Warum gibt es keinen Honig mehr? Die Gründe für das Honigproblem
Honig galt lange als reines Naturprodukt und beliebtes Lebensmittel, das in jeden Haushalt gehört. Doch in den letzten Jahren wurde es zunehmend schwieriger, echten Honig zu fairen Preisen zu bekommen. Zahlreiche Faktoren machen es fast unmöglich, ein Glas Honig für einen Verkaufspreis von knapp zwei Euro herzustellen - auch außerhalb der EU ist das der Fall.
Fälschungen und Importe: Die Unsicherheiten beim Honig
Die Fälschungen, wie zum Beispiel der mit Zuckersirup gestreckte Honig oder der mit falsch angegebenen Herkunftsländern, sind mittlerweile so gut, dass sie auch im Labor nur schwer nachzuweisen sind. Bei uns kann im Blütenhonig aus dem Supermarkt oder Discounter zum Beispiel auch Honig aus China sein. Honige aus China stehen unter dem Verdacht, mit billigen Zuckern und Sirupen gestreckt zu werden.
Doch der Herstellungsprozess dort ist industriell, wie Imker Walter Haefeker in einem früheren Interview berichtet hat. Die Bienen werden dort nur als reine Honigtau-Sammlerinnen eingesetzt. Bei unserem heimischen Honig erledigen die Bienen all das selbst, was in chinesischen Fabriken künstlich passiert: Der Honigtau wird im Stock durch die Bienen zu Honig getrocknet.
Und die Tiere geben dem Honig Enzyme zu, um ihn haltbar zu machen. Je billiger ein Honig ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass da getrickst wurde, so Imker Haefeker. Doch auch, wenn der Preis eines Honigs hoch ist, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher nicht sicher sein, was genau drin ist, welche Mischung verschiedener Honige. Wenn das Glas das Gütesiegel "Echter Deutscher Honig" trägt, dagegen schon.
Unklare Importwege und Deklaration
Aktuell, so die Stiftung Warentest, stammen 42 Prozent des Honigs, den wir konsumieren, aus Deutschland. Vor zehn Jahren waren es nur 22 Prozent, schreibt test.de. Wichtiges Honig-Importland ist die Ukraine, aus China stammen nach offiziellen Zahlen nur 3,6 Prozent des Honigs. Eine Dunkelziffer ergibt sich aus der unklaren Deklarationspflicht - der vorgeschriebene Hinweis "Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern" - das sagt gar nichts über die konkreten Importländer aus.
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| Importland | Prozent am Konsum |
|---|---|
| Deutschland | 42% |
| Ukraine | nicht genau bekannt |
| China | 3,6% |
Wissenschaftliche Untersuchungen und das Ausmaß der Fälschungen
In Estland hat sich allerdings ein Labor auf die DNA-Analyse zur Überprüfung von Honig spezialisiert - und dort entstand im Auftrag des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes und des Europäischen Berufsimkerbunds (EPBA) eine Studie, die Anfang Oktober 2024 das ganze Ausmaß der Honigfälscherei aufzeigte: Mit dieser DNA-Sequenzierung wurde gezeigt, dass von 30 Honigproben 25 gestreckt waren. In vielen der untersuchten Proben wurde in Estland nur wenig bis gar keine Honigbienen-DNA gefunden.
Allerdings, darauf weist die FoodQS GmbH für Lebensmittelanalytik und Qualitätssicherung in einer Stellungnahme hin, seien 30 Proben nicht repräsentativ.
Warum regionaler Honig die bessere Wahl ist
Regionalen Honig zu kaufen, nutzt allen. Wir unterstützen damit die Imkerinnen und Imker und deren Bienen, denn ohne die Honigbienen wäre unser Speiseplan drastisch kleiner. Auf ihren Flügen bestäuben die Bienen schließlich quasi nebenbei eine Unzahl an Nutzpflanzen von Obstbäumen bis hin zu Gemüse. Zwar tun Honigbienen und Wildbienen das nicht allein, aber sie sind die effizientesten Insekten: 90 Prozent der Obstbaumblüten werden von Bienen bestäubt.
Wer beim Imker oder der Imkerin kauft, kann sicher sein, dass dem Honig weder etwas hinzugefügt noch entzogen wurde. Imkerinnen und Imker halten sich an die Deutsche Honigverordnung. Darin steht: "Honig dürfen keine anderen Stoffe als Honig zugefügt werden."
Mythen und Fakten rund um Kristallisation
Dass der Honig mit der Zeit Kristalle bildet, bedeutet übrigens nicht, dass Haushaltszucker zugesetzt wurde, wie manche das glauben. Echter Bienenhonig wird früher oder später immer fest und das ist ein Zeichen, dass er eben nicht stark erhitzt wurde. In einem Wasserbad mit maximal 40 Grad Temperatur wird er schnell wieder flüssig.
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Wie wird echter Honig gemacht?
Und wie wird Honig eigentlich gemacht? Bei unserem heimischen Honig erledigen die Bienen all das selbst, was in manchen Fabriken künstlich passiert. Die Tiere geben dem Honig Enzyme zu, um ihn haltbar zu machen.
Fazit für Verbraucherinnen und Verbraucher
Je billiger ein Honig ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass da getrickst wurde. Doch auch teurer Honig bietet keine absolute Sicherheit über die Zutaten und die Herkunft. Fragen Sie beim Imker nach, beachten Sie das Gütesiegel und überlegen Sie, welchen Weg Ihr Honig genommen hat. Wenn das Glas das Gütesiegel "Echter Deutscher Honig" trägt, können Sie sicher sein, dass den strengen deutschen Regeln gefolgt wurde.
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