Waldbaur Schokolade: Geschichte, Sortiment, Herstellung und Rolle im ALDI-Sortiment
Stuttgart war einst bekannt für seine Schokoladen. Firmen wie Ritter, Eszet, Moser-Roth und Waldbaur waren hier angesiedelt. Die Schokoladenzeiten gehören jedoch schon längst der Vergangenheit an. Heute zeugen nur noch einzelne Gebäude von dieser süßen Epoche. Einer dieser steinernen Zeitzeugen findet sich direkt gegenüber der Johanniskirche am Feuersee - der ehemalige Sitz der Firma Waldbaur.
Gründung und frühe Jahre
Die Schokoladenfabrik Waldbaur wurde 1848 von den Brüdern Franz und Gustav Waldbaur gegründet. Gründer der Firma waren die Brüder Franz und Gustav Waldbaur. Die Schokoladenfabrik Waldbaur wurde 1848 von den beiden Brüdern Franz Waldbaur (1808-1866) und Gustav (Albert) Waldbaur (1814-1861) gegründet. Ihr Vater war der Böblinger Lehrersohn Gottlob Waldbaur. Franz, der ältere der beiden Brüder, absolvierte nach dem Tod seines Vaters von 1823 bis 1827 eine Apothekerlehre und war anschließend vier Jahre als Apothekergehilfe in Ulm, Tübingen und Stuttgart tätig. In den 1840er Jahren begann Franz Waldbaur im Laboratorium seiner Apotheke mit der Herstellung von Schokolade. Der Geschäftserfolg seiner kleinen Manufaktur veranlasste ihn, eine Fabrik in Stuttgart aufzubauen. Er gab seinen Beruf auf und verkaufte die Apotheke in Möhringen. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Gustav richtete er außerhalb der Stadt im Stuttgarter Westen gegenüber dem Feuersee eine Schokoladenfabrik ein.
Sortimentserweiterung und Firmennamen
Die Gebrüder Waldbaur erweiterten ihre Produktpalette im Lauf der Jahre um Kakaopulver, Liköre und Tee. Schon bald haben die Gebrüder Waldbaur ihr Sortiment um Kakaopulver, Tees und Liköre erweitert und das Unternehmen firmierte fortan unter dem Namen 'Gebr. Waldbaur, Dampfchocolade und Liqueurfabrik'. 1871 erfolgte eine weitere Umfirmierung unter dem Namen 'Gebr. Waldbaur, Chocolade. Liqueursfabrik und Theehandlung'. Mit der Erweiterung des Sortiments folgte die Erweiterung des Betriebsgeländes rund um das Stammhaus an der Rotebühlstraße.
Bauwerke, Standorte und Architektur
Nach ihrer Gründung bezog die Firma Waldbaur 1848 das Haus Vor dem Calwerthor 7 (ab 1851 Rotebühlstraße 83), in dem vorher bereits die Firma Märklin & Scholl eine Likör-, Senf- und Parfümerie-Fabrik betrieben hatte. Mit der Übernahme durch die Familie des Müllers Max Loës erfolgte zwei Jahre nach der Übernahme ein prachtvoller Neubau am selben Standort. 1889 wurde das Haupthaus Rotebühlstraße 83 durch einen repräsentativen Neubau ersetzt, das einzige erhaltene Zeugnis aus der großen Zeit der ehemaligen Schokoladenfabrik. Die Waldbaur-Gebäude liegen in dem Geviert zwischen Rotebühlstraße und Augustenstraße bzw. Hermannstraße und Senefelderstraße. Sie belegten ursprünglich die Hausnummern Rotebühlstraße 83 bis 87, heute 81 bis 89.
Familienführung, Übernahmen und Personalentwicklung
Über zwei Generationen wurde die Schokoladenfabrik durch die Familie Waldbaur geführt. 1887 ging die Firma Waldbaur an die Familie des Müllers Max Loës über, welche sie bis 1964 führte. Max Loës war verheiratet mit Thekla Kreuzer. Aus der Ehe ging der Sohn Karl Loës (1877-1964) hervor, der 1912 nach Beendigung seines Studiums die Firma übernahm. Mit der Übernahme durch den Sohn Karl Loës begann der Aufstieg Firma Waldbauer zu einem der großen deutschen Schokoladenhersteller. So bestand die Belegschaft um 1910 noch aus 150 Mitarbeitern. 50 Jahre später, 1960, waren es bereits 500 Beschäftigte. Dem Einsatz Karl Loës' ist es auch zu verdanken, dass die Firma Waldbaur nach dem Krieg schnell wieder aufgebaut werden und die Produktion bereits 1949 wieder aufnehmen konnte. Nach dem Tod von Karl Loës 1964 ging die Firma Waldbaur auf Gerd Ruisinger (1918-2008) über. Mit dem Tod Karl Loës' ging das Unternehmen an dessen Schwiegersohn, Gerd Ruisinger, über.
