Trockenen Biskuit verwerten: Ideen und Rezepte

Was tun mit den süßen Resten der vergangenen Ostertage? Bei mir sind noch trockene Reste vom Biskuit-Osterlamm, etwas Kuchen und jede Menge Schokolade übrig geblieben. Daraus lassen sich sehr gut Rumspitzen zaubern oder, wie in diesem Fall, super saftige Schwarzwälder Kirsch Petit four.

Allgemeine Tipps zur Aufbewahrung und Rettung von Kuchen

Der Kaffeeklatsch ist vorbei und wie immer haben wir zu viel gebacken. Nach einiger Zeit ist er trocken und kann nicht mehr als Tortenboden benutzt werden. Damit der Kuchen nicht schlecht wird oder austrocknet, solltest du die folgenden Tipps beim Aufbewahren berücksichtigen: Lagere Rührkuchen bei Raumtemperatur in einem luftdichten Behälter. Obstkuchen und Torten gehören in den Kühlschrank. Decke sie gut ab und fülle sie am besten in einen gut schließenden Behälter, damit sie keine anderen Kühlschrankgerüche annehmen.

Egal wie gut man Kuchen lagert, nach ein paar Tagen wird insbesondere Rührkuchen ein wenig trocken. Auch das ist kein Problem. Du kannst ihn dann entweder anderweitig verarbeiten oder mit ein paar Tricks wieder frisch machen. Bei einem größeren Stück Kuchen bietet es sich an, dass du ihn mit Flüssigkeit tränkst. Pikse dafür mit einem Schaschlikspieß ein paar Löcher in die Oberfläche und begieße den Kuchen mit etwas Orangensaft, Apfelsaft oder auch Kaffee. Lass ihn dann ein bisschen ziehen. Tipp: Saft passt gut zu Zitronenkuchen, Schoko- oder Marmorkuchen. Kaffee dagegen gut zu Nusskuchen. Alternativ kannst du den Kuchen auch waagerecht durchschneiden, mit Sahne oder Pudding füllen und wieder zusammensetzen. Einzelne Stücke Kuchen kannst du nach Wahl mit Sahne, Marmelade, Honig oder einem anderen süßen Aufstrich bestreichen und wie ein Butterbrot servieren.

Welche Kuchen lassen sich gut einfrieren und wie lange?

Einen Großteil der Kuchen kannst du gut einfrieren und danach einfach wieder auftauen. Besonders gut eignen sich dafür einfache Rührkuchen wie Marmorkuchen oder Schokokuchen. Rührkuchen mit Früchten kannst du ebenfalls einfrieren. Diese Kuchen können ins Gefrierfach: Kuchen aus Rührteig, Hefekuchen, Tortenböden aus Biskuit oder Mürbeteig, Brandteig - ohne Füllung. Am besten packst du die Kuchenstücke portionsweise in gefriergeeignete Behälter. Wichtig ist, dass der Kuchen vollständig ausgekühlt ist. Nutzt du Dosen, dann mach sie möglichst voll und leg Backpapier o.ä. zwischen die einzelnen Schichten. Gut zu wissen: Lass die Kuchen bei Raumtemperatur auftauen und hole sie vorab aus Dose/Verpackung, sonst werden sie weich.

Da Gelatine bei Kälte ihre Gelierkraft verliert, kannst du Kuchen und Torten, die mit Gelatine zubereitet wurden, nicht einfrieren. Das gilt auch für Obstkuchen mit Tortenguss. Auch Buttercremetorten mit Pudding eignen sich nicht zum Einfrieren, da die Masse wässrig wird. Gut zu wissen: Baiser und anderes Eiweißgebäck wie Makronen solltest du ebenfalls nicht einfrieren. Die Gebäckstücke werden nach dem Auftauen zäh und verlieren ihre Knusprigkeit.

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Auch wenn insbesondere Rührkuchen nicht so schnell schlecht wird, solltest du ihn maximal 4-5 Monate einfrieren. Danach verliert der Kuchen an Geschmack.

Rezepte und Ideen zur Verwertung trockenen Biskuits

Rumkugeln / Kuchenpralinen

Aus Kuchenresten wird eine Torte ohne Backen. Ähnlich wie Keksereste kannst du auch Kuchenreste zu Tortenboden verarbeiten. Diese Böden eignen sich vorrangig für Kuchen und Torten ohne Backen. Anstelle des Keksbodens verwendest du dazu einfach den Tortenboden aus Kuchenresten.

