High-Protein-Pudding: Test, Inhalt, Nutzen und Erfahrungen

Es gibt immer mehr sogenannte High-Protein-Produkte im Supermarkt. Meist handelt es sich um Milchprodukte im Kühlregal wie zum Beispiel Protein-Pudding. Aber wie sinnvoll sind diese? Ernährungsmediziner und Internist Dr. Matthias Riedl gibt eine Einschätzung.

Warum High-Protein? Hintergrund und Empfehlungen

In den letzten Jahren hat sich ein klarer Trend bei der Empfehlung zur Nährstoffzusammensetzung etabliert: viel Eiweiß, reichlich Fett, wenig Kohlenhydrate. Zumindest, wer sein Gewicht halten will, eine Abnehmstrategie verfolgt oder Muskeln aufbauen will, sollte viel Eiweiß zu sich nehmen. Je nach persönlichem Bedarf werden täglich ein bis zwei Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Proteine halten lange satt und sind ein Muss für eine starke Muskulatur: Daher sollte man genug Proteine in die Ernährung einbauen.

Jeder Mensch benötigt durchschnittlich 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einer 70 Kilogramm schweren Person sind das 56 Gramm Eiweiß täglich. Bei einer Portion von 200 Gramm High-Protein-Pudding nehmen Sie mit allen drei untersuchten Puddings 20 Gramm Eiweiß auf.

Für wen ist Protein-Pudding geeignet?

Insbesondere für Vegetarier und Veganer ist es gar nicht so einfach, auf die empfohlenen ein bis zwei Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu kommen. Vegetarier haben immerhin den Vorteil, dass sie meist Eier und Milchprodukte verzehren. Doch auch hier müsste man täglich mehrere Eier oder etliche Joghurts und Quark verzehren, um den Tagesbedarf zu decken. Für Abhilfe sollen sogenannte High-Protein-Desserts aus dem Kühlregal sorgen.

High-Protein-Puddings finden Sie in verschiedensten Varianten nahezu in allen Supermärkten. Proteinprodukte boomen: Neben Fitness-Riegeln, eiweißreichen Broten und angereichertem Müsli sind auch diese Artikel bei Fitnessbewussten und zum Abnehmen voll im Trend. High-Protein-Produkte versprechen, eine Abkürzung zu sein - und zwar eine leckere, etwa im Falle von Puddings.

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Was steckt im Protein-Pudding? Zutaten und Nährwerte

Jeder getestete Pudding bringt es auf 10 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm, das entspricht 20 Gramm Eiweiß pro Portion (200 g). Das Protein stammt häufig aus Milch, Molke (Whey), Casein oder pflanzlichen Quellen wie Soja oder Erbsen. In allen drei Puddings stammt das Protein vor allem aus zugesetztem Milcheiweiß.

Die Hauptmasse des Puddings besteht aus (sehr fettarmer) Magermilch, Milcheiweiß, Sahne sowie Kakaopulver. Die 4 Gramm Zucker enthält das Produkt laut Hersteller „von Natur aus“. Der Fettgehalt ist extrem gering: 100 Gramm des Puddings enthalten lediglich 1,5 Gramm Fett und 4 Gramm Zucker, dafür aber 10 Gramm Eiweiß. Alle Inhaltsstoffe zusammen bringen es so auf 76 kcal per 100 Gramm Pudding. Damit ist jeder getestete Pudding kalorienarm.

Alle Protein-Pudding Varianten teilen sich mehr oder weniger die gleichen Basiszutaten. Bei den kleinen Mengen an Kakao stellt sich aber die Frage, ob das ausreicht, um einen Pudding so schön schokoladenfarben zu färben.

Zusatzstoffe: Süßstoffe, Verdickungsmittel und Aromen

Auf den ersten Blick wirkt der Protein-Pudding einfach wie eine gute Proteinquelle. Allerdings versteckt sich das Problem solcher Lebensmittel im Detail. Denn die meisten High-Protein-Produkte setzen auf Süßungsmittel wie Cyclamat, Acesulfam K, Aspartam und Sucralose. Sie ersetzen Zucker und damit viele unnötige Kalorien. Das ist ein starkes Kaufargument für körperbewusste Konsumenten, die viel Eiweiß und wenig Zucker zu sich nehmen wollen.

