Warzen beim Pferd mit Honig behandeln — Wirksamkeit und Anwendung von medizinischem Manuka-Honig
Wenn Dein Pferd an Wunden, Abschürfungen, Mauke oder anderen Hautproblemen leidet, suchst Du sicher nach einer natürlichen, wirksamen und antibiotikafreien Lösung. In diesem Artikel erfährst Du alles über die Wirkung, Anwendung und Vorteile von Manuka-Honig für Pferde.
Warum Honig als Wundmittel wirkt
Die Heilkraft von Honig ist seit Jahrhunderten bekannt. Dank seiner antimikrobiellen Eigenschaften wirkt er effektiv gegen eine breite Palette von Bakterien und Keimen, hilft Infektionen zu vermeiden und den Heilungsprozess von Wunden, Schnitten und Hautläsionen zu beschleunigen. Der zähflüssige Honig bildet eine physikalische Schutzbarriere gegen pathogene Faktoren. In Vergleich zur Wundbehandlung mit Antibiotika oder Salzlösungen geht die Wundheilung bei Verwendung von Honig deutlich schneller vonstatten.
Die bei der Zuckerspaltung im Wundgebiet auftretenden Wasserstoffradikale haben eine bakterizide Wirkung. Diese antibakterielle Wirkung wird auf die bei Verdünnung mit Wasser auftretende Wasserstoffperoxidbildung zurückgeführt. Honig hat aufgrund seiner Inhaltsstoffe (Vitamin C und E, Katalase, Peroxidase, Phenolverbindungen) auch antioxidative Fähigkeiten, die das neu entstandene Gewebe vor Schädigungen durch freie Radikale schützen. Die antioxidative Aktivität hängt zusammen mit dem Gesamtphenolgehalt des Honigs und könnte ein wichtiger Hinweis für die Effektivität im Einsatz zur Wundheilung sein.
Medizinischer Honig versus Lebensmittelhonig
Medizinischer Honig unterscheidet sich von herkömmlichem durch seinen besonderen Herstellungsprozess. Er wird sorgfältig ausgewählt, um eine hohe Konzentration an bestimmten bioaktiven Verbindungen zu gewährleisten. Medizinischer Honig wird anders als das Lebensmittel Honig durch Gammastrahlung sterilisiert. Dadurch wird die Funktionsfähigkeit der Enzyme nicht beeinträchtigt. Lebensmittel-Honig wird teilweise thermisch sterilisiert und verliert dadurch diese Funktionsfähigkeit.
Die Glucoseoxidase aus der Futtersaftdrüse der Biene ist, bezogen auf seine antibakterielle Wirkung, das wichtigste Enzym im Honig. Beachte aber, dass dieses Enzym licht- und wärmeempfindlich ist. Das ist nochmals ein Hinweis darauf, deinen Honig beim regionalen Imker zu kaufen, der weiß, wie seine Produkte zu lagern sind.
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Besonderheiten des Manuka-Honigs
Medizinischer Honig enthält oft Manukahonig, ein spezieller Blütennektar, der aus dem in Neuseeland und kleinen Teilen Australiens heimischen Manuka-Strauch gewonnen wird. In Bezug auf Manuka-Honig ist besonders auch der antibakterielle Wirkstoff Methylglyoxal (MGO) zu erwähnen. Dieser entsteht in jedem Honig als Zuckerabbauprodukt durch Dehydration von Dihydroxyaceton schon in der Honigwabe. Beim neuseeländischen Manuka-Honig geht man noch weiter: Neben Studien aus Neuseeland (im Jahr 2004), Jaipur (Indien, 2010) und Bordeaux (Frankreich, 2011), konnte auch an der deutschen Universität in Jena nachgewiesen werden, dass echter, neuseeländischer Manuka-Honig eine Mundflora gesund erhält und Entzündungen vorbeugt.
Für die Wundpflege solltest du allerdings den speziellen Manuka-Honig aus Neuseeland einsetzen. Am besten als medizinischen Honig, weil dieser weitreichend von Keimen/Bakterien befreit wurde. Glücklicherweise nicht durch Erhitzen, was wichtige Enzyme zerstören würde. Eine Sterilisation findet hier durch eine Behandlung mit Gamma-Strahlen statt.
Wissenschaftliche Evidenz bei Pferden
Wie gut medizinischer Honig bei der Wundbehandlung von Pferden wirkt, konnte in den vergangenen Jahren hinreichend belegt werden. So konnten schwedische Forscher 2016 in einem Versuch an zehn Pferden mit schwer heilenden Wunden an Gliedmaßen und im Bereich des Kopfes die erstaunliche Wirkung des Naturheilmittels bestätigen. Bereits eine einzige Anwendung bewirkte bei allen betroffenen Pferden eine Verbesserung.
