Türkischer Potenzhonig: Wirkung, Inhaltsstoffe und Erfahrungsberichte
Immer wieder wird sogenannter Potenz-Honig in sozialen Medien beworben. Hinter dem vermeintlich natürlichen Trend können jedoch versteckte, verschreibungspflichtige Wirkstoffe stecken. Mediziner warnen eindringlich vor einer bestimmten Honigsorte, die im Internet angeboten wird. Die versprochene Wirkung dieser Sorte klingt zwar verlockend, kann aber gesundheitlich riskant sein und unerwartete Nebenwirkungen haben.
Was ist Potenzhonig und wie wird er vermarktet?
Potenzhonig, teils auch als „türkischer Honig“ oder „Miracle Honey“ verkauft, ist ein Honig oder Sirup, der die sexuelle Leistungsfähigkeit steigern soll. Hersteller werben unter Namen wie "Horny Performance Chocolate", "Jaguar Power" oder "Secret Miracle Honey" damit, dass er Erektionsprobleme lindern, das Durchhaltevermögen steigern oder die Libido ankurbeln könne. Auf der Internetseite werden die Produkte als "100 Prozent natürlich" und "ohne Schadstoffe" beworben.
In kleinen Läden und Online-Shops wird er als pflanzliche und harmlose Möglichkeit zur Steigerung der Potenz, Fitness und allgemeinen Gesundheit verkauft. Die Produkte seien als natürliche Aphrodisiaka vermarktet worden, enthielten aber Zutaten, die nicht auf der Zutatenliste aufgeführt worden seien und gefährliche Nebenwirkungen haben könnten.
Welche Inhaltsstoffe stecken tatsächlich drin?
Laboranalysen haben gezeigt, dass viele dieser Produkte nicht deklariertes Sildenafil oder Tadalafil enthalten - Wirkstoffe, die in verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Viagra zur Anwendung kommen. In Wirklichkeit enthielten die Produkte jedoch Chemikalien wie Sildenafil und Tadalafil. Alle Produkte enthielten den nicht deklarierten Wirkstoff Sildenafil und/oder Tadalafil, teilte die Sprecherin mit.
Diese Stoffe würden zur Behandlung von Erektionsstörungen bei Männern angewendet. Um diese Effekte zu erzielen, werden laut SWR manche Produkte mit Wirkstoffen versetzt, die eigentlich in verschreibungspflichtigen Potenzmitteln wie Viagra oder Cialis enthalten sind - sogenannte PDE‑5‑Hemmer. Diese Medikamente erweitern die Blutgefäße im Penis und sorgen so dafür, dass mehr Blut einströmt, wodurch die Erektion stärker und länger ausfallen kann.
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Fehlende Deklaration und Dosierungsrisiko
Häufig fehlten Angaben zur Dosierung, erklärte die Sprecherin des Karlsruher Regierungspräsidiums. Damit ist die Einnahme auch mit einem erheblichen Risiko der Überdosierung verbunden. Die Inhaltsstoffe seien bei den Produkten regelmäßig nicht angegeben. Dem Verbraucher bleibt die Zusammensetzung verborgen und er kann daher nicht wissen, mit welchen Nebenwirkungen und Risiken die Einnahme des Produktes verbunden ist.
Woher stammen diese Produkte?
Potenzpasten und andere mit Wirkstoffen angereicherte „Lebensmittel“ gelangen laut Generalzolldirektion meist aus der Türkei nach Deutschland, teilweise auch aus Ländern im Nahen Osten oder aus Malaysia. Der Import von „Potenzhonig“ aus Ländern wie Malaysia, der Türkei und Thailand hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Zuletzt entdeckten die Beamten am Flughafen Köln/Bonn fast 35 Kilogramm davon im Gepäck einer Frau, die aus der Türkei zurückkehrte, wie der WDR berichtet.
Der Zoll verzeichnet allgemein derzeit einen starken Zuwachs bei den illegalen Importen von Potenzpasten und -pulvern. Die Zollfahndungsämter München und Hamburg hätten in der Vergangenheit beispielsweise mehr als 13 Tonnen potenzsteigernde Lebensmittel sichergestellt, teilte ein Sprecher der Generalzolldirektion mit. Das Phänomen sei beim Zoll erstmals 2022 aufgetaucht.
Rechtliche Lage in Deutschland
In Deutschland fällt sogenannter „Potenzhonig“, wenn er verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Sildenafil oder Tadalafil enthält, prinzipiell unter das Arzneimittelgesetz (AMG). Nach § 4 Abs. 17 AMG gilt bereits das Vorrätighalten zum Verkauf als Inverkehrbringen - der Verkauf solcher Zusätze ohne Zulassung ist daher rechtswidrig. Mittel mit diesen Arzneistoffen sind in Deutschland deshalb zulassungs- und verschreibungspflichtig und werden nur unter ärztlicher Aufsicht zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt.
Darüber hinaus dürfen Arzneimittel laut der Informationsseite der Deutsche Zoll‑ und Finanzverwaltung grundsätzlich nicht über den Post‑ oder Kurierweg aus Nicht‑EU‑Staaten nach Deutschland eingeführt werden, wenn sie nicht zum üblichen Eigenbedarf zählen oder nicht zugelassen sind. Bei der Einfuhr von Produkten, die im Ausland als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, jedoch hierzulande aufgrund ihrer beworbenen Wirkung als Arzneimittel einzustufen sind, kann der Zoll die Einfuhr verhindern.
