Welcher Zucker ist für eine Keto-Diät geeignet? Ein umfassender Leitfaden
Die ketogene Diät erfreut sich zunehmender Beliebtheit als eine Ernährungsform, die auf einer sehr niedrigen Kohlenhydratzufuhr basiert, um den Körper in einen Zustand der Ketose zu versetzen. Dies bedeutet, dass der Körper anstelle von Kohlenhydraten verstärkt Fette als primäre Energiequelle nutzt. Infolgedessen ist die Auswahl der richtigen Süßungsmittel entscheidend, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und die Ketose nicht zu unterbrechen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Arten von Süßungsmitteln, die für eine Keto-Diät geeignet sind, und solche, die vermieden werden sollten, sowie zusätzliche gesundheitliche Vorteile und potenzielle Risiken.
Kategorien von Süßungsmitteln
Bei einer ketogenen Diät können Süßstoffe verwendet werden, die den Blutzuckerspiegel nicht wesentlich beeinflussen und die Ketose nicht unterbrechen. Diese lassen sich nach ihrer Herkunft in drei Hauptkategorien einteilen:
- Natürliche Süßstoffe: Diese Süßstoffe stammen aus pflanzlichen oder tierischen Quellen und bieten eine gesündere Alternative zu raffiniertem Zucker. Beispiele sind Stevia, Xylit und Inulin. Sie haben oft einen niedrigeren glykämischen Index, was bedeutet, dass sie den Blutzuckerspiegel weniger stark beeinflussen. Einige, wie Stevia, sind kalorienfrei, während andere, wie Xylit, weniger Kalorien enthalten als Zucker.
- Halbsynthetische Süßstoffe (Polyole): Diese Süßstoffe stammen aus natürlichen Quellen und werden durch chemische Prozesse modifiziert. Beispiele sind Erythrit, Isomalt, Sorbit und Maltitol.
- Intensive synthetische Süßstoffe: Diese Süßstoffe sind künstlich hergestellte Substanzen, die viel süßer sind als Zucker. Beispiele sind Aspartam, Sucralose und Acesulfam K.
Empfohlene Süßungsmittel für Keto
Die folgenden Süßungsmittel sind in der Regel für eine ketogene Ernährung geeignet:
- Erythrit: Erythrit hat einen glykämischen Index von 0 und beeinflusst somit nicht den Blutzuckerspiegel. Da es kalorienfrei ist, eignet es sich ideal für Backwaren und andere Rezepte. Erythrit wird zu etwa 90% unverändert vom Körper wieder ausgeschieden und hat somit nur eine begrenzte Wirkung auf unseren Körper. Es kann oft ähnlich wie gewöhnlicher Haushaltszucker eingesetzt werden, besitzt aber nur 70% der Süßkraft von Zucker, weshalb die Mengen entsprechend angepasst werden müssen. Erythrit kommt natürlich in einigen Obst- und Gemüsesorten vor, sowie Pilzen und fermentierten Lebensmitteln. Außerdem produziert der menschliche Körper selbst kleine Mengen an Erythrit.
- Xylit: Xylit hat einen glykämischen Index von 8 und verursacht keinen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels. Es benötigt kein Insulin für den Stoffwechsel, was es für Diabetiker geeignet macht. Es ist ein hervorragender Zuckerersatz, da es in etwa die gleiche Süßkraft und Konsistenz von Zucker hat. Xylit ist besonders bekannt für seine positiven Auswirkungen auf die Zahngesundheit, da es das Wachstum von kariesverursachenden Bakterien blockiert und hilft, die Bildung von Zahnbelag zu verringern.
- Stevia: Stevia ist kalorienfrei und extrem süß, was bedeutet, dass nur sehr kleine Mengen nötig sind. Bei der Wahl von Stevia-Produkten sollte auf den Zusatz von Maltodextrin geachtet werden, um den glykämischen Index nicht zu erhöhen.
- Sucralose: Sucralose wird nicht verstoffwechselt und enthält daher keine Kalorien oder Kohlenhydrate.
- Inulin: Inulin hat einen niedrigen glykämischen Index und fungiert als Präbiotikum, das die Darmgesundheit unterstützt.
