Was ist Carob: Schokolade-Ersatz, Herstellung und Inhaltsstoffe

Carob wird von immer mehr Menschen als gesunder Ersatz für Schokolade und Kakao entdeckt, auch wenn es bisher noch größtenteils als Tierfutter verwendet wird. Durch sein natürliches, süßliches Aroma kann Carob als Ersatz für Schokolade und Kakao dienen. Carob ist das Fruchtfleisch der Schoten des Johannisbrotbaumes (Ceratonia siliqua).

Herkunft und Pflanze

Der Johannisbrotbaum, an dem das gesunde Fruchtfleisch wächst, wird der Familie der Hülsenfrüchtler zugeordnet und ist mit Bohnen und Erbsen verwandt. Heimisch ist der Johannisbrotbaum im Mittelmeerraum sowie in Vorderasien. Zu den Hauptproduktionsländern von Carob zählen Spanien, Italien, die Türkei und Griechenland. Die Bäume sind sehr resistent gegen Hitze sowie Trockenheit und sind nur auf wenig Wasser angewiesen. Das macht sie zu wahren Überlebenskünstlern, selbst auf kargen Böden.

Die an den Ästen des Baumes herabhängenden, länglich gebogenen und schwarz verfärbten Schoten sind die Früchte des Baumes. Die Früchte des Johannisbrotbaums werden als Carob bezeichnet. Die begehrten Früchte sind Schoten, die bohnenähnlich an dem Baum wachsen. Typisch sind die glänzende lederartige Schale und der wulstige Rand. Nach Abschluss des Reifungsprozesses enthält jede Frucht 10-15 harte Samen. Der Reifungsprozess benötigt ungefähr ein Jahr. Das Fruchtfleisch der Carobschote ist anfangs weich und aromatisch; im weiteren Verlauf ändert sich die Konsistenz - sie wird hart und trocken.

Johannisbrotbaum mit reifen Carobschoten

Ernte und Verarbeitung zur Pulver- und Schokoladenform

Sobald die Schoten dunkelbraun und trocken sind, werden sie geerntet. Um ein Abbrechen der bruchanfälligen Äste zu vermeiden, wird bei der Verarbeitung nach wie vor auf Handarbeit gesetzt. Nach der Ernte trennen Arbeiter die Samen aus den Schoten und zermahlen sie. Die Schoten werden für Pulver entkernt, getrocknet und fein vermahlen. Carobpulver wird aus dem gemahlenen Fruchtfleisch der Schoten des Johannisbrotbaumes gewonnen. Zur Herstellung des Carobpulvers wird das Fruchtfleisch der Hülsen fein vermahlen. Für besonders hochwertiges Carobpulver verwenden manche Hersteller nur die Mittelteile der Schoten, die sie vor dem Vermahlen grob zerkleinern und rösten. So enthält das Pulver am Ende besonders wenig Bitterstoffe, denn diese befinden sich vor allem in den Enden der Schoten.

In Spanien gibt es allerdings auch eine Fabrik, die das Fruchtfleisch des Johannisbrotbaums nach demselben Verfahren röstet wie Kakaobohnen. Carobpulver ähnelt in Farbe, Konsistenz und Verwendbarkeit Kakaopulver, ist aber süßer und dabei viel weniger bitter. Man kann Kakaopulver im Haushalt 1:1 durch Carobpulver ersetzen.

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Johannisbrotkernmehl (Carubin)

Die Samen der Carobfrüchte werden gemahlen; die Schale und der Keimling werden dabei aussortiert. Carubin ist besser bekannt unter dem Namen Johannisbrotkernmehl. Es stellt ein sogenanntes Polysaccharid dar. Dem menschlichen Organismus gelingt es nur einen Teil von dem Mehrfachzucker zu verdauen, daher gilt er als Ballaststoff. Die Industrie macht sich die stabilisierende und bindende Wirkung des Mehls zunutze; auf Verpackungen wird es mit E 410 gekennzeichnet. Besonders herausragend ist die Quellfähigkeit von Johannisbrotkernmehl.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

In puncto Inhaltsstoffen fällt Carob vor allem mit seinem hohen Gehalt an Ballaststoffen positiv auf. Ganze 37 Gramm befinden sich in 100 Gramm Carobpulver. Den größten Teil machen unlösliche Ballaststoffe wie Lignin und Zellulose aus. Carobpulver ist gluten- und laktosefrei und enthält viele Ballaststoffe. Das fettarme Pulver hat einen aromatischen Geschmack, wirkt aber nicht anregend wie Kakao, enthält kein Teein oder Koffein, ist daher sehr bekömmlich und eignet sich für eine bewusste Ernährung.

BestandteilHinweis
BallaststoffeSehr hoch (ca. 37 g / 100 g)
KalorienEtwa 222-255 kcal / 100 g (verschiedene Quellen)
FettKaum Fett
MineralstoffeKalium, Calcium, Eisen, Magnesium
VitamineNiacin, Riboflavin, Beta-Carotin
PolyphenoleFlavonoide, Tannine, Phenolsäuren
StimulanzienKein Koffein, kein Theobromin

Der süße Geschmack des Pulvers ist auf den Anteil an natürlich vorkommenden Zuckern zurückzuführen. Vieles, was mit Carob zubereitet wird, kommt deshalb ohne oder mit sehr wenig zusätzlicher Süßkraft aus.

