Apfeldorn‑(Weißdorn) Marmelade Rezept zubereiten
Selbstgemachte Weißdorn‑Marmelade bringt die Kraft der Natur direkt auf dein Frühstücksbrot. Mit nur wenigen Zutaten zauberst du ein fruchtiges, leicht herbes Mus, das nicht nur köstlich schmeckt, sondern auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen ist.
Zutaten
- 1000 g Weißdornbeeren (oder 300 g Weißdornbeeren + 700 g Äpfel für Apfel‑Weißdorn‑Variante)
- 700-1000 g Äpfel (je nach Rezeptvariante; ungeschält möglich)
- 500 g Gelierzucker 2:1 oder 300-500 g Gelierzucker bei Saftbasis (je nach Süßevorliebe)
- 200-250 ml Apfelsaft
- Saft und Zesten von 1 Bio‑Zitrone und 1 Bio‑Orange (optional)
- 1 Vanilleschote (Mark)
- 1 Prise Zimt, 1 Prise gemahlene Nelke (optional)
- Wasser nach Bedarf
Kurzer Überblick zur Vorgehensweise
Da die Früchte wenig Saft enthalten, empfiehlt es sich, das Fruchtfleisch mit Fruchtsaft aufzukochen. Man kann auch Wasser verwenden, aber mit Saft schmeckt die Weißdorn‑Marmelade noch ein wenig fruchtiger. Die Beeren putzen und waschen und mehrmals abbrausen. Dann in eine Schüssel geben mit wenig Wasser, so dass sie knapp bedeckt sind, und die Vanillestangen, das Mark raus machen, mit rein geben (Mark auch) und über Nacht in dem Wasser ziehen lassen, mit samt den Beeren.
Schritt‑für‑Schritt Zubereitung (detailliert)
- Die Beeren putzen und waschen und mehrmals abbrausen. Dann in eine Schüssel geben mit wenig Wasser, so dass sie knapp bedeckt sind, und die Vanillestangen, das Mark raus machen, mit rein geben (Mark auch) und über Nacht in dem Wasser ziehen lassen, mit samt den Beeren.
- Die Äpfel entkernen und in Stückchen schneiden. Da die Marmelade später püriert wird, muss man die Äpfel nicht fein schneiden. Ungeschälte Äpfel in grobe Stücke schneiden, mit den entstielten Weißdornbeeren und etwas Zitronensaft in einen Topf geben. Nun soviel Wasser auffüllen, dass die Früchte knapp bedeckt sind.
- 24 Stunden später die Beeren mit dem Sud in einen Topf geben, mit dem Zucker, dem Zimt, der gem. Nelke, den geputzten und gesäuberten Äpfeln, welche ohne Kern und Gehäuse sind, den Zesten von Orange und Zitrone mindestens 5-10 min. kochen lassen. Die Beeren 15 Minuten kochen lassen, bis sie weich sind. Die Weißdornfrüchte in einen Topf geben. Bei mittlerer Hitze die Früchte ca. weich kochen. Immer wieder gut durchrühren.
- Dann den Apfelsaft und den Saft von den beiden Südfrüchten dazu geben. Alles durch eine "Flotte Lotte" drücken und das Mus in einen Topf geben, mit Gelierzucker vermischen und nach Anweisung kochen. Als Alternative: Beeren pürieren und durch ein feines Sieb streichen, um Kerne zu entfernen.
- Wer will, kann auch dann beim Aufkochen der Marmelade Orangen‑Filets dazu geben. Ich habe alles stehen lassen, bis der Zucker geschmolzen ist. Danach habe ich alles den Angaben auf der Zuckerpackung entsprechend gekocht.
- Die Masse gut verrühren und aufkochen. Zur Gelierprobe ein wenig Saft abschöpfen und auf einem Teller schwenken. Erstarrt der Saft alsbald, ist er zum Abfüllen bereit.
- Dann die fertige Marmelade in vorbereitete Twist‑Off‑Gläser, welche heiß und ausgespült sind, geben und fest verschließen. Die heiße Marmelade in die Gläser füllen, schnell verschließen und auf den Kopf stellen, um ein Vakuum zu erzeugen. Die Marmelade in den Gläsern komplett abkühlen lassen.
Tipps zur Verarbeitung der Kerne
Bemerkung am Rande: Die Sanddornkerne, die auch nach dem Pürieren bleiben, stören mich persönlich. Kleine Tipps zum Schluss: Da es sehr mühsam ist die ganzen Kerne auszusortieren, empfehlen wir ein vernünftiges Passiersieb* zu benutzen. Alles durch eine "Flotte Lotte" drücken und das Mus in einen Topf geben. Wer Kerne vermeiden will, sollte das Mus gut passieren oder ein feines Sieb verwenden.
Lagerung und Haltbarkeit
Die Weißdorn‑Marmelade hält sich durch das heiße Abfüllen in sterilisierte Gläser mehrere Monate, oft sogar bis zur nächsten Saison. Am besten lagerst du sie kühl, dunkel und trocken, zum Beispiel in einem Vorratsschrank oder Keller. Nach dem Öffnen sollte die Marmelade im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von etwa zwei Wochen aufgebraucht werden.