Gesüßt werden alle Low-Carb-Schokopuddings mit Süßstoffen und ohne extra Zucker. Dabei kommen Süßstoffe wie Acesulfam K, Sucralose, Cyclamat und Saccharin zum Einsatz - oft auch in Kombination. Beispielsweise lieferte eine Studie Hinweise darauf, dass der Süßstoff Sucralose bei Menschen womöglich den Appetit steigern könnte. Dies führt dazu, dass man am Ende mehr isst. Doch wie so oft macht auch hier die Dosis das Gift. In kleinen Mengen und nur gelegentlich verzehrt sind die Zuckeraustauschstoffe wenig bedenklich. Das Problem ist, dass diese Stoffe mittlerweile in unzähligen Produkten als Zutaten auftauchen.

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Neben Süßstoffen kommen in allen Varianten künstliche Verdickungsmittel wie Carrageen (E 407) und Natrium-Carboxymethyl-Cellulose (E466) zum Einsatz. Mit einem „normalen Pudding“ haben diese Zutaten also nicht mehr so viel zu tun. Carrageen ist ein für Bio-Produkte zugelassener Zusatzstoff als Verdickungsmittel - hergestellt aus Rotalgen. Carrageen ist ein Ballaststoff der unverändert ausgeschieden wird. Die Wirkung auf das Darmsystem in größeren Mengen ist jedoch umstritten. In Studien mit Tierversuchen konnte bei großen Aufnahmemengen eine Beeinflussung des Immunsystems nachgewiesen werden - allerdings mit sehr viel kleineren Carrageen-Molekülen. Es ist also schwer damit auf die Auswirkung beim Menschen zu schließen.

Darüber hinaus sind in High-Protein-Produkten oft jede Menge Zusatzstoffe zu finden: Verdickungsmittel, Stabilisatoren (Natriumphosphat) und Aromen. Diese verleihen dem Produkt die typische Konsistenz, den Geruch und Geschmack. Unverzichtbar sind vor allem Aromen überall dort, wo Produzenten sensorisch unbefriedigende Rohstoffe oder Verfahren einsetzen. Essen Sie häufig aromahaltige Produkte, gewöhnen Sie sich möglicherweise an diesem Geschmack und natürliche Produkte schmecken zunehmend fad.

Nutri-Score und was er nicht abbildet

Alle drei Produkte tragen den Nutri-Score A: Sie müssten doch super gesund sein? Der Nutri-Score ist ein sehr vereinfachtes Bewertungssystem. Zahlreiche Zusatzstoffe wie Süßstoffe oder Aromen berücksichtigt er bei festen Lebensmitteln nicht. Unternehmen können den Nutri-Score auf ihren Produkten durch Tricksen kostengünstig verbessern. Sie setzen mehr Zusatzstoffe ein, um beispielsweise den Fettanteil zu verringern oder den Zuckergehalt mit Süßstoffen auszugleichen. Die entsprechenden Produkte sind dadurch aber nicht als gesünder zu bewerten.

Proteinqualität und Kombination von Proteinquellen

Neben der Menge der Proteine zählt nämlich auch ihre Qualität. Verschiedene Eiweiße lassen sich unterschiedlich gut vom Körper verwerten. Die biologische Wertigkeit ist ein Maß dafür, wie gut der Körper ein Nahrungseiweiß in körpereigenes Protein umwandeln kann. Milcheiweiß stellt diesbezüglich eine gute Quelle dar. Noch besser ist jedoch die Kombination verschiedener Proteinquellen, in denen sich Aminosäureprofile optimal ergänzen. Ideal ist es, wenn sich die Proteinquellen mit ihren Aminosäuren-Profilen gegenseitig ergänzen und somit für den Körper umso wertvoller werden. Wer Eier und Kartoffeln zusammen isst, erreicht das.

