Wann beginnt die weihnachtliche Backzeit für Plätzchen?
Die kalte Jahreszeit beginnt, man sehnt sich nach Gemütlichkeit und Wärme. Lange dauert es nicht, bis man sich erste Gedanken rund um Weihnachten macht. Für viele beginnt damit auch die Zeit des besinnlichen Plätzchenbackens. Du möchtest die Küche in eine lecker duftende Weihnachtsbäckerei verwandeln? Ein festes Datum zum Plätzchenbacken, das Du Dir jedes Jahr in den Kalender schreiben solltest, gibt es nicht.
Traditionen und Startzeitpunkt: Was sagt die Tradition?
Früher wurde aus Tradition erst nach dem Totensonntag mit dem Plätzchenbacken begonnen. Der Totensonntag, ein evangelischer Gedenktag, fällt immer auf den letzten Sonntag vor dem Advent. Aus Respekt vor den Verstorbenen verzichten auch heute noch gläubige Familien bis dahin auf Weihnachtsdekoration und das besinnliche Backen von Plätzchen. Ob aus traditionellen, christlichen oder persönlichen Gründen - jeder sollte selbst entscheiden, wann der Startschuss für die Weihnachtsbäckerei fällt.
Praktischer Backplan: Wann welche Sorten gebacken werden sollten
Ein Backplan hilft, damit die einen Sorten frisch genießen kann und die anderen Zeit zum Durchziehen bekommen. Für größtmöglichen Plätzchen-Genuss ist es ratsam, sich einen Backplan zu erstellen. Denn die einen, z. B. Makronen, schmecken frisch gebacken am besten, die anderen, z. B. Lebkuchen, ist erst nach 2 Wochen Durchziehzeit so richtig gut.
- 3 Wochen vor Verzehr: Christstollen und Co. - Wer pünktlich zum 1. Advent saftigen Christstollen sowie Gebäck aus Stollen- oder Früchtebrot-Teig genießen möchte, sollte Anfang bis Mitte November mit dem Backen beginnen, denn für Stollen und Gebäck aus Stollenteig sollten im besten Fall 3 Wochen Zeit zum Durchziehen haben. So können sich die Aromen der Früchte und Gewürze optimal entfalten! Christstollen ist 8 Wochen haltbar.
- Mindestens 2 Wochen vor Verzehr: Lebkuchen - Auch Lebkuchen benötigt ausreichend Zeit zum Durchziehen, und zwar mindestens 2 Wochen vor Verzehr. Bis dahin bewahrst du den würzigen Klassiker idealerweise in einer Blechdose auf, evtl. mit einem Apfelstück darin. Trocken, ohne Apfelstück gelagert, ist selbst gebackener Lebkuchen bis zu 6 Monaten haltbar.
- 14 Tage vor Verzehr: Mürbeteigplätzchen aller Art - Der ideale Zeitpunkt, um Plätzchen aus Mürbeteig zu backen, ist 14 Tage vor Verzehr. Für die Lagerung empfehlen wir dicht schließende Dosen. So gelagert halten Mürbeteigplätzchen etwa 4 Wochen.
- 3-4 Tage vor Verzehr: Zimtsterne - Aromatisch-süße Zimtsterne sollten vor dem Verzehr ein wenig durchziehen. 3-4 Tage sind ideal. Zimtsterne sind 3-4 Wochen haltbar.
- Eher kurz vor dem Verzehr: Makronen aller Art - Das zarte Gebäck aus Eischnee, Zucker und gemahlenen Nüssen oder Kokosraspel schmeckt frisch aus dem Ofen am allerbesten, deshalb solltest du Makronen erst kurz vor dem Verzehr backen.
Wie lange vor Weihnachten kann man anfangen?