Varianten und Serviervorschläge
- Apfel‑Weißdorn‑Marmelade: Die ungeschälten Äpfel in grobe Stücke schneiden, mit den entstielten Weißdornbeeren und etwas Zitronensaft in einen Topf geben. Die Früchte weich kochen und über Nacht stehen lassen. Am folgenden Tag Fruchtmus durch ein Sieb treiben und mit Gelierzucker 1:3 oder 1:2 einkochen.
- Weißdorn pur: Beeren mit Apfelsaft und optionalen Gewürzen kurz aufkochen und 10-15 Minuten köcheln lassen, pürieren, passieren und mit Gelierzucker einkochen.
- Mit Holunder, Quitten oder Brombeeren kombinieren: Die jeweiligen Musse mischen und mit Gelierzucker zu Marmelade kochen.
- Serviervorschläge: Auf frischem Brot oder Brötchen; als Füllung für Gebäck; als Topping für Joghurt, Quark oder als Beilage zu Wildgerichten (z. B. in einer Soße mit Rotwein oder Balsamico).
Wissenswertes über Weißdorn
Der Weißdorn oder auch Hagedorn (Crataegus) ist ein Strauch oder kleiner Baum, den sicher jeder schon oft gesehen hat. In Deutschland gibt es mehrere Arten; die mitteleuropäischen Weißdornarten sind sich so ähnlich, dass selbst Linné einst nur eine Art annahm. Im Frühling blüht der Weißdorn und hängt voller weißer bis zartrosafarbenen Blüten. Im Herbst trägt er rote Apfelfrüchte, die nur wenig Fruchtfleisch, einen großen oder mehrere kleine Kerne und einen relativ trockenen, mehligen Geschmack haben.
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Heilwirkung und traditionelle Anwendungen
Weißdorn wird in der Heilkunde sowie in der Naturheilkunde gegen Arterienverkalkung, bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, bei Herzschmerzen sowie zur Blutdruckregelierung und bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Weißdorn wirkt auch nervenberuhigend und lindert Beschwerden des Klimakteriums. Die Blüten, Blätter und Früchte werden getrocknet als Tee oder eingelegt in Alkohol zur Behandlung von Herz‑/Kreislaufstörungen genutzt.
Praktische Hinweise & Geschichten
Der Weißdorn wurde in Europa bereits vor fast 2000 Jahren als Heilmittel genutzt. In China ist der Weißdorn heute noch Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin; aus der dortigen Art werden Süßigkeiten wie Tanghulu oder Haw Flakes hergestellt. Früher wurde das getrocknete Fruchtfleisch der Weißdornfrüchte zum Strecken von Mehl und die gerösteten Kerne als Kaffeeersatz genutzt.
Mythen und Sagen ranken sich um den Weißdorn: Er galt als Schutz vor bösen Geistern, im Märchen tritt er als Schlafdorn auf und in vielen alten Bräuchen spielt er eine Rolle. Das Holz des Weißdorns ist hart und wurde z. B. für Werkzeugstiele genutzt; die Zweige tragen bis zu 2,5 Zentimeter lange Dornen.
Häufige Fragen
- Warum Apfelsaft verwenden? - Da Weißdornfrüchte wenig Saft enthalten, macht Apfelsaft das Mus fruchtiger und verhindert zu starke Verdünnung.
- Welches Gelierzucker‑Verhältnis? - Für fruchtigere, weniger süße Marmelade eignet sich Gelierzucker 2:1. Für sehr fruchtiges Mus und kräftiges Gelieren kann 1:3 (Fruchtmusik zu Zucker) verwendet werden, je nach Anleitung auf der Packung.
- Wie bekomme ich die Kerne weg? - Passieren durch ein feines Sieb oder die Flotte Lotte entfernt Kerne und Schalenreste am besten.
Kurze Rezeptübersicht (Tabelle)
| Zutat | Menge (Basis‑Rezept) |
|---|---|
| Weißdornbeeren | 1 kg |
| Äpfel | 700-1000 g (je nach Variante) |
| Gelierzucker | 300-500 g (2:1 oder 1:3 Verhältnis möglich) |
| Apfelsaft | 200-250 ml |
| Zitrone/Orange | Saft und Zesten von 1 Zitrone und 1 Orange |
Weißdorn‑Marmelade ist in der Herstellung etwas aufwendig, es lohnt sich aber. Nicht erschrecken, wenn das Fruchtmuss nach dem Entfernen der Kerne in einem unappetitlichen schmutzig braunen Farbton daherkommt. Nach dem Einkochen mit 1:1 Gelierzucker erstrahlt die Weißdorn‑Marmelade in einem schönen Rot. Zufällig haben wir dann noch festgestellt, dass die Weißdorn‑Marmelade, wenn man sie antrocknen lässt, genauso schmeckt, wie die Weißdornsüßigkeiten, die wir aus China kennen und so sehr lieben.
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