Test: Vergleich ausgewählter Produkte und praktische Erfahrungen

Wir haben uns folgende Produkte näher angesehen: High-Protein-Schoko-Pudding von Ehrmann, High-Protein Pudding mit Schoko von REWE und High-Protein-Pudding Schoko von Dr. Oetker. Zum Vergleich haben wir uns die Schokoladen-Protein-Puddings von Dr. Oetker, Aldi, Rewe, Lidl und von Ehrmann besorgt. Der Lidl Protein Pudding der Eigenmarke Milbona war leider zu beliebt. Einfach immer vergriffen. Update: Auch den Lidl High Protein Pudding konnten wir inzwischen testen.

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Die Konsistenz beim Pudding ist ein weites Feld von stichfest bis cremig und definitiv auch Geschmackssache. Für mich ist ein Pudding aber eher etwas stichfester als cremig oder zumindest so ein Mittelding zwischen beiden Varianten. Im Test und auch im Feedback gab es aber vor allem beim Dr. Oetker Protein Pudding starke Differenzen bei der Konsistenz. Sollte eigentlich stichfest, war aber sehr flüssig. Dr. * scheinbar haben wir beim Dr. Oetker High Protein Pudding Test zuerst ein „schlechtes Exemplar“ erwischt. Die wohl individuellste Komponente des Protein Pudding Tests: der Geschmack.

Nach meinem Geschmack liegt hier tatsächlich das Aldi-Produkt vorne. Ich stehe aber auch auf dunkle Schokolade. Der Dr. Oetker High Protein Pudding hat mich mit der intensiven Süße und der etwas verfehlten Konsistenz mehr an eine Schoko-Creme als Brotaufstrich erinnert. Eigentlich steckt das Gleiche drin - aber die Preise variieren natürlich deutlich. In Markenprodukten von Ehrmann oder Dr. Oetker steckt eben auch noch mehr Produktdesign und Marketingkosten.

So, kommen wir mal zu dem ersten Kriterium: der Optik des Protein-Puddings! Typische Puddings, wie die Discounter Puddings von Rewe und Co., sehen optisch recht ähnlich aus. Kommen wir nun also zu einem der wichtigsten Kriterien: der Geschmack des Puddings. Während ich beispielsweise Schokolade und Vanille sehr lecker finde, muss ich zu den neueren Geschmackssorten von Ehrmann wie “Choco & Coco” oder “Columbian Coffee” sagen, dass ich sie nicht wirklich überzeugend finde.

Erfahrungen aus Nutzerbewertungen

Viele Nutzer sind begeistert: „Welch hervorragender Geschmack“ war ein erster Eindruck beim REWE High Protein Pudding Schoko. Nutzer loben meist Qualität, Konsistenz und Sättigung. „Für mich als Sportler perfekt“ heißt es ebenso, weil der Pudding mit 20 Gramm Protein pro Portion lange satt macht. Weitere Rezensionen betonen, dass der Pudding sich pur oder verfeinert gut essen lässt und perfekt in einen sportlichen, fettarmen, proteinreichen Lifestyle passt.

Gleichzeitig liest man kritische Stimmen aus Foren: Martina rät ziemlich vehement davon ab, aufgrund von Carrageen, da ist sie überhaupt kein Fan davon. Manche bevorzugen stattdessen selbst angerührte Varianten mit Whey oder Quark und Obst. Hier geht's doch hauptsächlich um Convenience, einfach nehmen und fressen und nix vorher irgendwie vorbereiten.

Preis-Leistungs- und Verfügbarkeitsaspekte

Eigentlich steckt das Gleiche in vielen Produkten - aber die Preise variieren natürlich deutlich. Die Discounterprodukte sind mit rund 0,69-0,89 € günstig, Markenprodukte wie Ehrmann kosten 1,29 € oder mehr. Insgesamt finde ich, dass ein Preis von 0,89 € noch eindeutig klar geht. Die 1,29 € bis hin zu 1,59 € des Ehrmann-Puddings hingegen finde ich einfach nur zu teuer.