Du bist schon ab Mitte November so richtig in Weihnachtsstimmung? Dann darf die Weihnachtsbäckerei natürlich auch nicht mehr stillstehen. Gerade klassisches Weihnachtsgebäck, wie Stollen oder Früchtebrot kannst Du ohne Probleme schon bis zu 6 Wochen vor Weihnachten backen. Dabei solltest Du auf die richtige Lagerung achten. Stollen oder Früchtebrot lagerst Du am besten an einem trockenen und kühlen Ort.
Weitere Klassiker wie Baiser und Makronen aber auch Nussecken kannst Du bis zu 3 Wochen im Voraus backen. Dabei sollten die Nussecken nach dem Backen aber kühl und trocken gelagert werden. Auch Baumkuchen und Co. zählen zu beliebten Weihnachtsrezepten. Du hast das Backen der Weihnachtsplätzchen bis kurz vor Weihnachten aufgeschoben oder möchtest kurz vor den Festtagen noch für frischen Nachschub sorgen? Dann ist eine Woche vor den Feiertagen der richtige Zeitpunkt. Nahezu alle Rezepte für Weihnachtsplätzchen eignen sich zum Backen kurz vor Weihnachten - so kannst Du mit deinen Liebsten auch an den Festtagen noch einmal richtige Weihnachtsleckereien naschen.
Lesen Sie auch: Ab wann ist Kakao sicher für Babys?
Welche Plätzchen halten wie lange? Lagerfähigkeit im Überblick
| Plätzchensorte | Beste Backzeit vor Verzehr | Aufbewahrung & Haltbarkeit |
|---|---|---|
| Christstollen / Früchtebrot | 3 Wochen (bis zu 6 Wochen möglich) | Folienverpackt, kühl/dunkel, bis 8 Wochen |
| Lebkuchen | Mind. 2 Wochen | Blechdose, evtl. Apfelstück, bis zu 6 Monate trocken |
| Mürbeteigplätzchen | 14 Tage | Dicht schließende Dosen, ca. 4 Wochen |
| Zimtsterne | 3-4 Tage | Keksdosen, 3-4 Wochen |
| Makronen (Baiser, Kokos) | Kurz vor Verzehr | Gut verschlossene Dosen, frisch am besten |
| Butter-/Ausstechplätzchen | 1-3 Wochen | Vollständig ausgekühlt in Blechdose, ca. 3-4 Wochen |
Tipps zur Lagerung: So bleiben Plätzchen lange frisch
- Lasse die Plätzchen nach dem Backen vollständig auskühlen, Verzierungen wie Zuckerguss oder Schokolade müssen trocknen.
- Bewahre die Plätzchen in luftdichten Keksdosen aus Blech oder Kunststoff an einem trockenen, kühlen Ort auf. In Plastikbehältern können sie manchmal einen Fremdgeruch annehmen.
- Verwende für jede Sorte eine eigene Dose oder trenne Sorten mit Butterbrotpapier, damit Aromen nicht übertragen werden.
- Ein Apfelschnitz in der Dose verhindert das Austrocknen von Mürbeteigplätzchen.
- Bei Gebäck mit Schokoladenüberzug Fingerabdrücke vermeiden - Schokolade kann bei Lagerung weiß anlaufen.
Praktische Backtechnik- und Energie-Tipps
Plätzchen backen gehört einfach dazu: Vanillekipferl, Zimtsterne, Spekulatius, Stollen, Spitzbuben, Makronen, Spritzgebäck… Es ist einfach herrlich, wenn der Duft frisch gebackener Plätzchen durchs Haus zieht. Doch was haben Plätzchen mit dem Energieverbrauch zu tun? Wenn ein Blech nach dem nächsten in den Backofen geschoben wird, läuft der Backofen so richtig heiß - und verbraucht Energie.