- Aspartam: Aspartam ist kalorienfrei und wird häufig in Diätgetränken verwendet.
- Acesulfam K: Acesulfam K ist kalorienfrei und hitzebeständig, was es für gebackene Gerichte interessant macht.
- Sorbit: Sorbit, oft als E-420 bezeichnet, enthält etwa 30% weniger Kalorien als Zucker und hat nur minimale Auswirkungen auf den Insulinspiegel. Sorbit wird nicht von Mundbakterien fermentiert, weshalb es das Kariesrisiko im Vergleich zu Zucker erheblich reduziert.
- Maltitol: Maltitol liefert nahezu die gleiche Süße wie Zucker, hat aber nur halb so viele Kalorien. Ähnlich wie Erythrit und Xylit fördert auch Maltitol nicht die Bildung von Karies, da es von den Bakterien im Mund kaum abgebaut wird.
Zu vermeidende Süßungsmittel
Bei einer ketogenen Diät sollten Süßstoffe vermieden werden, die die Stoffwechselprozesse beim Erreichen der Ketose beeinträchtigen oder die Blutzuckerkontrolle negativ beeinflussen können. Dazu gehören:
- Zucker: Dies umfasst alle Formen von raffiniertem Zucker, wie weißen Zucker, braunen Zucker und Puderzucker.
- Kokosnusszucker und Maltodextrin: Diese Süßstoffe können den Blutzuckerspiegel erheblich erhöhen. Maltodextrin ist ein stark verarbeiteter Süßstoff, der aus stärkehaltigen Pflanzen wie Reis oder Mais gewonnen wird.
- Ahornsirup: Ahornsirup enthält einen hohen Anteil an Zucker und Kohlenhydraten.
- Agavensirup: Agavensirup besteht aus etwa 85% Fruktose.
- Honig: Honig liefert trotz seiner Antioxidantien viele Kalorien und Kohlenhydrate.
- Getreideprodukte (inkl. Brot, Nudeln, Reis)
- Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Bohnen, Linsen)
- Stärkereiches Gemüse (z. B. Kartoffeln)
- Zuckerreiches Gemüse (z. B. Möhren)
- Obst (außer Beeren in Maßen)
- Gezuckerte Softdrinks
- Alkohol
- Alle verarbeiteten Lebensmittel (z. B. Pizza, Ketchup, Schokolade)
Zusätzliche gesundheitliche Vorteile
Viele keto-freundliche Süßungsmittel haben positive Effekte auf die Zahngesundheit, da sie nicht von Bakterien im Mund verstoffwechselt werden, was die Bildung von Karies verhindert.
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- Erythrit: Erythrit kann das Wachstum von schädlichen Bakterien im Mund hemmen, da es ihnen keine Nahrungsgrundlage bietet. In Studien, die Erythrit, Xylit und andere Zuckeralkohole miteinander verglichen haben, sorgte Erythrit für die beste Karies-Vorbeugung.
- Xylit: Xylit ist besonders bekannt für seine positiven Auswirkungen auf die Zahngesundheit. Es blockiert das Wachstum von kariesverursachenden Bakterien und hilft dabei, die Bildung von Zahnbelag zu verringern. Es kann bei regelmäßiger Anwendung nämlich vor Karies schützen.
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
Obwohl die meisten Süßungsmittel als sicher gelten, sind ihre langfristigen Auswirkungen auf den menschlichen Körper noch nicht vollständig erforscht. Daher ist es ratsam, sie in Maßen zu verwenden, um potenzielle gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Ein übermäßiger Konsum, besonders von Zuckeralkoholen wie Xylit oder Sorbit, kann zu Verdauungsproblemen führen. Da diese im Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden, gelangen sie in den Dickdarm, wo sie fermentiert werden. Dies kann Blähungen und Durchfall auslösen, besonders bei hohen Mengen.