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Produktion, Produktpalette und Spezialitäten
Waldbaur war ein Stuttgarter Schokoladenhersteller, der fast 130 Jahre lang von 1848 bis 1977 zu den wichtigsten Schokoladeproduzenten in Deutschland gehörte. Waldbaur - bekannt für seine Katzenzungen. Eine Vielzahl von Werbemitteln hat das Ende der Firma Waldbaur überlebt. Zu den begehrten Sammlerobjekten gehören Reklameschilder, Verpackungen, Reklamemarken, Malvorlagen, Kartenspiele, Comicstrips, Aschenbecher und Zahlteller.
Wirtschaftliche Probleme, Markenverkauf und Produktionsstopp
Durch weltweite Überkapazitäten geriet die Schokoladenbranche in den 1970er Jahren in wirtschaftliche Bedrängnis. Um Waldbaur vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, wie es die Firmen Moser-Roth, oder auch Eszet bereits erfahren hatten, welche aufgrund der weltweiten Überkapazitäten auf dem Schokoladenmarkt 1967, bzw. 1975 ihre Produktionen aufgeben mussten, hat Gerd Ruisinger 1976 die Markenrechte an die Stollwerk AG in Köln verkauft und im darauf folgenden Jahr die Produktion eingestellt. Nach 128 Jahren verkaufte Waldbaur die Markenrechte 1976 an den Kölner Schokoladenhersteller Stollwerck und stellte 1977 die Produktion ein. Dies bedeutete gleichzeitig das Ende der Schokoladenstadt Stuttgart. 700 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz.
Waldbaur-Nachwirkung, Sammlerstücke und heutige Verwaltung
Die Firma Waldbaur ging über auf die Waldbaur Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH, die auch die Immobilien des Waldbaur-Areals verwaltet. Eine Vielzahl von Werbemitteln hat das Ende der Firma Waldbaur überlebt. Zu den begehrten Sammlerobjekten gehören Reklameschilder, Verpackungen, Reklamemarken, Malvorlagen, Kartenspiele, Comicstrips, Aschenbecher und Zahlteller.
Waldbaur-Name, Reaktivierungen und spätere Marken
Die Schokolade wird wurde von der WALDBAUR Feine Schokoladen GmbH, Köln hergestellt. Die schlechte Choceur Alpenmilch wird in Nordrhein-Westfalen hergestellt, von der Waldbaur Feine Schokoladen GmbH D-51149 Köln. Die Marke Sarotti gehört übrigens seit 1998 auch zu STOLLWERCK. Stollwerck übernahm zahlreiche Traditionsmarken wie Sarotti mit dem berühmten Mohren-Motiv, Sprengel sowie die beiden Stuttgarter Schokoladenfabrikanten Staengel & Zeller, bekannt für die Eszet-Schnitten (dünne Schokoblättchen die als Belag für Brote und Brötchen gedacht waren) und Waldbaur - bekannt für seine Katzenzungen.
Waldbaur-Produkte bei Discountern: Choceur und Qualitätsunterschiede
Es gibt beim Aldi so Choceur-Schokoladentafeln, 100 Gramm. Früher für 39 Cent pro Tafel, inzwischen kosten sie 49 Cent. Vergleichbare Produkte von der lila Kuh kosten mehr als doppelt so viel. Die beiden Tafeln haben die selbe EAN und enthalten Kakao 30 % mindestens. Die Unterschiede liegen wohl daran, dass die beiden von unterschiedlichen Herstellern hergestellt werden. Während die gute Choceur Alpenmilch beispielsweise 14 % Magermilchpulver enthält, besteht die schlechte zu 16,5 % aus Vollmilchpulver. Und: Eine Portion der schlechten sind 25 Gramm, eine Portion der guten lediglich 4,2 Gramm. Die schlechte Choceur Alpenmilch wird in Nordrhein-Westfalen hergestellt, von der Waldbaur Feine Schokoladen GmbH D-51149 Köln. Die gute Choceur Alpenmilch stellt die Ludwig Schokolade GmbH & Co.
