Wie gesund sind Weintrauben trotz ihres Zuckergehalts?
Weintrauben gelten seit über 8.000 Jahren als beliebte und vielseitige Frucht. Ihren Ursprung haben sie in Asien, von wo aus die Römer die ersten Weinreben nach Europa brachten. In Deutschland gibt es insgesamt 13 Weinanbaugebiete, aber nur rund zehn Prozent der angebauten Trauben landen tatsächlich als Tafeltrauben auf den Tellern der Bevölkerung; der Großteil wird zu Wein verarbeitet. Die Früchte der Weinrebe (Vitis vinifera) sind in verschiedenen Farben erhältlich: grün, gelb, rot, blau und schwarz. Sie wachsen in Trauben und sind nicht nur für die Weinherstellung bekannt, sondern werden auch frisch verzehrt, getrocknet zu Rosinen verarbeitet oder zu Saft und Traubenzucker weiterverarbeitet.
Unterschiedliche Sorten und deren Merkmale
Die unterschiedlichen Sorten der Weintraube unterscheiden sich vor allem in der Farbe. Zu den weißen Sorten zählen grüne, gelbe und bernsteinfarbene Trauben; dunkle Sorten sind Trauben mit roter, blauer oder schwarzblauer Färbung. Für ein vollmundiges Aroma müssen Weintrauben reif geerntet werden, denn nach dem Pflücken reifen sie nicht mehr nach. Im Fruchtfleisch sitzen normalerweise kleine, etwas bitter schmeckende Kerne. Mittlerweile sind Tafeltrauben auch ohne Kerne im Handel erhältlich, diese gelten aber als weniger gesund, weil vor allem in den Kernen viele Antioxidantien enthalten sind.
Bei der Herstellung von Traubensaft werden deshalb ganze Trauben mitsamt den Kernen verarbeitet, um mehr sekundäre Pflanzenstoffe im Saft zu erhalten.
Inhaltsstoffe von Weintrauben: Zucker, Vitamine und mehr
Weintrauben sind mehr als nur ein süßer Snack. Sie bieten viele gesundheitliche Vorteile durch eine Fülle wertvoller Inhaltsstoffe. Mit rund 15 Gramm Kohlenhydraten pro 100 Gramm enthalten Weintrauben im Vergleich zu anderen Beerenobstsorten viel Zucker. Je nach Sorte und Reifegrad liefern sie etwa 70 bis 72 Kilokalorien pro 100 Gramm und sind damit kalorienreicher als viele andere Obstsorten.
| Inhaltsstoff | Menge pro 100g |
|---|---|
| Kohlenhydrate (davon Zucker) | 15 g |
| Kalorien | 70-72 kcal |
| Ballaststoffe | geringfügig |
| Vitamine (B1, B6, Niacin, Folsäure, A, E) | vorhanden |
| Mineralstoffe (Kalium, Calcium, Eisen) | relevant |
| Antioxidantien | hoch, v.a. in dunklen Trauben |
Im Fruchtfleisch und in den Kernen finden sich wertvolle Vitamine wie Vitamin B1, B6, Niacin, Folsäure, Vitamin A und E sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium und das Spurenelement Eisen. Kalium unterstützt den Körper dabei, Natrium auszuscheiden, regt die Nieren an und hilft so beim Entwässern und Entgiften. Calcium spielt eine wichtige Rolle für gesunde Knochen und Zähne. Vor allem in Rosinen ist der Calciumanteil hoch, allerdings auch der Zuckeranteil.
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Traubenkernöl und sekundäre Pflanzenstoffe
Nicht nur das süße Fruchtfleisch der Weintrauben ist gesund: Aus den Traubenkernen lässt sich hochwertiges Traubenkernöl herstellen, das besonders viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält und so die Zusammensetzung der Blutfette positiv beeinflussen kann. Besonders erwähnenswert sind die sekundären Pflanzenstoffe wie Resveratrol, Oligomere Proanthocyanidine (OPC), Phenolsäuren und Flavonoide, die vor allem in den dunklen Sorten in erhöhter Konzentration vorkommen. Diese wirken hauptsächlich antioxidativ und damit zellschützend, gefäßschützend und entzündungshemmend. Einige Studien zeigen, dass Resveratrol und andere sekundäre Pflanzenstoffe das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, die Hautalterung bremsen und sogar vor bestimmten Krebsarten schützen können.
Gesundheitliche Effekte und die Auswirkungen auf den Körper
B-Vitamine in Weintrauben unterstützen den Stoffwechsel und die Blutbildung. Darüber hinaus helfen sie Nerven und Immunsystem. Ballaststoffe in Weintrauben können die Verdauung ankurbeln. Das Kalium in Weintrauben kann sich positiv auf den Blutdruck auswirken. Einige Studien weisen darauf hin, dass Weintrauben auch die Darmflora positiv beeinflussen, den Cholesterinspiegel regulieren und den Blutdruck senken können. Sie vermindern die Harnsäurebildung und unterstützen die Leberfunktion und den Gallenfluss.
Weintrauben und ihre Wirkung auf die Augen
Eine Studie legt nahe, dass der Verzehr von Weintrauben einen positiven Einfluss auf die Augengesundheit älterer Menschen haben könnte. Teilnehmer, die über 16 Wochen täglich etwa eineinhalb Tassen Weintrauben aßen, wiesen eine deutlich höhere Makulapigmentdichte und eine bessere antioxidative Kapazität auf. Wer keine Trauben aß, hatte mehr schädliche Biomarker im Blut, die mit Augenkrankheiten in Verbindung stehen.