Wirkungen, Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Carob wird insbesondere vor Ort in den Anbaugebieten sehr vielfältig genutzt. Carob kann überall dort eingesetzt werden, wo klassischerweise Kakaopulver zum Einsatz kommt. In der Türkei beispielsweise wird Carobsaft schon seit der Antike bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt. Studien deuten darauf hin, dass Carob cholesterinsenkend wirkt. Für diesen Effekt sind möglicherweise einige der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich. Carob werden zahlreiche Wirkungen nachgesagt. So soll das Fruchtfleisch des Johannisbrotbaumes die Stimmung heben, basisch wirken und die Libido, den Fettstoffwechsel sowie die Verdauung stimulieren.

Es sind bisher keine Nebenwirkungen und Wechselwirkungen unter der Einnahme von Carob bekannt. Leiden Sie unter Verstopfung? Dann sollten Sie nicht zu viel des Fruchtfleisches verzehren, da es trotz der Ballaststoffe eine stopfende Wirkung haben kann. Carob ist deshalb auch für die Anwendung während einer Diät geeignet: Carob enthält Ballaststoffe aber kaum Fett und eignet sich deshalb auch für die Anwendung während einer Diät. Da Carob keine wachmachenden Substanzen enthält, wie es bei Tee oder Kaffee der Fall ist, kann es auch in den Abendstunden verzehrt werden. Carob ist absolut vegan und auch für Kinder geeignet.

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Ökologie und Produktion

Carob scheint etwas in Vergessenheit geraten. Doch ein Blick auf das schokoladenähnliche Pulver lohnt sich. Denn aus ökologischer Sicht schneidet es deutlich besser ab als Kakao. In der Vergleichsbetrachtung wird für die Herstellung von Kakao deutlich mehr Wasser benötigt, und die Kakaopflanze ist anfälliger für Schädlinge. Der Johannisbrotbaum ist sehr widerstandsfähig und benötigt fast keine Pestizide, was ihn aus ökologischer Sicht ebenfalls vom Kakaoanbau abhebt. Er ist deswegen auch gut für den Bio-Anbau geeignet. Der Großteil der hierzulande angebotenen Produkte stammt aus ökologischer Erzeugung.

Verwendung und Rezepte

Carob kann überall dort zum Einsatz kommen, wo auch Kakao Verwendung findet. So lassen sich damit Pudding, Eiscreme und Aufstriche sowie Riegel, Kekse und Schokolade herstellen. Muffins und Kuchen sowie die dazu passende Glasur gelingen mit dem Pulver ebenso. Auch ein Erfrischungsgetränk ist damit einfach angerührt. Aufgrund seines karamelligen Geschmacks dient Carobpulver als optimaler Ersatz für Kakao.

Carob-Pulver und Carob-Produkte im Regal

Beliebt ist die Zutat auch für leidenschaftliche Bäcker. Carob in Form von Brot ist ebenfalls sehr beliebt, um von den positiven Effekten der Baumfrüchte zu profitieren. Carob eignet sich gut zum Kochen, Backen und als Kakaoersatz in Milchshakes und Puddings. Als Heißgetränk im Winter oder eisgekühlt im Sommer - Carob lässt sich vielseitig nutzen. Carobpulver ist im Reformhaus oder Drogerien erhältlich. Das Pulver gibt es in Bio-Märkten und Reformhäusern vor Ort oder online.

Beispiele aus der Praxis (Rezepte kurz)

  • Powerriegel mit Carob: Carob-Pulver wird mit Quinoa, Chia, Mandeln, Möhren und Trockenfrüchten zu einem Früchtebrot verarbeitet.
  • Nougatcreme: Haselnüsse, Carob, Kakao, Vanille, Margarine und Honig ergeben eine kalorienreichere, aber weniger zuckerintensive Creme.
  • Carob-Schokolade (selbstgemacht): Kakaobutter schmelzen, Milchpulver und Kokosöl einrühren, Puderzucker und Carobpulver zugeben und in Formen gießen.
  • Carob-Muffins und -Brot: Carob- beziehungsweise Johannisbrotmehl kann in Brotrezepten und Muffins verwendet werden.

Kaufen und Lagerung

Carob erhalten Sie sowohl in Reformhäusern, als auch in Naturkostläden und manchmal auch in Supermärkten. Angeboten wird nicht nur Carob Pulver, sondern auch Carob Sirup, Carob Schokolade und Carob Raspeln. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass Sie Produkte aus biologischem Anbau, bestenfalls aus einem Fairtrade-Programm, beziehen. Carob hat eine lange Haltbarkeit. Gut verschlossen kann es Jahre gelagert werden. Online kann man Carob Pulver zu einem besonders gutem Preis-Leistungsverhältnis kaufen.

Herstellung von Carobpulver und Carob-Schokolade

Warum Carob ausprobieren?

Carob ist eine nährstoffreiche, ökologische Alternative zu Kakao und zudem frei von Stimulanzien. Wenn du den typischen und leicht bitteren Geschmack von Kakao nicht magst, wirst du den Kakaoersatz Carob mögen. Carob schmeckt anders als Kakao leicht fruchtig-karamellig und süß. Wer auf Stimulanzien verzichten möchte, kann bei Carob beherzt zugreifen. Insbesondere Menschen mit einer Laktose- oder Glutenunverträglichkeit greifen auf Carob zurück, da es die entsprechenden Allergene nicht enthält.

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