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Lieferketten, Zertifizierungen und ALDI SÜD
Der Begriff Lieferkette beschreibt in der Regel den Weg, den ein Produkt von seiner Entstehung bis zum Verzehr oder Gebrauch zurücklegt. Zumeist beginnt die Lieferkette mit dem Anbau oder der Gewinnung eines Rohstoffs. Dann folgen die Verarbeitung und der Transport bis zum Bestimmungsort. Lieferkette & Anbau sind nachhaltiger, wenn sie sozial- und umweltverträglich gestaltet sind. Dazu gehört u.a. die Achtung der Menschenrechte. Zertifizierungen und Produktsiegel wie Fairtrade oder das EU-Bio-Siegel auf der Verpackung geben dir beim Einkauf in unseren ALDI SÜD Filialen die Sicherheit, dass du ein Produkt in der Hand hältst, bei dem verschiedene Standards erfüllt werden.
Bei ALDI SÜD legen wir großen Wert auf die Einhaltung von menschenrechtlichen und ökologischen Anforderungen im Anbau. Aus diesem Grund setzen wir auf die Zusammenarbeit mit anerkannten Standardgebern, branchenübergreifenden Initiativen und unseren Lieferant:innen. Die Produktion und die Lieferketten von Kaffee, Kakao und Tee beinhaltet verschiedenste Herausforderungen. Erfahre, wie wir uns bei ALDI SÜD für eine transparente Lieferkette und einen nachhaltigeren Anbau von Kaffee, Kakao und Tee einsetzen. Bei ALDI SÜD verpflichten wir uns im Rahmen der Verordnung (EU) 2023/1115 über entwaldungsfreie Produkte („EUDR“) entwaldungsfreie Lieferketten zu gewährleisten, indem wir Rohstoffe nur aus Quellen beziehen, die nachweislich keine Entwaldung verursachen und unseren Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette nachkommen. Zudem haben wir strenge Lieferantenanforderungen bei Rohstoffen wie Palmöl, Soja und Holz.
Waldbaur im Kontext der deutschen Schokoladenindustrie
Stuttgart war die Heimat von berühmten Marken - Aber seit 1985 ist der Kakaoduft verzogen. Berühmte Stuttgarter Schokoladenhersteller gaben den Betrieb auf, bereits 1967 Moser-Roth bzw. Haller und 1975 Eszet. Stollwerck zählte in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu den größten deutschen Schokoladenherstellern in Deutschland. Stollwerck beschäftigt aktuell 1700 Mitarbeiter und kommt mit Marken wie Sarotti, Alprose und Alpia auf einen Umsatz von 500 Millionen Euro. Der ausgehandelte Vertrag mit dem Familienunternehmen Baronie soll nach der Prüfung durch die Kartellbehörden im Herbst unter Dach und Fach sein. Die Marke Moser Roth wurde 1902 geschützt und geht zurück auf die Firma Roth, die Konditormeister Wilhelm Roth 1841 in Stuttgart gründete.
Tabelle: Wichtige Daten zur Firma Waldbaur (Auszug)
| Jahr / Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| 1848 | Gründung durch Franz und Gustav Waldbaur |
| 1851 | Standort Vor dem Calwerthor 7 → Rotebühlstraße 83 |
| 1887 | Übernahme durch Max Loës |
| 1910 | Belegschaft ca. 150 Mitarbeiter |
| 1960 | Belegschaft ca. 500 Mitarbeiter |
| 1964 | Firma geht an Gerd Ruisinger |
| 1976 | Verkauf der Markenrechte an Stollwerck |
| 1977 | Produktionsstopp; Ende der Schokoladenproduktion in Stuttgart |
Kulturelle Bedeutung und Erinnerungen
Stuttgarts Schokoladenseite schmeckt nicht mehr. Eine Vielzahl von Werbemitteln hat das Ende der Firma Waldbaur überlebt. Zu den begehrten Sammlerobjekten gehören Reklameschilder, Verpackungen, Reklamemarken, Malvorlagen, Kartenspiele, Comicstrips, Aschenbecher und Zahlteller. Eine kleine Ausstellung mit Marken, Verpackungen und Werbeschildern erinnert an diese Zeit und weckt bei Sammlern nostalgische Begehrlichkeiten.
Habe ich noch in meinem Bildarchiv gefunden. Der Designwechsel wurde im Juni 2015 vorgenommen. „Maurinus“ klingt irgendwie nach „Mauritius“, und wer denkt da nicht an die wertvolle Blaue Mauritius. Nach der Webseite „heiligenlexikon.de“ bedeutet der Name Maurinus: „Der Maure (Mohr) (lat.)“ und sein Gedenktag ist der 10. „Mohr“ wiederum erinnert mich an die Werbefigur „Sarotti-Mohr“, welche 2004 zum „Sarotti-Magier“ weiterentwickelt wurde.
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