Was passiert, wenn Hunde Schokolade essen? Gefahren, Symptome und richtige Maßnahmen

Schokolade ist für Menschen ein Genuss - aber für Hunde kann sie lebensgefährlich sein. Der Genuss für uns bedeutet eine Gefahr für den Vierbeiner, denn ihr Stoffwechsel ist nicht in der Lage, das enthaltene Theobromin zu verarbeiten. Dieser Stoff aus der Kakaobohne ist mit dem Koffein verwandt und wirkt toxisch auf Hunde und auch auf Katzen.

Warum ist Schokolade für Hunde giftig?

Das Giftige an der Schokolade ist das Kakaopulver, das aus den Kakaobohnen gewonnen wird. Achtung: Das in Kakao enthaltene Theobromin ist nicht der einzige Stoff aus unserer Küche, der für unsere Tiere giftig ist. Auch Koffein sollten wir von unseren Vierbeinern fernhalten.

Je dunkler die Schokolade bzw. je höher der Kakaoanteil, desto giftiger ist sie für Ihren Hund und Ihre Katze. Milchschokolade enthält meist bis zu zwei, Zartbitterschokolade fünf bis acht und Kochschokolade etwa 15 Milligramm Theobromin pro Gramm. In Kakaopulver und Bitterschokolade ist der Gehalt mitunter noch höher.

Infografik Theobromin-Gehalt nach Schokoladensorten

Weiße Schokolade enthält im Grunde gar kein Theobromin, in Milchschokolade sind nur geringe Mengen enthalten (etwa 2,0 mg / Gramm Schokolade). Dunklere Schokoladen mit einem Kakaoanteil von 60% oder mehr enthalten hingegen große Mengen Theobromin. In reinem Kakaopulver sind es 14-26 mg pro Gramm Pulver.

Wie viel Schokolade ist gefährlich?

Ab einer Aufnahme von ca. 20 mg Theobromin pro kg Körpergewicht ist mit Krankheitssymptomen zu rechnen. Ein Labrador mit 30 Kilogramm müsste 1,5 Kilogramm Milchschokolade fressen, um eine tödliche Dosis von 100 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht zu erreichen. Aber: Die unangenehmen Vergiftungserscheinungen beginnen schon bei geringeren Dosen. Milde Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder vermehrter Durst treten bereits ab 20 mg pro kg auf.

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Schokoladensorte Theobromin (mg/g) Vergiftungsgefahr
Weiße Schokolade 0 Sehr gering
Milchschokolade 2 Niedrig
Zartbitterschokolade 5-8 Mittel bis hoch
Kochschokolade ~15 Hoch
Kakaopulver 14-26 Sehr hoch

Beispiel: Der Hund wiegt 10 kg und frisst dunkle Schokolade mit 20 mg Theobromingehalt. Für eine Vergiftung reichen entsprechend bereits 10 g Schokolade! Standardtafeln enthalten oft 100 g - das Risiko ist also real.

Symptome einer Schokoladenvergiftung beim Hund

  • Unruhe
  • Bewegungsstörungen
  • Zittern und Krämpfe
  • Erbrechen
  • Häufigeres Urinieren
  • Beschleunigte oder unregelmäßige Atmung und Herzschlag
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Vermehrter Durst und Schmatzen

Hat Ihr Hund oder Ihre Katze Schokolade gefressen, wird das enthaltene Theobromin im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und kann innerhalb von ca. zwei bis vier Stunden zu Unruhe, Bewegungsstörungen, Zittern oder gar Krämpfen führen. Da unsere Vierbeiner den giftigen Stoff nur langsam ausscheiden, bleibt die unangenehme Wirkung zudem auch recht lange (etwa sechs bis acht Stunden) erhalten.

Erste Symptome werden häufig innerhalb von 2-4 Stunden nach der Aufnahme von Schokolade gesehen, es kann aber auch länger dauern.

Symptome einer Schokoladenvergiftung beim Hund

Was tun, wenn der Hund Schokolade gefressen hat?

Gehen Sie schnellstmöglich zum Tierarzt! Die Anzeichen für eine Vergiftung können verschieden sein. Je eher der Hund aber beim Tierarzt vorgestellt wird, desto mehr kann ihm geholfen werden. Der Tierarzt wird versuchen, möglichst viel von dem Gift aus dem Hund zu befördern, bevor es in den Blutkreislauf gelangt. Dies ist der Grund, warum eine frühzeitige Reaktion so wichtig ist: Ist die Schokolade bereits komplett verdaut, kann auf dieser Ebene nichts mehr unternommen werden.