Drei Jahre später ließ eine Studie aus Israel aufhorchen, bei der Honig nicht oberflächlich angewendet, sondern direkt in das geschädigte Gewebe bzw. die offene Wunde eingebracht wurde. Auch hier sprachen die Ergebnisse für sich: Die Wunden jener Pferde (69), die mit medizinischem Honig behandelt worden waren, heilten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit vollständig ab (3,4-fach höhere Erfolgsrate) und zeigten zudem eine signifikant geringere Anfälligkeit für Infektionen (3,6-fach höhere Erfolgsrate). Auch die behandelnden Tierärzte waren mit dem Heilungsfortschritt bei der Honigbehandlung deutlich zufriedener (2,7 Mal höher) im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Neueste Forschungen aus Großbritannien zeigen nun, dass medizinischer Honig sogar bei Gelenksoperationen seinen Wert beweist. In einer Studie an drei Pferden mit septischer Arthritis wurde medizinischer Honig postoperativ als antimikrobielle Behandlung anstelle von Antibiotika eingesetzt. "Dieses Vorgehen war sicher, es wurden keine sichtbaren Nebenwirkungen beobachtet, alle drei Pferde erholten sich von ihren Verletzungen und zeigten keine Anzeichen von Lahmheit in allen drei Gangarten", resümiert Studienleiter Richard Coomer, Spezialist für Pferdechirurgie am Cotts Equine Hospital in Narberth, Wales (GBR).
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Gleichzeitig räumt er ein, dass es sich bei seiner Arbeit nicht um eine kontrollierte Studie gehandelt habe und die Ergebnisse demzufolge auch nicht zeigen würden, dass Honig eine septische Arthritis besser behandle als Antibiotika. Um hier eine gesicherte Aussage treffen zu können, bedarf es weiterer Forschung. In der einfachen Wundbehandlung von Pferden eröffnet medizinischer Honig aber schon jetzt vielversprechende Perspektiven für eine schnellere und effizientere Genesung.
Randomisierte klinische Studie: Intralesionale Anwendung
Diese Frage wurde nun Gegenstand einer randomisierten klinischen Studie, die an der Tierärztlichen Hochschule in Israel koordiniert und von elf Kollegen im Feld durchgeführt wurde. Die Tierärzte erhielten Randomisierungsumschläge und waren gehalten, den jeweils nächsten Umschlag vor Ort bei einem Fall mit geplantem primärem Wundverschluss zu öffnen, um zu sehen, ob Honig angewendet werden sollte oder nicht. Der Honig (L-Mesitran Gel) wurde einmalig in die Läsion eingebracht.
Es kamen 127 Fälle zur Auswertung, davon 69 mit Mesitran behandelte und 58 unbehandelte Fälle. Nebenwirkungen traten der Dokumentation zufolge nicht auf. Die Chance der mit Honig behandelten Pferde auf eine vollständige Heilung lag etwa 3,4-mal so hoch wie die der Kontrolle, die Chance auf Ausbleiben einer Infektion etwa 3,6-mal so hoch und die Chance, dass der behandelnde Tierarzt mit dem Ergebnis zufrieden war, lag bei den mit Honig behandelten Pferden etwa 2,7-mal so hoch wie bei der Kontrolle.
Diese Zahlen scheinen eindeutig für die intraoperative Anwendung von medizinischem Honig zu sprechen. Doch bedürfen die Ergebnisse weiterer Abklärung, da die hier behandelten Wunden nicht standardisiert waren und eine objektive Beurteilung der Wundheilung mit gleichen Maßstäben entsprechend schwierig durchzuführen war. Außerdem wurde die Beurteilung von unverblindeten Personen vorgenommen, was zu Voreingenommenheit führen kann. Die Autoren empfehlen deshalb größere, besser standardisierte und verblindete Studien, um das Potenzial des medizinischen Honigs besser abzuklären.
Anwendungsbereiche beim Pferd
- Offene Wunden (Schnitt- und Schürfwunden)
- Operationswunden und postoperative Wundpflege
- Brandwunden und Verbrennungen
- Mauke und entzündete Hautareale
- Bisswunden und infizierte Läsionen
Ganz gleich, auf welche Wunden, Bisswunden, Schnittwunden, Operationswunden, Brandwunden … du medizinischen Honig auftragen möchtest, Ziel ist immer die Beeinflussung des Wundmilieus. Dabei gibt es natürlich Wunden, die sekundär verheilen müssen - gerade an Pferdebeinen, wenn große Hautabrisse vorhanden sind, die ein Nähen unmöglich machen. Doch auch alle anderen Verletzungen können eine Wundtherapie mit Manuka-Honig erhalten.