Kuchen verwerten kannst du zum Beispiel, indem du Rumkugeln aus Kuchenresten machst. Aus Kuchenresten lassen sich auch sehr gut Rumkugeln herstellen. Da das Rezept Schokolade beinhaltet, kannst du hier neben Kuchen- auch Schokoladenreste wunderbar verwerten.

Zutaten: 1 Tortenboden (Biskuit), 6 EL Rum, 200 g Schokolade (Zartbitter), 50 g Mandeln, gemahlene, 125 g Butter oder Margarine, weiche, Schokostreusel, Nusskrokant, gehackte Pistazien oder Kokosraspel zum Wälzen.

Zubereitung: Den Biskuitboden mit den Händen fein zerkrümeln. Den Rum darüber träufeln und etwa 15 Minuten einziehen lassen. Inzwischen die Zartbitterschokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Die aufgelöste Schokolade, die gemahlenen Mandeln und die weiche Butter in einer Schüssel vermischen. Dann die Biskuit-Rum-Brösel unterrühren. Die Masse etwa 30 Minuten kaltstellen. Anschließend mit den Händen kleine Kugeln formen. Die Kugeln zum Schluss in Schokostreusel o.ä. wälzen.

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Rumkugeln auf einem Teller, dekorativ angerichtet

Cake Pops und vegane Kuchenpralinen

Cake Pops sind der Klassiker, wenn es um eine optimale Verwertung von Kuchenresten geht. Denn sie werden aus genau diesen zubereitet. Einfach Kuchen zerkrümeln, z. B. mit Frischkäse vermischen, zu Kugeln formen und mit Schokolade verzieren - fertig. Einfacher und leckerer geht’s eigentlich nicht.

Diese süßen Cake Pops können im Voraus zubereitet und im Kühlschrank bis zu einer Woche aufbewahrt werden. Dank dem Frischkäse und der Kuvertüre bleiben sie nämlich lange frisch und saftig! Wenn du sie länger aufbewahren möchtest, kannst du sie auch für ein paar Monate einfrieren.

Wenn die Cake Pops vegan werden sollen, verwende einfach veganen Frischkäse und Pflanzenmargarine anstelle von herkömmlichem Frischkäse und Butter. Veganer Frischkäse verleiht dem zerbröselten Kuchen die perfekte Konsistenz, damit die Bällchen zusammenhalten und saftig bleiben.

Zubereitung: Einen Nusskuchen oder einen anderen beliebigen Rührkuchen laut Rezept backen und auskühlen lassen (oder Kuchenreste verwenden). Den Kuchen mit den Händen möglichst fein in eine große Schüssel bröseln. Den Frischkäse hinzufügen und alles gut vermengen. Aus der Mischung etwa 15 Kugeln (je ca. 25 g) formen. In einen verschließbaren Behälter oder auf einen Teller legen und abgedeckt ca. 5-10 Minuten in den Gefrierschrank (oder 20 Minuten in den Kühlschrank) stellen. Für die Glasur die Schokolade grob hacken und mit dem Kokosöl in einer hitzebeständigen Schüssel langsam über einem Wasserbad schmelzen. Die gekühlten Kuchenkugeln nacheinander auf einen Schaschlikspieß spießen und in die Schokolade tunken. Etwas abtropfen lassen und dann vorsichtig mit Abstand in ein Glas stellen (um Abdrücke auf den Kugeln zu vermeiden) oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Brett legen. Die Schokolade aushärten lassen. Dann nach Belieben mit der restlichen Schokolade (oder einer anderen Sorte) sowie gehackten Haselnüssen verzieren. Bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.

Schritt-für-Schritt Video: Cake Pops aus Kuchenresten herstellen

Kühlschranktorte und Schichtdesserts

Du kannst den Boden aber auch zerbröseln und ein Schichtdessert damit machen. Die Kuchenkrümel werden hierfür mit geschmolzener Butter vermengt und auf dem Boden einer Springform verteilt. Nach dem Auskühlen kommt eine Käsemasse darauf und dann geht’s ab in den Kühlschrank. Reichen die Kuchenreste nicht für einen ganzen Boden, kannst du sie mit Keksen kombinieren, das sorgt zusätzlich für ein wenig Biss.