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Verstöße können straf‑ oder bußgeldrechtlich verfolgt werden: Der Handel mit solchen Mitteln ist nach dem Arzneimittelgesetz eine Straftat, die mit einer Freiheits- oder mit einer Geldstrafe geahndet werden kann.
Gesundheitsrisiken und Nebenwirkungen
Problematisch ist, dass nicht immer klar ist, ob und in welcher Dosierung solche Wirkstoffe zugesetzt wurden. Eine Einnahme kann daher unvorhersehbare Nebenwirkungen haben - von Kreislaufproblemen bis zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Bei gleichzeitiger Einnahme mit einer Reihe von Herzmedikamenten drohen sogar lebensgefährliche Wechselwirkungen. Besonders Männer mit Vorerkrankungen setzen sich durch die Einnahme von PDE-5-Hemmern einem Risiko aus.
Die Kombination von „Potenzhonig“ mit bestimmten Herzmedikamenten kann zu schweren Wechselwirkungen führen - im schlimmsten Fall drohen Schlaganfälle oder Herzinfarkte. „Im schlimmsten Fall kann es zu einem akuten Herzinfarkt kommen“, sagt der Urologe Prof. Dr. Axel Merseburger der Apotheken Umschau. Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen am Herz-Kreislauf-System drohten ernste Probleme, hieß es.
Auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Sehbeeinträchtigungen treten häufig auf. Krankenhäuser hätten in den vergangenen Monaten mehrere Patienten behandelt, die die Produkte konsumiert hatten. Bei den Nebenwirkungen handelte es sich um "anhaltende Krämpfe, Lungenblutungen, Schwellungen im Gehirn und Nierenversagen".
Welche Produkte wurden beanstandet?
Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz warnt konkret vor Produkten wie „Max Fly“, „Maximum Power“ und „Royal Honey“. Viele dieser Produkte enthalten zudem nicht zugelassene Pflanzenstoffe, die in der EU verboten sind. Was „Max Fly“, „Maximum Power“ und „Royal Honey“ so gefährlich macht: Den Käufern wird verschwiegen, dass diese scheinbar harmlosen „Potenz-Honige“ tatsächlich Sildenafil oder Tadalafil enthalten.
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Französische Gesundheits- und Sicherheitsbehörden haben vor angeblich aphrodisierend wirkenden Honig- und Gel-Produkten gewarnt. Die Produkte seien als natürliche Aphrodisiaka vermarktet worden, enthielten aber Zutaten, die nicht auf der Zutatenliste aufgeführt worden seien und gefährliche Nebenwirkungen haben könnten. Käufer der Produkte sollten diese "unter keinen Umständen konsumieren, sondern entsorgen", warnten die Behörden in einer gemeinsamen Mitteilung.
Erfahrungsberichte und Behördenreaktionen
In Frankreich versuchen Betrüger mit dem Naturprodukt Kasse zu machen und mixen Chemikalien in das flüssige Gold, die zwar stimulieren, aber gesundheitlich schlimme Folgen haben können. Käufer der Produkte sollten diese "unter keinen Umständen konsumieren, sondern entsorgen", warnten die Behörden in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Arzneimittel können bei Menschen mit Vorerkrankungen am Herz schwere Nebenwirkungen auslösen, warnten die Behörden. Krankenhäuser hätten in den vergangenen Monaten mehrere Patienten behandelt, die die Produkte konsumiert hatten.
Eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe berichtete beispielsweise, dass im vergangenen Jahr in 18 Fällen honigartige Pasten einbehalten und untersucht wurden. Im Jahr davor habe es nur drei Vorgänge gegeben. Bundesweite Zahlen zu sogenanntem Potenz-Honig und Co. gibt es nicht.
Empfehlungen für Verbraucher
Experten raten dringend dazu, Potenzmittel nur in zertifizierten Apotheken zu kaufen. Verbraucher sollten besonders skeptisch sein, wenn Produkte als „rein pflanzlich“ oder „100 % natürlich“ beworben werden. Wissenschaftliche Belege fehlen oft, und die gesundheitlichen Risiken sind nicht absehbar. Das LUA rät Verbrauchern dringend davon ab, potenzsteigernde Mittel im Internet zu bestellen.
„Da Erektionsstörungen oft von Gefäßproblemen kommen, sollte man sich auf jeden Fall durchchecken lassen“, rät der Experte. „Und keinesfalls vermeintliche Wundermittel wie den Potenzhonig aus dem Internet ausprobieren.“
| Aspekt | Fakt |
|---|---|
| Typische Bezeichnungen | Türkischer Honig, Miracle Honey, Royal Honey, Jaguar Power |
| Häufige nicht deklarierte Wirkstoffe | Sildenafil, Tadalafil (PDE‑5‑Hemmer) |
| Herkunft | Türkei, Malaysia, Thailand, Naher Osten |
| Gefahren | Wechselwirkungen, Herz-Kreislauf-Komplikationen, Überdosierung |
| Amtliche Empfehlung | Nur zugelassene Potenzmittel in Apotheken verwenden; Produkte aus Internet/Import meiden |
Zoll und Behörden ziehen das Nahrungsergänzungsmittel mit nicht erlaubten Inhaltsstoffen immer öfter aus dem Verkehr. Eine Übersicht aller bislang vom LUA beanstandeten Produkte gibt es hier auf der Homepage des LUA. Offenbar trotz strenger Kontrollen landete im vergangenen Jahr eine Ladung des Potenz-Honigs in einem Biberacher Supermarkt. Die Zollbehörde entdeckte bei einer zufälligen Kontrolle damals viereinhalb Kilo des potenzsteigernden Produkts.
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