Bei allen Backrezepten steht der Hinweis, den Backofen auf eine bestimmte Temperatur vorzuheizen. Haben Sie sich auch schon immer gefragt, warum eigentlich? Das hat als erstes einen ganz praktischen Grund: Jeder Backofen heizt unterschiedlich schnell auf. Ältere Modelle brauchen bis zu 20 Minuten, um auf 200 Grad Celsius zu kommen; neue dagegen nur zehn Minuten. Der Nachteil: Ist der Backofen einmal angestellt, dann verbraucht er Energie, auch wenn nichts auf dem Blech ist. Backen mit Vorheizen kostet bis zu 20 Prozent mehr Energie als ohne. Wer viel backt, kann Strom sparen, indem aufs Vorheizen verzichtet wird. Allerdings: Schiebt man Plätzchen ohne Vorheizen in den Ofen, stimmen die im Rezept angegebenen Backzeiten nicht mehr.
Erfahrene „Bäcker“ wissen nach einigen Backvorgängen, wie lange ihr Backofen braucht um die 200 Grad zu erreichen - und verlängern die Backzeit dementsprechend. Wer es ganz genau wissen will, kann das auch vorher nachmessen und die Zeit dann auf die Backzeit drauf rechnen. So verhindert man, dass die Plätzchen plötzlich viel zu dunkel, zu trocken oder gar bröselig werden. Schiebt ein Blech nach dem anderen in den Backofen? Dann können Sie den Backofen sicher schon ausstellen, wenn Sie das letzte Blech reinschieben. Außerdem sollte man die Backofentür während des Backens nur so oft wie nötig und so kurz wie möglich öffnen. Ansonsten geht viel Energie verloren!
Nutzen Sie die Umluft-Funktion statt Ober- und Unterhitze. Die ist bis zu 30 Prozent sparsamer: Die Backtemperatur kann 20 bis 25 Grad niedriger eingestellt werden, bei gleicher Backzeit.
Praktische Rezepte und Grundrezepte (Auswahl)
Hier drei Klassiker für das Weihnachtsfest, zusammengestellt aus altbewährten Grundrezepten:
Lesen Sie auch: Exotische Genüsse: Die Erfolgsgeschichte der Dubai Schokolade
Vanillekipferl (Grundzutaten)
- Für den Teig werden 200 g Weizenmehl, 1 Päckchen Backpulver, 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei Größe M, 125 g weiche Butter, 100 g gemahlene Mandeln benötigt.
- Zum Bestreuen noch einmal Puderzucker und Vanillezucker.
- Backblech mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 180° C vorheizen (Ober- und Unterhitze), Umluft 160° C. Alle Zutaten schnell zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Aus dem Teig kleine, gebogene Hörnchen formen. Auf dem Backblech weit genug auseinander legen und dann zehn Minuten auf mittlerer Höhe backen.
Mandelnmakronen
- Für den Teig: 3 Eier Größe M, 250 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 3 Tropfen Rum-Aroma, 1 Teelöffel Zimt, 400 g gemahlene Mandeln sowie Puderzucker.
- Als Vorbereitung ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 140° C vorheizen (Ober- und Unterhitze), Umluft 120° C.
- Die Eier trennen und die Eiweiße steif schlagen. Puderzucker nach und nach unter die Eiweiß-Masse rühren. Zirka 3 Esslöffel der Masse beiseite stellen. Gemahlene Mandeln, Zimt, Rum und Vanillezucker unter die Eiweiß-Masse heben, Teig gut durchkneten. Den Teig ausrollen und Sterne ausstechen. Die Sterne auf das Backblech legen und mit der restlichen Eiweiß-Masse bestreichen.
Ausstechplätzchen (Mürbeteig-Grundrezept)
- Für den Teig: 150 g Butter, 75 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei (Größe M), 175 g Mehl (Typ 405), 25 g Speisestärke, 1 Prise Salz.
- Backblech mit Backpapier auslegen und Backofen auf 200° C vorheizen (Ober- und Unterhitze), Umluft 180° C. Butter weich werden lassen, dann cremig rühren. Puderzucker, Salz und Vanillezucker unterrühren. Das Ei unterrühren. Danach das Mehl hinzugeben und ebenfalls schnell unterrühren.