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Wie man Manuka-Honig richtig anwendet
Die Anwendung ist denkbar einfach und sicher. Nach der gründlichen Wundreinigung - idealerweise mit einem sterilen Pflegemittel - kannst Du den Manuka Honig oder ein entsprechendes Produkt (z. B. Manuka Vet Gel) direkt auf die Wunde oder betroffene Hautstellen auftragen. Für kleinere Hautreizungen, Abschürfungen oder trockene Stellen genügt oft schon ein dünner Film Honig oder Gel. Ganz gleich, auf welche Wunden du medizinischen Honig auftragen möchtest, trägst du ihn am besten zweimal täglich auf Wunden auf, die nicht verbunden wurden. Bei verbundenen Verletzungen reicht es, eine Wundauflage mit Honig bei jedem Verbandswechsel auf die Wunde zu legen.
Achte beim Kauf auf einen zertifizierten Manuka Honig mit einem klar gekennzeichneten MGO-Gehalt. Wichtig: Achte auf die Qualität des Produkts. Du kannst Manuka Honig bei Deinem Pferd in vielen Situationen anwenden, z. B. Ob zur Wundreinigung, Wundpflege oder zur allgemeinen Unterstützung des Heilungsprozesses - Manuka Honig ist ein vielseitiges, natürliches Heilmittel für Pferde.
Sicherheitsaspekte und Vorsichtsmaßregeln
Honig bekommt auf der Ernährungsampel für Pferde gelbes Licht. Kur-weise verabreicht kann er bei einigen Erkrankungen der Atemwege oder des Verdauungsapparats, wie auch zur Anregung des Appetits durch seine vielfältigen und wertvollen Inhaltsstoffe eine tolle Unterstützung zur schulmedizinischen Therapie sein. Vorsichtig sollte man allerdings bei Pferden mit Insulinresistenzen, bei übergewichtigen Pferden und bei Fohlen und Jungpferden sein. Hier darf kein Honig gefüttert werden.
Fohlen sollten absolut Honig-frei aufgezogen werden, da im Honig häufig Bakterien der Gattung Clostridium botulinum vorkommen können, die bei Säuglingen (und Fohlen) zu einer Besiedlung und schweren Vergiftung führen können. Erwachsene - Pferd wie Mensch - kommen mit den oft in den Pollen des Honigs befindlichen Bakterien zurecht, da ihr Gastrointestinaltrakt bereits genügend Bakterien zur Gegenwehr entwickelt hat.
Qualitätskriterien beim Honigkauf
Honig kann vielerlei Qualitäten aufweisen: vom eher minderwertigen Industriehonig bis zum qualitativen Imker-Honig. Hierzu gibt es beispielsweise das Siegel des Deutschen Imkerbundes „Echter deutscher Honig“. Dieses steht für eine strenge Kontrolle, kalt geschleuderten und reinen, naturbelassenen Honig mit höchstens 18 Prozent Wassergehalt. Die Invertaseaktivität (ein wärmeempfindliches Enzym) muss mindestens 64 U/kg betragen, der HMF-Gehalt darf 15 mg pro kg Honig nicht überschreiten.
Ist dein Imker-Honig fest geworden, erwärme ihn auf ca. 37 Grad Celsius, aber niemals über 40 Grad, denn sonst zerstörst du schon wichtige Inhaltsstoffe. Um die Aktivität der Glucoseoxidase zu erhalten, ist es ratsam, nur kleine Honiggläser frisch vom Imker zu kaufen, wenn du keinen Manuka-Honig oder gar medizinischen wählst.
Grenzen und offene Fragen
Obwohl viele Studien positive Effekte zeigen, bedürfen einige Ergebnisse weiterer Abklärung. Beispielsweise waren in einigen Studien Wunden nicht standardisiert und die Beurteilung unverblindet, was Bias begünstigen kann. Studienleiter betonen, dass zur Beantwortung, ob Honig Antibiotika in bestimmten Fällen vollständig ersetzen kann, größere, besser standardisierte und verblindete Studien notwendig sind.
Worauf solltest Du achten?
- Bei schweren, tiefen oder großflächigen Wunden stets den Tierarzt konsultieren.
- Bei bekannten Stoffwechselerkrankungen des Pferdes (z. B. Insulinresistenz) vor innerer Gabe von Honig Rücksprache halten.
- Auf zertifizierte Produkte mit angegebenem MGO- oder UMF-Wert achten.
- Bei eingesetzten Vet-Gelen auf gültige Zulassungen und Herstellerempfehlungen achten.
Praxis-Tipps
- Wunde sauber und trocken halten, vor dem Auftragen sanft reinigen.
- Bei unverbundenen Wunden Honig zweimal täglich erneuern.
- Bei Verbandverband: Wundauflage mit Honig bei jedem Verbandswechsel neu auflegen.
- Sorge für adäquaten Schutz vor Fliegen und Verschmutzung - Fliegenkontrolle ist entscheidend.
Mit Produkten wie Manuka Vet oder einem hochwertigen, zertifizierten Manuka Honig aus Neuseeland kannst Du die Heilung Deines Pferdes effektiv fördern - ganz ohne chemische Antibiotika.
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