich günstigere Fette zu sich nehmen, als es durch die Vollmilchvariante geschehen würde. Fraglich ist aber die Größe der Dubai-Schokolade. Trotz der Füllung gibt es sie in einer großen 200-Gramm-Tafel. Diese könnte dazu führen, dass man mehr nascht, als man es für gewöhnlich tut. Zumal die Dubai-Schokolade, sobald einmal angeknackst und Luft an die Pistaziencreme gelangt ist, nur noch eine kurze Haltbarkeit haben dürfte. Besser also: mit den Liebsten teilen! Oder wer Lust hat in der Küche zu stehen: Selbst machen! Dann haben Sie auch die Wahl, wie viel Zucker Sie hinzugeben, können Pistazienmus statt -creme nutzen (spart Zucker und ungesunde Fette) und dunkle Schokolade mit einem höheren Kakaoanteil verwenden.
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