Gesundheitliche Bewertung und Kritik

Die Verbraucherzentrale kritisiert: High-Protein-Puddings sind gar nicht so gesund, wie sie tun. Drei mit der Geschmacksrichtung Schokolade hat sich die Verbraucherzentrale Niedersachsen ganz genau angeschaut. Das Versprechen "High Protein" lösen die Puddings im Check jedenfalls ein. „Eine Portion von 200 Gramm enthält bei den Produkten 20 Gramm Eiweiß“, so Constanze Rubach, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale. Das macht die Puddings aber nicht automatisch zu gesunden Lebensmitteln.

Die Verbraucherzentrale zieht das Fazit: High-Protein-Puddings müssen nicht sein, um den Tagesbedarf an Eiweiß zu decken. Die Puddings enthalten jede Menge Zusatzstoffe wie Süßungsmittel, Verdickungsmittel, Stabilisatoren oder Aromen. In der Regel wird der hohe Eiweißgehalt durch isolierte, künstlich hinzugefügte Proteine erreicht. Ernähren Sie sich abwechslungsreich, decken Sie Ihren Eiweißbedarf problemlos über natürliche Eiweißquellen.

Praktische Alternativen: Selbstgemachte Protein-Desserts

Dabei kann man sich ganz einfach selbst ein High-Protein-Dessert herstellen: Magerquark und körniger Frischkäse haben meist mehr als 10 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Dazu etwas frisches Obst wie Heidelbeeren, Himbeeren oder Birne - und schon hat man eine gesunde und leckere Proteinbombe! Wenn ich Bock auf was Fruchtiges habe, würde ich immer den Quark mit Obst bevorzugen.

Weitere einfache Alternativen, um ähnliche Proteinmengen zu erreichen, sind zum Beispiel: 2 Scheiben Vollkornbrot mit Hummus, 300 Gramm Naturjoghurt mit circa 6 Esslöffel Haferflocken oder ein Ei und eine Handvoll Nüsse. So lassen sich 20 Gramm Protein auch ohne stark verarbeitete Produkte erreichen.

Infografik: Nährwerte und Zusatzstoffe von High-Protein-Puddings (Eiweiß, Fett, Zucker, Süßstoffe, Verdickungsmittel)

Testtabelle: Nährwerte (Beispielvergleich pro 100 g)

Produkt Eiweiß (g) Fett (g) Zucker (g) Kalorien (kcal)
Ehrmann / Dr. Oetker / REWE (Beispiel) 10 1,4-1,6 4,0-4,8 74-76
Lidl (Milbona) 10 1,5 4,5 74
Test und Geschmackseindruck: High-Protein-Puddings im Vergleich

Worauf achten beim Kauf

  • Lesen Sie die Zutatenliste: Achten Sie auf Süßstoffe, Verdickungsmittel und zugesetzte Aromen.
  • Bewerten Sie die Eiweißquelle: Milcheiweiß ist gut verwertbar; kombinierte Proteinquellen sind oft vorteilhafter.
  • Nutri-Score nicht allein entscheiden lassen: Er berücksichtigt Zusatzstoffe nicht vollständig.
  • Preis-Leistung: Discounterprodukte liefern oft ähnliche Nährwerte günstiger.
  • Konsistenz und Geschmack: Probieren lohnt sich, Geschmäcker sind sehr individuell.

Abschließende Einschätzung und praktische Empfehlung

Am Ende komme ich zu einer entspannten Einschätzung: Eiweiß ist wichtig, doch der Hype um Protein-Zusatzprodukte übersteigt häufig den tatsächlichen Bedarf. Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich der Eiweißbedarf gut abdecken - egal, ob man Sport treibt oder Gewicht reduzieren möchte. Entscheidend ist, was regelmäßig auf dem Teller landet.

High-Protein-Puddings können als bequeme, kalorienarme und eiweißreiche Zwischenmahlzeit oder Süßigkeit dienen. Allerdings lohnen sie sich ernährungsphysiologisch kaum gegenüber natürlichen Alternativen; sie enthalten viele Zusatzstoffe und kosten meist mehr Geld. Wenn Sie Protein-Pudding mögen: genießen Sie ihn gelegentlich, achten Sie auf Zutaten und kombinieren Sie ihn idealerweise mit natürlichen Eiweißquellen und frischem Obst.

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