Zucker in Weintrauben: Risiko oder Genuss?
Weintrauben sind neben Äpfeln und Birnen das heimische Obst mit dem höchsten Fructosegehalt (Fruchtzucker). Unter 100 Gramm Trauben verstecken sich 70 kcal, rund zehn bis zwölf Trauben. Sie liefern diese Energie überwiegend aus Trauben- und Fruchtzucker. Deshalb gilt insbesondere für Menschen mit Diabetes mellitus, vorsichtig zu sein, denn Weintrauben können den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen. Dennoch dürfen Menschen mit Diabetes Weintrauben essen. Es kommt auf die Menge an: Es ist sinnvoll, die Menge für eine oder zwei Broteinheiten (BE) oder Kohlenhydrateinheiten (KE) abzuwiegen und die übrigen Trauben erst einmal wieder wegzulegen.
Auch für Menschen mit Fructoseintoleranz kann der Verzehr von Trauben problematisch sein, da Fruchtzucker im Körper nicht ordentlich abgebaut werden kann und sich in der Leber anreichert. Menschen mit Fructoseunverträglichkeit (Fructose-Malabsorption) sollten auf große Portionen verzichten, da sonst Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall drohen.
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Empfehlung für den täglichen Verzehr
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen (400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Obst), ohne dabei einzelne Sorten zu bevorzugen. Im Sinne einer ausgewogenen Ernährung spricht nichts dagegen, Weintrauben regelmäßig in einen abwechslungsreichen Speiseplan zu integrieren, solange die Menge kontrolliert wird - besonders bei bestehender Zuckerempfindlichkeit.
Weintrauben und Schlafqualität
Es gibt Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen der Schlafqualität und einer erhöhten Zuckerzufuhr sehen. Weil Weintrauben viel Zucker enthalten, kann ein Verzehr am späten Abend den Schlaf weniger erholsam machen. Das spielt besonders bei empfindlichen Menschen eine Rolle, sollte aber generell im Blick behalten werden.
Weintrauben beim Abnehmen und Entschlacken
Wie viele Obstsorten sind auch Weintrauben nahezu fettfrei, jedoch aufgrund ihres hohen Kohlenhydratanteils kalorienreicher als viele andere Früchte. Sie schmecken süß und können helfen, eine Heißhungerattacke abzuwehren. Andererseits kann Fruchtzucker bei einigen Menschen den Appetit noch zusätzlich steigern. Hilfreich beim Entschlacken und Entwässern ist das enthaltene Kalium, das die Nierentätigkeit anregt. Auch wegen der Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe können Weintrauben ein idealer Begleiter zur Unterstützung beim Abnehmen sein.
Wie wirken sich Weintrauben auf den Darm aus?
Darmbakterien zerlegen Ballaststoffe aus Gemüse und Obst und produzieren als Nebenprodukt Gase. Bei übermäßigem Verzehr von Ballaststoffen, wie sie in Weintrauben enthalten sind, können unangenehme Blähungen entstehen. In manchen Fällen kann es helfen, kleinere Portionen zu verzehren und diese gut zu kauen. Treten Beschwerden regelmäßig auf, könnte dies auf eine Fruktoseintoleranz hinweisen.
Weintrauben im Alltag: Einkauf, Lagerung und Verzehr
Am besten schmecken knackige Tafeltrauben frisch. Sie eignen sich hervorragend als Snack, aber auch als Zutat im Müsli, in Muffins, in Salaten oder als Begleitung zu Fleisch, Wild und Geflügel. Beim Kauf sollten die einzelnen Früchte knackig und fest sein, die Stielansätze und der Strunk grün und frisch. Trauben bewahrt man am besten im Gemüsefach des Kühlschranks auf; so bleiben sie etwa eine Woche frisch.
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Die Hauptsaison der Weintrauben in Deutschland liegt zwischen August und Oktober. Weintrauben sind im Handel jedoch das ganze Jahr erhältlich. Für nachhaltige und umweltschonende Ernährung empfiehlt sich aber der Kauf saisonaler und regionaler Produkte.
Weintrauben, Kosmetik und Traubenkernöl
Wussten Sie, dass nicht nur Kerne und Schalen, sondern auch das Laub der Trauben für Kosmetikprodukte verwendet werden? Neben Öl, Cremes und Seren sind Peelings aus zerstoßenen Traubenkernen Bestandteil in der sogenannten Vinotherapie. Traubenkernöl, das auch in der Küche genutzt wird, eignet sich zudem zur Hautpflege - ähnlich wie Rosenöl, allerdings ist es teuer, da für einen Liter kaltgepresstes Traubenkernöl 2.000 kg Weintrauben, also etwa 50 kg Kerne, verarbeitet werden müssen.
FAQ: Weintrauben und Gesundheit
- Welche Trauben sind am gesündesten? - Insgesamt sind alle Weintrauben gesund und nährstoffreich, die dunklen Sorten haben allerdings aufgrund ihres höheren Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen einen leichten gesundheitlichen Vorteil gegenüber hellen Trauben.
- Wie viele Weintrauben darf man am Tag essen? - Die Menge ist individuell verschieden. Für gesunde Menschen sind kleinere Portionen als Snack völlig unproblematisch; bei Diabetes und Fructoseunverträglichkeit ist besondere Vorsicht geboten.
- Sind Weintrauben während einer Diät erlaubt? - In Maßen ja, da sie nahezu fettfrei, aber relativ zuckerhaltig sind. Die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe können die Ernährungsumstellung unterstützen.
- Sollte man Trauben mit Kernen wählen? - Ja, in den Kernen befinden sich besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe.
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