Die ketogene Diät: Ein Überblick
Die ketogene Diät ist eine Ernährungsform, die sehr arm an Kohlenhydraten, jedoch reich an Fett ist. Wer sich ketogen ernährt, nimmt sehr wenig Kohlenhydrate, aber dafür viel Fett und etwas mehr Eiweiß im Vergleich zur normalen Mischkost auf. Langfristig bedeutet dies, dass der Körper anstelle von Kohlenhydraten verstärkt sogenannte Ketonkörper als Energiequelle heranzieht. Diese werden in der Leber aus Fettreserven und Nahrungsfetten hergestellt.
Mit ihrer geringen Kohlenhydrataufnahme zählt die Keto-Diät zu den very Low-Carb-Ernährungsweisen. Bei einer täglichen Kohlenhydratzufuhr von weniger als 40-50 Gramm wechselt unser Körper in den Ketose-Modus. Er produziert Ketone und zieht diese als alternative Energiequelle anstelle von Traubenzucker heran.
Geeignete Lebensmittel für die Keto-Diät
Fette sind Hauptenergielieferanten der Keto-Diät: Sie liefern zwischen 60 und 90 Prozent der zugeführten Kalorien. So landen beispielsweise folgende Lebensmittel reichlich auf dem Teller:
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- Pflanzenöle (z. B. Oliven- und Kokosöl)
- Butter, Schmalz und Sahne
- Möglichst fettreicher Fisch (z. B. Lachs, Hering, Makrele)
- Möglichst fettreiches Fleisch (z. B. Hack, Speck, Nackensteak)
- Möglichst fetter Käse (z. B. Camembert, Parmesan, Mozzarella)
- Eier
- Nüsse und Samen
- Avocados
- Pilze
- Salate
- Stärkearmes Gemüse (z. B. Blumenkohl, Zucchini, Brokkoli)
Die Rolle von Süßstoffen in der Keto-Diät
Wenn du mit der Keto-Diät beginnst, musst du Kohlenhydrate weitgehend vermeiden - und dazu zählt auch Zucker, der vielen Speisen und Getränken ihre Süße verleiht. Die gute Nachricht ist, dass du nicht ganz auf Süßes verzichten musst. Es gibt zahlreiche Süßungsmittel, die den herkömmlichen Zucker problemlos ersetzen können. Wichtig ist jedoch, diese Süßstoffe mit Bedacht und in Maßen zu konsumieren, da zu viel davon negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.
Der optimale Keto-Süßstoff beinhaltet so gut wie keine verwertbaren Kohlenhydrate oder Kalorien, wirkt sich kaum auf den Insulinspiegel aus und besitzt, sofern er in normalen Dosen verzehrt wird, auch keine Nebenwirkungen.
Keto und Low Carb Rezepte
Bei der Entwicklung von über 100 süßen Keto und Low Carb Rezepten, gibt es ziemlich viel Erfahrung mit den unterschiedlichsten Erythrit-Produkten gemacht. Auch zum Backen ist Erythrit gut geeignet. Jedoch sollte man bedenken, dass Erythrit nur 70% der Süßkraft von Zucker besitzt und die Mengen dementsprechend angepasst werden müssen.
Als Nudelersatz wird beispielsweise auf Shirataki-Nudeln verwiesen. Sie bestehen aus dem Ballaststoff Glucomannan, der aus der japanischen kohlenhydratfreien Konjakwurzel gewonnen wird. Zudem haben diese Nudeln keinen starken Eigengeschmack und nehmen die Aromen von Gewürzen und Soßen gut auf. Brot oder Brötchen können zum Beispiel aus Leinsamen-, Mandelmehl, Saaten, Fetten oder Ölen, Eiern, Backpulver und Salz ganz einfach selbst hergestellt werden.
Ist die Keto-Diät für jeden geeignet?
Für Kinder, Schwangere, Menschen mit Untergewicht, Schilddrüsenerkrankungen, Leberzirrhose, Gallenbeschwerden oder Störungen der Fettverdauung ist diese Ernährung allerdings nicht geeignet. Das gilt auch für Menschen mit Schlafproblemen, chronischem Stress, Regelbeschwerden und Essstörungen. Personen mit Diabetes Typ 1 sollten auf eine ketogene Ernährung hingegen jedoch ausdrücklich verzichten.
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