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Aus Kuchenresten kannst du ein leckeres Dessert mit Pudding und Beeren machen. Koche den Vanillepudding, indem du das Puddingpulver nach Packungsanweisung mit Pflanzendrink und Zucker anrührst. Bringe den restlichen Pflanzendrink zum Kochen und rühre das Puddingpulver hinein. Koche den Pudding erneut eine Minute auf und lass ihn anschließend auskühlen. Wasche die Beeren und schneide sie klein. Bestreue die letzte Schicht mit Kakaopulver, gehackter Schokolade oder Nüssen.

Muffins, Törtchen und Aufläufe aus Kuchenresten

Streng genommen sind es keine Muffins sondern eher Törtchen. Aber wer ein bisschen Zeit hat, kann aus seinen Kuchenreste kleine Kunstwerke zubereiten. Dafür den Kuchen in Scheiben schneiden und mit einem Glas runde Böden ausstechen. Diese werden als Boden in einen Dessertring gelegt und mit einer Sahne-Quark-Masse sowie Früchten belegt. Kühl stellen und nach einigen Stunden genießen.

Fans von süßen Hauptgerichten verarbeiten Kuchenreste zu einem Auflauf. Dafür den Kuchen am besten in Scheiben schneiden und mit Apfel- oder Birnenspalten in eine Auflaufform schichten. Darüber einen Milch-Ei-Mix gießen und im Backofen stocken lassen. Wenn du nur wenige Kuchenreste hast, kannst du sie auch würfeln und z. B. mit Beeren zu einer Art Crumble verarbeiten.

Kuchenauflauf mit Apfelscheiben, frisch gebacken

Praktische Hinweise und Variationen

Im Grunde kannst du jeden übrig gebliebenen Rührkuchen verwenden - egal, ob es sich um einen einfachen Vanillekuchen, Schokoladenkuchen oder Marmorkuchen handelt oder um Kuchen mit Fruchtgeschmack wie Zitronenkuchen, Apfelkuchen, Kokoskuchen, Karottenkuchen oder Fantakuchen. Je nachdem, wie saftig oder trocken der Kuchen ist, braucht man jedoch vielleicht etwas mehr oder weniger Frischkäse. Bei Bedarf kann man auch etwas Pflanzenmilch hinzufügen.

Nicht die passende Kuchenform zur Hand? 300 g gebackener Rührkuchen z. B. Den Kuchen mit den Händen möglichst fein in eine große Schüssel bröseln. Den Frischkäse hinzufügen und alles gut vermengen (*siehe Anmerkungen). Den Kuchen mit Rum oder Saft tränken, je nach Geschmack, oder mit geschmolzener Schokolade verkneten. Bei diesem Rezept kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen, denn wenn es um Variationen und Toppings geht sind die Möglichkeiten grenzenlos! Von der Art des Kuchens über die Glasur bis hin zu den essbaren Verzierungen, die man für Pralinen verwenden kann - hier ist alles möglich.

Weitere Ideen kurz zusammengefasst

  • Biskuit zerbröseln und als Panier- oder Ausbröseln Ersatz (schmeckt besser als Semmelbrösel) verwenden.
  • Kuchenreste als Topping für Pudding oder Joghurt nutzen.
  • Kuchen in Schichten für ein Trifleschichtdessert verwenden.
  • Kuchenreste mit Schokolade und Rum zu Rumkugeln verarbeiten.
  • Kuchenpralinen als Geschenk hübsch verpacken.
Verwertungsart Geeignete Kuchen Kernzutaten
Rumkugeln Biskuit, Schokokuchen Rum, Schokolade, Mandeln, Butter
Cake Pops / Pralinen Rührkuchen aller Art Frischkäse (oder vegan), Kuvertüre, Dekoration
Kühlschranktorte Biskuitboden geschmolzene Butter, Käsemasse, Früchte
Auflauf Rührkuchen Äpfel/Birnen, Milch-Ei-Mischung

Ob Rumkugeln aus Kuchenresten, Cake Pops oder Tortenboden - Kuchenreste zu verwerten ist nicht nur sinnvoll, sondern auch lecker. Schließlich ist übrig gebliebener Kuchen zu schade für die Tonne.

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