Innerhalb der ersten zwei Stunden nach Aufnahme der Schokolade bestehen verschiedene Möglichkeiten: Das medikamentöse Auslösen von Erbrechen und eine Magenspülung in Narkose mit der Eingabe von Aktivkohle (bindet die Giftstoffe in Magen und Darm). Auch Infusionen in die Vene, die die Harnausscheidung steigern, können helfen. Hierdurch werden größere Mengen des Giftes schneller über die Nieren ausgeschieden.

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Weitere Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Krämpfe oder Kreislaufprobleme werden ebenfalls begleitend behandelt.

Tierärztlicher Notfallbehandlung bei Schokoladenvergiftung

Ihr Hund hat Pralinen gefressen? Wenn sie mit heller Schokolade und z.B. Keksfüllung waren, sind sie weniger gefährlich als dunkle Schokolade, vielleicht auch noch mit Alkohol darin. Da es aber je nach Größe des Hundes trotzdem zu viel gewesen sein kann, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf.

Zeigt Ihr Vierbeiner Symptome einer Schokoladenvergiftung oder hat er große Mengen oder besonders kakaohaltige Leckereien verputzt? Ab in den tierärztlichen Notdienst. Auch wenn es keine spezielle Behandlung wie beispielsweise ein Gegengift für Theobromin gibt, so können die Tierärztinnen und Tierärzte die Ausscheidung wesentlich beschleunigen und die Vergiftungssymptome lindern.

Zur Therapie kann es gehören, medikamentös Krämpfe zu lösen, die Körpertemperatur zu senken oder Herzrhythmusstörungen zu behandeln.

Risiko für Welpen und Katzen

Welpen wissen oft noch weniger als erwachsene Hunde, was ihnen bekommt. Grundsätzlich gilt: Hunde dürfen keine Schokolade fressen. Bei Katzen kommen Vergiftungen mit Schokolade weitaus seltener vor - immerhin müsste eine erwachsene Katze 40-50 Gramm Kakao zu sich nehmen, bevor sie schwere Symptome entwickelt.

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Katzen beispielsweise können gar kein „süß“ schmecken. Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung dar. Bei einer Vergiftung handelt es sich um einen Notfall!

Was gilt für kleine Mengen?

Es war nur ein Stückchen? Wenn Sie ganz sicher sind, dass Ihr Vierbeiner nur ein kleines Stückchen Milchschokolade verputzt hat, können Sie erstmal ruhig bleiben. Sie sollten ihn jedoch gut im Auge behalten und auf Symptome wie Unruhe oder eine vermehrte Wasseraufnahme achten. Schmatzen und Speicheln können als Hinweise auf Übelkeit auftreten. Sie können auch die Atemzüge pro Minute zählen und Puls sowie Temperatur messen, um einen Notfall auszuschließen.

Sicherheitsmaßnahmen Schokolade im Haushalt

Präventionsmaßnahmen: Schokolade außerhalb der Reichweite

Am besten ist es natürlich, wenn Ihr Hund Schokolade gar nicht erst erreicht. Lassen Sie keine Tafeln offen herumliegen, verstauen Sie Pralinen hundesicher. Und passen Sie natürlich auf, was Ihr Hund in freier Natur so frisst. Lagern Sie Schokolade oder Kakao nie in Reichweite Ihres Hundes oder Ihrer Katze. Lagern Sie sie lieber in einer Schublade oder auf einem Schrank, an den der Vierbeiner nicht heran kommt.

Kakaofreier Genuss: Es gibt tatsächlich von verschiedenen Anbietern für Hunde und Katzen schoko-ähnliche Leckerchen. Ganz ohne Kakao - dafür aber beispielsweise mit Pansen- oder Lachsgeschmack.

Was tun im Notfall?

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Tier etwas Kakaohaltiges aufgenommen hat, sollten Sie immer Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt kontaktieren und dort angeben, wie viel und welche Sorte Ihr Hund oder Ihre Katze gefressen hat. Geben Sie dabei am besten auch den Kakaogehalt an und ob zusätzlich Koffein in der Schokolade enthalten war oder Ihr Liebling die Verpackung mitgefressen hat. Melden Sie, wann und wo der Stoff aufgenommen wurde und versuchen Sie, ihn genau zu beschreiben. Wenn möglich bringen Sie die Verpackung bzw.

Tierärztliche Erste Hilfe Hund Schokolade

Der Hund hat Schokolade gefressen und wird rasch behandelt? Dann sind die Aussichten gut, dass er heil aus dem Schokoladenverzehr hervorgeht. Ungefährlich - aber im Prinzip auch unnötig - ist eine spezielle Schokolade für Hunde und Katzen. Am besten sollte Ihr Liebling gar keine Schokolade bekommen.

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