- Teig in Frischhaltedose geben und mindestens 30 Minuten kaltstellen. Teig auf etwa 5 mm ausrollen, ausstechen, auf ein Blech legen und im vorgeheizten Ofen ca. 7-10 Minuten backen (pro Blech). Vollständig auskühlen lassen. Für den Zuckerguss 2 EL Zitronensaft und 6 EL Puderzucker verrühren und dekorieren.
Häufige Probleme mit Plätzchenteig und Lösungen
- Der Plätzchenteig wird nicht glatt, sondern krümelig - meist hilft es, noch weiter zu kneten und zum Schluss mit der Hand nachzuarbeiten. Falls der Teig insgesamt zu trocken wirkt, kann man einen Teelöffel Eiswasser zugeben.
- Der Teig bröselt beim Ausrollen - direkt nach der Kühlzeit ist die Teigkugel noch sehr hart. Erst kurz Zimmertemperatur annehmen lassen und dann nochmal kurz durchkneten. Besser zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen.
- Der Teig ist zu weich - nochmal kühlen oder esslöffelweise Mehl zugeben. Teigreste immer wieder kühlstellen.
Backen mit Kindern, Backmischungen und Geschenkideen
Für die Arbeit mit Kindern eignen sich einfache Ausstechplätzchen und spezielle Backsets gut. Auf welches Timing Du in Deiner Backstube achten solltest und worauf es zeitlich beim Backen der Weihnachtskekse ankommt, erfährst Du hier. Je nachdem wie viel Zeit Du zum Backen einplanst und ob Du mit Kindern backst, können Backmischungen in der Vorweihnachtszeit eine große Hilfe sein. Als Geschenk sind verpackte selbstgebackene Plätzchen, Lebkuchenhäuser oder dekorierte Keksdosen beliebt.
Warum backen wir Weihnachtsplätzchen?
Die Frage, woher die Tradition des Plätzchenbackens kommt, lässt sich nicht so sicher beantworten. Eine Theorie besagt, dass die Kelten bereits vor Christi Geburt zum Anlass der Wintersonnenwende Kekse gebacken haben. Eine zweite Überlieferung führt zurück ins Mittelalter: Demnach wurden damals in vielen Klöstern Weihnachtsplätzchen gebacken, um Christi Geburt zu feiern. Welche Theorie auch stimmt, die Freude an den Plätzchen hat wohl bis heute angehalten. Das traditionelle weihnachtliche Backen gehört für viele Menschen zur Adventszeit dazu.
Welche Plätzchen sind in Deutschland beliebt?
Zu den beliebtesten Weihnachtsplätzchen und -gebäcken zählen Vanillekipferl, Mandelmakronen, Rum-Kugeln, Zimtsterne, Spritzgebäck, Mürbeteig-Plätzchen, Lebkuchen und viele regionale Spezialitäten wie Spekulatius oder Marzipanbrot. Zwei Drittel der Deutschen backen in der Weihnachtszeit Plätzchen und Weihnachtskekse.
Zusammenfassung: Wann starten?
- Kein festes Datum - richte dich nach Rezepten, Lagerfähigkeit und persönlicher Tradition.
- Frühe Sorten (Stollen, einige Lebkuchen) eignen sich bis zu 6 Wochen vorher.
- Viele Klassiker kannst du 2-4 Wochen vorher backen.
- Hast du Lust auf frische Makronen? Backe sie kurz vor dem Verzehr.
- Plane mit einem Backplan und lagere die Plätzchen korrekt, damit sie bis Weihnachten schmecken wie frisch.
Lesen Sie auch: Von den Anfängen bis zur Gegenwart: Lindt Schokolade
tags: #wann #beginnt #die #weihnachtliche #backzeit #für


